Rede:
ID1701617400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/16 Rainer Brüderle, Bundesminister setz 2010) (Drucksache 17/200) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 11 Bundesministerium für Arbeit und Sozia- les . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl Schiewerling (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Garrelt Duin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Peter Friedrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Barbara Hendricks (SPD) . . . . . . . . . . Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Christian Lindner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . 1355 C 1355 D 1355 D 1358 C 1360 D 1362 B 1363 B 1365 B 1376 C 1379 A 1381 C 1383 B 1385 A 1386 A 1387 C 1389 B 1390 C 1392 A 1394 B Deutscher B Stenografisch 16. Sitz Berlin, Donnerstag, de I n h a l Wahl der Abgeordneten Angelika Krüger- Leißner als Mitglied und der Abgeordneten Ulla Schmidt (Aachen) als stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungsrat der Filmför- derungsanstalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wahl der Abgeordneten Bärbel Bas in den Stiftungsrat der Stiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Perso- nen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2 (Fortsetzung): Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2010 (Haushaltsge- B D K M A A E B n 1355 B 1355 B 1355 B Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . 1366 B 1367 A undestag er Bericht ung n 21. Januar 2010 t : ettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . r. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . atja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . ax Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Katja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . nette Kramme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . xel E. Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . inzelplan 09 undesministerium für Wirtschaft und Tech- ologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1368 A 1369 A 1370 C 1371 C 1372 C 1373 A 1373 C 1375 B 1376 C Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Andreas G. Lämmel (CDU/CSU) . . . . . . . . . 1394 D 1395 B II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 Michael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Michael Luther (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 3: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Vertrag über die Errichtung des IT-Pla- nungsrats und über die Grundlagen der Zusammenarbeit beim Einsatz der Infor- mationstechnologie in den Verwaltungen von Bund und Ländern – Vertrag zur Aus- führung von Artikel 91 c GG (Drucksache 17/427) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatztagesordnungspunkt 1: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Übereinkommen Nr. 187 der Interna- tionalen Arbeitsorganisation vom 15. Juni 2006 über den Förderungsrahmen für den Arbeitsschutz (Drucksache 17/428) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 4: a) Beirat bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Drucksache 17/460 (neu)) . . . . . . . . . . . . b) Beirat für Fragen des Zugangs zur Ei- senbahninfrastruktur (Eisenbahninfra- strukturbeirat) (Drucksache 17/461) . . . . . . . . . . . . . . . . . c) Beirat zur Auswahl von Themen für die Sonderpostwertzeichen ohne Zuschlag beim Bundesministerium der Finanzen (Programmbeirat) (Drucksache 17/462) . . . . . . . . . . . . . . . . . d) Beirat für die grafische Gestaltung der Sonderpostwertzeichen beim Bundes- ministerium der Finanzen (Kunstbeirat) (Drucksache 17/463) . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kristina Köhler, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . D C N D E R M A E B s D D M M D D U D D A S H M H B E B D E J K B H 1396 C 1397 C 1399 A 1399 A 1399 B 1399 B 1399 C 1399 C 1399 C 1399 D 1401 C 1402 D 1404 C 1406 A orothee Bär (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . aren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . icole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . iana Golze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . rwin Josef Rüddel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . olf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . iriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ndreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . inzelplan 16 undesministerium für Umwelt, Natur- chutz und Reaktorsicherheit . . . . . . . . . . . r. Norbert Röttgen, Bundesminister BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Matthias Miersch (SPD) . . . . . . . . . . . . . ichael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . ichael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . orothea Steiner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . lrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . r. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . ngelika Brunkhorst (FDP) . . . . . . . . . . . . . . abine Stüber (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . ans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . arie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . einz-Peter Haustein (FDP) . . . . . . . . . . . . . ernhard Schulte-Drüggelte (CDU/CSU) . . . inzelplan 15 undesministerium für Gesundheit . . . . . . r. Philipp Rösler, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ohannes Singhammer (CDU/CSU) . . . . . . . athrin Vogler (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . irgitt Bender (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . einz Lanfermann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . 1408 C 1410 B 1410 D 1412 C 1413 C 1414 C 1415 D 1417 C 1419 A 1420 C 1420 C 1423 D 1426 A 1427 A 1428 A 1429 C 1431 B 1431 B 1432 A 1433 C 1434 B 1435 A 1436 B 1437 B 1438 A 1439 A 1439 A 1440 B 1442 B 1444 C 1446 A 1447 A 1447 C Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 III Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Bärbel Bas (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Maria Anna Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefanie Vogelsang (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Karin Maag (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 1448 D 1449 B 1450 C 1452 B 1453 B 1454 A 1455 C 1457 B 1458 D 1459 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 1355 (A) ) (B) ) 16. Sitz Berlin, Donnerstag, de Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 1459 (A) (C) (B) (D) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bellmann, Veronika CDU/CSU 21.01.2010 Edathy, Sebastian SPD 21.01.2010 Ernst, Klaus DIE LINKE 21.01.2010 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 21.01.2010 Günther (Plauen), FDP 21.01.2010 Joachim Jelpke, Ulla DIE LINKE 21.01.2010 Lafontaine, Oskar DIE LINKE 21.01.2010 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 21.01.2010 Dr. de Maizière, Thomas CDU/CSU 21.01.2010 Nahles, Andrea SPD 21.01.2010 Nešković, Wolfgang DIE LINKE 21.01.2010 Steinbrück, Peer SPD 21.01.2010 Süßmair, Alexander DIE LINKE 21.01.2010 Zapf, Uta SPD 21.01.2010 Zimmermann, Sabine DIE LINKE 21.01.2010 16. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Kathrin Vogler


