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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 16/129 Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin . . . . . . . Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Struck (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Renate Künast (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Ramsauer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Joachim Poß (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Lukrezia Jochimsen (DIE LINKE) . . . . . . Steffen Kampeter (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wahl eines vom Deutschen Bundestag zu entsendenden Mitgliedes des Ausschusses nach Artikel 77 Abs. 2 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuss) Wahl eines Mitgliedes des Parlamentari- schen Kontrollgremiums gemäß §§ 4 und 5 Abs. 4 des Gesetzes über die parlamentari- sche Kontrolle nachrichtendienstlicher Tä- tigkeit des Bundes (Kontrollgremiumsge- setz – PKGrG) (Drucksache 16/7287) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wahl des Abgeordneten Thomas Oppermann als Mitglied des Gemeinsamen Ausschusses gemäß Artikel 53 a des Grundgesetzes, als Mitglied des Ausschusses nach Artikel 77 Abs. 2 des Grundgesetzes (Vermittlungs- 13519 D 13521 A 13527 C 13533 B 13537 D 13541 D 13545 A 13549 B 13552 B 13553 A 13554 C 13563 A Deutscher B Stenografisch 129. Sitz Berlin, Mittwoch, den 2 I n h a l Tagesordnungspunkt II (Fortsetzung): a) Zweite Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2008 (Haushaltsgesetz 2008) (Drucksachen 16/6000, 16/6002) . . . . . . . b) Beschlussempfehlung des Haushaltsaus- schusses zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bun- des 2007 bis 2011 (Drucksachen 16/6001, 16/6002, 16/6426) 9 Einzelplan 04 Bundeskanzlerin und Bundeskanzler- amt (Drucksachen 16/6404, 16/6423) . . . . . . . P M M N E Z W W A g 13519 A 13519 B 13519 B Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13555 C undestag er Bericht ung 8. November 2007 t : etra Merkel (Berlin) (SPD) . . . . . . . . . . . . . onika Grütters (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . onika Griefahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . amentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . rgebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usatztagesordnungspunkt 1: ahlvorschlag der Fraktion der SPD: ahl eines Mitgliedes des Gemeinsamen usschusses gemäß Artikel 53 a des Grund- esetzes 13556 D 13559 A 13560 A 13563 A 13567 B ausschuss) und als Mitglied des Parlamenta- rischen Kontrollgremiums gemäß §§ 4 und 5 Abs. 4 des Gesetzes über die parlamenta- II Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 129. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 rische Kontrolle nachrichtendienstlicher Tätigkeit des Bundes (Kontrollgremiums- gesetz – PKGrG) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt IV: Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der SPD: Zurückweisung des Einspruchs des Bundesrats gegen das Gesetz zur Vorberei- tung eines registergestützten Zensus ein- schließlich einer Gebäude- und Wohnungs- zählung 2011 (Zensusvorbereitungsgesetz 2011 – ZensVorbG 2011) (Drucksachen 16/5525, 16/6455, 16/6456, 16/6728, 16/7085, 16/7222) . . . . . . . . . . . . . . Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . Ergebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 Einzelplan 05 Auswärtiges Amt (Drucksachen 16/6405, 16/6423) . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . Lothar Mark (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Norman Paech (DIE LINKE) . . . . . . . . . . Herbert Frankenhauser (CDU/CSU) . . . . . . . Jürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister AA . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Werner Hoyer (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Andreas Schockenhoff (CDU/CSU) . . . . . Wolfgang Gehrcke (DIE LINKE) . . . . . . . . . Eckart von Klaeden (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Kerstin Müller (Köln) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gert Weisskirchen (Wiesloch) (SPD) . . . . . . . Michael Link (Heilbronn) (FDP) . . . . . . . . . . Erika Steinbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Gert Weisskirchen (Wiesloch) (SPD) . . . . Dr. Hakki Keskin (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . Thomas Bareiß (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . 