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    Plenarprotokoll 14/5 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 5. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 12. November 1998 I n h a l t : Tagesordnungspunkt 1: Fortsetzung der Aussprache zur Regie- rungserklärung des Bundeskanzlers ...... 197 A in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 7: Antrag der Abgeordneten Dr. Uwe-Jens Rössel, Dr. Christa Luft, weiterer Abge- ordneter und der Fraktion der PDS Novellierung des Gesetzes über die Fest- stellung der Zuordnung von ehemals volkseigenem Vermögen (Vermögenszu- ordnungsgesetz) und des Zuordnungser- gänzungsgesetzes (Drucksache 14/17)........ 197 B in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 1: Antrag der Abgeordneten Rolf Kutzmutz, Dr. Christa Luft, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der PDS Ansiedlung einer Airbus-Fertigungs- stätte in Mecklenburg-Vorpommern (Drucksache 14/25) .................................... 197 B Matthias Wissmann CDU/CSU ....................... 197 C Dr. Werner Müller, Bundesminister BMWi .... 200 B Paul K. Friedhoff F.D.P. .................................. 202 D Werner Schulz (Leipzig) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN................................................. 205 C Rolf Kutzmutz PDS ......................................... 208 B Dagmar Wöhrl CDU/CSU ............................... 209 D Ernst Schwanhold SPD.................................... 211 B Margareta Wolf (Frankfurt) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN................................................. 213 D Ernst Hinsken CDU/CSU ............................ 215 A Dr. Uwe-Jens Rössel PDS ............................... 216 C Dr. Bernhard Vogel, Ministerpräsident (Thü- ringen).............................................................. 217 C Rolf Schwanitz, Staatsminister BK ................. 219 C Dr. Ilja Seifert PDS...................................... 220 D Cornelia Pieper F.D.P...................................... 222 D Dr. Michael Luther CDU/CSU........................ 223 D Sabine Kaspereit SPD...................................... 225 D Manfred Grund CDU/CSU.......................... 227 A Zusatztagesordnungspunkt 2 (in Verbin- dung mit Tagesordnungspunkt 1): Antrag der Abgeordneten Petra Pau, Ulla Jelpke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der PDS Abschaffung des Flughafenverfahrens (§ 18 a AsylVfG) (Drucksache 14/26)....... 228 C Dr. Jürgen Rüttgers CDU/CSU........................ 228 C Otto Schily, Bundesminister BMI ................... 232 B Dr. Guido Westerwelle F.D.P....... 237 B, 248 B, 258 C Hans-Christian Ströbele BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN............................................. 240 A Marieluise Beck (Bremen) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN................................................. 240 D Petra Pau PDS.................................................. 242 A Dr. Herta Däubler-Gmelin, BMJ ..................... 243 D Wolfgang Zeitlmann CDU/CSU............. 246 A, 249 A Ekin Deligöz BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ... 248 C Volker Beck (Köln) BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ........................................................ 249 B Sebastian Edathy SPD ..................................... 250 D II Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 5. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 12. November 1998 Dr. Norbert Lammert CDU/CSU..................... 252 C Dr. Michael Naumann, Beauftragter der Bundesregierung BK........................................ 254 B Cem Özdemir BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.. 257 A, 259 A Dr. Evelyn Kenzler PDS.................................. 259 C Ausschußüberweisung ..................................... 260 C Dr. Gerhard Friedrich (Erlangen) CDU/CSU .. 260 C Edelgard Bulmahn, Bundesministerin BMBF . 262 C Jürgen W. Möllemann F.D.P. .......................... 266 A Matthias Berninger BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN................................................................. 267 B Maritta Böttcher PDS....................................... 269 B Thomas Rachel CDU/CSU....................... 270 B, 272 B Edelgard Bulmahn SPD ................................... 271 D Stephan Hilsberg.............................................. 