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ID1516400500

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    Vokabeln: 1
    1. \n: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 15/164 Sebastian Edathy (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Bosbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Silke Stokar von Neuforn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Max Stadler (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast (SPD) . . . . . . . Dr. Günther Beckstein, Staatsminister (Bayern) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Guido Westerwelle (FDP) . . . . . . . . . . . . Hans-Christian Ströbele (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Haupt (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jutta Dümpe-Krüger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michael Kretschmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . Sabine Bätzing (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Andreas Scheuer (CDU/CSU) . . . . . . . Julia Klöckner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Kerstin Griese (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ingrid Fischbach (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 19: 15347 C 15349 B 15350 C 15351 C 15353 B 15354 C 15356 C 15357 C 15357 D 15369 D 15371 B 15373 C 15375 A 15376 D 15377 B 15379 A 15381 B Deutscher B Stenografisch 164. Sitz Berlin, Freitag, den I n h a l Tagesordnungspunkt 17: a) Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der SPD und des BÜNDNIS- SES 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Änderung des Versammlungsgesetzes und des Strafge- setzbuches (Drucksachen 15/4832, 15/5051) . . . . . . . b) Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Wolfgang Bosbach, Hartmut Koschyk, Thomas Strobl (Heilbronn), weiteren Abgeordneten und der Fraktion der CDU/CSU eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über befriedete Bezirke für Verfas- sungsorgane des Bundes (BefBezÄndG) (Drucksachen 15/4731, 15/5069) . . . . . . . E P H T G S w C ( D C 15347 A 15347 B Dr. Jürgen Gehb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Otto Schily, Bundesminister BMI . . . . . . . . . 15358 A 15359 C undestag er Bericht ung 11. März 2005 t : rwin Marschewski (Recklinghausen) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . etra Pau (fraktionslos) . . . . . . . . . . . . . . . . . ermann Bachmaier (SPD) . . . . . . . . . . . . . . agesordnungspunkt 18: roße Anfrage der Abgeordneten Andreas cheuer, Maria Eichhorn, Thomas Dörflinger, eiterer Abgeordneter und der Fraktion der DU/CSU: Jugend in Deutschland Drucksache 15/3396) . . . . . . . . . . . . . . . . . . r. Andreas Scheuer (CDU/CSU) . . . . . . . . . hristel Riemann-Hanewinckel, Parl. Staatssekretärin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . 15360 D 15362 A 15363 A 15364 D 15365 A 15367 A a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Siebten Gesetzes zur Änderung des II Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 164. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. März 2005 Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschrän- kungen (Drucksachen 15/3640, 15/5049) . . . . . . . b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft und Arbeit zu dem Antrag der Abgeordneten Rainer Brüderle, Gudrun Kopp, Daniel Bahr (Münster), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Für einen wirksamen Wettbewerbsschutz in Deutschland und Europa (Drucksachen 15/760, 15/3136) . . . . . . . . Dr. Ditmar Staffelt, Parl. Staatssekretär BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hartmut Schauerte (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Werner Schulz (Berlin) (BÜNDNIS 90/ Winfried Hermann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marie-Luise Dött (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 21: Antrag der Abgeordneten Sibylle Laurischk, Rainer Funke, Birgit Homburger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ver- fahren der Vaterschaftstests vereinfachen und Grundrechte wahren (Drucksache 15/4727) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sibylle Laurischk (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Brigitte Zypries, Bundesministerin BMJ . . . . Dr. Jürgen Gehb (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . 15383 C 15383 C 15383 D 15386 B 15406 A 15407 B 15408 B 15408 C 15409 C 15410 C DIE GRÜNEN). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Monika Griefahn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . Hartmut Schauerte (CDU/CSU) . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Hubertus Heil (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hartmut Schauerte (CDU/CSU) . . . . . . . . Jörg Tauss (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 20: Erste Beratung des vom Bundesrat einge- brachten Entwurfs eines Gesetzes zum Büro- kratieabbau (Drucksache 15/4646) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Pfister, Minister (Baden-Württemberg) Dr. Michael Fuchs (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . I C N B A L A Z E b U A A 15390 A 15391 D 15394 A 15394 D 15395 C 15398 A 15399 D 15400 D 15401 C 15403 C 15403 C 15404 D rmingard Schewe-Gerigk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . hristoph Strässer (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . erichtigungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 1 iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . nlage 2 u Protokoll gegebene Rede zur Beratung des ntwurfs eines Gesetzes zum Bürokratieab- au (Tagesordnungspunkt 20) lrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 3 mtliche Mitteilungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15412 C 15413 C 15415 C 15415 C 15417 A 15417 D 15418 C Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 164. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. März 2005 15347 (A) ) (B) ) 164. Sitz Berlin, Freitag, den Beginn: 9.0
