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ID1400909200

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    Plenarprotokoll 14/9 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 9. Sitzung Bonn, Freitag, den 20. November 1998 I n h a l t : Erweiterung der Tagesordnung........................ 487 A Tagesordnungspunkt 7: Erste Beratung des von den Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Einstieg in die ökologische Steuer- reform (Drucksache 14/40) ....................... 487 B in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 10: Antrag der Fraktionen SPD und BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN Entlastung durch Einführung einer ökologischen und sozialen Steuerreform (Drucksache 14/66 (neu))........................... 487 B Oskar Lafontaine, Bundesminister BMF ......... 487 C Friedrich Merz CDU/CSU ............................... 490 D Jürgen Trittin, Bundesminister BMU............... 494 A Carl-Ludwig Thiele F.D.P. .............................. 496 B Dr. Gregor Gysi PDS....................................... 499 B Detlev von Larcher SPD .................................. 500 D Walter Hirche F.D.P............................ 501 C, 508 A Cornelia Pieper F.D.P. ............................... 502 D Hans Michelbach CDU/CSU ........................... 504 A Dr. Reinhard Loske BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN................................................................. 506 C Carl-Ludwig Thiele F.D.P.......................... 509 C Dr. Barbara Höll PDS ...................................... 510 A Michael Müller (Düsseldorf) SPD................... 511 B Dr. Klaus Lippold (Offenbach) CDU/CSU ..... 512 D Hans Martin Bury SPD.................................... 515 B Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi... 516 B, 517 D Walter Hirche F.D.P. ....................................... 517 B Gunnar Uldall CDU/CSU................................ 518 A Tagesordnungspunkt 8: a) Erste Beratung des von den Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Enwurfs eines Gesetzes zu Korrekturen in der Sozialversicherung und zur Sicherung der Arbeitnehmer- rechte (Drucksache 14/45) ........................ 518 D b) Erste Beratung des von den Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Versorgungsreform- gesetzes 1998 (Drucksache 14/46)............. 519 A c) Erste Beratung des von der Abgeord- neten Dr. Heidi Knake-Werner und der Fraktion der PDS eingebrachten Ent- wurfs eines Ersten Gesetzes zur Korrektur von Fehlentwicklungen im Recht der Ar- beitslosenhilfe (Erstes Arbeitslosenhilfe- Korrekturgesetz) (Drucksache 14/15)...... 519 A d) Erste Beratung des von der Abgeord- neten Dr. Heidi Knake-Werner und der Fraktion der PDS eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Ar- beitszeitgesetzes und des Euro-Einfüh- rungsgesetzes (Drucksache 14/13)............ 519 A II Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 9. Sitzung. Bonn, Freitag, den 20. November 1998 e) Erste Beratung des von der Fraktion der PDS eingebrachten Entwurfs eines Geset- zes zur Wiedereinführung des Schlecht- wettergeldes – Schlechtwettergeld-Ge- setz (Drucksache 14/39)............................. 519 B in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 7: Erste Beratung des von den Abgeordneten Dr. Irmgard Schwaetzer, Rainer Brüderle, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der F.D.P. eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur beschäftigungswirksamen Änderung des Kündigungsschutzgeset- zes (Drucksache 14/44) .............................. 519 B Walter Riester, Bundesminister BMA ............. 519 C Birgit Schnieber-Jastram CDU/CSU ............... 522 D Annelie Buntenbach BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN......................................................... 525 B Dr. Irmgard Schwaetzer F.D.P......................... 528 D Dr. Heidi Knake-Werner PDS ......................... 