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ID1505105600

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  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 15/51 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 1: Antrag der Abgeordneten Annette Widmann-Mauz, Andreas Storm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/ CSU: Für ein freiheitliches, humanes Gesundheitswesen – Gesundheitspoli- tik neu denken und gestalten (Drucksache 15/1174) . . . . . . . . . . . . . . . . in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Dr. Dieter Thomae FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Marianne Linke, Ministerin Mecklenburg-Vorpommern . . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Zöller CDU/CSU. . . . . . . . . . . . . . Birgitt Bender BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Klaus Kirschner SPD . . . . . . . . . . . . . . . Annette Widmann-Mauz CDU/CSU . . . . Gudrun Schaich-Walch SPD . . . . . . . . . . . . . Wolfgang Zöller CDU/CSU . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 4: Überweisungen im vereinfachten Verfahren 4199 D 4217 D 4218 D 4220 C 4221 D 4222 A 4222 C 4224 C 4226 C Deutscher B Stenografisch 51. Sitz Berlin, Mittwoch, de I n h a l Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 2: a) Erste Beratung des von den Fraktionen der SPD und des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN eingebrachten Ent- wurfs eines Gesetzes zur Moderni- sierung des Gesundheitssystems (Gesundheitssystemmodernisierungs- gesetz – GMG) (Drucksache 15/1170) . . . . . . . . . . . . . b) Antrag der Abgeordneten Dr. Dieter Thomae, Detlef Parr, weiterer Ab- geordneter und der Fraktion der FDP: Altersgrenze für Vertragsärzte be- seitigen (Drucksache 15/940) . . . . . . . . . . . . . . F D K D U A B D 4199 C 4199 C 4199 D Antrag der Abgeordneten Dr. Dieter Thomae, Detlef Parr, weiterer Abgeordne- ter und der Fraktion der FDP: Mut zur undestag er Bericht ung n 18. Juni 2003 t : Verantwortung – für ein freiheitliches Gesundheitswesen (Drucksache 15/1175) . . . . . . . . . . . . . . . . ranz Müntefering SPD . . . . . . . . . . . . . . . . r. Angela Merkel CDU/CSU . . . . . . . . . . . . rista Sager BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gerhard Schröder SPD. . . . . . . . . . . . . . . r. Wolfgang Gerhardt FDP . . . . . . . . . . . . . Krista Sager BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . lla Schmidt, Bundesministerin BMGS . . . . nnette Widmann-Mauz CDU/CSU . . . . . . irgitt Bender BÜNDNIS 90/ IE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4200 A 4200 B 4203 C 4206 B 4208 B 4208 C 4209 C 4210 D 4213 C 4216 C a) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines II Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 51. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 Gesetzes zur Durchführung gemein- schaftsrechtlicher Vorschriften über die grenzüberschreitende Beweisauf- nahme in Zivil- oder Handelssachen in den Mitgliedstaaten (EG-Beweis- Christian Schmidt (Fürth) CDU/CSU . . . . . . Petra Ernstberger SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . Namentliche Abstimmung . . . . . . . . . . . . . . . 4238 A 4239 B aufnahmedurchführungsgesetz) (Drucksache 15/1062) . . . . . . . . . . . . . b) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland und weiterer berufsrechtlicher Vorschrif- ten für Rechts- und Patentanwälte, Steuerberater und Wirtschafts- prüfer (Drucksache 15/1072) . . . . . . . . . . . . . c) Erste Beratung des von der Bundes- regierung eingebrachten Entwurfs ei- nes Gesetzes zu dem Vertrag vom 27. Juni 2001 zwischen der Bundes- republik Deutschland und der Repu- blik Indien über die Auslieferung (Drucksache 15/1073) . . . . . . . . . . . . . Tagesordnungspunkt 3: a) Beschlussempfehlung und Bericht des Auswärtigen Ausschusses zu dem An- trag der Bundesregierung: Beteili- gung bewaffneter deutscher Streit- kräfte an dem EU-geführten Einsatz zur Stabilisierung der Sicherheits- lage und Verbesserung der humani- tären Situation in Bunia auf der Grundlage der Resolution 1484 (2003) des Sicherheitsrats der Ver- einten Nationen vom 30. Mai 2003 (Drucksachen 15/1168, 15/1176) . . . . . b) Bericht des Haushaltsausschusses ge- mäß § 96 der Geschäftsordnung (Drucksache 15/1177) . . . . . . . . . . . . . Dr. Peter Struck, Bundesminister BMVg . . . Dr. Wolfgang Schäuble CDU/CSU . . . . . . . . Joseph Fischer, Bundesminister AA . . . . . . . Günther Friedrich Nolting FDP . . . . . . . . . . . Andreas Weigel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Christian Ruck CDU/CSU . . . . . . . . . . . . Petra Pau fraktionslos . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dr. Ludger Volmer BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . E N A L A E C P J H d b g c tä R V ( A E ü li d d m d d ( W T J A A d ( F 4227 B 4227 B 4227 C 4227 C 4227 D 4228 A 4229 D 4231 B 4232 D 4234 A 4235 B 4236 C 4237 B rgebnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 1 iste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . nlage 2 rklärung nach § 31 GO der Abgeordneten hrista Nickels, Silke Stokar von Neuforn, eter Hettlich, Cornelia Behm, Thilo Hoppe, osef Philip Winkler, Dr. Ludger Volmer und ans-Christian Ströbele zur Abstimmung über en Antrag der Bundesregierung: Beteiligung ewaffneter deutscher Streitkräfte an dem EU- eführten Einsatz zur Stabilisierung der Si- herheitslage und Verbesserung der humani- ren Situation in Bunia auf der Grundlage der esolution 1484 (2003) des Sicherheitsrats der ereinten Nationen vom 30. Mai 2003 Tagesordnungspunkt 3 a) . . . . . . . . . . . . . . . nlage 3 rklärung nach § 31 GO zur Abstimmung ber den Antrag der Bundesregierung: Betei- gung bewaffneter deutscher Streitkräfte an em EU-geführten Einsatz zur Stabilisierung er Sicherheitslage und Verbesserung der hu- anitären Situation in Bunia auf der Grundlage er Resolution 1484 (2003) des Sicherheitsrats er Vereinten Nationen vom 30. Mai 2003 Tagesordnungspunkt 3 a) . . . . . . . . . . . . . . . olfgang Börnsen (Bönstrup) CDU/CSU . . . homas Dörflinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . ürgen Koppelin FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . nlage 4 ntwort des Staatssekretärs Béla Anda auf ie Frage des Abgeordneten Bernhard Kaster CDU/CSU) (47. Sitzung, Drucksache 15/1077, rage 41) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4240 C 4240 B 4243 A 4245 A 4246 C 4246 D 4246 D 4247 A 4247 B 4247 D Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 51. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 4199 (A) ) (B) ) 51. Sitz Berlin, Mittwoch, de Beginn: 10.0
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    (B) (D) Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 51. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 4245 (A) ) (B) ) Griese, Kerstin SPD 18.06.2003 Dr. Müller, Gerd CDU/CSU 18.06.2003 Granold, Ute CDU/CSU 18.06.2003 Merkel, Petra-Evelyne SPD 18.06.2003 Anlage 1 Liste der entschuldigt Abgeordnete(r) entschuldigt für Aigner, Ilse CDU/CSU 18.06.2003 Dr. Akgün, Lale SPD 18.06.2003 Altmaier, Peter CDU/CSU 18.06.2003 Andres, Gerd SPD 18.06.2003 Bahr (Neuruppin), Ernst SPD 18.06.2003 Barthle, Norbert CDU/CSU 18.06.2003 Bellmann, Veronika CDU/CSU 18.06.2003 Berg, Ute SPD 18.06.2003 Berninger, Matthias BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.06.2003 Dr. Bietmann, Rolf CDU/CSU 18.06.2003 Binninger, Clemens CDU/CSU 18.06.2003 Brähmig, Klaus CDU/CSU 18.06.2003 Brandner, Klaus SPD 18.06.2003 Breuer, Paul CDU/CSU 18.06.2003 Brüderle, Rainer FDP 18.06.2003 Brüning, Monika CDU/CSU 18.06.2003 Brunnhuber, Georg CDU/CSU 18.06.2003 Büttner (Ingolstadt), Hans SPD 18.06.2003 Bulmahn, Edelgard SPD 18.06.2003 Burchardt, Ulla SPD 18.06.2003 Burgbacher, Ernst FDP 18.06.2003 Edathy, Sebastian SPD 18.06.2003 van Essen, Jörg FDP 18.06.2003 Feibel, Albrecht CDU/CSU 18.06.2003 Fischer (Karlsruhe- Land), Axel E. CDU/CSU 18.06.2003 Fritz, Erich G. CDU/CSU 18.06.2003 Göbel, Ralf CDU/CSU 18.06.2003 Göllner, Uwe SPD 18.06.2003 Dr. Götzer, Wolfgang CDU/CSU 18.06.2003 G G F H D H H H H H D K K K v K K K D D L L L L L L D A (C (D Anlagen zum Stenografischen Bericht en Abgeordneten rosse-Brömer, Michael CDU/CSU 18.06.2003 rotthaus, Wolfgang SPD 18.06.2003 reiherr von und zu Guttenberg, Karl- Theodor CDU/CSU 18.06.2003 agedorn, Bettina SPD 18.06.2003 r. Happach-Kasan, Christel FDP 18.06.2003 artenbach, Alfred SPD 18.06.2003 artnagel, Anke SPD 18.06.2003 aupt, Klaus FDP 18.06.2003 edrich, Klaus-Jürgen CDU/CSU 18.06.2003 eller, Uda Carmen Freia CDU/CSU 18.06.2003 r. Hoyer, Werner FDP 18.06.2003 aster, Bernhard CDU/CSU 18.06.2003 auch, Michael FDP 18.06.2003 auder (Bad Dürrheim), Siegfried CDU/CSU 18.06.2003 on Klaeden, Eckart CDU/CSU 18.06.2003 opp, Gudrun FDP 18.06.2003 oschyk, Hartmut CDU/CSU 18.06.2003 ünast, Renate BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.06.2003 r. Küster, Uwe SPD 18.06.2003 r. Lamers (Heidelberg), Karl A. CDU/CSU 18.06.2003 amp, Helmut CDU/CSU 18.06.2003 anzinger, Barbara CDU/CSU 18.06.2003 aurischk, Sibylle FDP 18.06.2003 ehn, Waltraud SPD 18.06.2003 enke, Ina FDP 18.06.2003 intner, Eduard CDU/CSU 18.06.2003* r. Luther, Michael CDU/CSU 18.06.2003 bgeordnete(r) entschuldigt für 4246 Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 51. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 (A) ) (B) ) * für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union A l d b s s I s f l b A d e S r r 1 M d l b r i t s Müller (Düsseldorf), Michael SPD 18.06.2003 Neumann (Bremen), Bernd CDU/CSU 18.06.2003 Niebel, Dirk FDP 18.06.2003 Nolte, Claudia CDU/CSU 18.06.2003 Oswald, Eduard CDU/CSU 18.06.2003 Pieper, Cornelia FDP 18.06.2003 Dr. Pinkwart, Andreas FDP 18.06.2003 Dr. Priesmeier, Wilhelm SPD 18.06.2003 Rachel, Thomas CDU/CSU 18.06.2003 Reiche, Katherina CDU/CSU 18.06.2003 Repnik, Hans-Peter CDU/CSU 18.06.2003 Rübenkönig, Gerhard SPD 18.06.2003 Rühe, Volker CDU/CSU 18.06.2003 Schmidbauer (Nürnberg), Horst SPD 18.06.2003 Schöler, Walter SPD 18.06.2003 Schulte (Hameln), Brigitte SPD 18.06.2003 Segner, Kurt CDU/CSU 18.06.2003 Sehn, Marita FDP 18.06.2003 Dr. Solms, Hermann Otto FDP 18.06.2003 Sowa, Ursula BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 18.06.2003 Dr. Stadler, Max FDP 18.06.2003 Türk, Jürgen FDP 18.06.2003 Dr. Uhl, Hans-Peter CDU/CSU 18.06.2003 Weis (Stendal), Reinhard SPD 18.06.2003 Weisheit, Matthias SPD 18.06.2003 Welt, Jochen SPD 18.06.2003 Dr. Westerwelle, Guido FDP 18.06.2003 Wimmer (Karlsruhe), Brigitte SPD 18.06.2003 Zapf, Uta SPD 18.06.2003 Abgeordnete(r) entschuldigt für (C (D nlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Christa Nickels, Silke Stokar von Neuforn, Peter Hettlich, Cornelia Behm, Thilo Hoppe, Josef Philip Winkler, Dr. Ludger Volmer und Hans-Christian Ströbele zur Ab- stimmung über den Antrag der Bundesregie- rung: Beteiligung bewaffneter deutscher Streit- kräfte an dem EU-geführten Einsatz zur Stabilisierung der Sicherheitslage und Verbes- serung der humanitären Situation in Bunia auf der Grundlage der Resolution 1484 (2003) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vom 30. Mai 2003 (Tagesordnungspunkt 3 a) Wir unterstützen nachdrücklich die Beschlussempfeh- ung des Auswärtigen Ausschusses zum Antrag der Bun- esregierung. Wir hoffen, dass dieser Einsatz mit dazu eitragen kann, die desaströse humanitäre und men- chenrechtliche Lage im Kongo nachhaltig zu verbes- ern. Die heutige Debatte hat ebenso wie alle vorliegenden nformationen eindeutig gezeigt, dass in dieser Lage Ab- chiebungen in den Kongo unverantwortbar sind. Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, da- ür Sorge zu tragen, dass für ausreisepflichtige kongo- esische Staatsangehörige ein allgemeiner Abschie- ungsstopp erlassen wird. nlage 3 Erklärungen nach § 31 GO zur Abstimmung über den Antrag der Bundes- regierung: Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfe an dem EU-geführten Einsatz zur Stabilisierung der Sicherheitslage und Verbes- serung der humanitären Situation in Bunia auf der Grundlage der Resolution 1484 (2003) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen vom 30. Mai 2003 (Tagesordnungspunkt 3 a) Wolfgang Börnsen (Bönstrup) (CDU/CSU): Nach em Wortlaut des Antrages der Bundesregierung handelt s sich um eine „Beteiligung bewaffneter deutscher treitkräfte an dem EU-geführten Einsatz zur Stabilisie- ung der Sicherheitslage und Verbesserung der humanitä- en Situation in Bunia auf der Grundlage der Resolution 484 (2003) des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen“. Es geht nicht, wie öffentlich diskutiert wird, um die itwirkung hauptsächlich von Sanitätsabteilungen, son- ern im Ziel um bewaffnete Mitwirkung. Ich halte den Einsatz in Afrika für verfassungsrecht- ich fragwürdig, für nicht kontrollier- und nicht steuer- ar. Das Leben unserer Landsleute wird in unvertretba- er Weise gefährdet. Bei dem Umfang des Krieges, der n den vergangenen fünf Jahren zu über 4 Millionen To- en geführt hat, wird hier, was den Umfang des EU-Ein- atzes angeht, nur einem symbolischen Akt das Wort ge- Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 51. Sitzung. Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 4247 (A) ) (B) ) redet. Das entspricht nicht unseren grundsätzlichen Menschenrechtsvorstellungen. Hier soll unter dem Deckmantel der Humanität eine Fehlentscheidung der Bundesregierung im Irakkonflikt korrigiert werden. Das ist unvertretbar. Unüblich ist auch, dass ohne NATO-Einbindung ge- handelt wird, sich hier also eine neue Spaltung abzeich- net. Und unhaltbar ist, dass jetzt bereits über die 110 000 deutsche im weltweiten Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten hinaus eine Ausweitung des Bundeswehrengagements erfolgt, ohne dass es zu einer Ausstattungsverbesserung kommt. Über Jahre hat die deutsche und europäische Außen- politik den afrikanischen Kontinent sträflich vernachläs- sigt und damit zur Destabilisierung der Lage beigetra- gen. Für diplomatische Lösungen ist es nie zu spät. Das gilt auch für die krisenhafte Situation in Liberia, im Su- dan und in Nigeria. Die Bundeswehr kann, darf