  • folderAnlagen
    Berichtigungen 162. Sitzung, Seite 15160 (A), der fünfte Absatz ist wie folgt zu lesen: „Es geht um die berühmten Marker- gene und die Resistenzen, die dabei entstehen könnten. An dieser Stelle geht es genau darum, diese auszuschlie- ßen.“ Seite 15160 (A), der zweite Absatz ist wie folgt zu le- sen: „Ich weiß von den Gesprächen mit Putin oder ande- ren Vertretern der russischen Regierung, dass immer ge- fragt wird, wie die Schritte zur Stabilisierung im nördlichen Kaukasus, insbesondere Tschetschenien, aus- sehen, und dass auf diesem Thema eindringlich beharrt wird.“ (D) (B) Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 164. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. März 2005 15417 (A) ) (B) ) wässert werden.DIE GRÜNEN KProbst, Simone BÜNDNIS 90/ 11.03.2005 onkurrenzgründen zwischen den Bundesländern ver- Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten A n n v d L B d n G D A w v d d Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich Andreae, Kerstin BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.03.2005 Andres, Gerd SPD 11.03.2005 Barthle, Norbert CDU/CSU 11.03.2005 Bender, Birgitt BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.03.2005 Bettin, Grietje BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.03.2005 Bierwirth, Petra SPD 11.03.2005 Dr. Bötsch, Wolfgang CDU/CSU 11.03.2005 Brunnhuber, Georg CDU/CSU 11.03.2005 Eickhoff, Martina SPD 11.03.2005 Feibel, Albrecht CDU/CSU 11.03.2005 Frechen, Gabriele SPD 11.03.2005 Göppel, Josef CDU/CSU 11.03.2005 Dr. Götzer, Wolfgang CDU/CSU 11.03.2005 Freiherr von und zu Guttenberg, Karl- Theodor CDU/CSU 11.03.2005 Haack (Extertal), Karl Hermann SPD 11.03.2005 Hilsberg, Stephan SPD 11.03.2005 Hochbaum, Robert CDU/CSU 11.03.2005 Dr. Küster, Uwe SPD 11.03.2005 Lanzinger, Barbara CDU/CSU 11.03.2005 Michelbach, Hans CDU/CSU 11.03.2005 Minkel, Klaus CDU/CSU 11.03.2005 Mortler, Marlene CDU/CSU 11.03.2005 Dr. Pinkwart, Andreas FDP 11.03.2005 R S S S S S S S S D T T V A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht nlage 2 Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zum Bürokratieabbau (Tagesordnungspunkt 20) Ulrich Kelber (SPD): Aus der Werbewirtschaft ken- en wir das Prinzip, ein positiv besetztes Wort inflatio- är zu nutzen und mit völlig sachfremden Inhalten zu erbinden. Das Gleiche versucht die Mehrheit im Bun- esrat mit dem Gesetzentwurf, den wir heute in erster esung beraten. Die Überschrift des Gesetzes heißt ürokratieabbau. Der Inhalt ist ein anderer, ein ganz an- erer. Es geht der Mehrheit im Bundesrat gar nicht um we- iger Regelungen, es geht in den meisten Punkten des esetzentwurfes nur darum, dass die Bundesländer die inge selbst regeln wollen. Darüber kann man ja reden. ber weniger Bürokratie ist das nicht, schon gar nicht, enn die Regelungen von Bundesland zu Bundesland, on Gewerbegebiet zu Gewerbegebiet, kurz, von Lan- esgrenze zu Landesgrenze unterschiedlich sind. Hier ist ie Gefahr sehr groß, dass wichtige Regelungen aus ühe, Volker CDU/CSU 11.03.2005 charping, Rudolf SPD 11.03.2005 chmidbauer, Bernd CDU/CSU 11.03.2005 chröder, Gerhard SPD 11.03.2005 eib, Marion CDU/CSU 11.03.2005 inghammer, Johannes CDU/CSU 11.03.2005 teenblock, Rainder BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.03.2005 treb-Hesse, Rita SPD 11.03.2005 trothmann, Lena CDU/CSU 11.03.2005 r. Thomae, Dieter FDP 11.03.2005 illmann, Antje CDU/CSU 11.03.2005 rittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 11.03.2005 iolka, Simone SPD 11.03.2005 bgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich 15418 Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 164. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. März 2005 (A) ) (B) ) Auch im Bereich des Umweltschutzes hat der Gesetz- entwurf der Bundesratsmehrheit keineswegs den Abbau von Bürokratie, sondern nur den Abbau von Umwelt- schutz zur Folge. Das mag ja erklärtes Ziel von CDU/ CSU und FDP sein; dass Sie dabei aber auch bereit sind, am laufenden Band gegen geltendes EU-Recht zu ver- stoßen und damit saftige Geldstrafen zu riskieren, kön- nen Sie weder mir noch uns noch den Bürgerinnen und Bürgern erklären. Haben die Bundesländer versteckte Haushaltstöpfe entdeckt, aus denen sie Strafen bezahlen wollen? Wenn ja, sagen Sie uns, wo; wir hätten da eine Menge guter Ideen, wie man damit in die Bildung unse- rer Kinder investiert. Aber zurück zu dem so genannten Bürokratieabbau, der hier betrieben werden soll. An mehr als einer Stelle würden die Vorschläge eher zu mehr Bürokratie als zu weniger führen, so zum Beispiel beim Kreislaufwirt- schaftsgesetz oder bei den Vorschlägen zum SGB IV. Am verheerendsten aber wäre dieser Gesetzentwurf der Bundesratsmehrheit im Bereich der Beteiligungsrechte der Bürgerinnen und