272 C Tagesordnungspunkt 9 (in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 1): Erste Beratung des von den Abgeordneten Christine Ostrowski, Dr. Gregor Gysi und der Fraktion der PDS eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Anpassung der wohngeldrechtlichen Regelungen – Wohngeldanpassungsgesetz (Drucksa- che 14/19)................................................... 274 C Dr.-Ing. Dietmar Kansy CDU/CSU ................. 274 C Franziska Eichstädt-Bohlig BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN................................................. 276 B Franz Müntefering, Bundesminister BMV ...... 276 C Horst Friedrich (Bayreuth) F.D.P. ................... 279 C Albert Schmidt (Hitzhofen) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN ............................................. 281 A Dr. Winfried Wolf PDS ............................... 282 B Christine Ostrowski PDS ................................. 283 D Dr.-Ing. Dietmar Kansy CDU/CSU ............. 284 B Dirk Fischer (Hamburg) CDU/CSU ................ 285 B Iris Gleicke SPD .............................................. 287 B Ausschußüberweisung ..................................... 288 C Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) CDU/CSU 288 D Simone Probst, Parl. Staatssekretärin BMU .... 291 B Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach) CDU/ CSU ............................................................. 291 D Peter H. Carstensen (Nordstrand) CDU/ CSU ............................................................. 293 D Kristin Heyne BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN............................................................. 294 A Birgit Homburger F.D.P. ................................. 294 D Monika Griefahn SPD ................................. 295 D Ulrike Mehl SPD ............................................. 296 B Angela Marquardt PDS ................................... 298 C Michael Müller (Düsseldorf) SPD................... 299 D Horst Seehofer CDU/CSU............................... 301 C Karl-Heinz Funke, Bundesminister BML........ 304 D Siegfried Hornung CDU/CSU ..................... 306 A Ulrich Heinrich F.D.P...................................... 307 D Ulrike Höfken BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN . 308 D Kersten Naumann PDS.................................... 310 B Peter H. Carstensen (Nordstrand) CDU/CSU.. 311 C Ulrike Höfken BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN............................................................. 313 B Matthias Weisheit SPD.................................... 314 C Ulrich Heinrich F.D.P.................................. 315 A Nächste Sitzung ............................................... 316 C Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten ........... 317 Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 5. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 12. November 1998 197 (A) (C) (B) (D) 5. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 12. November 1998 Beginn: 9.00 Uhr
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    Matthias Weisheit Deutscher Bundestag – 14. Wahlperiode – 5. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 12. November 1998 317 (A) (C) (B) (D) Anlage zum Stenographischen Bericht Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt biseinschließlich Bleser, Peter CDU/CSU 12.11.98 Bohl, Friedrich CDU/CSU 12.11.98 Bulling-Schröter, Eva PDS 12.11.98 Geiger, Michaela CDU/CSU 12.11.98 Dr. Götzer, Wolfgang CDU/CSU 12.11.98 Hartnagel, Anke SPD 12.11.98 Dr. Kahl, Harald CDU/CSU 12.11.98 Kemper, Hans-Peter SPD 12.11.98 Meckel, Markus SPD 12.11.98 Dr. Meyer (Ulm), Jürgen SPD 12.11.98 Polenz, Ruprecht CDU/CSU 12.11.98 Schütze (Berlin), Diethard W. CDU/CSU 12.11.98 Sebastian, Wilhelm-Josef CDU/CSU 12.11.98 Trittin, Jürgen BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.11.98 Verheugen, Günter SPD 12.11.98 Vogt (Pforzheim), Ute SPD 12.11.98 Dr. Volmer, Ludger BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.11.98 Voß, Sylvia Ingeborg BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN 12.11.98 Wieczorek-Zeul, Heidemarie SPD 12.11.98 Wiesehügel, Klaus SPD 12.11.98 Zierer, Benno CDU/CSU 12.11.98 * —————— * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentari- schen Versammlung des Europarates
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Rolf Schwanitz