11 Einzelplan 14 Bundesministerium der Verteidigung (Drucksachen 16/6413, 16/6423) . . . . . . . E S I J A D B R W K U B J B 1 H I H A A H J S H D T J 13563 B 13563 C 13563 D 13570 A 13563 D 13564 A 13565 B 13572 B 13573 B 13573 C 13574 D 13576 A 13579 A 13580 C 13582 C 13583 D 13585 A 13586 D 13587 D 13588 D 13589 C 13590 A 13590 C 13591 C lke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . usanne Jaffke (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . nge Höger (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . . ohannes Kahrs (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . lexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Franz Josef Jung, Bundesminister BMVg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elke Hoff (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . irgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . ainer Arnold (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . infried Nachtwei (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . urt J. Rossmanith (CDU/CSU) . . . . . . . . . . lrike Merten (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ernd Siebert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . ürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . ernd Siebert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 2 Einzelplan 23 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Drucksachen 16/6419, 16/6423) . . . . . . . ellmut Königshaus (FDP) . . . . . . . . . . . . . . ris Hoffmann (Wismar) (SPD) . . . . . . . . . . . eike Hänsel (DIE LINKE) . . . . . . . . . . . . . . rnold Vaatz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . lexander Bonde (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . eidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin BMZ . . . . . . . . . . . . . . . ürgen Koppelin (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . ibylle Pfeiffer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . üseyin-Kenan Aydin (DIE LINKE) . . . . . . r. Sascha Raabe (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . hilo Hoppe (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ochen Borchert (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Ute Koczy (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13591 D 0000 A13592 D 13594 A 13595 C 13598 B 13599 C 13600 D 13601 C 13601 D 13603 B 13605 B 13606 B 13607 A 13608 B 13610 A 13610 B 13610 D 13611 A 13612 A 13613 D 13614 D 13616 B 13617 C 13619 A 13620 B 13621 B 13622 C 13624 A 13625 A 13625 D Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 129. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 III Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Maria Michalk (CDU/CSU) zur Abstimmung über den Einzelplan 04 – Bundeskanzlerin und Bundeskanzleramt (Tagesordnungspunkt II.9) 13627 C 13629 A 13629 C Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 129. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 13519 (A) ) (B) ) 129. Sitz Berlin, Mittwoch, den 2 Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 129. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 13629 (A) ) (B) ) sammlung des Europarates Dazu gehören die Herstellung und Beschaffung von Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten * für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- A g d s m g r f B w E g V b 2 I u n J F s k d E n g a r B u g n r h f b a V R f F i s 3 O f Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Ahrendt, Christian FDP 28.11.2007 Andreae, Kerstin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 28.11.2007 Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 28.11.2007 von Bismarck, Carl- Eduard CDU/CSU 28.11.2007 Dr. Bunge, Martina DIE LINKE 28.11.2007 Burchardt, Ulla SPD 28.11.2007 Claus, Roland DIE LINKE 28.11.2007 Connemann, Gitta CDU/CSU 28.11.2007 Ernst, Klaus DIE LINKE 28.11.2007 Graf (Rosenheim), Angelika SPD 28.11.2007* Hübner, Klaas SPD 28.11.2007 Irber, Brunhilde SPD 28.11.2007 Juratovic, Josip SPD 28.11.2007 Dr. Krogmann, Martina CDU/CSU 28.11.2007 Dr. Küster, Uwe SPD 28.11.2007 Lehn, Waltraud SPD 28.11.2007 Müntefering, Franz SPD 28.11.2007 Piltz, Gisela FDP 28.11.2007 Raidel, Hans CDU/CSU 28.11.2007 Schmidt (Nürnberg), Renate SPD 28.11.2007 Ströbele, Hans-Christian BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 28.11.2007 Strothmann, Lena CDU/CSU 28.11.2007 Stübgen, Michael CDU/CSU 28.11.2007 Thiessen, Jörn SPD 28.11.2007 Wegener, Hedi SPD 28.11.2007 (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht nlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Maria Michalk (CDU/CSU) zur Abstimmung über den Einzelplan 04 – Bun- deskanzlerin und Bundeskanzleramt (Tagesord- nungspunkt II.9) Im Jahr 2008 beträgt der Zuschuss des Bundes zu- unsten der zwischen dem Bund und den Ländern Bran- enburg und Sachsen gebildeten Stiftung für das sorbi- che Volk 7,6 Millionen Euro. Das sind 600 000 Euro ehr, als im Haushaltsentwurf der Bundesregierung vor- esehen. Somit ist das Förderniveau 2007 wieder er- eicht. Ich danke insbesondere dem Haushaltsausschuss ür diese Initiative. Meine Zustimmung zum Etat des undeskanzleramtes verbinde ich jedoch mit dem Hin- eis auf zwei ungelöste Probleme, die dringend einer ntscheidung bedürfen: Erstens. Das Finanzierungsabkommen als Rechts- rundlage der gemeinsamen Förderung des sorbischen olkes läuft am 31. Dezember 2007 aus. Darauf habe ich ereits in meiner Erklärung zur Abstimmung zum Etat 007 hingewiesen und eine zeitnahe Lösung angemahnt. ch muss leider enttäuscht feststellen, dass dies nicht mgesetzt wurde. Die Verhandlungen für ein neues Fi- anzierungsabkommen sind zwar vor mehr als einem ahr aufgenommen worden. Sie ruhen jedoch seit dem rühjahr. Damit existiert derzeit für die Stiftung für das orbische Volk weder eine Rechtssicherheit für die Zu- unft, noch ist eine mittelfristige Finanzplanung durch ie Stiftungsgremien