530 C Angelika Krüger-Leißner SPD ........................ 532 C Dr. Ilja Seifert PDS .................................... 533 C Wolfgang Meckelburg CDU/CSU................... 535 A Hubertus Heil SPD..................................... 536 A Dr. Heinrich L. Kolb F.D.P. ............................ 537 C Olaf Scholz SPD.............................................. 538 B Johannes Singhammer CDU/CSU................... 540 C Peter Dreßen SPD ...................................... 541 A Kurt Bodewig SPD .......................................... 542 A Meinrad Belle CDU/CSU................................ 544 A Nächste Sitzung ............................................... 545 C Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten ........... 547 A Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 9. Sitzung. Bonn, Freitag, den 20. November 1998 487 (A) (C) (B) (D) 9. Sitzung Bonn, Freitag, den 20. November 1998 Beginn: 9.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Vizepräsident Rudolf Seiters Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 9. Sitzung. Bonn, Freitag, den 20. November 1998 547 (A) (C) (B) (D) Anlage zum Stenographischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich Andres, Gerd SPD 20.11.98 Austermann, Dietrich CDU/CSU 20.11.98 Beck (Köln), Volker BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 20.11.98 Berninger, Matthias BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 20.11.98 Blank, Renate CDU/CSU 20.11.98 Braun (Augsburg), Hildebrecht F.D.P. 20.11.98 Breuer, Paul CDU/CSU 20.11.98 Bühler (Bruchsal), Klaus CDU/CSU 20.11.98 * Bulling-Schröter, Eva-Maria PDS 20.11.98 Carstensen (Nordstrand), Peter Harry CDU/CSU 20.11.98 Caspers-Merk, Marion SPD 20.11.98 Dr. Däubler-Gmelin, Herta SPD 20.11.98 Dietzel, Wilhelm CDU/CSU 20.11.98 Fink, Ulf CDU/CSU 20.11.98 Fischer (Frankfurt), Joseph BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 20.11.98 Frick, Gisela F.D.P. 20.11.98 Friedhoff, Paul K. F.D.P. 20.11.98 Gebhard, Fred PDS 20.11.98 Dr. Geißler, Heiner CDU/CSU 20.11.98 Dr. Göhner, Reinhard CDU/CSU 20.11.98 Frhr. von Hammerstein, Carl-Detlev CDU/CSU 20.11.98 Hartnagel, Anke SPD 20.11.98 Hintze, Peter CDU/CSU 20.11.98 Irmer, Ulrich F.D.P. 20.11.98 Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Jacoby, Peter CDU/CSU 20.11.98 Dr. Kahl, Harald CDU/CSU 20.11.98 Kahrs, Johannes SPD 20.11.98 Kolbe, Manfred CDU/CSU 20.11.98 Kolbow, Walter SPD 20.11.98 Lehn, Waltraud SPD 20.11.98 Lengsfeld, Vera CDU/CSU 20.11.98 Michels, Meinolf CDU/CSU 20.11.98 Otto (Frankfurt), Hans-Joachim F.D.P. 20.11.98 Dr. Pfaff, Martin SPD 20.11.98 Polenz, Ruprecht CDU/CSU 20.11.98 Reiche, Katherina CDU/CSU 20.11.98 Dr. Riesenhuber, Heinz CDU/CSU 20.11.98 Ronsöhr, Heinrich-Wilhelm CDU/CSU 20.11.98 Roth (Gießen), Adolf CDU/CSU 20.11.98 Dr. Schäfer, Hansjörg SPD 20.11.98 Schaich-Walch, Gudrun SPD 20.11.98 Schmidbauer, Bernd CDU/CSU 20.11.98 Dr. Schmidt-Jortzig, Edzard F.D.P. 20.11.98 Schmitz (Baesweiler), Hans-Peter CDU/CSU 20.11.98 von Schmude, Michael CDU/CSU 20.11.98 Thönnes, Franz SPD 20.11.98 Wimmer (Karlsruhe), Brigitte SPD 20.11.98 Wissmann, Matthias CDU/CSU 20.11.98 Wolf (Frankfurt), Margareta BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20.11.98 Würzbach, Peter Kurt CDU/CSU 20.11.98 —————— *) für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union 548 Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 9. Sitzung. Bonn, Freitag, den 20. November 1998 (A) (C) (B) (D) Druck: Bonner Universitäts-Buchdruckerei, 53113 Bonn 53003 Bonn, Telefon: 02 28/3 82 08 40, Telefax: 02 28/3 82 08 44 20 Druck: Bonner Universitäts-Buchdruckerei, 53113 Bonn sellschaft mbH, Postfach 1320, 53003 Bonn, Telefon: 0228/3820840, Telefax: 0228/3820844 20
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Kurt Bodewig


