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ID1617511400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/175 Bundeskanzlerin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Struck (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Thomas Oppermann (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Oskar Lafontaine (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Erwin Huber, Staatsminister (Bayern) . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Erwin Huber, Staatsminister (Bayern) . . . . . . Ruprecht Polenz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Walter Kolbow (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Leutert (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Kerstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gert Weisskirchen (Wiesloch) (SPD) . . . . . . Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ 18638 D 18645 A 18649 B 18654 C 18659 B 18662 C 18667 A 18668 D 18670 C 18673 C 18673 D 18690 B 18691 D 18693 B 18694 B 18696 A 18697 A 18698 C 18699 B 18700 C Deutscher B Stenografisch 175. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 I n h a l Tagesordnungspunkt 1: (Fortsetzung) a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2009 (Haushaltsgesetz 2009) (Drucksache 16/9900) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2008 bis 2012 (Drucksache 16/9901) . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 04 Bundeskanzleramt Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Angela Merkel, H M D D D M J 18637 A 18637 B 18637 B Volker Kauder (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Ludwig Stiegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18674 A 18674 B undestag er Bericht ung 7. September 2008 t : ubertus Heil (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . onika Griefahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 05 Auswärtiges Amt r. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Werner Hoyer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . r. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU) . . . . onika Knoche (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . ürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18676 B 18678 B 18679 D 18680 C 18683 D 18685 D 18687 D 18689 D DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Stephan Eisel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 18701 D 18702 B II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 175. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 17. September 2008 Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung Dr. Franz Josef Jung, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Paul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bernhard Kaster (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Silberhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Hans-Peter Bartels (SPD) . . . . . . . . . . . . . Steffen Kampeter (CDU/CSU) . . . . . . . . . Dr. Rainer Stinner (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Steffen Kampeter (CDU/CSU) . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 4: – Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung der Be- teiligung bewaffneter deutscher Streit- kräfte an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) auf Grund- lage der Resolutionen 1701 (2006) und 1832 (2008) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 11. August 2006 bzw. 27. August 2008 (Drucksachen 16/10207, 16/10240) . . . . . – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 16/10241) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Rolf Mützenich (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Eckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dirk Niebel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Knoche (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . E B T a b B M A H K P K U N E 18703 C 18705 B 18706 B 18708 A 18710 A 18711 C 18712 D 18714 A 18716 A 18717 C 18718 C 18718 D 18719 B 18719 D 18720 A 18720 B 18721 D 18722 D 18724 A 18725 A 18725 D 18726 C 18726 C 18727 A rgebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erichtigtes Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 5: ) – Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem An- trag der Bundesregierung: Fortset- zung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an der AU/ UN-Hybrid-Operation in Darfur (UNAMID) auf Grundlage der Re- solution 1769 (2007) des Sicherheits- rates der Vereinten Nationen vom 31. Juli 2007 und weiterer Mandats- verlängerungen durch den Sicher- heitsrat der Vereinten Nationen (Drucksachen 16/10106, 16/10242) – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 16/10243) . . . . . . . . . . . . ) – Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem An- trag der Bundesregierung: Fortsetzung der Beteiligung deutscher Streit- kräfte an der Friedensmission der Ver- einten Nationen im Sudan (UNMIS) auf