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ID1512301400

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 15/123 in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 7: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zum qualitätsorientierten und bedarfsgerechten Ausbau der Tagesbe- treuung und zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (Tagesbetreu- ungsausbaugesetz – TAG) (Drucksache 15/3676) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Dr. Maria Böhmer, Gerda Hasselfeldt, Maria Eichhorn, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU: Elternhaus, Bil- dung und Betreuung verzahnen Maria Eichhorn (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Bettina Hagedorn (SPD) . . . . . . . . . . . . . . Ekin Deligöz (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ina Lenke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Caren Marks (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Walter Link (Diepholz) (CDU/CSU) . . . . . . . Dirk Niebel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christel Riemann-Hanewinckel (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Walter Link (Diepholz) (CDU/CSU) . . . . . . . 11191 B 11202 C 11203 B 11205 B 11206 C 11207 D 11209 A 11210 A 11210 C 11210 D Deutscher B Stenografisc 123. Si Berlin, Donnerstag, de I n h a Tagesordnungspunkt 1 (Fortsetzung): a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes über die Feststellung des Bundes- haushaltsplans für das Haushaltsjahr 2005 (Haushaltsgesetz 2005) (Drucksache 15/3660) . . . . . . . . . . . . . . . . b) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Finanzplan des Bundes 2004 bis 2008 (Drucksache 15/3661) . . . . . . . . . . . . . . . . Einzelplan 17 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 11191 A 11191 B (Drucksache 15/3488) . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit 11191 C undestag her Bericht tzung n 9. September 2004 l t : Zusatztagesordnungspunkt 3: Antrag der Abgeordneten Ina Lenke, Klaus Haupt, Otto Fricke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Solides Finanzie- rungskonzept für den Ausbau von Kinder- betreuungsangeboten für unter Dreijährige (Drucksache 15/3512) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Renate Schmidt, Bundesministerin BMFSFJ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Maria Böhmer (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Irmingard Schewe-Gerigk (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Otto Fricke (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christel Humme (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . 11191 D 11191 D 11196 A 11198 B 11199 B 11200 C Jutta Dümpe-Krüger (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Antje Tillmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . 11211 A 11212 A II Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 9. September 2004 Einzelplan 09 Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 8: Erste Beratung des von den Fraktionen der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜ- NEN eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (Drucksache 15/3674) . . . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 4: Antrag der Abgeordneten Dirk Niebel, Rainer Brüderle, Daniel Bahr (Münster), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Möglichkeiten der privaten Arbeitsver- mittlung durch marktgerechte Ausgestal- tung der Vermittlungsgutscheine verstärkt nutzen (Drucksache 15/3513) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Clement, Bundesminister BMWA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Friedrich Merz (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Dr. Thea Dückert (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ludwig Stiegler (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ernst Hinsken (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Dagmar Wöhrl (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Doris Barnett (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dirk Niebel (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Petra Pau (fraktionslos) . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Brandner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rainer Brüderle (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) . . . . . . Karl-Josef Laumann (CDU/CSU) . . . . . . . Hans-Joachim Fuchtel (CDU/CSU) . . . . . . . . Michaele Hustedt (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurt J. Rossmanith (CDU/CSU) . . . . . . . . . . Petra Pau (fraktionslos) . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) . . . . . . . . 11213 D 11213 D 11214 A 11218 D 11220 C 11225 C 11227 D 11229 D 11233 A 11234 A 11235 C 11237 A 11239 A 11240 B 11240 D 11241 A 11241 D 11242 B 11244 D 11246 C 11247 C 11249 B 11250 A Einzelplan 16 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Jürgen Trittin, Bundesminister BMU . . . . . . . Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (SPD) . . . . . Birgit Homburger (FDP) . . . . . . . . . . . . . . . . Winfried Hermann (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Doris Meyer (Tapfheim) (CDU/CSU) . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Paziorek (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Ulrich Kelber (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Albrecht Feibel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Michael Müller (Düsseldorf) (SPD) . . . . . . . Dr. Rolf Bietmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . Einzelplan 12 Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 9: a) Erste Beratung des von der Bundesregie- rung eingebrachten Entwurfs eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Auto- bahnmautgesetzes für schwere Nutz- fahrzeuge (Drucksache 15/3678) . . . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Dirk Fischer (Hamburg), Eduard Oswald, Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach), weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion der CDU/CSU: Mautbefreiung für humanitäre Hilfs- transporte (Drucksache 15/3489) . . . . . . . . . . . . . . . Dr. h. c. Manfred Stolpe, Bundesminister BMVBW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eduard Oswald (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . Albert Schmidt (Ingolstadt) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Horst Friedrich (Bayreuth) (FDP) . . . . . . . . . Annette Faße (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Norbert Königshofen (CDU/CSU) . . . . . . . . Wolfgang Spanier (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . Annette Faße (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11251 C 11254 A 11256 A 11257 D 11259 D 11261 B 11262 D 11265 B 11265 D 11266 A 11267 C 11269 D 11271 C 11271 C 11271 D 11274 B 11276 D 11279 A 11281 B 11283 C 11285 A 11286 D Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 9. September 2004 III Lena Strothmann (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Reinhard Weis (Stendal) (SPD) . . . . . . . . . . . Horst Friedrich (Bayreuth) (FDP) . . . . . . . Klaus Minkel (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Werner Kuhn (Zingst) (CDU/CSU) . . . . . . . . Einzelplan 10 Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Renate Künast, Bundesministerin BMVEL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ilse Aigner (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . . . Jella Teuchner (SPD) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans-Michael Goldmann (FDP) . . . . . . . . . . Friedrich Ostendorff (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ursula Heinen (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . Manfred Helmut Zöllmer (SPD) . . . . . . . . . . Dr. Christel Happach-Kasan (FDP) . . . . . . . . Cornelia Behm (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marlene Mortler (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . Waltraud Wolff (Wolmirstedt) (SPD) . . . . . . Dr. Peter Jahr (CDU/CSU) . . . . . . . . . . . . . . . Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 11288 A 11290 B 11291 C 11292 C 11294 C 11296 C 11298 B 11300 B 11302 A 11303 C 11304 D 11306 C 11308 D 11309 D 11310 D 11312 D 11315 B 11317 C 11319 A Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 9. September 2004 11191 (A) (C) (B) (D) 123. Si Berlin, Donnerstag, de Beginn: 9
  • folderAnlagen
    Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 123. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 9. September 2004 11319 (A) (C) (B) (D) Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versamm- lung der NATO Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich Barthel (Berlin), Eckhardt SPD 09.09.2004 Büttner (Ingolstadt), Hans SPD 09.09.2004 Dr. Guttmacher, Karlheinz FDP 09.09.2004 Meckel, Markus SPD 09.09.2004 Raidel, Hans CDU/CSU 09.09.2004* Schauerte, Hartmut CDU/CSU 09.09.2004 Schmidt (Fürth), Christian CDU/CSU 09.09.2004 Schöler, Walter SPD 09.09.2004 Schösser, Fritz SPD 09.09.2004 Schreck, Wilfried SPD 09.09.2004 Schultz (Everswinkel), Reinhard SPD 09.09.2004 Dr. Schwall-Düren, Angelica SPD 09.09.2004 Ulrich, Hubert BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 09.09.2004 Wimmer (Neuss), Willy CDU/CSU 09.09.2004 Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich 123. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 9. September 2004 Inhalt: Redetext Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Maria Eichhorn


