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ID1701602600

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    Vokabeln: 1
    1. \n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 17/16 Rainer Brüderle, Bundesminister setz 2010) (Drucksache 17/200) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 11 Bundesministerium für Arbeit und Sozia- les . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin BMAS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Dr. Claudia Winterstein (FDP) . . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl Schiewerling (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . BMWi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Garrelt Duin (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Peter Friedrich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Barbara Hendricks (SPD) . . . . . . . . . . Roland Claus (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . Kerstin Andreae (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Christian Lindner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . 1355 C 1355 D 1355 D 1358 C 1360 D 1362 B 1363 B 1365 B 1376 C 1379 A 1381 C 1383 B 1385 A 1386 A 1387 C 1389 B 1390 C 1392 A 1394 B Deutscher B Stenografisch 16. Sitz Berlin, Donnerstag, de I n h a l Wahl der Abgeordneten Angelika Krüger- Leißner als Mitglied und der Abgeordneten Ulla Schmidt (Aachen) als stellvertretendes Mitglied in den Verwaltungsrat der Filmför- derungsanstalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wahl der Abgeordneten Bärbel Bas in den Stiftungsrat der Stiftung „Humanitäre Hilfe für durch Blutprodukte HIV-infizierte Perso- nen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2 (Fortsetzung): Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2010 (Haushaltsge- B D K M A A E B n 1355 B 1355 B 1355 B Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) . . . . . . . 1366 B 1367 A undestag er Bericht ung n 21. Januar 2010 t : ettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . r. Heinrich L. Kolb (FDP) . . . . . . . . . . . . . . atja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . ax Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Katja Kipping (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . nette Kramme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . xel E. Fischer (Karlsruhe-Land) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . inzelplan 09 undesministerium für Wirtschaft und Tech- ologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1368 A 1369 A 1370 C 1371 C 1372 C 1373 A 1373 C 1375 B 1376 C Hubertus Heil (Peine) (SPD) . . . . . . . . . . . . . Andreas G. Lämmel (CDU/CSU) . . . . . . . . . 1394 D 1395 B II Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 Michael Schlecht (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Dr. Michael Luther (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 3: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Vertrag über die Errichtung des IT-Pla- nungsrats und über die Grundlagen der Zusammenarbeit beim Einsatz der Infor- mationstechnologie in den Verwaltungen von Bund und Ländern – Vertrag zur Aus- führung von Artikel 91 c GG (Drucksache 17/427) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zusatztagesordnungspunkt 1: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Übereinkommen Nr. 187 der Interna- tionalen Arbeitsorganisation vom 15. Juni 2006 über den Förderungsrahmen für den Arbeitsschutz (Drucksache 17/428) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 4: a) Beirat bei der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Drucksache 17/460 (neu)) . . . . . . . . . . . . b) Beirat für Fragen des Zugangs zur Ei- senbahninfrastruktur (Eisenbahninfra- strukturbeirat) (Drucksache 17/461) . . . . . . . . . . . . . . . . . c) Beirat zur Auswahl von Themen für die Sonderpostwertzeichen ohne Zuschlag beim Bundesministerium der Finanzen (Programmbeirat) (Drucksache 17/462) . . . . . . . . . . . . . . . . . d) Beirat für die grafische Gestaltung der Sonderpostwertzeichen beim Bundes- ministerium der Finanzen (Kunstbeirat) (Drucksache 17/463) . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Kristina Köhler, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dagmar Ziegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Florian Toncar (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steffen Bockhahn (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Sven-Christian Kindler (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . D C N D E R M A E B s D D M M D D U D D A S H M H B E B D E J K B H 1396 C 1397 C 1399 A 1399 A 1399 B 1399 B 1399 C 1399 C 1399 C 1399 D 1401 C 1402 D 1404 C 1406 A orothee Bär (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . aren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Georg Schirmbeck (CDU/CSU) . . . . . . . . icole Bracht-Bendt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . iana Golze (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . rwin Josef Rüddel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . olf Schwanitz (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . iriam Gruß (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ndreas Mattfeldt (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . inzelplan 16 undesministerium für Umwelt, Natur- chutz und Reaktorsicherheit . . . . . . . . . . . r. Norbert Röttgen, Bundesminister BMU . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Matthias Miersch (SPD) . . . . . . . . . . . . . ichael Kauch (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . ichael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . orothea Steiner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . lrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . r. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . ngelika Brunkhorst (FDP) . . . . . . . . . . . . . . abine Stüber (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . ans-Josef Fell (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . arie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . einz-Peter Haustein (FDP) . . . . . . . . . . . . . ernhard Schulte-Drüggelte (CDU/CSU) . . . inzelplan 15 undesministerium für Gesundheit . . . . . . r. Philipp Rösler, Bundesminister BMG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lke Ferner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ohannes Singhammer (CDU/CSU) . . . . . . . athrin Vogler (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . irgitt Bender (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Max Straubinger (CDU/CSU) . . . . . . . . . . einz Lanfermann (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . 1408 C 1410 B 1410 D 1412 C 1413 C 1414 C 1415 D 1417 C 1419 A 1420 C 1420 C 1423 D 1426 A 1427 A 1428 A 1429 C 1431 B 1431 B 1432 A 1433 C 1434 B 1435 A 1436 B 1437 B 1438 A 1439 A 1439 A 1440 B 1442 B 1444 C 1446 A 1447 A 1447 C Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 III Dr. Ilja Seifert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Bärbel Bas (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alois Karl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Martina Bunge (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Maria Anna Klein-Schmeink (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Stefanie Vogelsang (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Karl Lauterbach (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Karin Maag (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 1448 D 1449 B 1450 C 1452 B 1453 B 1454 A 1455 C 1457 B 1458 D 1459 A Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 1355 (A) ) (B) ) 16. Sitz Berlin, Donnerstag, de Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 16. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 1459 (A) (C) (B) (D) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bellmann, Veronika CDU/CSU 21.01.2010 Edathy, Sebastian SPD 21.01.2010 Ernst, Klaus DIE LINKE 21.01.2010 Dr. Fuchs, Michael CDU/CSU 21.01.2010 Günther (Plauen), FDP 21.01.2010 Joachim Jelpke, Ulla DIE LINKE 21.01.2010 Lafontaine, Oskar DIE LINKE 21.01.2010 Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 21.01.2010 Dr. de Maizière, Thomas CDU/CSU 21.01.2010 Nahles, Andrea SPD 21.01.2010 Nešković, Wolfgang DIE LINKE 21.01.2010 Steinbrück, Peer SPD 21.01.2010 Süßmair, Alexander DIE LINKE 21.01.2010 Zapf, Uta SPD 21.01.2010 Zimmermann, Sabine DIE LINKE 21.01.2010 16. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 21. Januar 2010 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Bettina Hagedorn