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Sehr geehrte
    Damen und Herren! Ich freue mich, daß wir hier am
    Ende einer längeren Debatte doch noch so zahlreich an-
    wesend sind und dieser Debatte Aufmerksamkeit wid-
    men. Ich finde das sehr schön. Denn gerade diese De-
    batte hat ja einen Kernpunkt, auf den ich mich in mei-
    nem Beitrag beschränken möchte, nämlich das Arbeit-
    nehmer-Entsendegesetz. Was haben Sie da für Horror-
    gemälde an die Wand gemalt! Ich will mich damit gern
    auseinandersetzen. Ich will aber sehr deutlich machen:
    Diese Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes ist
    nur ein Baustein unserer arbeitsrechtlichen Sofortmaß-
    nahmen.

    Ich kann nur sagen – ich freue mich, daß Bundes-
    minister Walter Riester das noch einmal sehr deutlich
    gemacht hat –, daß es um Reformen geht. Das, was Sie
    praktiziert haben, nämlich eine Verschlechterung, indem
    Sie systematisch den Reformbegriff entwertet haben, ist
    keine Reform. Reformen sind Verbesserungen für die
    Menschen in diesem Land. In diesem Sinne machen wir
    Reformen.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Wir brauchen die Wiederherstellung von Recht und
    Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Das ist zwingend erfor-
    derlich angesichts von illegalen Tätigkeiten, von Akti-
    vitäten einer Bau-Mafia, von Verfahren, die wir nicht
    akzeptieren können. Wir brauchen auch die Beseitigung
    von Wettbewerbsverzerrungen. Sie hier, die letzten vier
    überlebenden Gralshüter des Liberalismus,


    (Heiterkeit)

    müssen doch daran interessiert sein, daß wir Dumping
    verhindern.


    (Beifall bei der SPD)


    Wir brauchen natürlich auch einen Schutz der Ar-
    beitnehmerrechte. Ich sage mit deutlichem Blick auf
    die Opposition: Die Bilanz Ihrer Arbeit in den letzten
    16 Jahren zwingt uns dazu, heute Korrekturen vorzu-
    nehmen – das haben Sie zu verantworten –, damit wir
    das Leben hier wieder besser machen können.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Dies gilt insbesondere für das Arbeitnehmer-
    Entsendegesetz. Aus meiner Erfahrung in einer Grenz-
    region zu den Niederlanden kann ich nur sagen, daß die
    vorgeschlagenen Korrekturen und ergänzenden Rege-
    lungen dringend erforderlich sind. In meinem Wahlkreis
    sprechen mich Bauunternehmer an und sagen, sie halten
    das nicht durch. Kolleginnen und Kollegen der IG BAU
    sagen deutlich, daß sie Angst um ihre Arbeitsplätze
    haben. Das hat etwas mit der bestehenden Praxis zu tun,
    und diese Praxis muß geändert werden.


    (Beifall bei der SPD)

    Wettbewerbsverzerrungen durch Dumpingangebote

    müssen wir verhindern. Ich sage mit Blick auf die Arbeit
    an unserem zukünftigen Parlamentsort: Es kann doch
    nicht sein, daß in Berlin der größte Bauboom seit
    Kriegsende herrscht, und gleichzeitig haben wir die
    höchste Arbeitslosigkeit bei inländischen Bauarbeitern.
    Das ist doch absurd!


    (Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der PDS)


    Deswegen schlagen wir eine entschlossene und ziel-
    gerichtete Vorgehensweise vor. Unsere Ziele sind deut-
    lich: die Bekämpfung von Lohndumping auf den deut-
    schen Baustellen, die notwendige Beseitigung der Be-
    nachteiligung inländischer Unternehmen und Arbeit-
    nehmer – beides gehört zusammen –, die volle Einbe-
    ziehung aller Baugewerbe, also auch der Baunebenge-
    werbe, und die wirksame Kontrolle der Subunterneh-
    men, dies über die Durchgriffshaftung der Unterneh-
    mer für die Entgeltansprüche. Ich sage Ihnen deutlich,
    Frau Kollegin Schwaetzer: Da haben Sie unrecht. Die
    Durchgriffshaftung wird nämlich dazu führen, daß von
    den Subunternehmern andere Angebote gemacht werden
    müssen, und das schützt die kleinen und mittleren Un-
    ternehmen. Ich weiß, wovon ich spreche.


    (Beifall bei der SPD sowie der Abg. Annelie Buntenbach [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])


    Zu unseren Zielen gehört auch die Verbesserung der
    Kontrolle und natürlich die Ahndung der Vergehen. Die
    Ahndung gehört dazu. Ich habe mit Interesse den Be-
    richt des Staatssekretärs Tegtmeier für den Ausschuß für
    Arbeit und Sozialordnung gelesen. Er beschreibt eine
    Vielzahl vorhandener Mißbrauchsmöglichkeiten; Miß-
    bräuche etwa in der Form, daß Arbeitnehmer nur für die
    Tätigkeit in Deutschland eingestellt werden, und in dem
    jeweiligen Heimatland dieser Unternehmen existieren
    nur Briefkastenfirmen. Wir alle in diesem Haus müßten
    doch ein Interesse daran haben, eine solche Praxis end-
    lich zu beseitigen.