möglich. Zweitens. Der Haushaltsausschuss hat 2,6 Millionen uro qualifiziert gesperrt mit der Begründung, dass ei- erseits bis zum 15. Juni 2008 ein neues, in die Zukunft erichtetes Finanzierungsabkommen vorliegen soll und ndererseits die Auflagen aus dem Bericht des Bundes- echnungshofes vom 20. März 2007 erfüllt sein müssen. eide Forderungen sind nicht allein vom sorbischen Volk msetzbar. Der Freistaat Sachsen, der an seiner bisheri- en Förderung ungesperrt festhält, hat in seiner Stellung- ahme auf die sechs Forderungen des Rechnungshofes eagiert und die Förderung des Bundes unter minder- eitspolitischen Gesichtspunkten uneingeschränkt einge- ordert. Dem schließe ich mich an. Das Land Branden- urg unterstützt politisch diese Forderungen, hat aber nalog zum Bund seinen Förderanteil ebenfalls gesperrt. om Bund liegt derzeit noch keine Stellungnahme zum echnungshofgutachten vor. Damit sind die Eckpunkte ür die Wiederaufnahme der Verhandlungen für das neue inanzierungsabkommen aus meiner Sicht unklar. Das st unbefriedigend. Insgesamt beträgt die Haushalts- perre für die Stiftung für das sorbische Volk für 2006 ,2 Millionen Euro. Ausdrücklich erkläre ich aus meiner Kenntnis vor rt, dass in der Summe aller Ausgaben der größte Teil ür den Erhalt der sorbischen Sprache verwendet wird. 13630 Deutscher Bundestag – 16. Wahlperiode – 129. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 (A) (C) (B) ) Schulbüchern für die Minderheitensprache genauso wie zum Beispiel das gesprochene Wort im Theater oder auf einer CD. Ferner wird davon ausgegangen, dass in der Stiftung selbst seit 1994 keine Evaluierung mehr stattgefunden hat. Als Mitglied des Parlamentarischen Beirates der Stiftung weiß ich, dass zum Beispiel 1997 eine Untersu- chung zum Lese- und Medienverhalten der sorbischen Bevölkerung durchgeführt wurde, in deren Konsequenz Förderprioritäten der Stiftung angepasst wurden. Eine zweite große Evaluation fand von 2000 bis 2002 statt. Seit dieser Zeit wird zugunsten der Sprache zum Bei- spiel die Kunst nachrangig gefördert. Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass ich auch mit dem zweiten Prüfergebnis Verständnisprobleme habe. Im dritten Punkt wird auf die teilweise Übernahme von Aufgaben anderer Träger, vor allem Kommunen verwiesen. Die Mehrbelastungen der Kommunen, im zweisprachigen Siedlungsgebiet, zum Beispiel durch die zweisprachige Beschilderung, sind bisher nirgendwo zu- sammengefasst dargestellt worden. Sie werden aber seit Jahren ganz selbstverständlich von diesen getragen. Wa- rum nach 15 Jahren Zusammenarbeit zwischen der Stif- Volkes, das kein Mutterland hat, nicht ohne Substanzver- lust umsetzbar und würde zunächst die Schließung bzw. Fusionierung aller sorbischen Institutionen bedeuten. Niemand kann von einem Volk verlangen, seine kultu- relle Infrastruktur, die lebensnotwendig ist, da sich das sorbische Volk über die Kulturautonomie definiert, selbst abzuschaffen. Und zuletzt wird im sechsten Punkt des Rechnungs- hofberichtes die Überwindung der Kleinteiligkeit der Minderheitenförderung durch die Bundesregierung an- gemahnt. Auch diesen Punkt können die Sorben nicht beeinflussen. Die zwischen Bund und Ländern bisher vereinbarte jeweils hälftige Förderung der Stiftung ist eine gute Ent- scheidung, die in den zurückliegenden 15 Jahren zu bemerkenswerten Ergebnissen in der Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur geführt hat. Sie berück- sichtigt, dass es sich bei der Förderung des sorbischen Volkes um eine Aufgabe im gesamtstaatlichen Interesse handelt, weil die Kultur autochthoner Minderheiten im- mer auch ein lebendiger Bestandteil der Kultur Deutsch- lands ist und bleibt. Daraus ergibt sich auch die außen- politische Alleinverantwortung des Bundes im Blick auf tung und den Kommunen jetzt eine gegenseitige Auf- rechnung erfolgen sollte, ist nicht nachvollziehbar und widerspricht dem Geist der von der Bundesregierung un- terzeichneten Europäischen Charta zum Schutz der Min- derheitensprachen. Im vierten Punkt wird die Regelung für das sorbische Volk im Einigungsvertrag als verbraucht erklärt, Auch das ist nicht nachvollziehbar und vor allem von den Sor- ben nicht beeinflussbar. Die generelle Umstellung der Förderung des sorbi- schen Volkes auf Projektbasis, wie im fünften Punkt vor- geschlagen, ist mit den ganzheitlichen Aufgaben eines d t w a i P z A d r d k (D ie 1998 unterzeichnete Europarats-Charta der autoch- honen Minderheiten. Zwar ist das Finanzierungsabkommen von 1998, das, ie gesagt, Ende 2007 ausläuft, für die Bundesseite in bsoluten Beträgen klar degressiv ausgelegt, nicht aber m relativen Förderanteil. Durch diese Tatsache war das arlament Jahr für Jahr gefordert, Nachbesserungen vor- unehmen. Das ist künftig weder den Sorben noch den bgeordneten weiter zumutbar. Deshalb erwarte ich, ass in den kommenden Wochen der Entwurf für ein kla- es Finanzierungsabkommen zwischen Bund und Län- ern vorgelegt wird, das den Anspruch eines Zukunfts- onzeptes für das sorbische Volk erfüllt. 91, 1 0, T 129. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 28. November 2007 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Birgit Homburger