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Meine lieben Kollegin-

    nen und Kollegen! Sie dürfen mir übrigens trotzdem
    reichlich Zwischenfragen stellen, sofern Sie mögen.


    (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD)


    Ich rede hier über den Etat des Arbeits- und Sozialmi-
    nisteriums und damit über Ausgaben von über 146 Mil-
    liarden Euro im Jahr 2010. Das sind 6,3 Milliarden Euro
    weniger, als im ersten Regierungsentwurf von Peer
    Steinbrück für diesen Bereich vorgesehen waren; Kolle-
    gin Winterstein hat darauf hingewiesen, hat aber ver-
    sucht, den Eindruck zu erwecken, als sei dies das Ergeb-
    nis von Sparbemühungen von Schwarz-Gelb. Allerdings
    ist diese Reduzierung alleine darauf zurückzuführen,
    dass wir glücklicherweise seit dem Frühsommer 2009 ei-
    nen günstigeren Konjunkturverlauf haben, als damals
    noch angenommen werden musste: Damals sind wir
    noch von 4,6 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2010 aus-
    gegangen. Sie haben die Zahl in Ihren Annahmen auf
    4,1 Millionen Arbeitslose reduziert. Wenn ich vorhin
    den Worten von Frau von der Leyen richtig gelauscht
    habe, gehen Sie jetzt schon von unter 4 Millionen Ar-
    beitslosen aus. Damit wollten Sie vermutlich ankündi-
    gen, dass die Ansätze weiter gesenkt werden. Das wer-
    den Sie uns dann in der zweiten und dritten Lesung
    wahrscheinlich wieder als Einsparung verkaufen, wollen
    damit dann aber an anderer Stelle Sonderwünsche finan-
    zieren.