    (Beifall bei der SPD, dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der PDS)


    Johannes Singhammer






    (A) (C)



    (B) (D)


    Auch unsere Maßnahmen sind eindeutig. Sie sind klar
    nachlesbar. Ich glaube, daß dieser Gesetzentwurf eine
    gute und solide Handschrift trägt. Wir heben die Entfri-
    stung auf. Wir schaffen eine Rechtsverordnungsermäch-
    tigung für das BMA. Auch das ist ja hier von Herrn
    Singhammer soeben angesprochen worden, ebenso von
    anderen. Schauen Sie sich doch einmal die Hintergründe
    an! Wie war das denn 1996? Die Tarifpartner im Bau-
    gewerbe setzen sich zusammen, handeln einen Min-
    destlohntarifvertrag aus, und die Vertreter der BDA
    zwingen die Tarifpartner im Tarifausschuß, ihre selbst
    getroffenen Vereinbarungen aufzuheben und den Min-
    destlohn abzusenken.

    Daß es dabei um Geld geht, kann ich Ihnen an Hand
    der Zahlen zeigen. Die Einigung der Tarifpartner in den
    alten Ländern lag bei 18,60 DM pro Stunde. Dann wur-
    de dies auf Druck der BDA im Tarifausschuß auf
    17 DM und dann 1997 auf 16 DM abgesenkt. Das sind
    Einkommensverluste unserer Kolleginnen und Kollegen,
    die nicht hinnehmbar sind.


    (Beifall bei der SPD)

    Deswegen sage ich ganz deutlich: Diese Praxis der

    Erpressungspolitik im Tarifausschuß gehört der Vergan-
    genheit an. Das finde ich gut.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Frau Schnieber-Jastram, ein Wort zum Kaisererlaß.
    Ich will Sie daran erinnern, daß es ein Sozialdemokrat
    war, der 1918 die Republik ausgerufen und die Demo-
    kratie in Deutschland begründet hat.


    (Birgit Schnieber-Jastram [CDU/CSU]: Nein!)

    Insofern sind wir sehr beruhigt, wenn Sie hier diese

    Begriffe falsch verwenden. Es geht nicht um einen Kai-
    sererlaß, sondern um den Erhalt von Mindeststan-
    dards: beim Mindestlohn, der Urlaubsdauer und dem
    Urlaubsgeld. Es geht endlich darum, dieses Geschachere
    im Tarifausschuß zu beenden und diese Standards für
    alle verbindlich zu machen. Das ist eine vernünftige
    Politik.


    (Beifall bei der SPD)

    Die Voraussetzung dafür ist nämlich, daß sich die Tarif-
    partner vorher geeinigt haben. Dagegen hat überhaupt
    keiner etwas.


    (Beifall bei der SPD)

    Ich glaube, diese Politik ist bei uns in guten Händen.

    Der Kollege Walter Riester, unser neuer Bundesarbeits-
    minister, ist jemand, der hierfür mit Sicherheit die sensi-
    ble Handhabung durchsetzen wird.

    Ich komme zum nächsten Punkt. Unsere Regelung ist
    sinnvoll, vernünftig und verläßlich. Sie beläßt die Ge-
    staltungsspielräume bei den Tarifvertragsparteien.

    Ich komme zu dem anderen Punkt, dem der Durch-
    griffshaftung. Generalunternehmer sind zukünftig für ih-
    re Subunternehmer haftbar. Dieses Wegwieseln wie in
    der Vergangenheit wird es nicht mehr geben. Das ist
    wichtig und richtig. Die Generalunternehmer haften ab

    dem 1. Januar 1999 unmittelbar, falls der Subunterneh-
    mer das Mindestentgelt nicht zahlt oder nicht in die Ur-
    laubskasse der Bauwirtschaft einzahlt.

