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  • tocInhaltsverzeichnis
    Erweiterung der Tagesordnung . . . . . . . . . . . 2127 A Zur Geschäftsordnung: Jürgen Koppelin FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2127 D Walter Schöler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2129 A Dietrich Austermann CDU/CSU . . . . . . . . . . 2129 D Anja Hajduk BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 2130 D Tagesordnungspunkt 3: a) Antrag der Fraktionen der SPD, der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN: Einsetzung einer Enquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“ (Drucksache 15/464) . . . . . . . . . . . . . . 2132 A b) Antrag der Fraktionen der SPD, der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN: Neue Initiative für ein internationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) . . . . . . . . . . . . . . 2132 A c) Antrag der Abgeordneten Ulrike Flach, Cornelia Pieper, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Reproduk- tives Klonen weltweit verbieten – das Machbare schnell umsetzen (Drucksache 15/314) . . . . . . . . . . . . . . 2132 A Gudrun Schaich-Walch SPD . . . . . . . . . . . . . 2132 B Dr. Maria Böhmer CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 2133 C Dr. Reinhard Loske BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2135 D Ulrike Flach FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2137 C Christoph Matschie, Parl. Staatssekretär BMBF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2139 A Thomas Rachel CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 2139 D Christa Nickels BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 2141 B Detlef Parr FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2142 D Dr. Gesine Lötzsch fraktionslos . . . . . . . . . . 2143 D René Röspel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2144 C Hubert Hüppe CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . 2146 A Dr. Wolfgang Wodarg SPD . . . . . . . . . . . . . . 2147 B Barbara Lanzinger CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 2148 D Dr. Carola Reimann SPD . . . . . . . . . . . . . . . 2150 A Katherina Reiche CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 2151 A Helga Kühn-Mengel SPD . . . . . . . . . . . . . . . 2152 B Helmut Heiderich CDU/CSU . . . . . . . . . . . . 2153 B Jörg Tauss SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2154 C Tagesordnungspunkt 4: a) Unterrichtung durch die Bundesregie- rung: Straßenbaubericht 2002 (Drucksache 15/265) . . . . . . . . . . . . . . 2156 A b) Unterrichtung durch die Bundesregie- rung: Bericht zum Ausbau der Schie- nenwege 2002 (Drucksache 15/280) . . . . . . . . . . . . . . 2156 A c) Erste Beratung über den von den Abge- ordneten Horst Friedrich (Bayreuth), Joachim Günther (Plauen), weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP Plenarprotokoll 15/28 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 28. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003 I n h a l t : eingebrachten Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Verkehrs- wegeplanungsbeschleunigungsgesetzes (Drucksache 15/221) . . . . . . . . . . . . . . 2156 B in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Erste Beratung über den von den Abgeord- neten Arnold Vaatz, Dirk Fischer (Ham- burg), weiteren Abgeordneten und der Fraktion der CDU/CSU eingebrachten Ent- wurf eines Gesetzes zur Änderung des Verkehrswegeplanungsbeschleunigungs- gesetzes (Drucksache 15/461) . . . . . . . . . . . . . . . . 2156 B Dr. h. c. Manfred Stolpe, Bundesminister BMVBW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2156 C Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) CDU/CSU 2158 C Peter Hettlich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 2160 A Horst Friedrich (Bayreuth) FDP . . . . . . . . . . 2161 C Sören Bartol SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2163 C Renate Blank CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . . . 2165 B Siegfried Scheffler SPD . . . . . . . . . . . . . . 2165 D Albert Schmidt (Ingolstadt) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2168 B Renate Blank CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 2168 D Eduard Lintner CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . . 2170 A Karin Rehbock-Zureich SPD . . . . . . . . . . . . 2172 C Gerhard Wächter CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 2174 A Siegfried Scheffler SPD . . . . . . . . . . . . . . . . 