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    enn wir heute den Verteidigungshaushalt diskutieren,
    ann sollten wir auch darüber sprechen, dass die über-
    iegende Zahl der Soldatinnen und Soldaten nach wie
    or ihren Dienst im Inland verrichten. Wir haben aber in-
    wischen auch nahezu 8 000 Soldatinnen und Soldaten,
    ie in acht verschiedenen Auslandseinsätzen von Afgha-






    (A) )



    (B) )


    Birgit Homburger
    nistan bis zum Horn von Afrika Dienst tun. Ich denke,
    die Soldatinnen und Soldaten verdienen für die hohe
    Leistungsbereitschaft und auch die vorbildliche Pflicht-
    erfüllung in ihrem Einsatz den Dank des ganzen Hauses.
    Ich schließe in diesen Dank auch die Polizisten und die
    zivilen Aufbauhelfer mit ein.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)


    Wir haben in den letzten Wochen eine Reihe von Dis-
    kussionen geführt. Wir haben insbesondere mehrfach
    über Afghanistan diskutiert. Obwohl es hier im Hause
    ein unterschiedliches Abstimmungsverhalten gab, hatte
    ich den Eindruck, dass wir uns in einem Punkt einig wa-
    ren: Wir wollen, dass der Wiederaufbau im Mittelpunkt
    steht bzw. ins Zentrum gerückt wird.


    (Beifall bei der FDP)


    Das haben wir auch gemeinsam beschlossen.

    Vor diesem Hintergrund habe ich kein Verständnis für
    die Debatte, die in den letzten Tagen aus der Koalition
    heraus öffentlich geführt wurde und in der plötzlich eine
    schnelle Eingreiftruppe für ganz Afghanistan mit robus-
    tem Mandat gefordert worden ist. Ich finde, dass diese
    Diskussion einen völlig falschen Schwerpunkt setzt. Wir
    führen diese Diskussion zur Unzeit. Es ist geradezu eine
    Aufforderung an die NATO-Partner, an Deutschland
    weitere militärische Anforderungen zu stellen. Ich stelle
    ausdrücklich fest: Solche Diskussionen führen zu nichts
    anderem als zur Verunsicherung in der Öffentlichkeit,
    aber auch innerhalb der Bundeswehr. Deshalb bitte ich
    Sie: Machen Sie endlich Schluss damit, ständig neue
    Vorschläge in die Öffentlichkeit zu tragen, und gehen Sie
    das an, was wir gemeinsam beschlossen haben! Konzen-
    trieren wir uns auf das, was tatsächlich gemacht werden
    muss! Ich glaube, damit haben wir wahrlich genug zu
    tun.


    (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Winfried Nachtwei [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Das gilt für den Wiederaufbau wie auch für die Militär-
    ausbildung und die Polizeiausbildung.

    Ich will das Thema Polizeiausbildung noch einmal
    ansprechen, Herr Minister, weil die Bundeskanzlerin
    heute Morgen in ihrer Rede gesagt hat, dass man sich
    auch an einer Polizeimission auf dem Balkan beteiligen
    wolle. Ich mache darauf aufmerksam, dass derzeit we-
    der die Europäische Union noch die Bundesrepublik
    Deutschland ihren Aufgaben bei der Polizeiausbildung
    in Afghanistan gerecht geworden ist.


    (Beifall des Abg. Alexander Bonde [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Was zugesagt wurde, ist bisher nicht geliefert worden.
    Die notwendige Unterstützung ist nicht gegeben worden.
    Es ist ein einziges Desaster.

    Wenn Sie mit uns der Auffassung sind, Herr Minister,
    dass die Polizeiausbildung – auch als Flankierung bzw.
    im politischen Zusammenhang – immer wichtiger wird,
    dann muss man in Deutschland endlich klare Rahmenbe-

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    (C (D ingungen für die Entsendung von Polizisten ins Ausand schaffen. (Beifall bei der FDP und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Herr Verteidigungsminister, Sie haben festgestellt,
    ass der Einsatz im Kongo ein Erfolg war. Sie haben den
    insatz im Kongo ja noch einmal besonders erwähnt.
    as hat mich nun einigermaßen überrascht.