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Sehr geehrte Frau Hagedorn, zum letzten Punkt kann

    ich Ihnen sagen, dass die Kürzungen in Ihrem Haushalt
    bei 4,4 Prozent liegen. Wie viel Unterschied ist da zu
    5 Prozent? Ich kann Ihnen sagen, dass in Bayern gespart
    wird – aber nicht bei den Familien.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Im Gegenteil, das Erziehungsgeld in Bayern bleibt. Zu-
    dem ist ein Bildungsplan für die Kindergärten neu er-
    stellt worden. Das heißt, Bayern geht gerade in der Fa-
    milienpolitik mit einem sehr guten Beispiel voran.
    Machen Sie das im Bund nach, dann können wir mitei-
    nander diskutieren.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Nicolette Kressl [SPD]: Halbtagskindergärten!)


    Zum Ergebnis des Vermittlungsausschusses: Ich weiß
    nicht, ob wir auf unterschiedlichen Ebenen leben. Wenn
    ich mit Vertretern der Kommunen rede, dann sagen sie
    mir alle, dass das, was im Vermittlungsausschuss verein-
    bart worden ist, gerade einmal der Ausgleich für das ist,
    was den Kommunen vorher genommen worden ist.


    (Nicolette Kressl [SPD]: So ein Blödsinn!)