und soll nicht für eine fehlerhafte Politik der Bundesregierung die „Kastanien aus dem Feuer holen“ müssen. Der Kongo-Einsatz bedarf einer politischen, nicht militäri- schen Lösung! Thomas Dörflinger (CDU/CSU): Dem Antrag der Bundesregierung, Kräfte der Bundeswehr an einem Ein- satz im Kongo zu beteiligen, kann ich aus mehreren Gründen nicht zustimmen. Es ist unstreitig, dass der Völkermord im Kongo des Eingreifens der Völkergemeinschaft bedarf. Es ist ebenso unstreitig, dass die Bundesrepublik Deutschland international auch bei friedenssichernden Maßnahmen der Europäischen Union und/oder der Vereinten Natio- nen Verantwortung übernehmen muss. Hierzu gehört allerdings, dass nicht nur die politi- schen Vorgaben für die Bundeswehr, sondern auch die personelle, materielle und finanzielle Ausstattung inner- halb der Bundeswehr den veränderten Gegebenheiten angepasst werden. Diese Notwendigkeit und ein ständig zurückgehender Haushalt des Bundesministeriums der Verteidigung schließen sich gegenseitig aus. Seit Jahren weist die Bundesregierung der Bundes- wehr immer neue Aufgaben im internationalen Bereich zu. Eine durchgreifende Bundeswehrreform ist dabei ge- nauso wenig in Sicht wie eine angemessene Ausstattung des Haushalts, die insbesondere auf eine größtmögliche Gefahrenminimierung für die Angehörigen der Truppe ausgerichtet sein muss. Die Aussage, es handle sich im vorliegenden Fall le- diglich um eine logistische Unterstützung, geht am Pro- blem vorbei. Auch wenn absolute Sicherheit nie gewähr- leistet werden kann – der Tod mehrerer Soldaten in Afghanistan erfordert eine Debatte, die zunächst geführt werden sollte, bevor die Bundeswehr mit neuen, mögli- cherweise gefährlicheren Einsätzen konfrontiert wird. Jürgen Koppelin (FDP): Der Einsatz von 350 deut- schen Soldaten soll bis zum 1. September 2003 befristet sein. Es ist bereits jetzt abzusehen, dass dieser Zeitpunkt unrealistisch ist. In der ARD erklärte Bundesverteidi- g M d d r s t w K d d D v g l l s P e h s i d A d g z s d n w d g (C (D ungsminister Struck, dass er sogar eine Ausweitung des andats nicht ausschließen könne. Es gibt erhebliche Zweifel, ob deutsche Soldaten für iesen Einsatz ausgerüstet sind; ebenso halte ich die in er Vorlage der Bundesregierung vorgesehene Finanzie- ung für unrealistisch. Notwendige Maßnahmen zur Sicherheit der deut- chen Soldaten werden in der Vorlage kaum berücksich- igt, obwohl militärische Gewalt nicht ausgeschlossen erden kann. Bundesminister Struck schließt sogar bei ampfhandlungen die Notwendigkeit der Ausdehnung er Präsenz der Truppe nicht aus. Es ist ein Skandal, dass Bundesaußenminister Fischer iplomatische Vertretungen der Bundesrepublik eutschland in Afrika geschlossen hat, Afrika in nicht zu erantwortender Weise vernachlässigt hat und nun drin- end deutsche Soldaten nach Afrika schicken möchte. Ich verkenne nicht die humanitären Gründe, die end- ich zum Handeln in der Republik Kongo zwingen. Al- erdings wäre es ebenso notwendig, dass die europäi- chen Staaten mit dem gleichen Engagement sich dem roblem der AIDS-Seuche in Afrika annehmen, die benfalls inzwischen zu einem Massensterben geführt at. Ich werde dem Antrag der Bundesregierung nicht zu- timmen. Ich treffe diese Entscheidung auch besonders n Verantwortung gegenüber den Angehörigen der Bun- eswehr. nlage 4 Antwort es Staatssekretärs Béla Anda auf die Frage des Ab- eordneten Bernhard Kaster (CDU/CSU) (47. Sit- ung, Drucksache 15/1077, Frage 41): Wie erklärt sich die Bundesregierung die Antwort „Nein“ in der Antwort des Staatssekretärs und Chefs des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, des BPA, Béla Anda, vom 13. Februar 2003 auf die Schriftliche Frage 1 des Abgeordneten Dietrich Austermann in Bundestagsdrucksache 15/504 nach einer eventuellen Beauftragung der Agentur „Odeon Zwo“ zur Durchführung der Kampagne „Erfolg braucht alle“? Der Abgeordnete Austermann (Bundestagsdruck- ache 15/504) hatte gefragt: Trifft es zu, dass der Auftrag zur Kampagne der Bundesregierung „Erfolg braucht alle“, die Anfang 2003 startete und aus Anzeigen und Kinospots be- stand bzw. besteht, an Odeon Zwo vergeben wurde und nicht der Vergabeordnung entsprechend ausge- schrieben wurde. Im nächsten Halbsatz hatte sich MdB Austermann für iesen Fall zudem erkundigt, ob der Rahmenvertrag er- eut ausgeschrieben werde. Diese konditionierte Frage wurde mit „Nein“ beant- ortet, da die Bundesregierung mit der Beauftragung er Kampagne „Erfolg braucht alle“ nicht gegen die Ver- abeordnung verstoßen hat. 51. Sitzung Berlin, Mittwoch, den 18. Juni 2003 Inhalt: Redetext Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Andreas Weigel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr

    Kollege Schäuble, Ihre Kritik an der Informationspolitik
    der Bundesregierung kann ich nicht teilen.


    (Günther Friedrich Nolting [FDP]: Na, na, na!)

    Gerade in der Frage von Auslandseinsätzen fühle ich
    mich, fühlen wir uns gut informiert.


    (Christian Schmidt [Fürth] [CDU/CSU]: Wer ist „wir“?)


    Im Verteidigungsausschuss bekommen wir, wie ich
    finde, umfangreiche Informationen.


    (Beifall bei der SPD sowie der Abg. Krista Sager [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Meine Damen und Herren, Auslandseinsätze gehö-
    ren zum festen Aufgabenfeld der Bundeswehr. Fast ist
    schon so etwas wie Routine festzustellen. Die Verlänge-
    rung von Mandaten gehört zum Alltag des Deutschen
    Bundestages. Dann sind es Ereignisse wie der schreck-
    liche Terroranschlag am 7. Juni in Kabul, die uns in ent-
    setzlicher Weise vor Augen führen, welch hohe Gefahr
    und welch Risiko mit jedem Einsatz verbunden sind. Da-
    her muss jeder Einsatz genau auf seine Chancen und Ri-
    siken überprüft und bedacht werden.

    Es ist aber nicht nur die Sorge um unsere Soldaten,
    die dabei im Mittelpunkt steht; es sind immer auch und
    besonders das Leid und die Not der Menschen in den
    Krisenregionen, die unsere Entscheidung prägen. Die
    Nachrichten und Bilder, die uns aus Bunia erreichen,
    sind unfassbar. Es sind Meldungen des Schreckens und
    des Grauens.