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)


    Frau Kollegin Pieper, ich habe Ihnen sieben konkrete
    Punkte genannt, die wir bis zum Jahresende umsetzen
    werden. Das ist schon einmal ein Ansatz.


    (Ludwig Stiegler [SPD]: Das ist mehr, als die in sieben Jahren gemacht haben!)


    Sie können das gern noch einmal im Protokoll nach-
    lesen. Vielleicht haben Sie nicht richtig zugehört. Das ist
    in Ordnung. Ich glaube, das ist ein ordentlicher Fahr-
    plan, für den wir uns sehen lassen können, insbesondere
    vor dem Hintergrund der Zeit, die wir seit der Regie-
    rungsübernahme für diese Dinge zur Verfügung hatten.


    (Beifall bei der SPD)

    Eine weitere Bemerkung zu den blühenden Land-

    schaften. Ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre hier schon
    über blühende Landschaften gesprochen worden ist. Es
    ist nicht die Frage, ob man eine Verbesserung anstrebt,
    sondern ob man sie den Menschen mit einem Zeithori-
    zont von drei bis vier Jahren leichtfertig verspricht und
    damit Probleme zudeckt. Das werden wir nicht tun,
    meine Damen und Herren.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der PDS)


    Frau Kollegin Pieper, wir machen uns keine Illusio-
    nen, daß man in Ostdeutschland das Problem des Ar-
    beitsplatzmangels mit dem zweiten Arbeitsmarkt lösen
    könnte. Das ist nicht der Punkt. Aber Sie haben als
    Koalitionspartner gemeinsam mit Ihrem Banknachbarn
    im letzten Jahr arbeitsmarktpolitische Instrumente zu
    wahltaktischen Instrumenten verkommen lassen. Das ist
    die Hinterlassenschaft, mit der wir umgehen müssen.


    (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und bei der PDS)


    Wir lassen die Menschen nicht einfach im Regen stehen.
    Zum Schluß zur Steuersenkungsfrage. Frau Pieper,

    wir setzen jetzt die Körperschaftsteuer auf 35 Prozent
    fest.


    (Walter Hirche [F.D.P.]: Wann denn?)

    Das habe ich bei Ihnen in den 16 Jahren nicht erlebt.


    (Beifall bei der SPD)

    Damit haben wir eine enorme Senkung der Steuern: Daß
    man das in vier Jahren machen kann, sollten Sie für sich
    als Ansporn nehmen.


    (Beifall bei der SPD)




Rede von Anke Fuchs
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Ich erteile nun Herrn
Dr. Michael Luther, CDU/CSU-Fraktion, das Wort, bitte
sehr.


  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Michael Luther


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Sehr geehrte Frau
    Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der Aufbau Ost
    ist jetzt Chefsache – wie man leicht sieht.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD – Dr. Guido Westerwelle [F.D.P.]: Wo ist Schröder?)


    Am Dienstag habe ich die Debatte aufmerksam verfolgt:
    Auch in der zweistündigen Regierungserklärung war die
    Chefsache dem Chef nur fünf Minuten wert. Ich glaube,

    Cornelia Pieper






    (B)



    (A) (C)



    (D)


    daß diesem wichtigen Thema – der inneren Einheit
    Deutschlands – mehr Aufmerksamkeit gebührt hätte.


    (Beifall bei der CDU/CSU – Zuruf von der F.D.P.: Wo ist der Chef jetzt?)


    – Der Chef ist vielleicht trotzdem da; das kann ja sein.

    (Heiterkeit bei der F.D.P.)


    Zur Infrastruktur. Dazu steht in der Regierungser-
    klärung – lassen Sie mich auf ein paar Dinge kurz ein-
    gehen –: Infrastruktur, Ausbau des Telefonnetzes, Ver-
    kehrsprojekte „Deutsche Einheit“ – das waren The-
    men in den letzten Jahren. Es ist Gewaltiges erreicht
    worden, und diese Anstrengungen müssen fortgesetzt
    werden; das ist unstrittig. Etwas anderes steht auch nicht
    in der Regierungserklärung; das ist gut so. Ich hoffe nur,
    daß die angedachte Überarbeitung der Verkehrswege-
    pläne vor dem Hintergrund von Bemerkungen, die da
    lauten, weniger sei mehr, nicht im Endeffekt dazu füh-
    ren wird, daß in den neuen Bundesländern nicht mehr,
    sondern weniger für die Infrastruktur getan wird. Das
    wäre katastrophal.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P.)