2175 C Zusatztagesordnungspunkt 3: a) Erste Beratung über den vom Bundesrat eingebrachten Entwurf eines ... Straf- rechtsänderungsgesetzes – Graffiti- Bekämpfungsgesetz – (... StrÄndG) (Drucksache 15/404) . . . . . . . . . . . . . . 2177 B b) Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und der FDP: Für eine Internationale Sicherheitsinitiative für Nordostasien (Drucksache 15/469) . . . . . . . . . . . . . . 2177 C Tagesordnungspunkt 12: a) – d) Beschlussempfehlungen des Petitions- ausschusses: Sammelübersicht 15, 16, 17 und 18 zu Petitionen (Drucksachen 15/424, 15/425, 15/426 und 15/427) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2177 C Zusatztagesordnungspunkt 4: Beschlussempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses zu den Streitsachen vordem Bundesverfassungsgericht 2 BvE 1/02 und 2 BvE 2/02 (Drucksache 15/479) . . . . . . . . . . . . . . . . 2178 A Tagesordnungspunkt 5: a) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen zu dem Antrag der Abgeordneten Wolfgang Börnsen (Bönstrup), Dirk Fischer (Hamburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/CSU: Seesicherheit optimie- ren – nationaler und europäischer Handlungsbedarf nach Tankerunter- gang der „Prestige“ (Drucksachen 15/192, 15/370) . . . . . . 2178 A b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht der Bundesregierung zur „Mariti- men Sicherheit auf der Ostsee“ (Drucksachen 14/9487, 15/345 Nr. 69, 15/488) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2178 B Wolfgang Börnsen (Bönstrup) CDU/CSU 2178 B Angelika Mertens, Parl. Staatssekretärin BMVBW . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2180 B Hans-Michael Goldmann FDP . . . . . . . . . . . 2181 B Rainder Steenblock BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2182 B Werner Kuhn (Zingst) CDU/CSU . . . . . . . . . 2183 C Annette Faße SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2184 D Dr. Wolfgang Methling, Minister (Mecklenburg-Vorpommern) . . . . . . . . . . . . . 2186 A Eckart von Klaeden CDU/CSU . . . . . . . . 2186 C Tagesordnungspunkt 6: Antrag der Abgeordneten Birgit Homburger, Dr. Christian Eberl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ökologisch sinnvolle und effiziente Alternativen zum Zwangspfand auf Getränkever- packungen (Drucksache 15/315) . . . . . . . . . . . . . . . . 2188 A Birgit Homburger FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . 2188 B Gerd Friedrich Bollmann SPD . . . . . . . . . . . 2189 B Birgit Homburger FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . 2192 B Gerd Friedrich Bollmann SPD . . . . . . . . . . . 2192 C Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003II Werner Wittlich CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 2192 D Dr. Antje Vogel-Sperl BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2195 C Kristina Köhler (Wiesbaden) CDU/CSU . . . 2197 A Tagesordnungspunkt 7: Antrag der Abgeordneten Peter Weiß (Em- mendingen), Dr. Christian Ruck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der CDU/ CSU: Neue Initiative zur Wiederbele- bung des kolumbianischen Friedenspro- zesses international unterstützen (Drucksache 15/203) . . . . . . . . . . . . . . . . 2198 B Hartwig Fischer (Göttingen) CDU/CSU . . . 2198 C Karin Kortmann SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2199 C Dr. Werner Hoyer FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . 2200 D Thilo Hoppe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 2201 C Klaus-Jürgen Hedrich CDU/CSU . . . . . . . . . 2202 D Anke Hartnagel SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2203 D Tagesordnungspunkt 10: Erste Beratung über den vom Bundesrat eingebrachten Entwurf eines Gesetzes über eine einmalige Entschädigung an die Heimkehrer aus dem Beitrittsgebiet (Heimkehrerentschädigungsgesetz) (Drucksache 15/407) . . . . . . . . . . . . . . . . 2204 D Hartmut Büttner (Schönebeck) CDU/CSU 2205 A Gerold Reichenbach SPD . . . . . . . . . . . . . . . 2206 C Dr. Christoph Bergner CDU/CSU . . . . . . 2207 D Klaus Haupt FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2208 D Silke Stokar von Neuforn BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2209 C Arnold Vaatz CDU/CSU . . . . . . . . . . . . . 2210 B Horst Rasch, Staatsminister (Sachsen) . . . . . 2210 D Tagesordnungspunkt 11: Erste Beratung über den von den Abgeord- neten Jörg van Essen, Rainer Funke, weite- ren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zum verbesserten Schutz der Intimsphäre (Drucksache 15/361) . . . . . . . . . . . . . . . . 