    Von den 1,5 Milliarden Euro, die ihnen jetzt versprochen
    worden sind,


    (Caren Marks [SPD]: Wer hat denn für die Entlastung der Kommunen gesorgt?)


    können sie diese Betreuung nicht finanzieren, denn sie
    müssen zunächst einmal die Kosten aus der Zusammen-
    legung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe tragen.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Genau!)

    Die Kosten, die durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz
    entstehen, sind hier noch nicht gedeckt. Lesen Sie ein-
    mal die Stellungnahme der kommunalen Spitzenver-
    bände nach, diskutieren Sie mit Oberbürgermeistern und
    mit Landräten, dann werden Sie zu der Erkenntnis kom-
    men, dass die Finanzierung nicht gesichert ist. Tun Sie
    etwas für die Finanzierung!


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Nach den Hauptgründen befragt, warum Eltern auf ein

    zweites Kind verzichten, antworten in der bereits zitier-
    ten Studie 68 Prozent der Eltern, sie würden deswegen






    (A) (C)



    (B) (D)


    Maria Eichhorn

    auf ein zweites Kind verzichten, weil Kinder viel Geld
    kosten und sie sich das nicht leisten können, nur
    38 Prozent der Eltern gaben an, dass Kinderbetreuungs-
    möglichkeiten fehlen.


    (Caren Marks [SPD]: Weil sie nicht arbeiten gehen können und die Betreuung fehlt!)


    Das Statistische Bundesamt beziffert die Kosten für
    ein Kind, von der Geburt bis zum Ende der Ausbildung,
    auf rund 220 000 Euro. Nach dem Sechsten Familienbe-
    richt decken davon die staatlichen Fördermaßnahmen
    etwa ein Viertel ab. Für den Rest müssen die Eltern auf-
    kommen. Familien mit zwei Kindern verfügen über die
    Hälfte des Einkommens kinderloser Ehepaare. Immer
    mehr Kinder und Jugendliche werden zu Sozialhilfe-
    empfängern: Im letzten Jahr ist die Anzahl der Kinder,
    die von Sozialhilfe abhängig sind, um 6 Prozent gestie-
    gen. Trotzdem setzen Sie überwiegend auf Betreuungs-
    angebote. Frau Ministerin, Tatsache ist, dass Sie mit den
    Kürzungen beim Erziehungsgeld und mit den Plänen zur
    Abschaffung der Eigenheimzulage noch mehr Familien
    ins Abseits stellen.

    Obwohl Sie keine verlässliche Finanzierungsgrund-
    lage für die Betreuung der unter Dreijährigen anbieten,
    versprechen Sie nun das Elterngeld. Von Finanzierung
    keine Spur. Dieses Elterngeld wird aufgrund der hohen
    Kosten und auch wegen dessen fehlender Wirksamkeit
    und Gerechtigkeit in Ihren eigenen Reihen in Zweifel
    gezogen, und zwar nicht nur von den Kabinettskollegen,
    sondern auch von der Vorsitzenden des Familienaus-
    schusses, Ihrer Fraktionskollegin Kerstin Griese.

    Sie wollen die Familienförderung von der Erwerbstä-
    tigkeit abhängig machen. Das widerspricht der Wahlfrei-
    heit, meine sehr geehrten Damen und Herren von SPD
    und Grünen. Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Be-
    ruf und Familie müssen und sollen entsprechend den
    Wünschen der Eltern in eine ausgewogene Balance ge-
    bracht werden.


    (Marieluise Beck [Bremen] [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Wunderbar!)


    Deshalb ist ein qualitativer und bedarfsgerechter Ausbau
    der Kinderbetreuung notwendig; das wollen auch wir.
    Genauso notwendig sind aber auch eine angemessene fi-
    nanzielle Förderung, die eine echte Wahlfreiheit ermög-
    licht und nicht nur eine bestimmte Schicht von Eltern
    fördert, und die Stärkung der Erziehungs- und Eltern-
    kompetenz.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wie es besser gehen kann, macht Frankreich vor.

    Der Erfolg der französischen Familienpolitik, die zu ei-
    ner durchschnittlichen Geburtenrate von 1,9 führt, liegt
    in einer Vielzahl von Maßnahmen und Instrumenten zur
    Unterstützung der Familien.


    (Silke Stokar von Neuforn [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ganztagsbetreuung ab sechs Monate!)