Grundlage der Resolution 1590 (2005) des Sicherheitsrates der Ver- einten Nationen vom 24. März 2005 und weiterer Mandatsverlängerun- gen durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Drucksachen 16/10104, 16/10244) . . – Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 16/10245) . . . . . . . . . . . . runhilde Irber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . arina Schuster (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . nke Eymer (Lübeck) (CDU/CSU) . . . . . . . . üseyin-Kenan Aydin (DIE LINKE) . . . . . . erstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . aul Schäfer (Köln) (DIE LINKE) . . . . . . . . erstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . rsula Mogg (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . amentliche Abstimmungen . . . . . . . . . . . . . rgebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18729 C 18732 D 18727 B 18727 C 18727 C 18727 D 18728 A 18731 B 18732 C 18733 D 18734 D 18735 D 18736 A 18736 C A, B18737 B, C 18740 C, 18742 D Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 175. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 17. September 2008 III Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Arnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Hüseyin-Kenan Aydin (DIE LINKE) . . . . . . . Thilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Bärbel Kofler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Hellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) . . . . . . . . Hellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christian Ruck (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO des Abgeordneten Winfried Hermann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) zur namentlichen Abstimmung über die Beschlussempfehlung zu dem Antrag: Fort- setzung der Beteiligung bewaffneter deut- scher Streitkräfte an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) auf Grundlage der Resolutionen 1701 (2006) und 1832 (2008) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 11. August 2006 bzw. 27. August 2008 (Tagesordnungspunkt 4) 18737 D 18745 A 18746 A 18748 A 18749 C 18751 D 18754 C 18755 C 18755 D 18756 B 18758 C 18759 A 18759 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 175. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 17. September 2008 18637 (A) ) (B) ) 175. Sitz Berlin, Mittwoch, den 1 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 175. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 17. September 2008 18759 (A) (C) (B) ) Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Ahrendt, Christian FDP 17.09.2008 Bulling-Schröter, Eva DIE LINKE 17.09.2008 Stokar von Neuforn, Silke BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2008 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich * ** ** A i t b I E F t Dr. Bunge, Martina DIE LINKE 17.09.2008 Dobrindt, Alexander CDU/CSU 17.09.2008 Evers-Meyer, Karin SPD 17.09.2008 Gerster, Martin SPD 17.09.2008 Hänsel, Heike DIE LINKE 17.09.2008 Dr. Happach-Kasan, Christel FDP 17.09.2008 Höger, Inge DIE LINKE 17.09.2008 Hörster, Joachim CDU/CSU 17.09.2008** Dr. Keskin, Hakki DIE LINKE 17.09.2008* Kramme, Anette SPD 17.09.2008 Kurth (Quedlinburg), Undine BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2008 Lenke, Ina FDP 17.09.2008 Link (Heilbronn), Michael FDP 17.09.2008*** Lintner, Eduard CDU/CSU 17.09.2008** Maisch, Nicole BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2008 Mücke, Jan FDP 17.09.2008 Staffelt, Grietje BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 17.09.2008 W W D Z (D für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates für die Teilnahme an den Sitzungen der Westeuropäischen Union * für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung der OSZE nlage 2 Erklärung nach § 31 GO des Abgeordneten Winfried Hermann (BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN) zur namentlichen Ab- stimmung über die Beschlussempfehlung zu dem Antrag: Fortsetzung der Beteiligung be- waffneter deutscher Streitkräfte an der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL) auf Grundlage der Resolutionen 1701 (2006) und 1832 (2008) des Sicherheitsrates der Ver- einten Nationen vom 11. August 2006 bzw. 27. August 2008 (Tagesordnungspunkt 4) Meine Bedenken an einer deutschen Beteiligung, wie ch sie beim erstmaligen Beschluss des Mandats im Sep- ember 2006 im Deutschen Bundestag geäußert habe, leiben bestehen. Deutsche Soldaten können gegenüber srael nicht neutral handeln. Unabhängig von diesem inwand leistet dieser UN-Einsatz einen Beitrag zum rieden in der Region. Deshalb stimme ich für Enthal- ung. egener, Hedi SPD 17.09.2008*** ellmann, Karl-Georg CDU/CSU 17.09.2008*** r. Westerwelle, Guido FDP 17.09.2008 eil, Martin FDP 17.09.2008 175. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 17. September 2008 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Eckart von Klaeden