2211 D Jörg van Essen FDP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2212 A Alfred Hartenbach, Parl. Staatssekretär BMJ 2212 C Siegfried Kauder (Bad Dürrheim) CDU/CSU 2213 C Irmingard Schewe-Gerigk BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2215 A Dirk Manzewski SPD . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2216 A SiegfriedKauder(BadDürrheim) CDU/CSU 2217 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2217 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . . . . 2219 A Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Rolf Stöckel, Kurt Bodewig, Siegmund Ehrmann, Gabriele Frechen, Kerstin Griese, Jelena Hoffmann (Chemnitz), Eike Hovermann, Eckhart Lewering, Lothar Mark, Dr. Erika Ober, Silvia Schmidt (Eisleben), Carsten Schneider, Karsten Schönfeld, Rita Streb-Hesse, Dr. Marlies Volkmer, Dr. Rainer Wend, Karin Evers-Meyer, Sören Bartol und Dr. Margit Spielmann (alle SPD) zu der Abstimmung über den Antrag: Neue Initiative für ein internationales Verbot des Klo- nens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tagesordnungspunkt 3) 2219 C Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Petra Selg, Werner Schulz (Berlin), Dr. Uschi Eid und Jerzy Montag (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) zu der Abstimmung über den Antrag: Neue Initiative für ein internationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tagesordnungspunkt 3) 2219 D Anlage 4 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn), Georg Fahrenschon, Peter Hintze und Ursula Heinen (alle CDU/CSU) zu der Abstimmung über den Antrag: Neue Initiative für ein internationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tagesordnungspunkt 3) 2220 C Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003 III (A) (B) (C) (D) Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003 2127 28. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003 Beginn: 9.00 Uhr
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    Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 2003 2219 (C) (D) (A) (B) Bahr (Münster), Daniel FDP 20.02.2003 Büttner (Ingolstadt), SPD 20.02.2003 Hans Deittert, Hubert CDU/CSU 20.02.2003* Dobrindt, Alexander CDU/CSU 20.02.2003 Ernstberger, Petra SPD 20.02.2003 Dr. Faust, Hans Georg CDU/CSU 20.02.2003 Dr. Gauweiler, Peter CDU/CSU 20.02.2003 Göbel, Ralf CDU/CSU 20.02.2003 Götz, Peter CDU/CSU 20.02.2003* Höfer, Gerd SPD 20.02.2003** Hoffmann (Chemnitz), SPD 20.02.2003 Jelena Jäger, Renate SPD 20.02.2003* Kossendey, Thomas CDU/CSU 20.02.2003** Künast, Renate BÜNDNIS 90/ 20.02.2003 DIE GRÜNEN Müller (Köln), Kerstin BÜNDNIS 90/ 20.02.2003 DIE GRÜNEN Nitzsche, Henry CDU/CSU 20.02.2003 Raidel, Hans CDU/CSU 20.02.2003** Rauber, Helmut CDU/CSU 20.02.2003** Schmidt (Eisleben), SPD 20.02.2003 Silvia Thiele, Carl-Ludwig FDP 20.02.2003 Volquartz, Angelika CDU/CSU 20.02.2003 Weisskirchen SPD 20.02.2003** (Wiesloch), Gert Wettig-Danielmeier, SPD 20.02.2003 Inge Widmann-Mauz, CDU/CSU 20.02.2003 Annette Wimmer (Neuss), Willy CDU/CSU 20.02.2003** Zapf, Uta SPD 20.02.2003** * für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung des Europarates ** für die Teilnahme an den Sitzungen der Parlamentarischen Ver- sammlung der OSZE entschuldigt bis Abgeordnete(r) einschließlich Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Anlagen zum Stenografischen Bericht Anlage 2 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Rolf Stöckel, Kurt Bodewig, Siegmund Ehrmann, Gabriele Frechen, Kerstin Griese, Jelena Hoffmann (Chemnitz), Eike Hovermann, Eckhart Lewering, Lothar Mark, Dr. Erika Ober, Silvia Schmidt (Eisleben), Carsten Schneider, Karsten Schönfeld, Rita Streb-Hesse, Dr. Marlies Volkmer, Dr. Rainer Wend, Karin Evers-Meyer, Sören Bartol und Dr. Margrit Spielmann (alle SPD) zu der Ab- stimmung über den Antrag: Neue Initiative für ein internationales Verbot des Klonens mensch- licher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tagesordnungspunkt 3) Die oben genannten Abgeordneten können diesem An- trag nicht zustimmen und geben dazu folgende persön- liche Erklärung ab: Internationale Initiativen gegen das reproduktive Klonen mit dem Ziel, eine Konvention der Vereinten Nationen zu ethischen Fragen der Biomedizin zu erreichen, sind zu be- grüßen.Wünschenswert ist einebessereHarmonisierungder bioethischen Standards, die internationale Kontrollmecha- nismenmit forschungsfreundlichenRegelungen vereinbart. Wir sind nicht einverstanden, dass unter Begrifflich- keiten wie „umfassendes Klonverbot“ reproduktives und therapeutisches Klonen gleichgesetzt und beides damit in einen