    In Deutschland werden meist nur die Betreuungsmög-
    lichkeiten genannt, die natürlich auch in Frankreich ein
    Teil der Familienpolitik sind. Hinzu kommen aber – und
    das ist besonders wichtig – eine Reihe von steuerlichen
    Entlastungen von Familien und die gezielte finanzielle
    Förderung französischer Familien. Deswegen ist der Er-
    folg der französischen Familienpolitik so groß.

    Nach einer Studie des BAT-Freizeit-Forschungsinsti-
    tuts ist die Familie die umfangreichste und beständigste
    Zukunftsvorsorge. Die Familie vermittelt Werte, bietet
    ein verlässliches soziales Netz und fördert die Lebens-
    qualität für alte und junge Menschen sowie die Stabilität
    der Beziehungen und Bindungen zwischen den Genera-
    tionen.

    Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Zur
    Bewältigung dieser vor uns liegenden Aufgaben benöti-
    gen wir leistungsbereite und starke junge Menschen,
    aber auch erfahrene Ältere.

    Die Jugendarbeitslosigkeit und das Problem fehlender
    Ausbildungsplätze sind Ihnen völlig aus dem Ruder ge-
    laufen. Ihre Programme „JUMP“ und „JUMP Plus“ blie-
    ben ohne Erfolg,


    (Caren Marks [SPD]: Das gibt es doch gar nicht!)


    weil Sie damit keinen Einstieg in eine reguläre sozialver-
    sicherungspflichtige Beschäftigung oder in eine Ausbil-
    dung geboten haben. Eine Anhörung unserer Fraktion
    mit Experten und betroffenen Jugendlichen hat gezeigt,
    dass Sie die falschen Rezepte haben. Statt qualifizierte
    Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Jugendliche zu
    schaffen, haben Sie die Unternehmen und die Jugendli-
    chen durch Ihre Debatte um eine Ausbildungsplatzab-
    gabe verunsichert und viel Zeit verloren.

    Die CDU/CSU-Fraktion hat eine Berufsbildungsno-
    velle vorgelegt, durch die es den Betrieben erleichtert
    wird, Ausbildungsplätze zu schaffen. Durch sie erhalten
    junge Menschen wieder mehr Chancen auf dem Ausbil-
    dungs- und auf dem Arbeitsmarkt. Sie hat vor allem jene
    Jugendliche im Blick, die mehr praktisch begabt sind.
    Auch an diese Jugendlichen müssen wir denken.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg. Ina Lenke [FDP])


    Absolute Stiefkinder Ihrer Politik sind der Jugend-
    schutz und der Jugendmedienschutz.


    (Kerstin Griese [SPD]: Das ist doch Quatsch!)

    Nach den Ereignissen von Erfurt haben wir das Jugend-
    schutzgesetz in der letzten Legislaturperiode hopplahopp
    geändert. Bereits damals haben Ihnen die Experten ge-
    sagt, dass diese Änderung nicht helfen wird, die Gewalt
    an den Schulen einzudämmen. Leider hat sich diese Ein-
    schätzung als richtig erwiesen. Hätten Sie unsere Vor-
    schläge angenommen, dann könnte es heute etwas an-
    ders aussehen.

    Ein ganz trauriges Kapitel ist der Zivildienst. Dabei
    haben Sie vor einem Jahr Entspannung angekündigt.
    Wenn Sie aber so weitermachen, werden Sie den Zivil-
    dienst kaputtsparen, bis er sich letztlich überhaupt nicht
    mehr lohnt.


    (Ina Lenke [FDP]: Das ist doch Absicht!)

    Das ist die Wahrheit und wohl auch Ihre Absicht.






    (A) (C)



    (B) (D)


    Maria Eichhorn

    Schon lange warten wir auf einen Vorschlag zum Auf-

    bau von Freiwilligendiensten zur Förderung der ehren-
    amtlichen generationenübergreifenden Arbeit. Das soll
    jetzt endlich kommen. Sehen Sie sich an, welche Vorlage
    wir während unserer Regierungszeit mit den Senioren-
    büros erbracht haben. Bauen Sie darauf auf, dann haben
    Sie eine gute Grundlage!


    (Christel Humme [SPD]: Wenn das alles war, dann war das nicht viel!)


    Lebensqualität ist nicht nur Erholung, Freizeit und
    Ruhestand, sondern vor allem das Gefühl, gebraucht zu
    werden. Wenn wir wissen, dass heute nur noch 39 Pro-
    zent der erwerbsfähigen Menschen zwischen 55 und
    64 Jahren in Arbeit sind, dann frage ich Sie: Was tun Sie,
    um ältere Arbeitnehmer wieder in Arbeit zu bringen?