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren Kolle-

    en! Was die Lage im Libanon sowie die Wirksamkeit
    nd den – wenn auch beschränkten – Erfolg der
    NIFIL-Mission angeht, beziehe ich mich auf das, was
    er Kollege Mützenich beschrieben hat. Ich glaube, er
    at die Situation einfühlsam und zutreffend dargestellt.
    ersetzen wir uns in die Zeit von vor zwei Jahren zu-

    ück, als wir das erste Mal über das Mandat abgestimmt
    aben. Wir haben damals angesichts der Schwierigkeiten
    icht angenommen – das gilt jedenfalls für die Kollegin-
    en und Kollegen meiner Fraktion sowie des Koalitions-
    artners im Auswärtigen Ausschuss –, dass das Mandat
    o erfolgreich sein wird, wie es heute ist. Das kann man
    ei allen Schwierigkeiten, die hier geschildert worden
    ind, feststellen.

    Welches sind die wesentlichen Einwände gewesen,
    rau Kollegin Homburger? Es sind nicht diejenigen ge-
    esen, die Sie eben neu vorgetragen haben. Der wesent-

    iche Einwand der FDP vor zwei Jahren ging auf einen
    erquasten Neutralitätsbegriff und die Sorge zurück,






    (A) )



    (B) )


    Eckart von Klaeden
    dass Deutschland durch die Entsendung der Marine Par-
    tei im Nahostkonflikt werden könnte. Das hat sich ein-
    deutig als falsch erwiesen. Sowohl die israelische Regie-
    rung als auch die libanesische Regierung begrüßen das
    Mandat und unser Engagement und halten es für richtig,
    dass wir uns nicht nur mit der Bundesmarine auf der
    Seeseite engagieren, sondern dass wir auch die langsa-
    men Fortschritte bei der Grenzsicherung mit Bundespo-
    lizei und anderen unterstützen. Ich fände es gut, wenn
    die FDP angesichts dieser Entwicklung in der Lage
    wäre, zu sagen: Die Entwicklung hat sich anders darge-
    stellt, als wir befürchtet haben, und


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    deswegen sind wir bereit, zuzustimmen.

    Ihr Generalsekretär, Frau Homburger, hat Ihrer Frak-
    tion schon vor einem Jahr empfohlen, dem Mandat zuzu-
    stimmen, weil diese Entwicklung vor einem Jahr schon
    abzusehen war. Wenn man einmal die Zustimmung bzw.
    Ablehnung vonseiten der FDP in Bezug auf die Auslands-
    einsätze der Bundeswehr betrachtet, muss man bedauer-
    licherweise feststellen, dass Sie gerade die erfolgreichs-
    ten Einsätze – nämlich die in Mazedonien, im Kongo
    und im Rahmen von UNIFIL – ablehnen. Wenn man
    sich Ihre Zustimmung bzw. Nichtzustimmung zu den
    Afghanistan-Einsätzen vor Augen führt, erkennt man,
    dass diese nicht einer klaren Linie folgt, sondern eher
    der eines Riesenslaloms gleicht. Das ist keine verant-
    wortungsvolle außenpolitische Position.


    (Beifall bei der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Das zweite Argument, das immer zu hören gewesen
    ist, war das der angeblichen Militarisierung unserer
    Außenpolitik. Dieses wird mit besonderer Vorliebe von
    der Linken vorgetragen. Wie man allerdings von einer
    Militarisierung der Außenpolitik sprechen kann, wenn
    wir helfen, Waffenschmuggel in den Libanon auf der
    Seeseite zu unterbinden


    (Wolfgang Gehrcke [DIE LINKE]: Es gab gar keinen Waffenschmuggel!)


    und die Landesgrenze zu sichern, wird auf lange Zeit das
    Geheimnis der Linkspartei bleiben.