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    azu möchte ich ein Beispiel aus meiner Heimat, dem
    ünsterland, erzählen. In der vorigen Woche hat in Dül-
    en eine neue Einrichtung Bilanz gezogen: die Medika-
    ententafel. In den ersten drei Monaten haben dort

    chon 115 bedürftige Menschen das Angebot genutzt,
    edikamente zum halben Preis zu kaufen. Es geht hier
    ohlgemerkt um Medikamente, die der Arzt verschrie-
    en hat, die aber nicht von den Kassen übernommen
    erden und nicht von den Patienten aus eigener Tasche

    inanziert werden können. Ich schätze das soziale Enga-
    ement sehr, das dieses Angebot möglich macht. Es ist
    ber eine Schande, dass so etwas in diesem Land nötig
    st.


    (Beifall bei der LINKEN)







    (A) )



    (B) )


    Kathrin Vogler
    So sieht nämlich die soziale Wirklichkeit in unserem
    reichen Land aus: Wer arm ist und krank wird, ist auf Al-
    mosen angewiesen.


    (Zuruf von der SPD: Quatsch!)


    Damit werde ich mich nicht abfinden; damit wird sich
    die Fraktion Die Linke nicht abfinden.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Meine verehrten Kolleginnen und Kollegen von der
    SPD, wir werden nicht vergessen, dass dies auch ein Er-
    gebnis von zehn Jahren sozialdemokratischer Gesund-
    heitspolitik ist, an der leider auch die Grünen und die
    Union beteiligt waren.