    (Jürgen Koppelin [FDP]: Das kann man wohl sagen!)


    or allen Dingen hat mich überrascht, dass Sie hier ge-
    agt haben: Wir haben den Rückfall in den Bürgerkrieg
    erhindert. – Wenn man sich die Situation in der Demo-
    ratischen Republik Kongo in den letzten Monaten an-
    chaut, kommt man zu dem Schluss, dass diese Situation
    iemanden befriedigen kann. Es gibt Tausende von
    lüchtlingen. Es gibt Kämpfe im Osten. Alles, was viel-

    eicht ein bisschen befriedet war, ist wieder aufge-
    lammt. Als Einziges hat man erreicht, dass die Wahlen
    urchgeführt wurden. Aber ansonsten gibt es bis heute
    eine Stabilisierung der Demokratischen Republik
    ongo. Der Zustand ist so wie vor dem Einsatz der Bun-
    eswehr.


    (Beifall bei der FDP – Hartwig Fischer [Göttingen] [CDU/CSU]: Das ist absolut falsch!)


    Vor diesem Hintergrund möchte ich noch einmal et-
    as deutlich machen, auch für meine Fraktion: Wer Sol-
    atinnen und Soldaten in einen Auslandseinsatz schickt,
    er muss dafür Sorge tragen – der Auffassung sind wir –,
    ass es dann auch zu einer politischen Flankierung
    ommt, und zwar zu einer dauerhaften politischen Flan-
    ierung; ein Konzept muss dahinterstehen. Das war dort
    icht der Fall.


    (Beifall bei der FDP)


    Herr Minister, Sie haben vom Einsatz-Weiterverwen-
    ungsgesetz gesprochen. Das hat unsere Unterstützung.
    ie haben von der Wehrsolderhöhung gesprochen. Die

    st dank des massiven Drucks aus diesem Parlament Gott
    ei Dank jetzt realisiert worden. Meine Fraktion hat als
    rste einen Antrag dazu gestellt.


    (Beifall bei der FDP)


    Es steht jetzt das Dienstrechtsneuordnungsgesetz
    ur Debatte. Ich möchte Sie bitten, Herr Minister, darauf
    influss zu nehmen. Wenn das Dienstrechtsneuord-
    ungsgesetz so kommt, wie es jetzt geplant ist, dann
    ird es zu einer massiven Benachteiligung der Soldatin-
    en und Soldaten führen. Es wird die Attraktivität der
    undeswehr weiter verringern. Vor diesem Hintergrund
    itte ich Sie: Ändern Sie den Entwurf in den Beratungen
    och ab! So kann er jedenfalls die Zustimmung der FDP-
    undestagsfraktion nicht finden.


    (Beifall bei der FDP sowie des Abg. ErnstReinhard Beck [Reutlingen] [CDU/CSU])


    Es bleibt im Übrigen beim Thema „Attraktivität der
    treitkräfte“ noch einiges zu tun. Herr Minister, vor we-
    igen Tagen hat Ihr Haus eine Studie des Sozialwissen-






    (A) )



    (B) )


    Birgit Homburger
    schaftlichen Instituts der Bundeswehr veröffentlicht, wo-
    nach eine hohe Attraktivität der Bundeswehr als
    Arbeitgeber gegeben sei. Ich zitiere:

    Trotz des geringen Wissensstandes wird die Bun-
    deswehr dennoch als attraktiver Arbeitgeber ange-
    sehen.

    Herr Minister, als im April dieses Jahres der Deutsche
    Bundeswehr-Verband aufgrund einer Befragung von
    45 000 Soldatinnen und Soldaten ein völlig anderes Bild
    gezeichnet hat, haben Sie erklärt, dass dies überhaupt
    keine vernünftige Grundlage für eine Diskussion sei. Sie
    haben seinerzeit erklärt, dass das nicht ausreiche. Ich
    möchte Ihnen sagen, dass die Studie, mit der Sie im Au-
    genblick in der Öffentlichkeit arbeiten, auf der Basis der
    Befragung von 2 224 Personen erstellt wurde. Ich
    möchte herzlich darum bitten, dass jetzt auch einmal von
    Ihrer Seite auf die Bundeswehr zugegangen wird. Es
    kann nicht hingenommen werden, dass Schönfärberei
    und auch ein bestimmtes Schönreden hier Platz greifen.
    Man sollte diese Studie des Deutschen Bundeswehr-Ver-
    bands als Stimmungsbarometer ernst nehmen und in der
    Bundeswehr umsteuern.