    Wir beraten heute den Einsatz der europäischen Ein-
    greiftruppe, weil sich in Ituri eine neue, eine verheerende
    Entwicklung abzeichnet – eine Entwicklung, die deutli-
    che Parallelen zur Situation in Ruanda vor dem Genozid
    im Jahre 1994 zeigt. Auch 1994 hat die Weltgemein-
    schaft dem Morden lange zugeschaut. Sie hat sogar noch
    zugeschaut, als fast 1 Million Menschen systematisch
    umgebracht wurde. Aus diesen schrecklichen Ereignis-
    sen kann es nur eine Lehre geben, nämlich dass so etwas
    wie in Ruanda nie wieder geschehen darf.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Die Vereinten Nationen haben sich mit der Resolution
    1484 einstimmig für ein Mandat zur Friedenssiche-
    rung in Bunia ausgesprochen. Es muss jetzt gelingen,
    erneute Massaker und gegenseitige Vernichtungsorgien
    an ganzen Volksgruppen zu verhindern. Kann sich die
    Europäische Union dieser Aufgabe überhaupt entziehen?
    Kann sie sich entziehen, wenn sie die militärische und
    politische Möglichkeit hat, dieses Mandat zu überneh-
    men? – Sie kann es nicht. Sie würde nicht nur die leiden-
    den Menschen in Ituri im Stich lassen, sie würde auch
    ihre eigenen Grundlagen verraten.


    (Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)


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    (C (D Als Mitglied der Europäischen Union stehen wir erst inmal grundsätzlich in der Pflicht, die Mission im ongo zu unterstützen. Die Bundeswehr hat bereits annigfache Aufgaben im Dienste der Weltgemeinchaft übernommen. Die Ziele einer Friedensmission ögen aber noch so richtig und moralisch verpflichtend ein, es ist unsere allererste Pflicht, mit Verantwortung ie Risiken für die Soldaten der Bundeswehr abzuwäen. Was kann die Bundeswehr gegenwärtig im Rahmen iner solchen Mission überhaupt leisten? Derzeit befinen sich 8 500 Soldaten der Bundeswehr in neun Einatzkontingenten im Auslandseinsatz. Damit sind Kapaitäten für etwa 30 000 Soldaten gebunden. Wir nähern ns einem Punkt, an dem wir feststellen, dass die Resourcen ausgeschöpft sind. Weitere Verpflichtungen einugehen, ohne über die Weiterführung laufender Einätze nachzudenken, wird in absehbarer Zeit nicht mehr öglich sein. Das kann dann auch zu Überlegungen fühen, unsere Truppen aus den Einsätzen abzuziehen, für ie sie im Sinne ihres ursprünglichen Auftrages nicht ehr benötigt werden. Genauso aber gilt es abzuwägen, ob unsere Soldaten ür einen Einsatz direkt im Bürgerkriegsland überhaupt usreichend ausgebildet sind. Können wir Soldaten der undeswehr in Auslandseinsätze schicken, wenn sie ort auf Kindersoldaten treffen? Meine Damen und Heren, die Voraussetzungen für einen unmittelbaren Einsatz m Kongo sind für die Bundeswehr nicht gegeben. Ein mfangreicher Beitrag durch die Bundeswehr ist deshalb erzeit nicht zu leisten. Die Beteiligung innerhalb der peration Artemis wird sich folglich auf logistische nd sanitätsdienstliche Unterstützungen beschränken. So erden wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die Operaion Artemis bis zum 1. September 2003 militärisch unerstützt wird. Bis dahin soll die UNO-Operation MONUC auf 700 Soldaten anwachsen. Damit sollen das Machtakuum, das in Ituri entstanden ist, wieder gefüllt und er faktische Zustand der Anarchie ohne jegliche Ordungsmacht beendet werden. Nur so wird es gelingen, ie Milizen zu entwaffnen, das Morden zu beenden und ie katastrophale humanitäre Entwicklung in der Region ufzuhalten. Meine Damen und Herren, wir wissen, dass der mili ärische Einsatz scheitern wird, wenn er nicht von politichem und diplomatischem Engagement flankiert wird. ine zivile Ordnung wird auf Dauer nur mit Mitteln der olitik und mit ziviler Krisenbewältigung aufzubauen ein. (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)


    Auch die Entwicklungshilfe spielt dabei eine zen-
    rale Rolle. Auf diesem Gebiet kann die Bundesrepublik
    urchaus einen wichtigen Beitrag leisten. Ruanda und
    ganda sind Länder, in denen sich die deutsche Ent-
    icklungshilfe mit besonderem Schwerpunkt engagiert.
    s gibt also partnerschaftliche Verbindungen, die für






    (A) )



    (B) )


    Andreas Weigel

    friedensbildende Maßnahmen in der Region genutzt
    werden können.