    Es wurde zu Recht von meinen Kollegen darauf hin-
    gewiesen: Dass wir im Vergleich zu den Annahmen vom
    letzten Sommer auf 500 000 Arbeitslose weniger hoffen
    dürfen, ist weder vom Himmel gefallen noch auf höhere
    Gewalt zurückzuführen, sondern allein der Erfolg einer
    aktiven Arbeitsmarktpolitik, die 2009 unter Olaf Scholz
    als Arbeits- und Sozialminister durchgesetzt worden ist.


    (Beifall bei der SPD)


    Frau von der Leyen, das sind Erfolge, die diese Regie-
    rung jetzt leider fahrlässig verfrühstückt.

    Unbestritten bleibt, dass 2010 mit einer steigenden
    Arbeitslosigkeit zu rechnen ist. Bei einer Umfrage zum
    Jahreswechsel haben 47 Prozent der Bundesbürger ge-
    sagt, die größte Sorge für das Jahr 2010 sei die Angst um
    ihren Arbeitsplatz. Was machen jetzt CDU/CSU und
    FDP in dieser Situation? Sie muten der Bundesagentur
    für Arbeit und den Kommunen mit ihren insgesamt
    60 000 Mitarbeitern, die in 370 Argen und 69 Options-
    kommunen im Lande engagiert arbeiten – davon war
    schon die Rede –, ohne jede Not eine Umstrukturie-
    rung zu.


    (Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Das Urteil des Verfassungsgerichts ist Ihnen bekannt, oder?)


    Sie führt zu einem Bürokratiemonster und stellt eine un-
    verantwortliche Rückwärtsrolle in der Sozialpolitik dar;


    (Beifall bei der SPD)


    sie zerschlägt mutwillig die in der Praxis erfolgreiche ge-
    meinsame Arbeitsvermittlung aus einer Hand. Das ist nicht
    nur für die Langzeitarbeitslosen, sondern auch für deren