Bürger. Beim Bundes-Immissions- schutzgesetz soll die Öffentlichkeitsbeteiligung, sollen die Anhörungsrechte der betroffenen Bürgerinnen und Bürger in das Gutdünken der Länder gestellt werden. Ich persönlich habe noch nie etwas davon gehört, dass Luft- verunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und Ähnliches sich in Nordrhein-Westfalen anders anfühlen und auswirken als in Bayern oder Berlin. Werfen wir mal einen ganzen oberflächlichen Blick auf diesen Gesetzentwurf: Da werden 25 Artikel zur Än- derung bestehender Gesetze aneinander gereiht. Sechs dieser Vorschläge stimmt die Bundesregierung zu und sagt zu, sie in zukünftigen Gesetzentwürfen zu berück- sichtigen. Bei drei Vorschlägen wird deutlich, dass diese eher zu mehr Bürokratie als zu weniger führen. Bei vier weiteren Änderungsvorschlägen handelt es sich um solche, in denen Bund und Länder bereits in der Abstim- mung bzw. Überprüfung sind bzw. gerade erst gemein- sam andere Beschlüsse gefasst haben, Beispiel Kreis- laufwirtschaftsgesetz. Elf Vorschläge verstoßen gegen EU-Richtlinien und Beschlüsse. Haben Sie mitgezählt? Es bleibt einer! Einer, wo wir tatsächlich anderer Mei- nung sind als Sie und das betrifft den Jugendarbeits- schutz. Ich denke, allein mit diesem Kurzüberblick auf den Gesetzentwurf wird schon deutlich, was er ist: purer Aktionismus. Ich kann wirklich nur hoffen, dass sich Frau Merkel und Herr Stoiber bis nächste Woche etwas mehr einfallen lassen, wenn Sie mit dem Bundeskanzler auch über Bürokratieabbau reden wollen. Wie geht Bürokratieabbau wirklich? Die Bundes- regierung hat mit ihrem Masterplan Bürokratieabbau in einem Jahr bereits mehr als 75 Projekte umgesetzt, und dies in Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden und -instituten. Sie wird dort auch weiter konsequent voran- gehen. Im Bereich der Umweltschutzgesetzgebung wäre es aus unserer Sicht ein lohnender Versuch, die vielen Ge- setze und Verordnungen in ein stringent und übersicht- lich gestaltetes Umweltgesetzbuch zu überführen. Ich p o d v s s r A H A M z f d m d n m V P t (C (D ersönlich könnte sogar auf sehr viele Gesetze und Ver- rdnungen im Umweltschutz verzichten, wenn wir statt- essen für alle Bereiche Grenzwerte festlegen und ein erschärftes Haftungsrecht für Umweltsünder und -ver- chmutzer umsetzen würden. Ich bin überzeugt, dass ein olches Haftungsrecht zu viel mehr Umweltschutz füh- en würde, als jedes Gesetz dies vermag. nlage 3 Amtliche Mitteilungen Die Abgeordneten Marga Elser, Ulrike Mehl und ans-Joachim Hacker haben darum gebeten, bei dem ntrag Die Regionalentwicklung in Brandenburg und ecklenburg-Vorpommern braucht Klarheit – Die ivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide ist über- ällig auf Drucksache 15/4792 nachträglich in die Liste er Antragsteller aufgenommen zu werden. Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben itgeteilt, dass der Ausschuss gemäß § 80 Abs. 3 Satz 2 er Geschäftsordnung von einer Berichterstattung zu den achstehenden Vorlagen absieht: Auswärtiger Ausschuss – Unterrichtung durch die Delegation der Bundesrepublik Deutschland in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Tagung der Parlamentarischen Versammlung des Euro- parates vom 26. bis 30. April 2004 in Straßburg – Drucksachen 15/4082, 15/4290 Nr. 1.1 – – Unterrichtung durch die deutsche Delegation in der Parla- mentarischen Versammlung des Europarates Tagung der Parlamentarischen Versammlung des Euro- parates vom 21. bis 25. Juni 2004 in Straßburg – Drucksachen 15/4083, 15/4290 Nr. 1.2 – Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen – Unterrichtung durch die Bundesregierung Straßenbaubericht 2004 – Drucksache 15/4609 – Die Vorsitzenden der folgenden Ausschüsse haben itgeteilt, daß der Ausschuss die nachstehenden EU- orlagen bzw. Unterrichtungen durch das Europäische arlament zur Kenntnis genommen oder von einer Bera- ung abgesehen hat. Auswärtiger Ausschuss Drucksache 15/4458 Nr. 2.27 Rechtsausschuss Drucksache 15/4085 Nr. 1.15 Drucksache 15/4085 Nr. 1.17 Drucksache 15/4213 Nr. 2.34 Drucksache 15/4213 Nr. 2.44 Drucksache 15/4213 Nr. 2.47 Drucksache 15/4296 Nr. 1.3 Drucksache 15/4458 Nr. 2.18 Drucksache 15/4458 Nr. 2.22 Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 164. Sitzung. Berlin, Freitag, den 11. März 2005 15419 (A) (C) (B) (D) Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit Drucksache 15/103 Nr. 2.93 Drucksache 15/2447 Nr. 2.42 Drucksache 15/2519 Nr. 2.22 Drucksache 15/4567 Nr. 1.3 Drucksache 15/4705 Nr. 1.16 Drucksache 15/4705 Nr. 2.3 Drucksache 15/4705 Nr. 2.9 Drucksache 15/4705 Nr. 2.11 Drucksache 15/4705 Nr. 2.14 Drucksache 15/4705 Nr. 2.16 Drucksache 15/4705 Nr. 2.17 Drucksache 15/4705 Nr. 2.20 Drucksache 15/4705 Nr. 2.21 Drucksache 15/4705 Nr. 2.23 Drucksache 15/4705 Nr. 2.31 Drucksache 15/4780 Nr. 2.1 Drucksache 15/4780 Nr. 2.6 Drucksache 15/4780 Nr. 2.7 Drucksache 15/4780 Nr. 2.10 Drucksache 15/4780 Nr. 2.15 Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Drucksache 15/4780 Nr. 2.5 Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Drucksache 15/4705 Nr. 2.28 Drucksache 15/4780 Nr. 2.13 Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Drucksache 15/4705 Nr. 2.26 Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Drucksache 15/4780 Nr. 2.16 164. Sitzung Berlin, Freitag, den 11. März 2005 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Unsere