    Nur wenn die Entwaffnung der Milizen gelingt und
    wir die Waffenlieferungen unterbinden, wird die Region
    Frieden finden. Wenn es gelingt, die wirtschaftlichen
    und politischen Interessen innerhalb der Demokratischen
    Republik Kongo und die Interessen der Nachbarländer
    zu einem Ausgleich zu bringen, wird es auch gelingen,
    einen dauerhaften Frieden zu etablieren.

    Es fällt mir schwer – wahrscheinlich geht es allen in
    diesem Raum so –, Soldaten der Bundeswehr in Einsätze
    zu entsenden. Auch Artemis ist nicht frei von Risiken.
    Wir leisten einen zugegebenermaßen kleinen Beitrag zur
    Stabilisierung der Region. Dies tun wir gemeinsam mit
    unseren europäischen Freunden. Das ist der derzeit ein-
    zig mögliche und damit angemessene Beitrag, den wir
    zu leisten imstande sind.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Dr. h.c. Susanne Kastner
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Herr Kollege Weigel, ich gratuliere Ihnen sehr herz-

lich zu Ihrer ersten Rede hier im Deutschen Bundestag
und wünsche Ihnen persönlich und politisch alles Gute.


(Beifall)

Nächster Redner ist der Kollege Dr. Christian Ruck,

CDU/CSU-Fraktion.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Christian Ruck


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)


    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die

    Unionsmitglieder des Ausschusses für wirtschaftliche
    Zusammenarbeit und Entwicklung haben gestern als
    Erste dem Antrag zu Artemis einstimmig zugestimmt.
    Wir haben dies nicht getan, weil wir die Vorarbeiten und
    Vorlagen der Bundesregierung für sehr überzeugend hal-
    ten. Im Gegenteil: Auch bei uns gab es Bedenken, zum
    Beispiel zum Zustand der Bundeswehr, die zum Stein-
    bruch Ihrer Haushaltspolitik wird. Wir kamen zu dem
    Ergebnis, dass uns eigentlich keine weiteren Kapazitäten
    für einen Einsatz in Afrika zur Verfügung stehen.

    Wir haben aber auch Bedenken zum UNO-Mandat für
    Bunia, das wir sowohl zeitlich als auch räumlich für
    fragwürdig halten. Ferner sind wir über den Punkt der
    Evakuierung gestolpert, weil er uns gestern noch sehr
    unklar vorkam und wir befürchteten, dass er zu einem
    Blankoscheck für einen Einsatz auf kongolesischem Bo-
    den werden könnte. Darüber hinaus sind wir natürlich
    hinsichtlich des Umstandes unzufrieden, dass von einer
    konsistenten Afrikapolitik weder in der EU noch in der
    rot-grünen Bundesregierung auch nur in Ansätzen die
    Rede sein kann. Deswegen – hier gebe ich Herrn Weigel
    in seiner Jungfernrede Recht – steht diese Aktion eigent-
    lich auf dem Kopf und der gefährliche Einsatz hängt in
    der Luft.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir haben trotzdem zugestimmt, weil wir glauben,

    dass uns die wachsenden humanitären Katastrophen in

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    (C (D frika nicht gleichgültig sein dürfen. Wir hoffen, dass in erfolgreiches Engagement in der Provinz Ituri helfen ird, die Friedensbemühungen in der ganzen Kongoegion wieder in Gang zu bringen, das Pretoria-II-Abommen neu zu beleben und auch den vielen afrikanichen und kongolesischen Politikern, die wirklich um ihr and und den Frieden kämpfen, den Rücken zu stärken. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP)


    mgekehrt hoffen wir, dass dies vor allem für die Draht-
    ieher innerhalb und außerhalb des Kongos, die den
    onflikt im Kongo am Leben erhalten und schüren, ein
    arnsignal darstellt.
    Ich möchte noch einmal deutlich sagen, dass wir mit

    nserer Politik, die darauf abzielt, die weitere Destabili-
    ierung Afrikas, insbesondere in Richtung Südafrika und
    amibia, zu stoppen, auch deutsche Interessen verfol-
    en. Dabei sehen wir: Wir müssen zumindest einen be-
    cheidenen deutschen Beitrag leisten und können diesen
    eitrag auch rechtfertigen.
    Ich möchte aber auch auf Folgendes hinweisen: Die-

    er Antrag ist für uns auch ein Zeugnis für die Wider-
    prüchlichkeit, die Schwachbrüstigkeit und teilweise
    bsurdität der rot-grünen Afrikapolitik insgesamt. Das
    tzte wirkliche Afrikakonzept stammt von 1994, also
    och aus der Zeit, als Union und FDP die Regierungs-
    erantwortung hatten. Seit 1998 hat sich die Lage in
    frika dramatisch zugespitzt.