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    (C (D ngagierte Vermittler ein Affront. Über 22 000 kommunale itarbeiter, von denen derzeit nur jeder Dritte ursächlich ommunale Aufgaben wahrnimmt, schweben im Hinlick auf ihre berufliche Zukunft ab Januar 2011 in Unewissheit. Frau Ministerin, es ist doch vollkommen lar, dass die Motivation zur engagierten Arbeit zugunsen von Millionen Arbeitsuchenden dadurch einen heftien Knick erhält. Dieser Wahnsinn wird beim Bund und ei den Kommunen einen zusätzlichen Bürokratieaufand mit Kosten in Höhe von mindestens 300 Millionen uro verursachen. Frau von der Leyen, das Geld wäre icht nur in diesem Krisenjahr für die Qualifizierung und ermittlung von Arbeitslosen und für Antworten auf den rohenden Fachkräftemangel besser angelegt gewesen. Wie soll das denn konkret aussehen? Sie haben ver ucht, es hier herunterzuspielen, aber die Betroffenen üssen zu zwei Behörden – vielleicht unter einem Dach; as weiß man aber noch nicht –, es müssen zwei Becheide ausgestellt werden, denen zweimal widersprohen werden kann und die auch beide beklagt werden önnen. Die große Sorge ist doch, dass die Arbeitsuhenden, wenn sich diese Bescheide widersprechen, urch den Rost fallen. Dies alles sind Fragen, die noch icht geklärt sind. In Ihrem Koalitionsvertrag steht – Zitat –: Unser Ziel ist eine bürgerfreundliche Verwaltung, die unnötige Doppelarbeit vermeidet. n der Praxis macht diese Koalition nicht nur in diesem ereich leider genau das Gegenteil dessen, was sie zu un vorgibt. Und wie steht es um die Finanzierung? Ein Blick in en Haushaltsentwurf 2010 gibt erste Hinweise. Da weren einerseits gegenüber dem ersten Regierungsentwurf on Peer Steinbrück 1,8 Milliarden Euro beim Arbeitsosengeld, 300 Millionen Euro bei den Leistungen zur ingliederung in Arbeit und 600 Millionen Euro bei der eteiligung des Bundes an den Leistungen für Unterunft und Heizung eingespart, also 2,7 Milliarden Euro. ber andererseits werden schon einmal vorsorglich bei en Verwaltungskosten für die Durchführung der Grundicherung für Arbeitsuchende 300 Millionen Euro mehr eranschlagt. Der größte Kracher ist aber, Frau von der Leyen, dass ie für eine Öffentlichkeitskampagne für diesen urks, den Sie da machen wollen, knapp 1,8 Millionen uro aus dem Fenster werfen. Das ist das Neunfache essen, was im letzten Jahr unter Olaf Scholz für Öffentichkeitsarbeit ausgegeben worden ist, und dies mit eiem Koalitionspartner FDP, der seit Jahren die Kosten ür Öffentlichkeitsarbeit als zu hoch skandalisiert und en Bürokratieabbau ebenso lange wie eine Monstranz or sich her trägt. Ich sage Ihnen: Sparen Sie sich diesen deologischen Umstrukturierungswahnsinn auf dem Rüken von Arbeitslosen, der zu einem absoluten Chaos in er Vermittlungsarbeit vor Ort führen wird. Sparen Sie ich die Millionen für Bürokratieaufbau. Bettina Hagedorn Sie haben vorhin gesagt, Frau von der Leyen, Sie stünden für Pragmatismus bei der Umstrukturierung der Argen. Wenn das denn so ist, dann kommen Sie zur Vernunft und stimmen Sie mit der SPD und mit allen Bundesländern für die auf dem Tisch liegende Verfassungsänderung. Dann bleiben die Argen in ihrer bewährten gemeinsamen Struktur erhalten, dann behalten wir Hilfe aus einer Hand, und dann brauchen Sie keine 1,8 Millionen Euro für diese Öffentlichkeitskampagne, die dann überflüssig ist wie ein Kropf. Vielen Dank. Dr. Heinrich Kolb ist der nächste Redner für die FDP Fraktion. Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die schwarz-gelbe Koalition hat erst vor wenigen Monaten ihre Arbeit aufgenommen, und die heutige Beratung des Einzelplans 11 gibt mir Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass wir mit großer Umsicht, mit sehr viel Sorgfalt und Augenmaß an die Arbeit gegangen sind. Der Einzelplan 11, Arbeit und Soziales, erreicht ein Rekordvolumen von 146,8 Milliarden Euro. Herr Heil, damit ist klar: Ihre Warnung vor Schwarz-Gelb, vor einem Sozialabbau, der stattfinden werde, (Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Nach der NRW-Wahl!)


    (Beifall bei der SPD)


    (Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Ach ja?)


    (Beifall bei der SPD)





    (A) )


    (B) )


    (Beifall bei der SPD)


Rede von Dr. Norbert Lammert
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

(Beifall bei der FDP)

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Heinrich L. Kolb


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    wenn diese bürgerliche Regierung an die Macht kommt,
    war nichts anderes als Wahlkampfgetöse, sie hatte keine
    Grundlage, und die Menschen in diesem Land haben das
    sehr wohl bemerkt.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    Insgesamt geben wir im Bundeshaushalt 177 Milliar-
    den Euro für soziale Zwecke aus, mehr als 54 Prozent
    des Gesamtetats. Wenn man auch diejenigen Bereiche
    der sozialen Sicherung hinzunimmt, die außerhalb des
    Bundeshaushalts laufen, dann kommen wir auf eine
    Summe von über 750 Milliarden Euro, die in Deutsch-
    land für soziale Zwecke ausgegeben werden. Dies ist für
    mich der Beleg: Deutschland ist ein sozialer Staat, und
    von Jahr zu Jahr haben wir mehr Geld aufgewendet. Das
    ist hier deutlich festzuhalten. Geld ist genug da. Aller-
    dings müssen wir uns die Frage stellen, ob wir das Geld
    auch immer richtig ausgeben, ob es tatsächlich bei den
    wirklich Bedürftigen ankommt. Diese Frage ist aus mei-
    ner Sicht durchaus offen.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Nun sagen Sie immer, wenn mehr Geld für soziale
    Zwecke ausgegeben werde, sei das ein Indiz dafür, dass
    alles hier schlecht laufe und die Menschen arm seien. An
    dieser Stelle weise ich darauf hin: Jeder Euro, den wir in
    Deutschland für soziale Zwecke ausgeben, verhindert