    Wenn Union und FDP nun versprechen, die Unter-
    finanzierung zu beenden, dann klingt das erst einmal
    klasse; aber für die Versicherten bedeuten Ihre Pläne
    eine weitere Umverteilung von unten nach oben. Sie
    wollen also das Solidarprinzip abschaffen, demzufolge
    Gesunde für Kranke und diejenigen, die gut verdienen,
    für diejenigen, die weniger Einkommen haben, einste-
    hen. Das ist mit uns nicht zu machen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Sie setzen auf die Kopfpauschale, die von der FDP
    beschönigend „Gesundheitsprämie“ genannt wird. Das
    heißt, Sie wollen, dass die Friseurin mit 800 Euro Mo-
    natsgehalt denselben Beitrag zahlt wie die Chemietech-
    nikerin mit 3 000 Euro Gehalt im Monat. Sie haben im
    Wahlkampf versprochen: „Mehr netto vom Brutto.“ Das
    setzen Sie jetzt um, aber nur für diejenigen, die mehr als
    2 000 Euro im Monat verdienen. Das sollen diejenigen
    finanzieren, die über deutlich weniger Einkommen ver-
    fügen. Deren Beiträge werden nämlich steigen. Damit
    treiben Sie die Spaltung der Gesellschaft voran. Das
    werden wir Ihnen nicht durchgehen lassen.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Herr Rösler, Ihr Versprechen, diese Ungerechtigkeit
    mit einem Sozialausgleich abzufedern, kann ich Ihnen
    ehrlich gesagt nicht abnehmen; denn ich glaube nicht,
    dass es Ihnen gelingt, die Steuern zu senken – auch das
    haben Sie versprochen – und gleichzeitig 20 bis 40 Mil-
    liarden Euro aus der Staatskasse für den Sozialausgleich
    aufzubringen. Entweder können Sie nicht rechnen oder
    Sie wissen nicht, was da auf Sie zukommt, oder Sie wis-
    sen genau, dass es nicht funktionieren wird, und belügen
    die Leute. Das halte ich für eine Unverschämtheit.


    (Beifall bei der LINKEN – Wolfgang Zöller [CDU/CSU]: Na, na, na! Beide Behauptungen sind beleidigend und unverschämt!)


    Zweitens machen Sie damit Millionen Versicherte zu
    Bittstellern beim Staat. Nach der Medikamententafel
    kommt dann also demnächst die Krankenkassentafel.
    Dagegen werden wir uns wehren. Dass Sie diese Reform
    zudem ausgerechnet von einem bisherigen Funktionär
    der privaten Krankenversicherung erarbeiten lassen,
    wundert uns da kaum noch. Es zeigt das wahre Wesen
    der FDP als Front der Privilegierten. Oder stehen diese

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    (C (D rei Buchstaben vielleicht doch eher für „Freundeskreis er Privatversicherer“? (Zuruf von der LINKEN: Freundeskreis Mövenpick!)


    3,9 Milliarden Euro sollen in diesem Jahr als Steuer-
    uschuss in den Gesundheitsfonds fließen, um die Min-
    ereinnahmen durch die Finanzkrise auszugleichen; das
    aben Sie gerade ganz stolz verkündet. Aber Sie wissen
    och ganz genau, dass den Krankenkassen 2010 voraus-
    ichtlich weitere 4 Milliarden Euro fehlen werden.


    (Wolfgang Zöller [CDU/CSU]: Wer bezahlt denn die Milliarden?)


    en Versicherten drohen also Zusatzbeiträge, denn ir-
    endwoher müssen die fehlenden Milliarden ja kommen.

    Warum kommen Sie eigentlich nicht auf die Idee, die-
    enigen an den Kosten zu beteiligen, die die Krise verur-
    acht haben?


    (Beifall bei der LINKEN – Heinz Lanfermann [FDP]: So viel Geld hat die Frau Schmidt auch nicht! – Heiterkeit)


    ber nein: Auf die Unternehmer und Aktionäre entfällt
    ein einziger Cent an höheren Beiträgen. Wieder sind es
    ur die Beschäftigten, die Rentnerinnen und Rentner, die
    ie zur Kasse bitten werden.