    (Beifall bei der FDP)


    Herr Minister, ich habe eine abschließende Bitte. Wir
    als FDP-Fraktion sind gern bereit, in diesem Hause Ihre
    Arbeit weiterhin konstruktiv zu begleiten, wenn es um
    das Wohl der Bundeswehr geht.


    (Johannes Kahrs [SPD]: Das wäre aber das erste Mal!)


    Aber ich bitte darum, dass die Informationspolitik Ihres
    Hauses gegenüber dem deutschen Parlament zukünftig
    verbessert wird. Wir haben erst gestern wieder erlebt – in
    dieser Woche übrigens schon zweimal –, dass die Öf-
    fentlichkeit Dinge erfährt, bevor wir sie erfahren. Das ist
    keine gute Zusammenarbeit. Gestern wurde veröffent-
    licht, dass die verloren gegangenen Daten beim Zentrum
    für Nachrichtenwesen der Bundeswehr wieder rekon-
    struiert sind. Das ist ein Erfolg, den dieses Parlament er-
    kämpft hat. Man sollte den entsprechenden Bericht dann
    zunächst einmal dem Deutschen Bundestag zuleiten und
    nicht erst der Öffentlichkeit zugänglich machen.

    Vielen Dank.


    (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Gert Winkelmeier [fraktionslos])




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Das Wort hat nun Kollege Rainer Arnold für die SPD-

Fraktion.


(Beifall bei der SPD)



  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Rainer Arnold


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der

    Einzelplan 14 für das nächste Haushaltsjahr ist ein ange-
    messener Haushalt. Er ermöglicht, was in Bezug auf die
    Transformation geleistet werden muss. Gleichzeitig ord-
    net er sich in die Gesamtsituation ein; Haushalte müssen

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    (C (D onsolidiert werden. Insofern ist er ein Stück weit chwierig – wie andere Etats auch. Auch wir möchten dem scheidenden Staatssekretär ickenboom ein ausdrückliches Dankeschön sagen. Er at unglaubliche Verdienste um die Arbeit für diesen aushalt und die Ausstattung der Bundeswehr erworen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Ebenso ein Dankeschön an die beiden Haushälter der
    oalition: an Frau Jaffke und den Kollegen Johannes
    ahrs. Ich denke, bei Johannes Kahrs hat man gemerkt,
    ass ein Haushälter nicht immer nur auf das Sparen
    chaut – das ist wichtig; das tut ihr –, sondern dass er
    leichzeitig – das ist gut für die Bundeswehr – auch eine
    anze besondere Affinität zur Sicherheitspolitik und zu
    en Bedürfnissen der Frauen und Männer bei der Truppe
    at. Danke für diese Arbeit!


    (Beifall bei der SPD)


    Zur Halbzeit dieser Legislaturperiode möchte ich auf
    ie anstehenden Arbeiten und Aufgaben eingehen. Es
    leibt dabei: Die Auslandseinsätze stehen selbstver-
    tändlich im Mittelpunkt der Debatten.

    Frau Homburger, was Sie hier zum Kongo gesagt ha-
    en, ist einfach nicht richtig. Natürlich gab und gibt es
    in Konzept. Die Vereinten Nationen haben für die dorti-
    en fast 17 000 Soldaten ein Konzept. Deutschland hat
    abei für eine bestimmte Phase, nämlich zur zusätzli-
    hen Absicherung des Wahlkampfes und zur Durchfüh-
    ung der Wahlen, einen wichtigen konzeptionellen Bei-
    rag geleistet.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


    Ich möchte zunächst allen Soldatinnen und Soldaten
    en Dank für ihr Engagement in den Einsatzgebieten
    ussprechen und daran erinnern, dass es durchaus Solda-
    innen und Soldaten gibt, die nicht immer im Mittel-
    unkt stehen, zum Beispiel die Frauen und Männer, die
    ür Deutschland in Georgien oder in Äthiopien wichtige

    issionen erfüllen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


    Diese Koalition, Herr Minister, hat die Transforma-
    ion der Bundeswehr zu Recht im Koalitionsvertrag fort-
    eschrieben; denn die bestehenden Ansätze sind alle-
    amt richtig. Gleichzeitig glaube ich, dass wir nach
    5 Jahren Auslandseinsätzen immer wieder genau
    chauen müssen: Sind Veränderungen und neues Lernen
    atsächlich notwendig?

    Zunächst bleibt richtig, dass wir auch zukünftig Kri-
    en nicht nur militärisch begegnen werden und begegnen
    ürfen, sondern umfassend zu reagieren haben und vor
    llen Dingen alles tun sollten, um im Vorfeld Spannun-
    en zu entschärfen. Richtig bleibt auch, dass Konflikte
    ort bekämpft werden müssen, wo sie tatsächlich entste-






    (A) )



    (B) )


    Rainer Arnold
    hen. Richtig bleibt auch, dass zivil und militärisch abge-
    stimmte, gemeinsame Ziele verfolgt werden müssen.