negativen Diskussionszusammenhang gebracht wird. Gerade in einer Zeit rasanter wissenschaftlicher Entwicklungen mit vielfältigen, durchaus berechtigten Hoffnungen auf eine verbesserte medizinische Versor- gung und Heilung brauchen wir einen offenen, aufklä- renden gesellschaftlichen Diskurs über Chancen und Ri- siken der Gentechnik, der Stammzellenforschung und des „therapeutischen Klonens“. Zurzeit kann noch nicht eingeschätzt werden, in welcher Art undWeise, inwelchemUmfang und inwelchenZeiträu- menErgebnisse der Forschungmit embryonalen Stammzel- len sowie des „therapeutischen Klonens“ klinisch relevant werden.MöglicheChancendürfenabernichtdurchgenerelle Verbote verbaut werden. Unter strengenAuflagen sollte die Forschung zugelassen werden. Dies ist allerdings nur dann vertretbar, wenn mit staatlichen Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen Forschungsprojekte sowie neue Dia- gnose- und Therapiemöglichkeiten begleitet und in einem gesellschaftlichenDialog transparent gemacht werden. Der Deutsche Bundestag wird in diesem Zusammen- hang auch in Zukunft mit wichtigen Fragestellungen und Anforderungen konfrontiert werden, denen wir uns nicht durch absolute Verbote entziehen können und sollten. Anlage 3 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Petra Selg, Werner Schulz (Berlin), Dr. Uschi Eid und Jerzy Montag (alle BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zu der Abstim- mung über den Antrag: Neue Initiative für ein in- ternationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tages- ordnungspunkt 3) Die oben genannten Abgeordneten werden diesem An- trag zwar zustimmen, aber geben dazu folgende persönli- che Erklärung ab: Internationale Initiativen gegen das reproduktive Klo- nen mit dem Ziel, eine Konvention der Vereinten Natio- nen zu ethischen Fragen der Biomedizin zu erreichen, sind zu begrüßen. Wünschenswert ist eine bessere Harmonisierung der bioethischen Standards, die internationale Kontrollmecha- nismen mit forschungsfreundlichen Regelungen vereinbart. Wir finden es unangemessen, dass unter Begrifflich- keiten wie „umfassendes Klonverbot“ reproduktives und therapeutisches Klonen gleichgesetzt und beides damit in einen gleichgewichtigen negativen Diskussionszusam- menhang gebracht wird. Gerade in einer Zeit rasanter wis- senschaftlicher Entwicklungen mit vielfältigen, zum Teil auch berechtigten Hoffnungen auf eine verbesserte medi- zinische Versorgung und Heilung brauchen wir einen of- fenen, aufklärenden gesellschaftlichen Diskurs über Chancen und Risiken der Gentechnik, der Stammzellenfor- schung und des so genannten therapeutischen Klonens. Zurzeit kann noch nicht eingeschätzt werden, in welcher Art und Weise, in welchem Umfang und in welchen Zeiträumen Ergebnisse der Forschung mit embryonalen Stammzellen sowie des so genannten therapeutischen Klo- nens klinisch relevant werden. Unter strengen Auflagen sollte die Forschung zugelassen werden. Dies ist allerdings nur dann vertretbar, wenn mit staatlichen Rahmenbedin- gungen und Kontrollmechanismen Forschungsprojekte so- wie neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten begleitet und in einem gesellschaftlichen Dialog transparent ge- macht werden. Der Deutsche Bundestag wird in diesem Zusammen- hang auch in Zukunft mit wichtigen Fragestellungen und Anforderungen konfrontiert werden, denen wir uns nicht durch absolute Verbote entziehen können und sollten. Anlage 4 Erklärung nach § 31 GO der Abgeordneten Dr. Martin Mayer (Siegerts- brunn), Georg Fahrenschon, Peter Hintze und Ursula Heinen (alle CDU/CSU) zu der Abstim- mung über den Antrag: Neue Initiative für ein in- ternationales Verbot des Klonens menschlicher Embryonen starten (Drucksache 15/463) (Tages- ordnungspunkt 3) Wir befürworten nachdrücklich ein weltweites Verbot des reproduktiven Klonens beim Menschen. Allerdings verlangt der Antrag ein weltweites Verbot jeglichen Klo- nens bei menschlichen Zellen. Er verlangt damit auch ein Verbot der Transplantation menschlicher Zellkerne zu Forschungszwecken. Auch wenn umstritten ist, ob dieser Weg einmal zu therapierelevanten Erkenntnissen führen kann, so sollten die möglicherweise darin liegenden Chancen nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Deshalb können wir diesem Antrag nicht zustimmen. Deutscher Bundestag – 15. Wahlperiode – 28. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 20. Februar 20032220 (C) (D) (A) (B) Druck: MuK. Medien- und Kommunikations GmbH, Berlin
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    Rede von Thomas Rachel