    erfassung vertraut auf die Fähigkeit der Bürgerinnen
    nd Bürger, sich mit extremen Positionen auseinander zu
    etzen. Nicht durch Verbote, sondern durch öffentlichen
    treit sollen politisch unerträgliche Meinungen abge-
    ehrt werden. Die Meinungsfreiheit findet dort ihre
    chranken, wo gleichwertige Rechtsgüter verletzt wer-
    en. Die Verletzung der persönlichen Ehre ist nicht er-
    aubt.
    Die von den Koalitionsfraktionen vorgeschlagenen
    nderungen zum Versammlungsrecht und zum Straf-
    echt bewegen sich in diesem engen verfassungsrechtli-
    hen Rahmen. Wir beziehen uns auf den Schutz der
    ürde der Opfer des Nationalsozialismus und wir halten
    n dem Grundsatz fest, dass in dem sensiblen Bereich
    er Meinungsfreiheit primär nur Strafbewehrtes verbo-
    en werden kann.
    Mit unseren Änderungsanträgen stellen wir rechtzei-

    ig vor der Einweihung des Holocaust-Mahnmals sicher:
    m Mahnmal für die ermordeten Juden Europas dulden
    ir keine Versammlung von Neonazis. Wir schützen hier
    nd an anderen herausragenden Orten des Gedenkens
    ie Würde der Opfer des Nationalsozialismus.
    In Richtung FDP sage ich: Ihre Argumentation ist äu-