    Die Linke hat immer wieder Vorschläge gemacht und
    ird das auch weiterhin tun, wie die Kassen finanziert
    nd die Versicherten entlastet werden können. Wir wol-
    en bestmögliche Versorgung für die Patientinnen und
    atienten, mehr Zeit für Zuwendung und für sprechende
    edizin sowie mehr Beschäftigung bei besseren Ar-

    eitsbedingungen statt noch mehr Profite für die
    harmabranche und private Versicherungskonzerne.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Sie hingegen preisen im Koalitionsvertrag den Wett-
    ewerb und den Markt als Steuerungsmechanismen und
    ergessen dabei eines: Ein kranker Mensch ist kein
    unde, der über Diagnose und Therapie frei entscheiden
    ann. Wer krank ist, braucht Hilfe, schnell erreichbar,
    nkompliziert und in guter Qualität, und das Ganze vom
    arß bis zum Bodensee. Das zu schaffen ist unsere ge-
    einsame Verantwortung hier in diesem Haus. Deswe-

    en werden wir diesen Haushalt ablehnen, und wir wer-
    en weiter dafür streiten, dass Medikamententafeln in
    iesem Land überflüssig werden.

    Danke schön.


    (Beifall bei der LINKEN)




Rede von Petra Pau
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (DIE LINKE.)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)

Kollegin Vogler, das war Ihre erste Rede im Deut-

chen Bundestag. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg in Ih-
er weiteren Arbeit.


(Beifall)


Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht nun
ie Kollegin Birgitt Bender.






(A) )



(B) )


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Birgitt Bender


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr

    Minister Rösler, wenn ich nicht schon so lange Gesund-
    heitspolitik machte, dann wären mir eben bei Ihrer Rede
    Tränen der Rührung gekommen. Es war ja so schön an-
    zuhören, dass Sie jetzt derjenige sind, der aus lauter so-
    zialer Verantwortung mit der Hinterlassenschaft der Gro-
    ßen Koalition aufräumt, die nämlich für dieses Jahr
    Zusatzbeiträge für die Versicherten zur Folge haben
    wird.

    Ja, Herr Minister, wer soll Ihnen glauben, dass das
    Ihre größte Sorge ist? In Wirklichkeit ist es doch so, dass
    Ihnen das als Testfeld willkommen ist. Es werden Kos-
    ten auf die Versicherten verschoben, zunächst eine
    kleine Kopfpauschale, und das ist der ideale Test für die
    von Ihnen geplante große Kopfpauschale. Die Kroko-
    dilstränen über Zusatzbeiträge, Herr Minister, können
    Sie sich sparen; die glaubt Ihnen niemand.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Ob Sie wirklich aus sozialer Verantwortung für die
    Versicherten handeln, wie Sie behaupten, darf man be-
    zweifeln. Werfen wir einmal einen Blick in Ihren Haus-
    halt. Da wird durchaus mehr Geld ausgegeben, und zwar
    nicht nur via Steuerzuschuss für die GKV. Nein, da wird
    beispielsweise ein Titel im Bereich der internationalen
    Arbeit deutlich erhöht. Wir lesen den Titel „Förderung
    der deutschen Gesundheitswirtschaft im Ausland“.
    Da geht es um die Mitwirkung der Bundesregierung an
    Vermarktungs- und Kooperationsbemühungen gesund-
    heitswirtschaftlich tätiger Unternehmen im Ausland. Es
    findet sich eine deutliche Erhöhung des Titels. Herr Mi-
    nister, wir haben nichts gegen Wirtschaftsförderung.
    Aber das Bundesgesundheitsministerium ist keine Un-
    terabteilung des Wirtschaftsministeriums, und das sollte
    man deutlich unterscheiden können.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir sind uns nicht sicher, ob Sie diese Unterscheidung
    treffen. Als Sie noch Landeswirtschaftsminister waren,
    haben Sie an einer Resolution der Landeswirtschafts-
    minister mitgewirkt, in der es sinngemäß heißt, man
    möge endlich dem IQWiG, also dem Institut für Quali-
    tät und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, auf
    die Finger klopfen, weil es die Pharmaindustrie so ver-
    unsichere und Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie ge-
    fährde.


    (Elke Ferner [SPD]: Sie behindert in ihrem Profit!)


    Was passiert jetzt? Es wird die Ablösung des pharma-
    kritischen Leiters dieses Instituts betrieben.


    (Mechthild Rawert [SPD]: Sauerei!)