    Der dritte Einwand ist vor zwei Jahren immer wieder
    gewesen, dass es keinen politischen Prozess gibt, in den
    der Einsatz eingebettet ist. Auch wir haben vor zwei Jah-
    ren gesagt, dass ein Waffenstillstand – wie der Kollege
    Mützenich zutreffend ausgeführt hat – Voraussetzung
    dafür ist, dass dieser politische Prozess beginnen kann.
    Dieser ist in der UN-Resolution 1701 entsprechend be-
    schrieben. Wir können heute feststellen, dass dieser poli-
    tische Prozess trotz aller Schwierigkeiten begonnen hat
    und dass der UNIFIL-Einsatz eine nicht hinwegzuden-
    kende Voraussetzung für diesen politischen Prozess ist.

    Es gibt im Libanon wieder einen Präsidenten. Es gibt
    Kontakte zwischen Israel und Syrien sowie zwischen
    dem Libanon und Syrien. Wir haben die Annapolis-
    Konferenz, die, wenn Sie die Dinge etwas mehr im Zu-
    sammenhang beurteilen würden, Frau Homburger, Ihrem

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    (C (D orschlag einer Konferenz für den Nahen Osten nach em Vorbild der KSZE relativ nahe kommt. Wir haben s mit einem schwierigen Prozess zu tun. Deswegen ann ich verstehen, dass der eine oder andere sagt, es inge ihm nicht schnell genug. Aber gerade in dieser chwierigen Situation brauchen wir Geduld. Das Abkommen von Doha vom 21. Mai dieses Jahes ist ein weiterer wichtiger Schritt in diesem Prozess. s ist gelungen, im Libanon eine Regierung der nationa en Einheit zu bilden. Der bisherige Kommandant der ibanesischen Armee, Michel Suleiman, ist zum Präsienten gewählt worden. Für die im nächsten Jahr ansteenden Parlamentswahlen soll ein Wahlgesetz verabchiedet werden. In den innenpolitischen useinandersetzungen soll auf Gewalt verzichtet weren, und die Milizen sollen entwaffnet werden. Diese unkte sind noch nicht alle durchgesetzt, aber sie sind eschlossen, und die wesentlichen innenpolitischen räfte im Libanon haben sich auf dieses Abkommen ge inigt und auf diese Prinzipien verständigt. Das ist angeichts der Lage in diesem Land ein deutlicher Fortschritt. (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Dr. Rolf Mützenich [SPD])


    Man kann nun sagen, die Hisbollah habe sich durch
    ie Verzögerung dieses Prozesses mit ihrer Blockade-
    olitik durchgesetzt. Ich glaube, dass das nicht ganz
    ichtig ist, sondern dass die Minderheit durch diesen
    ompromiss, durch dieses Abkommen, durch diesen
    rozess in die Pflicht genommen worden ist und dass
    as im Libanon geltende Konsensprinzip nicht länger
    on der Hisbollah gegen das nationale Interesse des
    ibanon instrumentalisiert werden kann.

    Wir müssen die Politik der syrischen Regierung wei-
    er kritisch begleiten und Syrien ermutigen, eine kon-
    truktive Rolle in diesem Prozess zu spielen. Es ist rich-
    ig, dass es ohne eine konstruktive Rolle Syriens nicht
    ird gehen können. Deswegen ist es ein gutes Signal,
    ass Syrien jetzt nach langer Zeit seine Bereitschaft er-
    lärt hat, mit dem Libanon diplomatische Beziehungen
    ufzunehmen. Unsere Syrien-Politik ist von zwei we-
    entlichen Prinzipien geprägt: Zum einen muss das Maß
    er Kooperation mit Syrien davon abhängen, wie sehr
    yrien selber zu einem konstruktiven Beitrag in der Re-
    ion, insbesondere in Bezug auf seine Beziehungen zum
    ibanon, bereit ist, und zum anderen: Wenn wir als Eu-

    opäer Erfolg haben wollen, dann müssen wir bereit sein,
    yrien gegenüber mit einer Stimme zu sprechen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    s gibt einige Aspekte, die bei allem Positiven genannt
    erden müssen. Wir erwarten von Syrien die Freilas-

    ung der unzähligen libanesischen Gefangenen aus syri-
    chen Gefängnissen, die Aufklärung über das Schicksal
    er Verschwundenen, die Bereitschaft Syriens, sich aus
    en inneren Angelegenheiten des Libanon herauszuhal-
    en und die Souveränität des Libanon anzuerkennen.