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    (C (D rmut. Transfers verhindern Armut, die bestehen ürde, wenn wir diese Transfers in Deutschland nicht ätten. Wir sind ein Sozialstaat und leistungsfähig, weil ir uns diese Transfers in dieser Größenordnung leisten önnen. In diesem Einzelplan wird ein ganz wesentliher Grundstein dafür gelegt. Ich will etwas zum Thema Zeitarbeit und Schlecker iederholen, was ich auch schon in den Medien gesagt abe. Für uns, die FDP, und auch für die Koalition insgeamt, Herr Kollege Schiewerling, ist das, was bei Schleker läuft, absolut inakzeptabel. eitarbeit ist nicht dazu da, ganze Belegschaften durch eitarbeiter zu ersetzen. Ich habe aber den Eindruck, dass manche mit ihrem etzigen Angriff auf die Zeitarbeit dieses Instrument erne insgesamt schleifen würden. (Zurufe von der SPD: Nein! – Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Was wollen Sie denn konkret gegen Missbrauch machen?)


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)


    ir stellen ein klares Stoppschild auf: Zeitarbeit hat aus
    nserer Sicht eine wesentliche Funktion am Arbeits-
    arkt. In der Frühphase des letzten Aufschwunges sind

    5 Prozent der neuen Arbeitsplätze im Bereich der Zeit-
    rbeit entstanden und das, Herr Heil, mit einem hohen
    lebeeffekt. Das darf man nicht vergessen. Er ist statis-

    isch belegt. Viele Menschen, die zunächst durch Zeitar-
    eit in ein Unternehmen kommen, bleiben auf Dauer
    ort. Das zeigt, dass die Brücke zum ersten Arbeitsmarkt
    urch Zeitarbeit funktioniert. Wir werden nicht zulassen,
    ass sie zerstört wird.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr. Axel Troost [DIE LINKE]: Der Klebeeffekt ist minimal!)


    ir werden prüfen – darin bin ich mit dem Kollegen
    chiewerling und auch der Ministerin völlig einer Mei-
    ung –, wie man diese Missstände beseitigen kann.

    Wir haben in dieser Woche mit den drei großen Zeit-
    rbeitsverbänden Gespräche geführt. Wir sehen Ansatz-
    unkte. Natürlich wäre es wünschenswert – da stimme
    ch Karl Schiewerling zu –, wenn die Tarifpartner in ih-
    en Tarifverträgen selbst regeln könnten, dass die Ab-
    eichung vom Equal-Pay-Grundsatz, der im Arbeitneh-
    erüberlassungsgesetz steht, bei einer konzerninternen
    berlassung von vornherein verhindert wird, dass die
    arifverträge also nicht anwendbar sind und damit der
    qual-Pay-Grundsatz nicht ausgehebelt werden kann.
    ollte das nicht gelingen, werden wir als Gesetzgeber
    andeln müssen, um das gewünschte Ziel zu erreichen:
    issbrauch verhindern, aber die im Grundsatz wün-

    chenswerte Zeitarbeit weiterhin ermöglichen. Das ist
    nser Kurs.

    Ich will etwas zum Thema Mindestlohn sagen. Wir
    aben anders als die SPD, die wenige Monate nach dem
    egierungswechsel so tut, als sei sie nie in Regierungs-
    erantwortung in Deutschland gewesen,






    (A) )



    (B) )


    Dr. Heinrich L. Kolb

    (Dr. Frank-Walter Steinmeier [SPD]: Ach, hören Sie doch auf, Herr Kolb!)


    gesagt: Wir müssen den Übergang von einer Großen Ko-
    alition auf eine bürgerliche Koalition verantwortlich
    handhaben. Wir haben Regelungen gefunden, wie wir
    vorgehen wollen. Für den Bereich des Arbeitnehmer-
    Entsendegesetzes und des Mindestarbeitsbedingungsge-
    setzes gibt es eine klare Verabredung in der Koalition,
    die besagt: In den Branchen, die derzeit in § 4 Arbeit-
    nehmer-Entsendegesetz aufgeführt sind, gibt es den kla-
    ren Weg, mit einem einstimmigen Votum neue Mindest-
    löhne zu vereinbaren. Sie werden feststellen, dass die
    Zeitarbeit in § 4 nicht enthalten ist. Deswegen stellt sich
    die Frage, wie man in diesem Bereich vorgeht.