    (Joseph Fischer [Frankfurt] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was hat sich denn geändert?)


    hre Antwort darauf, Herr Außenminister, ist, dass Sie
    otschaften geschlossen haben und durch die Pyramiden
    ejoggt sind. Das ist noch kein Konzept.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP – Joseph Fischer [Frankfurt] [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Durch die Pyramiden bin ich nicht gejoggt!)


    Ansonsten – das ist für mich ein sehr ernstes Thema –
    ar bei Ihnen nur freundliches Desinteresse angesagt.
    ie haben sich hinter den Franzosen und den Briten ver-
    teckt. Sie haben zum Beispiel während des Desasters in
    estafrika nicht eine einzige Initiative ergriffen. Uns
    eht es nicht darum, dass Sie mit Chirac einmal über
    ugabe gesprochen haben. Vielmehr ist es so, dass Sie
    it wichtigen Partnern keinen Streit um Afrika riskiert
    aben. Es war die Unionsfraktion, die das Thema Sim-
    abwe öffentlichkeitswirksam in dieses Haus gebracht
    at.
    Auch die Afrikainitiative der G 8, Herr Außenmi-

    ister, hat in Wirklichkeit nur zu sehr mageren Ergebnis-
    en geführt. Die Idee von der afrikanischen Friedensbri-
    ade liegt noch weiter in der Zukunft als Utopie. Trotz
    es großen Engagements von Afrikapolitikern auch in
    hren Reihen, zum Beispiel von Uschi Eid, ist nun
    EPAD an einem Punkt angelangt, an dem es bei der
    ntscheidenden Frage von Good Governance bröckelt.






    (A) )



    (B) )


    Dr. Christian Ruck

    Zu welchen grotesken Ergebnissen eine solche nicht

    abgestimmte, unengagierte und interessenlose Politik,
    wie sie auch Ludger Volmer, Ihr ehemaliger Staatsminis-
    ter, am 11. Juni in der „Frankfurter Rundschau“ ange-
    prangert hat, führt, sieht man – Kollege Nolting hat es
    schon angesprochen – klassischerweise im Kongo.

    Die Demokratische Republik Kongo kämpft um ihr
    Überleben. Auch unterhalb der Schwelle der öffentli-
    chen Zusammenarbeit gibt es mannigfach Möglichkei-
    ten, den einheimischen Politikern und der Bevölkerung
    bei dem Versuch, ihren Staat aufzubauen, zu helfen.
    Aber gerade im Kongo – wir haben das in einem Antrag
    hier im Parlament dargelegt – ist die Entwicklungs-
    zusammenarbeit auf Sparflamme eingestellt, während,
    wie schon angedeutet, ausgerechnet die Hauptdrahtzie-
    her des kongolesischen Desasters, nämlich Uganda und
    Ruanda, Schwerpunktländer sind. Man muss wissen,
    was Schwerpunktländer sind. Schwerpunktland der Ent-
    wicklungszusammenarbeit in Afrika zu werden bedeu-
    tet, die Arbeit eines Landes diplomatisch anzuerkennen.
    Genau den Punkt kritisieren wir.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Ich weiß natürlich, dass die Entwicklungszusammen-
    arbeit in beiden Ländern leicht zurückgefahren wurde.
    Was nicht zurückgefahren wurde, ist die HIPC-Initia-
    tive. Ein Land wie Uganda wird entschuldet, obwohl es
    durch die gewalttätige Ausplünderung des Nachbarstaa-
    tes zum größten Goldexporteur der Welt geworden ist.
    Das war nicht Sinn der HIPC-Initiative.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Wenn Herr Kagame aus Ruanda, der auch bei der Ent-

    schuldung ante portas steht, tatsächlich demnächst zu
    uns kommt, kann ich Sie nur auffordern, ihn darauf hin-
    zuweisen, dass die HIPC-Initiative eigentlich dazu die-
    nen soll, neue Mittel für die Armen in seinem Lande lo-
    ckerzumachen, und nicht dazu genutzt werden sollte, um
    die Armen im Nachbarland zu massakrieren.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP)


    Deswegen ist unser Fazit: Wir tragen Ihren Antrag
    zwar mit, aber er ist ein politisches Bruchstück. Nehmen
    Sie diese Debatte zum Anlass, Herr Außenminister,
    schnell eine Konzeption für die deutsche Afrikapolitik
    zu erarbeiten, die den Menschen in Afrika hilft, aber
    auch unsere Interessen definiert, die auf unsere Partner
    Einfluss nehmen kann, der Entwicklungszusammen-
    arbeit den Rücken stärkt und auch umgesetzt werden
    kann, damit wir wenigstens Anfang September wissen,
    welche Rolle Deutschland in Bezug auf Afrika spielen
    kann und soll. Denn spätestens dann wird der Kongo
    wieder auf der Tagesordnung stehen.


    (Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Joachim Günther [Plauen] [FDP])