    Wie groß das internationale Interesse am Frieden im
    ibanon ist und wie groß die Bereitschaft der internatio-
    alen Gemeinschaft ist, sich an UNIFIL zu beteiligen,
    eigt die beeindruckende Liste von 26 teilnehmenden






    (A) )



    (B) )


    Eckart von Klaeden
    Nationen. Wenn die Linke glaubt, der Bundesregierung,
    den sie tragenden Fraktionen und in diesem Fall auch
    den Grünen die Militarisierung der Außenpolitik unter-
    stellen zu müssen, dann kann sie die Frage bei ihren Be-
    suchen in China, in Kroatien, in Mazedonien, in Guate-
    mala, in Malaysia, in Irland, in Indien, in Polen oder in
    Korea stellen, ob auch diese Nationen tatsächlich an ei-
    ner Militarisierung ihrer Außenpolitik interessiert sind
    und sich deswegen an UNIFIL beteiligen. UNIFIL ist
    eine wichtige Mission, gerade weil der beschriebene
    Prozess fragil ist, gerade weil dieser Prozess unsere Un-
    terstützung verdient, nicht nur für die Menschen dort
    – für sie zu allererst –, aber auch deshalb, weil er in un-
    serem Interesse ist; denn die Region liegt – deswegen
    heißt sie Naher Osten – direkt vor unseren Grenzen. Er-
    neute Kriegshandlungen bedrohen die Sicherheit auch
    Europas. Deswegen gibt es viele gute Gründe, dieser
    Mission zuzustimmen. Ich darf noch einmal an die FDP
    appellieren, es sich zu überlegen und mit Ja zu votieren.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Dr. h.c. Susanne Kastner
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Ich gebe das Wort dem Kollegen Wolfgang Gehrcke,

Fraktion Die Linke.


(Beifall bei der LINKEN)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Wolfgang Gehrcke


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (DIE LINKE.)


    Schönen Dank, Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen

    und Kollegen! Ich will noch einmal die Argumente der
    Linken zusammenfassen. Ich halte erstens fest: Aus un-
    serer Sicht ging und geht der UNIFIL-Einsatz in Ord-
    nung. Er war notwendig, und ohne diesen Einsatz hätte
    es den Waffenstillstand wahrscheinlich nicht gegeben.
    Er war Voraussetzung, um überhaupt miteinander ver-
    handeln zu können. Diese Meinung teile ich völlig. Die
    Waffen müssen schweigen, damit über Frieden gespro-
    chen werden kann. Das ist die Grundlage dazu. Waffen-
    stillstand heißt aber noch nicht Frieden. Bis dahin ist
    noch ein gewaltiger Weg zurückzulegen. Selbstverständ-
    lich ist die völkerrechtliche Basis für den UNIFIL-Ein-
    satz gegeben.

    Jetzt gibt es aber bei Ihnen, so meine ich, einen Denk-
    fehler. Nicht jeder Einsatz der Vereinten Nationen, der
    völkerrechtlich in Ordnung geht, ist auch politisch gebo-
    ten und politisch sinnvoll. Ein Beschluss der Vereinten
    Nationen ersetzt nicht das Nachdenken darüber, was
    man politisch will. Dann muss man die Frage stellen, ob
    es unter diesen Bedingungen gut ist, dass sich Deutsch-
    land militärisch an einem solchen Einsatz beteiligt. Letz-
    teres haben wir verneint.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Dafür hatten wir sehr gute Gründe, und ich will Ihnen
    zumindest drei noch einmal vortragen. Kollege von
    Klaeden und ich kennen uns jetzt so lange, dass er
    glaubt, immer zu wissen, was ich sagen werde. Das
    werde ich aber nicht. Du hast dich getäuscht. Ich habe
    ganz andere Gründe, die ich anführen möchte.