    (Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Ja, aufnehmen!)


    – Herr Heil, im Moment gibt es bei nahezu hundertpro-
    zentiger Tarifbindung im Bereich der Zeitarbeit für uns
    keinen Handlungsbedarf.


    (Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Das sind Scheintarifverträge! Das ist doch Quatsch! Sehen Sie sich die Tarifverträge an!)


    Die Frage, die sich mit Blick auf die Freizügigkeit,
    die in Europa entsteht, stellt, lautet: Wird Handlungsbe-
    darf entstehen? Diese Frage muss man prüfen und disku-
    tieren. Das werden wir tun und dann entscheiden. Aber
    die Behauptung, dass es derzeit einen zwingenden Be-
    darf für einen Mindestlohn im Bereich der Zeitarbeit
    gibt, ist aus unserer Sicht nicht zu halten.

    Zum Schluss möchte ich zum Thema Hartz IV, spe-
    ziell zur Organisation, Folgendes ausführen. Wir ste-
    hen auf dem Boden der Koalitionsvereinbarung. Das ist
    keine Frage. Das heißt: Absicherung der Optionskom-
    munen, getrennte Aufgabenwahrnehmung in den übri-
    gen, keine Grundgesetzänderung. Aber ich denke, es ist
    der Anstrengungen aller Edlen wert, sich zu fragen, ob
    ohne Grundgesetzänderung möglicherweise mehr drin
    ist. Ich sage das vor dem Hintergrund des Gutachtens
    von Professor Henneke, das dieser vor wenigen Tagen
    vorgelegt hat. Es macht für den Landkreistag deutlich,
    dass es vorstellbar ist, dass man allen Kommunen, die
    optieren wollen, ein solches Angebot macht.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)


    Das ist zunächst einmal eine Meinungsäußerung unter
    vielen in diesem Bereich, aber ich finde, wir sollten das
    zum Anlass nehmen, noch einmal drüberzugucken. Wir
    sind jedenfalls nicht dogmatisch festgelegt, nach dem
    Motto „Was einmal geschrieben ist, muss für alle Zeit
    gelten“. Vielmehr sind wir der Meinung, dass Neuent-
    wicklungen möglicherweise die Chance für neue Lösun-
    gen bieten. Das werden wir prüfen. Wir werden uns al-
    lerdings nicht auf ein fadenscheiniges Angebot der SPD
    einlassen. Ich habe den Eindruck, dass mit Ihren Worten,
    Sie seien bereit, eine Verfassungsänderung mitzutragen,
    nichts anderes gewollt ist, als die Regierung aufs Glatt-
    eis zu führen.


    (Widerspruch bei der SPD – Hubertus Heil [Peine] [SPD]: Das haben wir schon vorge S w g r l d t H m F k b m a g s d E l W g b r d s o h v H t k r g k D d b S l W s (C (D schlagen, als wir noch an der Regierung waren, Herr Kollege!)


    ie werden sich am Ende nicht bereitfinden, das Not-
    endige mitzumachen, Herr Heil. Deswegen sind wir
    ut beraten, uns an dieser Stelle auf das zu konzentrie-
    en, was wir aus eigener Kraft realisieren können, näm-
    ich die einfachgesetzliche Regelung bei weitestgehen-
    er Ausschöpfung des vorhandenen Rahmens.

    In diesem Sinne freue ich mich auf die weiteren Bera-
    ungen mit Ihnen im Ausschuss, aber auch, was den
    aushalt anbelangt, und bedanke mich für Ihre Auf-
    erksamkeit.


    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)