    (Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN]: Das haben wir dem Norbert Blüm mit seinem Frühverrentungsprogramm zu verdanken!)


    Wer heute über 50 Jahre alt und arbeitslos ist, hat kaum
    noch Chancen, wieder eine Stelle zu bekommen. Sie ha-
    ben keine Konzepte, um diesen älteren Arbeitnehmern
    Perspektiven zu geben.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Dringender Handlungsbedarf besteht auch im Bereich

    der Altenpflege. Bei der Novellierung des Heimgesetzes
    hatten wir Ihnen schon prophezeit, dass es zu einer er-
    heblichen Bürokratisierung kommen wird. Das ist jetzt
    eingetreten. Frau Ministerin, Sie müssen etwas tun, da-
    mit wieder mehr Zeit für die Pflege bleibt und die Zeit
    der Pflegekräfte nicht mit Dokumentations- und Verwal-
    tungsaufgaben in Anspruch genommen wird.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Frauenpolitik? – Fehlanzeige! Sie haben schon lange das
    Antidiskriminierungsgesetz angekündigt. Aber wo bleibt
    es denn? Darauf haben Sie keine Antwort.


    (Irmingard Schewe-Gerigk [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Gut Ding braucht Weile!)


    Frau Ministerin, Ihre Halbzeitbilanz ist sehr dürftig.
    Der Etat Ihres Haushalts weist die stärksten Kürzungen
    unter allen Ministerien auf. Ihr Haushalt bietet keinerlei
    Zukunftsperspektiven.

    Danke schön.

    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Steffen Kampeter [CDU/ CSU]: Sehr gute Rede!)




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Ich erteile das Wort Ekin Deligöz, Bündnis 90/Die

Grünen.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Ekin Deligöz


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Nach den Reden der CDU/CSU-Fraktion ist man schon
    ein bisschen verwundert: Der Bundesrat befasst sich
    demnächst auf Ihren Antrag hin zum dritten oder vierten
    Male mit Kürzungsmaßnahmen in der Jugendhilfe und
    hier tun Sie so, als ob Sie das Rad neu erfinden würden,
    und setzen sich vehement für die Kinderbetreuung ein.


    (Dr. Maria Böhmer [CDU/CSU]: Wir machen es doch sogar! Wir machen es!)


    Ich frage mich: Wo bleiben denn Ihre Anträge im Bun-
    desrat, wo Sie die Mehrheit haben, für mehr Kinderbe-
    treuung und den Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe?


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Wo sind Ihre Ansätze und Gestaltungsvorschläge?

    (Kurt J. Rossmanith [CDU/CSU]: Wir sind hier nicht im Bundesrat!)

    – Aber im Bundesrat haben Sie die Mehrheit. Dort haben
    Sie sehr wohl die Möglichkeit, Ihre Vorschläge einzu-
    bringen.


    (Nicolette Kressl [SPD]: Ihre Kürzungsvorschläge bringen Sie auch in den Bundesrat ein!)


    – Ja, Frau Kressl hat völlig Recht.
    Hier wurde mehrfach Bayern als positives Beispiel

    angeführt. Ich komme aus Bayern und bekomme durch-
    aus mit, wie die Kinderläden, Kindergärten, Elternver-
    eine und -verbände um jeden Cent zittern.


    (Nina Hauer [SPD]: Wie in Hessen!)

    Dort wird Folgendes gemacht: Da die Geburtenziffer zu-
    rückgeht, wird in absehbarer Zeit von sinkenden Ausga-
    ben ausgegangen.


    (Ina Lenke [FDP]: Damit rechnen Sie doch auch!)


    Daher wird innerhalb der nächsten zehn Jahre bei der
    Kinderbetreuung mit einer Kürzung von 9 000 Stellen
    gerechnet.


    (Ina Lenke [FDP]: Sie argumentieren doch genauso!)


    Das ist eine verlogene und doppelzüngige Politik. Das
    ist CSU und nichts anderes.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Im Zentrum unseres Gesetzes steht die Kinderbetreu-
    ung und der Ausbau der Infrastruktur, wie wir es seit An-
    fang dieser Wahlperiode angekündigt haben.


    (Ina Lenke [FDP]: Seit 1998 versprechen Sie das schon!)