    Nachsteuern heißt aber: Die Transformation ist
    nichts Bewahrendes und Statisches. Den Istzustand wei-
    ter zu stabilisieren, würde nicht ausreichen. Ich möchte
    dies an ein paar Beispielen erläutern. Wir alle wissen,
    Deutschland will nicht allein in der Welt agieren. Wir
    sind vielmehr fest in den jeweiligen Bündnissen veran-
    kert. Aber zu beiden wichtigen Säulen in den Bündnis-
    sen, zur NRF, zur NATO Response Force, und zur
    Battle-Group, gibt es natürlich ganz erheblichen Klä-
    rungsbedarf. Deutschland hat seine Fähigkeiten verläss-
    lich eingebracht. Wir merken aber im Augenblick, dass
    dies parallel zur Einsatzlast kaum zu schultern ist. Ich
    glaube schon, dass beide Organisationen, die NATO und
    die EU, sehr sorgsam diskutieren sollten, ob beides
    gleichzeitig überhaupt sinnvoll geleistet werden kann.

    Ein Weiteres im Zusammenhang mit der Transforma-
    tion. Wir merken im Augenblick, dass die Trennung zwi-
    schen Stabilisierungs- und Eingreifkräften eher künstlich
    ist. Die Übergänge sind – das sehen wir in Afghanistan
    jeden Tag – eher fließend. Auch über diese Frage muss
    in den nächsten Jahren sorgsam diskutiert werden.

    Die Frage, ob die Haushaltstitel richtig gewichtet
    sind, wurde schon angesprochen. Es lohnt sich schon,
    sich einmal den Etat für 2008 anzuschauen. Zwei Drittel
    der Beschaffungen sind für die Eingreifkräfte und nicht
    für das vorgesehen, was wir in erster Linie erfüllen: Sta-
    bilisierungsaufgaben. Das hat etwas mit gebundenen
    Mitteln aus der Vergangenheit zu tun; da hat der Minister
    völlig recht.

    Ich sage aber deutlich – denn das Beispiel A400M
    wurde angesprochen –: Wir gehen nicht mehr davon aus,
    dass dieses Flugzeug pünktlich zum vorgesehenen Ter-
    min geliefert wird. Wir erwarten aber von der Industrie
    – da muss der Minister verhandeln –, dass es zu keinen
    weiteren Verzögerungen kommt. Selbstverständlich
    sollte die Bundesregierung aus unserer politischen Sicht
    alles tun, ihre Rechte wahrzunehmen und Schadens-
    ersatz einzufordern. Dieses Flugzeug ist für die Einsätze
    innerhalb des Bündnisses dringend notwendig.


    (Beifall bei der SPD)


    Zu diesem Nachjustieren gehört auch: Wir sehen im
    Einsatzalltag an vielen Stellen, wie knapp gerade Spe-
    zialisten – ob Piloten, spezielle Ärzte und viele andere
    mehr – sind. Ich denke, wir brauchen eine Debatte da-
    rüber, ob man nicht verstärkt darangehen sollte, diese
    Fähigkeiten zusätzlich auszubilden. Das Schmerzhafte
    muss dabei mit diskutiert werden: Das wird immer nur
    gehen, wenn an anderer Stelle etwas weggeschnitten
    wird. Wir möchten Sie, Herr Minister, ermuntern, diese
    schwierige Debatte mit anzustoßen.

    Das nächste Beispiel betrifft die Ausstattung. Dazu
    hat Johannes Kahrs schon einiges gesagt. Die Hauptkri-
    tik der Soldaten in den Einsatzgebieten bezieht sich nicht
    darauf, dass ihre Ausstattung schlecht wäre. Sie ist nicht
    schlecht im Vergleich zu unseren Verbündeten. Die
    Hauptkritik lautet: Warum geht es so langsam, und wa-
    rum haben wir gelegentlich so unsinnige Vorschriften