    Was auch wichtig ist: Bei diesen Kassen werden üb-
    rigens auch die Werkvertragsarbeitgeber aus Mittel- und
    Osteuropa einbezogen. Auch das bedeutet mehr Sicher-
    heit in der Arbeitswelt.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Kontrollen müssen wirksamer werden. Deshalb sind
    wir für die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedin-
    gungen für die Kontrolltätigkeit der Behörde. Das fängt
    mit dem Bußgeld an. Ich finde es gut, daß der Bußgeld-
    rahmen deutlich erweitert wird. Für Ordnungswidrig-
    keiten, etwa die Nichtzahlung des Mindestlohns, wird
    statt bisher 500 000 DM 1 Million DM zu zahlen sein.
    Ich kann nur sagen: Wer auf diesem sozialen Ohr taub
    ist, der muß eben fühlen. Ich hoffe, daß es richtig weh
    tut.


    (Beifall bei der SPD)

    Die organisierte Kriminalität auf unseren Baustellen –

    damit meine ich nicht die illegalen Arbeitnehmer, die
    sich dort aufhalten, sondern die Bau-Mafia, die dort sy-
    stematisch die Not der Menschen benutzt – bedingt eine
    Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für
    die Kontrolltätigkeit der Behörden.

    Das wird so geschehen, daß wir endlich die Rechts-
    grundlage dafür schaffen, daß die Weitergabe von Er-
    kenntnissen bei Staatsanwaltschaften und Gerichten über
    mögliche Ordnungswidrigkeiten nach diesem Gesetz an
    die zuständigen Verfolgungsbehörden im Heimatland er-
    folgt. Es geht darum, dies nachhaltig zu verfolgen. Es
    geht darum, daß das, was aufgeklärt wird, dann auch ge-
    ahndet wird. Ich denke, das ist ein guter Ansatz.

    Unser Gesetzesvorschlag ist durch den Grundsatz ge-
    prägt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort.
    Ich denke, dagegen kann niemand etwas haben. Das ent-
    spricht unserem Rechtsverständnis, und es gilt für aus-
    ländische und inländische Arbeitnehmer.


    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Ich sage Ihnen folgendes, damit Sie noch Zeit haben,
    sich zu ereifern. Nach dem Scheitern im Rahmen der
    deutschen Ratspräsidentschaft beim letztenmal, nach
    dem unzureichenden Arbeitnehmer-Entsendegesetz vom
    Februar 1996, nach der zwischenzeitlich verabschiede-
    ten EU-Entsenderichtlinie kann ich nun feststellen: Die
    unendliche Geschichte des Entsendegesetzes muß ein er-
    folgreiches Ende haben. Wir sind dazu bereit.

    In Anknüpfung an die Diskussion vom Vortag – ich
    sehe zwar Herrn Schauerte nicht, aber ich sage es trotz-
    dem – kann ich jetzt mit Freude erklären: Wir werden
    Entscheidendes verändern. Wir werden verdammt vieles
    verbessern. Darauf freue ich mich.

    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    (Beifall bei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)


    Kurt Bodewig






    (B)



    (A) (C)



    (D)




Rede von Dr. Rudolf Seiters
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)
Dem Kollegen Bo-
dewig gratuliere ich als Drittem im Bunde zu seiner er-
sten Rede.


(Beifall)

Der nächste Redner ist kein Jungfernredner. Es ist der

Kollege Meinrad Belle für die CDU/CSU-Fraktion. Er
hat das Wort.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Meinrad Belle


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Herr Präsident! Meine
    Damen und Herren! Zum Schluß dieser Debatte spreche
    ich zur beabsichtigten Änderung des Versorgungsre-
    formgesetzes. Dies tue ich unter anderem auch deshalb,
    damit der Kollege Staatssekretär Körper hier nicht um-
    sonst gesessen hat.


    (Parl. Staatssekretär Fritz Rudolf Körper: Vielen Dank!)


    Ich gratuliere ihm natürlich auch zu seinem neuen
    Amt. Herzlichen Glückwunsch und auf gute Zusammen-
    arbeit!

    Nachdem das Inkrafttreten des Rentenreformgesetzes
    hinausgeschoben wird, sollen mit diesem Gesetzentwurf
    die Regelungen über den Versorgungsabschlag bei
    Dienstunfähigkeit und wegen vorzeitiger Pensionierung
    eines Schwerbehinderten ebenfalls bis zum 1. Januar
    2001 hinausgeschoben werden. Das Inkrafttreten steht
    dann unter dem Vorbehalt, daß sozial gerechtere Lösun-
    gen nicht gefunden werden können.