    erst widersprüchlich. Einerseits behaupten Sie: Der
    chutz der Orte des Gedenkens ist schon auf der Grund-
    age des heutigen Rechts möglich. Andererseits sagen
    ie, wir gingen mit unseren Klarstellungen zu weit und
    eschädigten die Versammlungsfreiheit. Sie lehnen in
    hrem Entschließungsantrag die örtliche Beschränkung
    es Versammlungsrechts ab und haben gleichzeitig die
    rwartung, dass Neonazis nicht am Holocaust-Mahnmal
    emonstrieren dürfen.
    Meine Damen und Herren von der FDP, Sie haben of-

    enkundig den Sinn für die Verantwortung des Gesetzge-
    ers verloren. Wir wollen uns nicht auf ein diffuses
    ichterrecht verlassen. Sie wissen sehr genau, wie wi-
    ersprüchlich die Rechtsprechung bei Verboten und Auf-
    agen ist.
    Wir – der Bundestag – müssen klipp und klar sagen:
    eonazidemonstrationen am Holocaust-Mahnmal
    nd an KZ-Gedenkstätten wollen wir nicht dulden.
    as ist unsere Verantwortung als Deutscher Bundestag
    nd damit als Gesetzgeber.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Die Liberalität des Versammlungsrechts bleibt durch
    ie Neuregelung unangetastet. Eine Einschränkung der
    ersammlungsfreiheit am Brandenburger Tor lehnen wir
    b. Entsprechende Anträge der Union, die Bannmeile
    es Bundestages bis zum Brandenburger Tor auszuwei-
    en, sind weder rechtlich mit dem Grundgesetz noch
    olitisch mit unseren Überzeugungen vereinbar. Wir






    (A) )



    (B) )


    Silke Stokar von Neuforn

    schützen eben nicht die Spree, sondern wir schützen die
    Arbeitsfähigkeit des Bundestages.


    (Erwin Marschewski [Recklinghausen] [CDU/ CSU]: Die französische Botschaft und die Dresdner Bank!)


    Darin sind wir in der Sachverständigenanhörung auch
    sehr deutlich bestätigt worden.

    Ich möchte mich allerdings bei der Union ausdrück-
    lich für die konstruktiven Gespräche bedanken. Wir be-
    grüßen Ihre Bereitschaft, die Gesetzentwürfe von SPD
    und Grünen zu unterstützen. Eine breite Mehrheit des
    Bundestages gibt heute den Opfern der NS-Gewalt das
    Signal: Deutschland bleibt auch 60 Jahre nach Ausch-
    witz wachsam. Wir lassen nicht zu, dass die nationalso-
    zialistische Gewalt- und Willkürherrschaft verherrlicht
    und ihre Opfer verhöhnt werden. Ich begrüße es, dass
    sich eine breite Mehrheit des Bundestages gemeinsam
    auf dieses Signal verständigen kann.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Wir erweitern behutsam den Straftatbestand der
    Volksverhetzung. Wer die Verletzung der Würde von
    NS-Opfern öffentlich billigt, rechtfertigt oder verherr-
    licht und dadurch den öffentlichen Frieden stört, muss
    mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.


    (Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: So steht es aber nicht drin! – Erwin Marschewski [Recklinghausen] [CDU/CSU]: Das wäre rechtswidrig!)