    Dieses Gesetz haben wir gemacht, weil sich insbeson-
    dere die heute CDU/CSU-regierten Länder und auch
    viele Kommunen geweigert haben, diese Aufgabe zu er-
    füllen.


    (Steffen Kampeter [CDU/CSU]: Sie haben eine etwas schräge Wahrnehmung der Wirklichkeit!)







    (A) (C)



    (B) (D)


    Ekin Deligöz

    Diese Aufgabe, die schon im KJHG steht, ist nicht neu,
    aber passiert ist nichts. Schauen Sie sich einmal die Quo-
    ten an. Weil nichts passiert ist, ist es notwendig gewor-
    den, dass wir genauere Kriterien formulieren, die Sie
    wiederum angreifen.


    (Kurt J. Rossmanith [CDU/CSU]: Sechs Jahre ist nichts passiert!)


    Weil nichts passiert ist, fordere ich für die Grünen, dass
    wir die Rechte der Eltern stärken. Wenn wir Eltern ein
    einklagbares Recht geben wollen, dann hat das nichts
    damit zu tun, dass ich der Ministerin nicht traue; das
    möchte ich dazusagen. Ich vertraue ihr voll und ganz.
    Sie kämpft in dieser Sache wirklich. Ich traue Ihnen und
    Ihren Bürgermeistern vor Ort nicht, die nach wie vor die
    Meinung vertreten, das Beste für das Kind ist, wenn die
    Mutter zu Hause bleibt und die Hausfrauenrolle über-
    nimmt.


    (Dr. Maria Böhmer [CDU/CSU]: Kommen Sie doch mal in unsere Städte!)


    Das ist Ihre Politik. Deshalb fordere ich die Stärkung der
    Elternrechte, aus keinem anderen Grund.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD – Dr. Maria Böhmer [CDU/ CSU]: Sie müssen mal den SPD-Ländern Beine machen!)


    Wir reden über ein Gesetz, von dem wir keine Wun-
    der erwarten. Wir haben eine Zeitschiene und müssen
    natürlich bedenken, dass die Kommunen in einer
    schwierigen Lage sind.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Wer hat sie in die gebracht?)


    Wir reden aber auch darüber, dass die Kinderzahlen in
    Deutschland zurückgehen, Kapazitäten frei werden und
    diese Kapazitäten wieder zugunsten der Eltern und ihrer
    Kinder genutzt und keine Mittel eingespart werden sol-
    len. Darum geht es letztendlich, auch wenn wir über die
    Kindertagespflege reden. Es geht ferner darum, in ländli-
    chen Gebieten den Frauen Gleichberechtigungschancen
    zu bieten, damit sie wieder erwerbstätig werden können.


    (Dr. Maria Böhmer [CDU/CSU]: Völlig richtig!)


    Ich verstehe nicht, was die Kritik soll, dass wir mit der
    Reform nur auf die Gleichberechtigung abzielen. Was
    denn sonst, meine Damen und Herren? Genau das ist es,
    was wir machen müssen. Gleichberechtigung von Mann
    und Frau durchzusetzen, das ist unsere Aufgabe.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)


    Die Diskussion über den Ausbau der Tagesbetreu-
    ung findet nicht im luftleeren Raum statt. Die Schwie-
    rigkeit ist auch, dass über uns wie ein Damoklesschwert
    die Forderung von den CDU/CSU-regierten Ländern
    schwebt, das Kinder- und Jugendhilfegesetz von der
    Bundeszuständigkeit in die Länderzuständigkeit zu über-
    führen. Unsere Befürchtung ist, dass es dann zu starken
    Einschnitten zulasten der Kinder kommen wird. Unsere
    Befürchtung ist, dass genau diese Menschen, die wir ver-
    teidigen, auch die Jugendlichen, die Sie anscheinend
    ebenfalls verteidigen wollen, die Opfer dieser Änderung
    sein werden. Deshalb ist unsere Forderung: Das Kinder-
    und Jugendhilfegesetz muss in der Zuständigkeit des
    Bundes bleiben.


    (Dr. Maria Böhmer [CDU/CSU]: Völlig richtig!)


    Die Debatte über die Kinderbetreuung zeigt, wie Recht
    wir damit haben, diese Forderung weiterhin aufrechtzu-
    erhalten und dafür auch im Bundesrat zu kämpfen.


    (Maria Eichhorn [CDU/CSU]: Dann überzeugen Sie den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Steinbrück davon! Der ist anderer Meinung!)


    Vielen herzlichen Dank.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)