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)


    Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und

    Kollegen! Die biomedizinische Forschung ist eine der

    Ulrike Flach




    Thomas Rachel
    großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Mit ihr
    verbinden sich große Hoffnungen, Menschen besser hel-
    fen zu können. Zugleich stellt sie uns vor die Frage, wo
    die ethischen Grenzen menschlichen Forschens und Han-
    delns liegen. Als Gesetzgeber haben wir die besondere
    Verantwortung, diese Entwicklung zu begleiten.

    Als Christ bin ich dem Schutz der Menschenwürde
    verpflichtet, zu der für mich auch eine Ethik des Heilens
    gehört. Der Wille zu heilen, entspricht dem humanitären
    Auftrag, Alten, Schwachen und Kranken zu helfen. In der
    letzten Legislaturperiode haben wir gesehen, dass große
    Fortschritte in Medizin und Biotechnologie der ethischen
    Begleitung bedürfen. Dieser Aufgabe wollen wir uns auch
    mit der neuen Enquete-Kommission stellen. Dabei müs-
    sen sich naturwissenschaftliche Erkenntnisse und neue
    medizinische Möglichkeiten an dem Bild vom Menschen
    messen lassen, wie es in der Verfassung verankert ist und
    der christlichen Anthropologie entspricht.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir brauchen Entwicklungsmöglichkeiten für die Bio-

    und Gentechnologie vor allem, weil diese Forschung es
    uns ermöglichen kann, menschliches Leben zu bewahren
    und Leiden zu lindern. Aber dieser Freiraum findet seine
    Grenze am absoluten Wert des Menschen, an der Men-
    schenwürde. Manche der sich abzeichnenden Möglich-
    keiten der Biomedizin haben eine völlig neue Qualität. So
    scheint die Möglichkeit auf, den Menschen in seiner bio-
    logischen Ausstattung selber zu verändern. Manche wol-
    len ihn sogar genetisch neu entwerfen. Dies wäre eine ab-
    schreckende Vision.

    Für uns Christdemokraten ist in Übereinstimmung mit
    den beiden großen Kirchen klar, dass mit der Verschmel-
    zung von Ei und Samenzelle menschliches Leben ent-
    steht. Diese Auffassung kann nur eine Konsequenz haben:
    Wir müssen ein weltweites Klonverbot erreichen. Hier
    ist die Bundesregierung gefordert, entschieden zu han-
    deln. Mit dem heute eingebrachten interfraktionellen An-
    trag fordern wir ein Verbot des reproduktiven und des the-
    rapeutischen Klonens. Die Position der deutschen
    Bundesregierung muss dabei kristallklar sein.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Deshalb irritiert das Interview der Forschungsministe-
    rin Bulmahn in der „Berliner Zeitung“ vom 10. Januar
    2003. Wörtlich antwortet sie dort:

    Im Bereich des therapeutischen Klonens sind ver-
    schiedene Verfahren denkbar, einige davon könnten
    sich als ethisch unbedenklich erweisen. Damit hätte
    ich dann keine Probleme.

    Frau Bulmahn, wir wollen wissen, was Sie dabei für
    ethisch unbedenklich halten.


    (Dr. Wolfgang Wodarg [SPD]: Das ist längst klargestellt!)


    Bereits im Mai 2001 hat die Deutsche Forschungsge-
    meinschaft erklärt, dass „sowohl das reproduktive als
    auch das therapeutische Klonen ... weder naturwissen-
    schaftlich zu begründen noch ethisch zu verantworten
    sind und daher nicht statthaft sein können“. Die Auffas-
    sung des DFG-Präsidenten Winnacker, dass therapeuti-

    sches Klonen „Sackgasse und Irrweg“ sei, teile ich. The-
    rapeutisches und reproduktives Klonen führen zu einem
    Embryo, der einmal verworfen und das andere Mal zur
    Herstellung eines identischen Menschen genutzt wird.
    Die beim therapeutischen Klonen entstehenden Zellen
    können Tumorzellen sein und vorzeitig altern. Für dieses
    Verfahren ist eine enorme Zahl von Eizellspenden erfor-
    derlich. Dies lehne ich aus moralischen Gründen ab.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU sowie des Abg. René Röspel [SPD] und des Abg. Dr. Wolfgang Wodarg [SPD] und der Abg. Christa Nickels [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Professor Winnacker hat als Alternative für therapeuti-
    sche Zwecke so genannte Stammzellbanken in die Dis-
    kussion gebracht. Dies wäre eine Sammlung von Zelllinien
    mit jeweils unterschiedlicher Gewebeverträglichkeit. Da-
    mit würde das Problem der immunologischen Abwehr für
    viele Patienten entfallen. Die Enquete-Kommission könnte
    die rechtlichen, die wissenschaftlichen und die ethischen
    Chancen von Stammzellbanken kritisch überprüfen.

    Die Errungenschaften der modernen Lebenswissen-
    schaften haben Einzug in unser Leben gehalten. Mit der
    Gendiagnostik kann man frühzeitig Krankheitsrisiken er-
    kennen, sodass der Krankheit mit geeigneten Maßnahmen
    entgegengewirkt werden kann.


    (René Röspel [SPD]: Wenn es sie gibt!)

    Dies ist eines von vielen Beispielen, die zeigen: Ethisch
    begleiteter Fortschritt dient der Menschenwürde.