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    (C (D nd bürokratische Abläufe? – Wir brauchen keine erdebensicheren Container, und wir können mehr handelsbliches Material verwenden. Wir brauchen auch keine bgassonderuntersuchung bei allen Fahrzeugen in fghanistan und vieles andere mehr. Ich glaube, diese egeln passen nicht zu den Einsätzen. Wir begrüßen sehr, Herr Minister, dass zunehmend ie militärischen Voraussetzungen der Uniformträger bei er Führung von Auslandseinsätzen gebündelt wurden nd wohl auch weiter gebündelt werden. Ich denke aber, ass die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr diesem rinzip in einer neuen Organisationsstruktur folgen müsen. Wir sollten über querschnittliche Verantwortung für uslandseinsätze auch bei den zivilen Mitarbeitern achdenken. Dabei geht es nicht nur um die Organisaion, sondern am Ende auch darum, wie zufrieden die rauen und Männer sind, die in der Bundeswehr im All ag ihre Arbeit leisten. Das letzte Beispiel, bei dem meiner Meinung nach eiter gedacht werden muss, ist die Wehrpflicht; der err Minister hat es angesprochen. In den Verteidiungspolitischen Richtlinien steht, dass die Wehrpflicht eiterzuentwickeln ist. Wir sind ein verlässlicher Koali ionspartner und stehen zu dem Beschluss, dass die ehrpflicht die richtige Entscheidung ist. Das ist über aupt keine Frage. s ist gut, wenn der Minister sich Gedanken macht, ob ie Wehrpflicht auch rechtlich Bestand hat, wenn die ienstgerechtigkeit gefährdet ist. Man kann ein Jahr der zwei Jahre 6 000 zusätzliche Soldaten heranholen. ber das darf nicht strukturbildend werden. Es muss die rage beantwortet werden: Was tun sie, haben sie eine innvolle Beschäftigung? Außerdem ist die Frage zu bentworten: Wie werden sie bezahlt? Wenn das längerfrisig zulasten der Anzahl der Zeitund Berufssoldaten eht, ist das exakt der falsche Weg. Dann ist es auch eine Weiterentwicklung der Wehrpflicht, sondern eine ückentwicklung. Ich bitte die Union, vor dem Hintergrund der Vorabe, dass es bei der Wehrpflicht bleibt, mit uns noch inmal darüber zu diskutieren, ob nicht gerade wir in ieser Großen Koalition die Chance nutzen sollten, ein onzept für eine Weiterentwicklung der Wehrpflicht zu ntwickeln, das auch in der nächsten Legislaturperiode, ie immer die Konstellationen dann aussehen mögen, rägt. Das wäre eine typische Aufgabe für eine Große oalition. Wenn wir das nicht gemeinsam leisten, wird ie Wehrpflicht möglicherweise in der nächsten Legislaurperiode viel stärker unter Druck geraten, als wir uns as insgesamt wünschen. Wir stehen weiterhin zur ehrpflicht. Aber wir wollen sie weiterentwickeln, in em wir die Freiwilligkeit stärken, sodass wir am Ende ufgrund des attraktiven Angebots der Bundeswehr eine jungen Menschen zum Wehrdienst zwingen müsen. Lassen Sie mich zum Schluss noch einen Punkt anprechen. Ich wünsche mir sehr, dass wir eine stärkere esellschaftliche Debatte um deutsche Verantwortung Rainer Arnold – nicht um Interessen, wie manche hier verkürzt meinen – in der Welt führen. Dann wäre auch die linke Geisterdiskussion, dass wir Kriegstreiber seien, sehr schnell aus der Welt zu schaffen. Sie isolieren sich und unser Land in der Welt. Denken Sie einmal darüber nach, was die Skandinavier tun. Sie tun dasselbe wie die Deutschen; und sie sind wirklich friedliebende Völker wie wir Deutsche auch. Diese Debatte hätte nicht nur für die Gesellschaft einen wichtigen Wert, sondern auch für die Soldaten, die uns, wenn wir sie besuchen, in erster Linie fragen: Warum sind wir hier? Was tut die Politik, während wir hier für Stabilität sorgen? Was geschieht in diplomatischer Hinsicht? Was ist mit dem zivilen Aufbau? – Diese Fragen der Soldaten werden umso drängender, je länger die Einsätze dauern. Deshalb brauchen wir diese Diskussion. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir uns in der Koalition darauf verständigen, dass auch wir Parlamentarier noch stärkere Impulse für solche gesellschaftlichen Debatten geben, dass wir nicht immer nur über Auslandseinsätze im Einzelnen diskutieren, sondern auch im Grundsatz über Deutschlands Verantwortung in der Welt. Herzlichen Dank. Das Wort hat nun Winfried Nachtwei, Fraktion Bünd nis 90/Die Grünen. Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich kann direkt an die Ausführungen des Kollegen Arnold anschließen und mit dem weitermachen, was heute ansteht: Nach zwei Jahren sollte man versuchen, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich will allerdings keine Insiderdiskussion führen, auch wenn die Versuchung sehr groß ist. Es bleibt dabei – ich habe das vor Ort auf dem Balkan, in Afghanistan, vor der Küste Libanons und anderswo erfahren –, dass die Bundeswehrangehörigen professionell und wirksam zur Eindämmung großer Gewalt beitragen. Sie tun das im Auftrag der Vereinten Nationen und im Auftrag dieses Bundestages. Dafür ist ihnen und ihren Angehörigen, die indirekt beteiligt sind, ausdrücklich zu danken. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU, der SPD und der FDP)


    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)





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    (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)