    Wir schaffen mit diesen Formulierungen im Gesetz
    auch eine erweiterte Grundlage für Auflagen oder Ver-
    sammlungsverbote. Gleichzeitig warnen wir vor einer
    falschen Erwartungshaltung. Wir müssen auch den Bür-
    gerinnen und Bürgern in Wunsiedel offen und ehrlich sa-
    gen, dass die Gesetzeserweiterung zwar hilfreich ist,
    dass wir aber mit gesetzlichen Regelungen nicht generell
    ein Verbot von NPD-Versammlungen in Wunsiedel
    erreichen können. Hier müssen wir andere Formen der
    Unterstützung der Menschen vor Ort finden. Insofern
    wäre es gut, wenn wir bei dem nächsten zu erwartenden
    Ereignis im August – wenn kein Verbot möglich ist – an-
    wesend wären, um deutlich zum Ausdruck zu bringen,
    dass wir uns gegen solche Aufmärsche in Wunsiedel zur
    Wehr setzen.

    Lassen Sie mich zum Schluss feststellen: Ich halte die
    Anregung von Herrn Edathy für richtig, uns für ein
    europaweites Verbot von Symbolen und Zeichen der NS-
    Zeit, insbesondere der NSDAP, einzusetzen.

    An den Bundesinnenminister gerichtet möchte ich
    noch etwas anderes anregen. Damit wir nicht warten
    müssen, bis auf europäischer Ebene eine Einigung in
    dieser schwierigen und sensiblen Frage zustande kommt,
    empfiehlt es sich vielleicht, zu prüfen, ob wir in
    Deutschland ein gesetzliches Einfuhrverbot für diese bei
    uns verbotenen Symbole und Zeichen besser durchset-
    zen können.

    Ich danke Ihnen.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


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    (C (D Ich erteile Kollegen Max Stadler, FDP-Fraktion, das ort. Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Her en! Vor vier Wochen jährte sich zum 250. Male der Toestag des großen Aufklärers und Vordenkers des Rechttaats Baron de Montesquieu. Eines seiner berühmtesten itate hat auch heute noch Gültigkeit: „Wenn es nicht otwendig ist, ein Gesetz zu erlassen, ist es notwendig, ein Gesetz zu erlassen.“ Meine Damen und Herren, selten hat der Ratschlag ontesquieus an den klugen Gesetzgeber so gut gepasst ie auf die von Rot-Grün und CDU/CSU vorgelegten erschärfungen des Versammlungsund Strafrechts. (Sebastian Edathy [SPD]: Das ist aber ganz schön arrogant, Herr Kollege!)


Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

(Beifall bei der FDP)

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Max Stadler


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)


    (Beifall bei der FDP)


    enn diese Änderungen sind erstens zum großen Teil
    icht notwendig, zweitens zum Teil nicht geeignet und
    rittens mit verfassungsrechtlichen Risiken und politi-
    chen Nebenwirkungen verbunden.


    (Beifall bei der FDP)

    In der aktuellen Debatte geht es vor allem um drei

    ragen: den Aufmarsch von Neonazis vor dem Holo-
    aust-Mahnmal, den Marsch der NPD durch das Bran-
    enburger Tor am 8. Mai und die jährliche Rudolf-Heß-
    undgebung in Wunsiedel. In dem vorliegenden Gesetz-
    ntwurf lösen Sie zwei dieser drei Probleme gar nicht
    nd das einzige Problem, das Sie zu lösen vorgeben,
    ätte keiner gesetzlichen Neuregelung bedurft.


    (Beifall bei der FDP)

    Mit diesem letzten Punkt meine ich den Aufmarsch

    on Neonazis vor dem Holocaust-Mahnmal. Es wäre
    icht akzeptabel, wenn dort Neonazis demonstrieren
    ürden. Darin läge ein Angriff auf die Menschenwürde
    er Opfer und ihrer Angehörigen und auf die Würde des
    rtes. Daher kann eine derartige Demonstration vor dem
    olocaust-Mahnmal schon nach geltendem Recht verbo-
    en werden.


    (Beifall bei der FDP)

    uch die Sachverständigenanhörung des Bundestages
    m letzten Montag hat klar ergeben: Dafür brauchen wir
    eine Gesetzesänderung.


    (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger [FDP]: Genau so ist es!)


    Damit komme ich zu den zwei der drei angesproche-
    en Probleme, die Sie nicht lösen. Ich gebe zu: Schwieri-
    er liegt der Fall zwar beim geplanten NPD-Marsch
    urch das Brandenburger Tor; aber dieses Problem
    ird durch den Gesetzentwurf von Rot-Grün nicht ge-
    öst.