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    (C (D Wir haben uns überlegt, dass es gerade für diesen Einatz im Nahen Osten notwendig wäre, Staaten zu gewinen, die für beide Konfliktparteien erkennbar neutral ind. Dieses Neutralitätsargument hat gestern heftigen iderspruch gefunden. Ich will es noch einmal erklären ich habe gedacht, es erklärt sich von selber –: Deutschand hat immer formuliert, dass es ein besonderes Verältnis zu Israel hat. Das Verständnis für dieses besonere Verhältnis wird nicht von allen Akteuren in der egion geteilt. Kollege Annen hat mir gestern selbst die isbollah vorgehalten, die glaubt, dass Deutschland neu ral ist. Hisbollah als Kronzeuge für Deutschland, glauen Sie wirklich, dass das ein überzeugendes Argument st? Einen überzeugenden Beleg dafür hat die Frau Buneskanzlerin geliefert. Sie hat in ihrer Begründungsrede esagt – ich zitiere sie –: Ich sage ganz deutlich: Ja, wir sind nicht neutral und wir wollen auch gar nicht neutral sein. as stimmt, was sie hier festgestellt hat. Ich glaube, dass an als nicht neutrale Kraft im Nahen Osten nicht mit ilitär agieren sollte. Unser zweites Argument – ich bitte Sie, auch darüber in bisschen mehr nachzudenken –: Ich glaube, dass der insatz der Bundeswehr im Libanon auch ein Türöffner ür künftige Forderungen an Deutschland sein kann, uch bei weiteren Militäreinsätzen im Nahen Osten räsent zu sein. Es kann doch jeder wissen, was sich dort usammenbraut. Ich sage sehr salopp, aber sehr klar: us meiner Sicht hat Deutschland, hat die Bundeswehr m Nahen Osten, an den Grenzen Israels nichts zu suhen. (Beifall bei der LINKEN – Volker Kauder [CDU/ CSU]: Das sehen die Israelis anders!)


    (Beifall bei der LINKEN)


    as ist eine sehr wichtige Position.

    Drittes und letztes Argument. Wir wissen, dass der ei-
    entliche Hintergrund des Libanon-Konflikts ein anderer
    st, nämlich der Konflikt Israel/Palästina, der gelöst
    erden muss. Schon dieser Ausgangspunkt gebietet ein

    ehr vorsichtiges Agieren. Viele sagen: Der Annapolis-
    rozess wird scheitern. Es gibt aber auch Stimmen, die
    agen, dass er eine Chance hat – was ich glaube und was
    ch befördern möchte. Dann muss aber auch die Richtig-
    eit folgender Behauptung geklärt werden – ich habe
    ine entsprechende Frage an den Herrn Außenminister
    erichtet; er beantwortet sie in diesem Parlament nie –:
    olange der Iran mit Militäraktionen, mit Krieg bedroht
    ird, werden wir keine Stabilität in der Region haben.

    ch möchte, dass die deutsche Bundesregierung verbind-
    ich sagt: Deutschland will, dass die militärische Option
    om Tisch kommt, damit Frieden einkehrt.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Ein letzter Gedanke – Kollege Mützenich, das, was
    ie gesagt haben, hat mich natürlich gereizt und provo-
    iert –: Ich teile Ihre Auffassung, dass sich ein konstruk-
    iver Pazifismus nicht im Antimilitarismus erschöpft. Ich






    (A) )



    (B) )


    Wolfgang Gehrcke
    sage Ihnen aber: Ohne Antimilitarismus bekommen Sie
    überhaupt keinen Pazifismus, schon gar keinen kon-
    struktiven.


    (Beifall bei der LINKEN)


    Vielleicht sollten Sie über diesen Aspekt auch einmal
    selber nachdenken.

    Danke sehr.


    (Beifall bei der LINKEN)