    Mit der vollständigen Entschlüsselung des menschli-
    chen Genoms verbindet sich die Hoffnung, mit den Mit-
    teln der Gentherapie schwere Krankheiten zu besiegen.
    Aber auch in diesem Bereich liegen Chancen und Risiken
    nah beieinander. Hoffnungsvolle Ansätze müssen immer
    auch auf die unbeherrschbaren Nebenwirkungen unter-
    sucht werden. Wir haben in der Enquete-Kommission da-
    rauf zu achten, welche Aufgaben die Politik und welche
    die Medizin hat.

    Jedes Jahr sterben in Deutschland Menschen, weil ihr
    dringender Wunsch nach einem Organ mangels Verfüg-
    barkeit nicht erfüllt werden kann. Lange Wartelisten und
    illegaler Organhandel sind bedrückend. Seit einigen Jah-
    ren forscht die Wissenschaft, ob auf diesem Gebiet durch
    die Übertragung von Gewebe und Organen von Tieren
    Abhilfe geschaffen werden kann; das Stichwort lautet
    „Xenotransplantation“. Drei zentrale Fragen stellen
    sich bei dieser Forschung: die Überwindung der Ab-
    stoßung; die Gewährleistung der physiologischen Funk-
    tionalität und die Beherrschung der Infektionsrisiken.

    Ist dieser Weg aber ethisch verantwortbar? Problema-
    tisch ist nicht nur, dass noch ungeklärt ist, ob durch solche
    Verpflanzungen bislang unbekannte Infektionen von Tie-
    ren auf den Menschen übertragen werden können. Wel-
    chen Stellenwert hat eigentlich das Tier, dessen besonde-
    ren Schutz durch das Grundgesetz wir im letzten Jahr im
    Bundestag beschlossen haben? Andererseits dient das
    Tier dem Menschen seit der Urzeit als Nahrungsquelle, ja,
    im Wortsinne als Lebensmittel. Als Mittel zum Leben
    wäre auch ein Xenotransplantat zu verstehen.


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    John F. Kennedy verdanken wir den wertvollen Ge-
    danken: Eine medizinische Revolution hat die Lebenser-
    wartung unserer Alten verlängert, ohne ihnen die Würde
    und die Sicherheit zu geben, die sie in ihren letzten Jah-
    ren verdienen. Damit sind wir bei dem ernsten Thema
    „Sterbebegleitung und Sterbehilfe“. Viele Menschen
    fürchten sich vor einem schmerzhaften, einsamen und oft
    würdelosen Sterben.

    Unser christlich abendländisches Menschenbild ver-
    pflichtet, die Menschenwürde am Anfang, im Verlauf
    und am Ende des Lebens sicherzustellen. Diesem Ziele
    weiß sich auch die Palliativmedizin verpflichtet, deren
    Möglichkeiten wir mit der Enquete-Kommission neben
    dem Ausbau der Hospizarbeit stärken müssen. Etwa
    3 000 Patienten in den Niederlanden bekommen jedes
    Jahr aktive Sterbehilfe – auf ausdrückliches Verlangen der
    Patienten. Zusätzlich werden bei etwa 1 000 Patienten
    lebensverlängernde Maßnahmen ohne deren Einverständ-
    nis abgebrochen. Dies sind alarmierende Zahlen.

    Sterbende Menschen haben nach Erkenntnis der Kir-
    che vor allem vier Grundbedürfnisse, an denen sich Ster-
    bebegleitung orientieren muss: im Sterben nicht allein ge-
    lassen zu werden; die letzten Dinge regeln zu können; die
    Frage nach einer über den Tod hinausgehenden Hoffnung
    stellen zu können; vor allem nicht unter Schmerzen leiden
    zu müssen.

    Deutschland liegt aber auf dem Gebiet der Palliativ-
    medizin ziemlich weit hinten. Es hat im Bereich der
    Schmerztherapie im Vergleich zu anderen europäischen
    Ländern noch einiges aufzuholen. In Deutschland haben
    wir für 1 Million Menschen ganze drei Palliativbetten.
    Der Stärkung der Palliativmedizin sollte sich die neue En-
    quete-Kommission deshalb als einer wichtigen Aufgabe
    stellen. Ethisch begleiteter Fortschritt dient der Men-
    schenwürde.

    Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)




Rede von Dr. h.c. Wolfgang Thierse
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

Ich erteile der Kollegin Christa Nickels, Bündnis 90/

Die Grünen, das Wort.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Christa Nickels


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! „Die

    ganze Geschichte der Medizin ist eine Geschichte des
    Machbarkeitswahns“, erklärte Professor Kentenich, ein
    hoch angesehener Fortpflanzungsmediziner, auf einer
    Bioethikveranstaltung unserer Fraktion Anfang Februar.


    (Jörg Tauss [SPD]: Ohne den lebten wir noch auf Bäumen!)