    Was schließen wir daraus? Dass wir uns nicht missver-
    stehen: Natürlich muss ein Leiter korrekte Spesen-
    abrechnungen vorlegen.

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    (C (D (Wolfgang Zöller [CDU/CSU]: Wenn einer Brötchen klaut, wird ihm gekündigt! Wenn einer seine Spesen nicht richtig abrechnet, dann nicht?)


    ber wenn ausgerechnet jetzt die Ablösung von Sawicki
    efordert wird – vor allem, wenn man weiß, dass schon
    ährend der Koalitionsverhandlungen Papiere kursier-

    en, in denen seine Ablösung gefordert wurde –, dann
    ird klar, woher der Wind weht.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)


    Es geht darum, dass man einen Grund findet, um ei-
    en Kritiker loszuwerden. Ich sage Ihnen, Herr Minister:
    enn das der Auftakt dazu ist, dass die Arbeit des

    QWiG weichgespült wird, um der Pharmaindustrie ei-
    en Gefallen zu tun, dann machen Sie einen Fehler. Es
    ird nämlich für die Versicherten teurer,


    (Elke Ferner [SPD]: Das ist denen doch egal!)


    nd es ist auch nicht wirklich im längerfristigen Inte-
    esse der Pharmaindustrie.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Es ist klar, dass sich ein Unternehmen nicht freut,
    enn es durch ein Gutachten des IQWiG auf Anhieb et-

    iche Millionen Euro Umsatz verliert. Aber wenn die
    nternehmen wissen: In Deutschland gilt die Kosten-
    utzen-Bewertung. Das sind die Kriterien, an die wir
    ns halten müssen. Wenn wir etwas Neues auf den
    arkt bringen, das den Patienten wirklich mehr Nutzen

    ietet, dann können wir auch einen höheren Preis reali-
    ieren. – Dann wird in die richtige Richtung geforscht.
    as sind verlässliche Rahmenbedingungen. Das sollte
    an gerade als Minister nicht infrage stellen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Man gewinnt den Eindruck, Herr Minister, dass Sie
    icht der Anwalt der Patienten sind, sondern dass Ihre
    genda eher die Klientelpflege ist. Nehmen wir als Bei-

    piel die private Krankenversicherung. Erst hieven
    ie einen Mann der PKV auf eine B-9-Stelle in Ihrem
    inisterium. Ausgerechnet er soll für Sie die Grund-

    ätze ausarbeiten. Dann erfahren wir, dass es exklusiv
    ür FDP-Mitglieder einen Rabattvertrag eines PKV-Un-
    ernehmens gibt. Nicht nur, dass Sie dort niedrigere Prä-

    ien bezahlen. Nein, es gibt auch noch – wenn wir den
    erichten glauben dürfen – besondere Aufnahmebedin-
    ungen.


    (Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist ja ungeheuerlich! – Elke Ferner [SPD]: Das zahlen alle anderen!)


    as heißt offenbar nichts anderes, als dass der FDPler
    rank sein darf und trotzdem von dieser PKV aufgenom-
    en wird.






    (A) )



    (B) )


    Birgitt Bender

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Elke Ferner [SPD]: Peinlich!)


    Offensichtlich gilt hier seitens des PKV-Unternehmens:
    Der FDP-Kranke ist uns lieb und teuer, weil die kurzfris-
    tige wirtschaftliche Belastung sich in langfristigen politi-
    schen Nutzen umwandelt. So wird ein Schuh daraus.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Peinlich, sage ich dazu! Nur peinlich!)


    Und siehe da: Es wird politisch angekündigt, dass
    man in Zukunft einen höheren Zuschuss für PKV-versi-
    cherte Hartz-IV-Empfänger zahlt. Das klingt schön. In
    Wirklichkeit nutzt es nur der PKV. Man wird die Warte-
    frist verkürzen, ab wann gut verdienende GKV-Versi-
    cherte in die PKV wechseln dürfen. Was sollen wir denn
    davon halten? Das ist doch Klientelpflege reinsten Was-
    sers.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)