    (A) )



    (B) )


    Dr. Max Stadler


    (Sabine Leutheusser-Schnarrenberger [FDP]: So ist es!)

    Von der Union wird eine unpassende Lösung vorge-
    schlagen: die Ausdehnung des befriedeten Bezirks, die
    verfassungsrechtlichen Bedenken begegnen würde.

    Daher muss ohnehin auf das geltende Recht zurück-
    gegriffen werden.


    (Dr. Jürgen Gehb [CDU/CSU]: Das muss doch sowieso geschehen!)


    Ebenso wie der Berliner Senator Körting, wie Verfas-
    sungsexperte Professor Battis und wie Herr Wiefelspütz
    von der SPD ist auch die FDP der Überzeugung: Das
    geltende Versammlungsrecht reicht aus, um einen Auf-
    marsch der NPD durch das Brandenburger Tor am
    8. Mai zu verbieten. Von den Berliner Behörden erwar-
    ten wir, dass sie dieses Verbot aussprechen.


    (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU)


    Diese unerträgliche Provokation hat mit dem Jahrestag
    der Beendigung der Naziherrschaft zu tun. Daher dürfen
    Neonazis an genau diesem Tag nicht durch das Branden-
    burger Tor marschieren. Aber wir können nicht schlecht-
    hin einen Ort, an dem so viele – auch kommerzielle –
    Veranstaltungen stattfinden, ausgerechnet von politi-
    schen Versammlungen freihalten; denn das wäre eine un-
    angebrachte Abwertung politischer Versammlungen und
    Demonstrationen.


    (Beifall bei der FDP)

    Meine Damen und Herren, richtig ist, dass die Ver-

    sammlungen von Neonazis zum Gedenken an Hitlers
    Stellvertreter Rudolf Heß in Wunsiedel in den letzten
    Jahren – im Gegensatz zu früher – von Gerichten gestat-
    tet worden sind. Sie, Rot-Grün und CDU/CSU, versu-
    chen nun, dem mit einer Änderung des Strafrechts entge-
    genzuwirken. Da in meiner Heimatstadt jahrelang
    Bundesparteitage der DVU und der NPD stattfanden und
    auch ich dagegen demonstriert habe, sage ich ausdrück-
    lich: Ich wünsche den geplagten Bürgern von Wunsie-
    del, dass sie nicht mehr alljährlich von Tausenden
    Rechtsextremisten aus ganz Europa heimgesucht wer-
    den. Aber die FDP hat erhebliche Zweifel, dass dies
    durch die Regelungen des vorliegenden Gesetzentwurfes
    zu gewährleisten ist; denn sein Wortlaut gibt dafür nichts
    her.

    Erst in der Begründung Ihres Gesetzentwurfes wird
    erwähnt, dass die Verherrlichung von Personen aus
    der NS-Zeit strafwürdig ist. Wir werden sehen müssen,
    ob sich Gerichte damit zufrieden geben, dass Sie das,
    was Sie eigentlich regeln wollen, in die Begründung des
    Gesetzestextes schreiben. Warum haben Sie das, was Sie
    wollen, nicht in den Gesetzestext selbst geschrieben?
    Deswegen sage ich: Dieser Versuch ist untauglich.


    (Beifall bei der FDP)

    Da Ihre Vorschläge teils unnötig, teils untauglich sind,

    stellt sich die Frage: Lohnt sich im Sinne von
    Montesquieu dieser Aufwand, wenn auf der anderen
    Seite Risiken und Nebenwirkungen zu befürchten sind?

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    (C (D ie wissen genau: Kein Sachverständiger in der Anhöung wollte die Hand dafür ins Feuer legen, dass alles as in Karlsruhe Bestand haben wird. Hierin liegt ein Riiko. (Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ihr Sachverständiger hat gesagt: Wir können noch mehr machen!)


    Und es ist nicht die erste verfassungsrechtlich proble-
    atische Gesetzgebung der rot-grünen Koalition in die-
    er Legislaturperiode. Ich erinnere zum Beispiel an das
    uftsicherheitsgesetz; ich erinnere an die automatisierte
    ontenabfrage oder auch an einzelne Elemente der so
    enannten Antiterrorgesetzgebung. Das ist die politische
    ebenwirkung, auf die wir als Liberale aufmerksam ma-
    hen: Dieser Bundestag gewöhnt sich daran, immer
    ehr in Grundrechte einzugreifen. Das ist in jedem Ein-
    elfall vielleicht sogar noch plausibel begründbar, aber
    n der Summe ist es unserer Meinung nach eindeutig zu
    iel.