    Nun will ich natürlich nicht bestreiten, daß gute Lö-
    sungen durch bessere Lösungen ersetzt oder ergänzt
    werden können. Wir haben ein gutes Versorgungsre-
    formgesetz gemacht. Aber auch bei diesem guten Gesetz
    kann man sicherlich über den einen oder anderen Lö-
    sungsansatz trefflich streiten. Das allerdings setzt vor-
    aus, daß ein Lösungsansatz vorhanden ist. Sie, meine
    Damen und Herren von der Koalition, haben überhaupt
    keine Lösungsansätze.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P. – Erwin Marschewski [CDU/CSU]: Sehr wahr!)


    Entsprechend der Generalaussage des Bundeskanz-
    lers: „Wir wollen nicht alles anders, aber vieles besser
    machen“ soll dieses Versorgungsreformgesetz jetzt bes-
    ser gemacht werden. Nur: Wie das geschehen soll, wis-
    sen Sie nicht, und das mit Bestimmtheit.


    (Erwin Marschewski [CDU/CSU]: Frag doch einmal den Staatssekretär, ob er so etwas weiß!)


    Erkennen Sie eigentlich nicht, welches Armutszeug-
    nis Sie den Fachleuten Ihrer Fraktionen ausstellen? Sie
    waren doch alle bei den Beratungen der Renten- und der
    Versorgungsreformgesetze dabei.


    (Zuruf von der CDU/CSU: Sie haben nicht zugehört!)


    Daher müßten doch heute die Lösungen auf den Tisch
    des Hauses gelegt werden können. Da kann man nur sa-
    gen: schwach, sehr schwach.

    Es ist bald Weihnachtszeit. Das eben Beschriebene
    erinnert mich fatal an eine Passage der Geschichte von
    den Weisen aus dem Morgenland, die folgendermaßen
    lautet.


    (Zuruf von der SPD)

    – Immerhin, ein Schwarzer war dabei!


    (Heiterkeit)

    Aber passen Sie ein bißchen auf. – Als sie den Weg
    verloren hatten,


    (Zuruf von der CDU/CSU: Irrten sie umher!)

    verdoppelten sie ihre Anstrengungen; denn – das ist der
    große Unterschied zu Ihnen – ihr Stern führte sie und
    leitete sie nach Bethlehem.

    Bei Ihnen, meine Damen und Herren von der Regie-
    rungskoalition, ist allerdings nirgendwo ein Leitstern
    noch ein Lichtlein noch Bethlehem erkennbar. Für den
    Fall, daß dies bei Ihrer künftigen Gesetzesarbeit immer
    so sein sollte, kann man nur sagen: Gute Nacht,
    Deutschland!


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P. – Erwin Marschewski [CDU/CSU]: Sehr wahr!)


    Nun aber zurück zu den weiteren Aussagen Ihres Ge-
    setzentwurfs. Herr Kollege Körper, es soll doch tatsäch-
    lich – da bitte ich jetzt wirklich um Ihre Aufmerksam-
    keit; da müssen wir beide etwas machen – die verbes-
    serte Bewertung der Zurechnungszeit im Falle der
    Dienstunfähigkeit der jüngeren Beamten ebenfalls hin-
    ausgeschoben werden. Wir erinnern uns – auch wenn
    vom Innenausschuß der letzten Legislaturperiode nur
    noch drei Mitglieder übriggeblieben sind –: Im Ver-
    mittlungsverfahren zum Dienstrechtsreformgesetz wurde
    uns die Halbierung der Zurechnungszeit von den SPD-
    regierten Bundesländern aufgezwungen.


    (Erwin Marschewski [CDU/CSU]: Sehr wahr!)


    Berechnungsbeispiele haben dann ergeben, daß die
    Versorgung junger dienstunfähiger Beamter im unteren
    und im mittleren Bereich in eklatanter Weise gekürzt,
    teilweise auf Sozialhilfeniveau reduziert wird.

    Diese von Ihnen verursachte Panne im Vermittlungs-
    verfahren wurde durch das Versorgungsreformgesetz
    behoben. Können Sie wirklich das Verzögern dieser Re-
    paratur verantworten, Herr Kollege Körper? Ich meine,
    wir sollten dies bei der Beratung Ihres Gesetzentwurfs
    im Ausschuß noch einmal offen diskutieren.

    Ich freue mich darauf, danke Ihnen für Ihre Aufmerk-
    samkeit und wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P. sowie bei Abgeordneten der SPD)