    Ja, richtig: Ohne das Sich-nicht-Abfinden-Können und
    das Sich-nicht-Abfinden-Wollen mit den Leiden der
    Menschheit, ohne die Revolte gegen den Fatalismus, ohne
    das Streben nach Glück und Erkenntnis gäbe es viele der
    technischen und medizinischen Errungenschaften nicht,
    die den Menschen in den entwickelten Industriestaaten
    ein gutes Leben bis ins hohe Alter ermöglichen.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN und der CDU/CSU)


    Das ist aber nur die halbe Wahrheit; denn diese Him-
    melsstürmerei kann zum Absturz führen und sich sogar in
    ihr Gegenteil, in Barbarei, verkehren. Fortschritt, der
    nicht über sich selbst reflektiert und sich nicht selbst be-
    grenzt, verkehrt sich in sein Gegenteil. Das hat nichts,
    aber auch gar nichts mit religiösem Fundamentalismus zu
    tun, sondern genau das ist der Grundgedanke der Dialek-
    tik der Aufklärung.

    Die Erfolgsgeschichte sämtlicher demokratischer Zi-
    vilgesellschaften beruht darauf, dass sie gelernt haben, ei-
    nem ungezügelten Machbarkeitswahn Zügel anzulegen
    und Grenzen zu setzen. Die Entwicklung der universa-
    len Menschenrechte hätte es nicht gegeben ohne die Ein-
    sicht darin, dass sich die Gesellschaft und der Staat selbst
    Grenzen setzen müssen und dass der Einzelne Abwehr-
    rechte gegen den Zugriff von Staat und Gesellschaft so-
    wie gegen kollektive Begehrlichkeiten hat. Diese Einsicht
    verdanken wir Art. 1 unseres Grundgesetzes:

    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu ach-
    ten und zu schützen ist Verpflichtung aller staat-
    lichen Gewalt.

    Entscheidend ist dabei, dass diese Menschenwürde je-
    dem menschlichen Leben zukommt. Sie muss weder ver-
    dient werden noch kann sie verloren werden.

    Aber wann sind die Grenzen dessen erreicht, was wir
    tun dürfen? Wo finden wir die Kriterien für die nötige
    Grenzziehung? Die Grenze ist da erreicht, wo getötet
    wird, um zu heilen, oder wo Töten sogar als Heilen aus-
    gegeben wird. Bei der Präimplantationsdiagnostik wird
    ein kranker Embryo nicht geheilt, sondern er wird selek-
    tiert und getötet. Beim therapeutischen Klonen werden
    Embryonen hergestellt und anschließend getötet – in der
    Hoffnung, damit Heilmittel für andere Menschen zu ge-
    winnen. Menschliches Leben wird hierbei instrumentali-
    siert und für fremde Zwecke vernutzt. Damit ist die Men-
    schenwürde in ihrem Kern angetastet.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der CDU/ CSU)


    In der Präambel unseres neuen Grundsatzprogramms
    verpflichten wir Bündnisgrünen uns zur Parteinahme für
    die Schwächsten. Das ist keine weltfremde Gefühlsduse-
    lei, sondern das gibt einen ganz konkreten Maßstab für un-
    sere Politik vor. Machen wir uns doch nichts vor! Wir alle
    sind nicht nur am frühesten Beginn unseres Lebens, son-
    dern in gleicher Weise am Ende unseres Lebens, wenn es
    ans Sterben geht, existenziell ausgeliefert. Auch im Laufe
    unseres Lebens wird es keinem von uns erspart bleiben,
    solche Phasen des Ausgeliefert-Seins durchstehen zu müs-
    sen. Daher ist es gut, wenn man in einer Gesellschaft leben
    kann, die an den Schwächsten Maß nimmt. Davon werden
    wir alle, jeder einzelne von uns, egal wie die Konstitution
    ist, wie es einem geht, nur profitieren können. Es ist ein
    Garant für ein gutes Leben für alle.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)


    Thomas Rachel




    Christa Nickels

    Morgen wird in Magdeburg dasEuropäische Jahr der
    Menschen mit Behinderung eröffnet. Diese Gelegenheit
    sollten wir nutzen, um uns erneut mit der Frage auseinan-
    der zu setzen, worum und um wen es denn eigentlich geht,
    wenn wir davon sprechen, Leid vermeiden zu wollen.
    Geht es dabei wirklich um das Wohl der Behinderten? Be-
    hinderte verwahren sich vehement dagegen, dass man sie
    um anderer Interessen willen instrumentalisiert. Der eme-
    ritierte Mikrobiologe Professor Zähner, Parkinsonpatient,
    sagt: Wenn die Parkinsonpatienten als konkrete Nutz-
    nießer der Stammzellforschung ins Gespräch gebracht
    oder in den Medien sogar vorgeführt werden, sehe ich
    darin einen erniedrigenden Missbrauch.