    (Beifall bei der FDP)

    Die Grundrechte der Meinungsfreiheit und der Ver-

    ammlungsfreiheit sind von fundamentaler Bedeutung
    ür jede Demokratie. Wenn also ein Eingriff in Art. 5
    nd Art. 8 des Grundgesetzes nicht zwingend erforder-
    ich ist, dann sollte man es lieber bei der geltenden
    echtslage belassen. Aber Sie gehen mit Ihrem heutigen
    esetzesbeschluss einen Schritt weiter, in Richtung
    esinnungsstrafrecht und Gesinnungs-TÜV im Ver-
    ammlungsrecht.


    (Beifall bei der FDP – Widerspruch bei der SPD, der CDU/CSU und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Jawohl, genau so ist es.

    (Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: Wenn einem selber nichts einfällt, sollte man sachlich bleiben!)


    s ist doch gerade die freiheitssichernde Funktion der
    rundrechte, andere Meinungen und ihre öffentliche De-
    onstration zuzulassen und zu ertragen, soweit nicht die
    enschenwürde Dritter verletzt wird.
    Ich erwähne das aus folgendem Grund: Jeder neue
    rundrechtseingriff ist eine gefährliche Gratwande-
    ung. Dem ersten Schritt folgt dann leicht ein zweiter.
    ch muss schon daran erinnern: Wir hatten hier im
    ohen Hause auch schon Vorschläge zu diskutieren, wo-
    ach Versammlungen zu verbieten seien, die dem außen-
    olitischen Ansehen der Bundesrepublik Deutschland
    chaden. Jeder erkennt: Wenn aus diesem Grund schon
    ersammlungen verboten werden dürften, wäre das of-
    enkundig mit dem Grundsatz der Meinungsfreiheit un-
    ereinbar. So etwas steht heute nicht zur Abstimmung,
    ber dies zeigt: Es gibt auch solche weiter gehenden
    deen hier im Bundestag. Deswegen ist es richtig, heute
    ier den Anfängen zu wehren.


    (Beifall bei der FDP – Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was ist denn das für ein Vergleich? „Wehret den Anfängen!“ steht in einem anderen Zusammenhang!)







    (A) )



    (B) )


    Dr. Max Stadler

    Sie werden sehen, dass die Ausweisung versamm-

    lungsfreier Orte in sehr großer Zahl vorgenommen wer-
    den wird. Ein Bundesland hat schon jetzt, ehe das Gesetz
    erlassen worden ist, angekündigt, dem Landesgesetzge-
    ber 17 Orte vorzuschlagen, die versammlungsfrei sein
    sollen. Das zeigt: Es wird nicht dabei bleiben, dass nur
    ausnahmsweise einzelne Orte von herausragender histo-
    rischer Bedeutung versammlungsfrei gestellt werden.
    Wenn das geschieht, was wir befürchten, dann ist dies
    nicht mehr mit der Brokdorf-Rechtsprechung des Bun-
    desverfassungsgerichts vereinbar, wonach man den Ort
    einer Demonstration frei wählen darf.

    Damit kein Missverständnis entsteht: Es gibt eine
    große Gemeinsamkeit hier im Parlament, den Rechts-
    extremismus politisch zu bekämpfen.


    (Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau!)


    Aber es muss erlaubt sein, darauf hinzuweisen, dass
    juristische Maßnahmen in diesem politischen Kampf ge-
    gen Rechtsextreme wenig bringen. Das haben wir doch
    beim gescheiterten NPD-Verbotsverfahren gesehen.


    (Beifall bei der FDP)

    Wir als FDP sind der Überzeugung, dass man Rechts-
    extremismus nicht dadurch wirksam bekämpft, dass man
    das für alle Bürgerinnen und Bürger geltende Versamm-
    lungsrecht einschränkt. Daher ist die von Ihnen vorge-
    schlagene Verschärfung des Versammlungsrechts der
    falsche Weg in der Auseinandersetzung mit den Rechts-
    extremisten.

    Vielen Dank.

    (Anhaltender Beifall bei der FDP – Erwin Marschewski [Recklinghausen] [CDU/CSU]: So viel Beifall von der FDP!)