    (Beifall bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/ DIE GRÜNEN und der SPD)


    Professor Zähner wehrt sich dagegen, dass Patienten in-
    strumentalisiert werden, um andere Interessen zu legiti-
    mieren oder Widerstände, die sich dagegen erheben, aus-
    zuhebeln.

    Behinderte fordern ganz klar ein, dass die Gesell-
    schaft – wir leben in einer reichen Gesellschaft – alle Res-
    sourcen zur Verfügung stellt, damit sie die Lebensfreude
    und die Lebensqualität, die jedem Leben Eigen sind, auch
    umsetzen können. Darum frage ich: Worum und um wen
    geht es eigentlich, wenn wir davon sprechen, Leid ver-
    meiden zu wollen, wenn die Ethik des Heilens immer wie-
    der als Nonplusultra beschworen wird? Es wird davon ab-
    gesehen, dass manches Leiden eben nicht mehr geheilt
    werden kann, aber gelindert werden muss, dass die Men-
    schen begleitet werden müssen, dass alles getan werden
    muss, damit sie ein gutes Leben haben – auch im Leid und
    ebenfalls dann, wenn sie in die Sterbephase eintreten. Hier
    ist es meiner Meinung nach ganz wichtig zu erwähnen,
    dass wir als Gesellschaft Sterben und nicht heilbares Leid
    kollektiv verdrängen und uns damit nicht mehr auseinan-
    der setzen wollen. Es ist kein Wunder, dass das Sterben in
    Krankenhäuser verlagert worden ist.

    Täuschen wir uns nicht! Das ist keine rein ethisch-mo-
    ralische Frage, sondern eine ganz handfeste Frage, die uns
    noch oft, zum Beispiel an vielen einzelnen Punkten in der
    Debatte um die Gesundheitsreform, einholen wird. Ohne
    klare Grundsätze werden wir als Gesellschaft diese De-
    batte nicht unbeschadet überstehen.


    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der CDU/ CSU)


    Deshalb bin ich froh und stolz, dass wir als Parlament
    es gleich zu Beginn einer neuen Legislaturperiode und
    trotz der international schwierigen Lage schaffen, erneut
    eine Enquete-Kommission „Ethik und Recht der moder-
    nen Medizin“ einzusetzen. Diese Enquete-Kommission
    wird zwei wesentliche Aufgaben haben:

    Zum einen geht es darum, den Fundus an Wissen und
    Unterscheidungskriterien weiterzugeben, den sich der
    Deutsche Bundestag zu diesen grundlegenden Fragen in
    den letzten 20 Jahren erarbeitet hat. Die Enquete-Kom-
    mission der 14. Wahlperiode hat sich dieser Unterschei-
    dungskriterien auf dem modernsten Stand der Möglich-
    keiten der Technik noch einmal vergewissert und hat sie

    im Wesentlichen bestätigt. Darum glaube ich, dass es in
    dieser Legislaturperiode, in der wir einen riesengroßen
    Wechsel der Mitglieder haben, auch darum geht, das zu
    tradieren, was das Koordinatensystem unserer gewachse-
    nen Auffassung von Menschenwürde ist; ob es Bestand
    haben kann und soll oder ob sich dieses Koordinatensys-
    tem grundlegend verschieben soll. Diejenigen, die diese
    langen Prozesse miterlebt und mitgestaltet haben, können
    sich nicht einfach auf den Standpunkt zurückziehen, dass
    es für das gewachsene Menschenwürdeverständnis gute
    Gründe gibt. Den neuen Mitgliedern dieses Parlamentes
    und der nächsten Generation der Parlamentarier werden
    wir es nicht ersparen können, sich dieser komplizierten
    und schwierigen Debatte in allen Einzelungen und Facet-
    ten zu stellen.

    Zum anderen haben wir rechtliche Regelungen vor
    uns. Das Fortpflanzungsmedizingesetz ist spätestens seit
    1994 überfällig. Es geht hier um eine grundlegende, we-
    sentliche Herausforderung für die Art unseres Zusammen-
    lebens, für die Grundkoordinaten unseres Menschenwür-
    dekonzeptes. Im Sinne des Wesentlichkeitsgebots können
    wir diese Aufgabe weder der Regierung noch Kommis-
    sionen überlassen. Hier müssen wir schon als Parlamen-
    tarier selbst handeln.

    Ich bin sehr froh, dass wir jetzt die Voraussetzungen
    geschaffen haben, und hoffe, dass das ganze Parlament
    engagiert daran teilnimmt. Dabei geht es nicht um die De-
    battenkultur im Sinne von „Kunst für die Kunst“. Es geht
    hier um wichtige und grundlegende Fragen. Das Parla-
    ment wird hier ganz dringend gebraucht.

    Danke schön.

    (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und der CDU/ CSU)