    In den letzten Jahren waren Modernisierung und Sa-

    nierung zentrale Themen. Ich sage es deutlich: Wer es
    sehen will, kann es sehen: Es gibt die blühenden Land-
    schaften.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P.)

    Und nun das „Neue“ der neuen Bundesregierung: Sie
    wollen die Anstrengungen zur Sanierung und Gestaltung
    der Städte fortsetzen. Ich finde, das ist eine tolle Idee.
    Sicherlich haben Sie in der Regierungskoalition lange
    darüber nachgedacht, bis Sie darauf gekommen sind.

    Zum wirtschaftlichen Aufbau: In Ostdeutschland ent-
    steht eine moderne Industrie. Darüber sind sich Experten
    einig. Es gab und gibt eine riesige Zahl von neuen Un-
    ternehmen. Das war nur mit Hilfe von Fördermitteln
    möglich. Nun möchte die Bundesregierung – man hö-
    re! – die Förderpräferenz für die neuen Bundesländer
    sichern. Ich finde das gut. Allerdings sei die ironische
    Frage erlaubt: Vor wem wollen Sie die Förderpräferenz
    sichern? Genauer betrachtet scheint diese Frage auch
    nicht unberechtigt zu sein, nämlich wenn man die Viel-
    zahl von teuren Wahlversprechen und die ungeklärten
    Finanzierungsfragen berücksichtigt. Aufbau Ost kostet
    Geld. Herr Schwanitz, Sie werden darauf zu achten ha-
    ben, daß dieses Geld im Bundeshaushalt auch zur Ver-
    fügung steht.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Ich hoffe, daß es Ihnen gelingt.

    Zum Thema zweiter Arbeitsmarkt: Er muß auf hohem
    Niveau bleiben. Ich freue mich, daß Sie die Mittel dafür
    verstetigen wollen. Neu ist der Gedanke allerdings nicht.
    Im Gegenteil: Wenn ich die Formulierungen aus der Re-
    gierungserklärung – Herr Schwanitz, in Ihrem Beitrag
    haben Sie das wiederholt – ganz genau betrachte, habe
    ich sogar Sorge. Ich will es einmal auf den Punkt brin-
    gen. Sie unterstellen für das Jahr 1998 Wahlkampf-
    ABM, was – und das wissen Sie alle ganz genau – nicht
    stimmt. Die Crux der Behauptung ist allerdings, daß Sie

    als das stetige Maß eine Ebene ansetzen wollen, die
    niedriger ist als die des Jahres 1998. Ich glaube, ABM
    muß auf dem finanziellen Niveau des Jahres 1998 fort-
    gesetzt werden. Darauf haben Sie zu achten.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Resümee: Wer von der „Chefsache“ Aufbau Ost neue

    Ideen erwartet hat, der wurde getäuscht. Herr Schwanitz,
    ich wünsche Ihnen viel Glück. Sie können auf unsere
    Unterstützung zählen; denn der Aufbau Ost ist uns Her-
    zensanliegen. Sie werden in dieser Koalition auf unsere
    Unterstützung angewiesen sein.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Dr.-Ing. Rainer Jork [CDU/CSU]: Das glaube ich auch!)


    Das hat Ihre in manchen Phasen sehr mutlose Rede zu
    dem Thema „Aufbau Ost“ und zu dem Thema „blühen-
    de Landschaften“ zum Ausdruck gebracht.

    Sie sollten sich in der Zukunft bemühen, ein Stück
    bei der Wahrheit zu bleiben. Ich denke zum Beispiel an
    das Thema Investitionszulagengesetz. Wir in der Re-
    gierungskoalition haben das in der letzten Legislaturpe-
    riode als wichtiges und richtiges Mittel, als Anschlußre-
    gelung für das Fördergebietsgesetz auf den Weg ge-
    bracht. Es ist gut, daß es dieses Instrument gibt. Ich hof-
    fe, daß Sie nicht versuchen, es zu kassieren, sondern es
    weiterhin anwenden.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU)

    Lassen Sie mich noch ein paar Bemerkungen zu an-

    deren Themen machen.
    Zum Thema Steuerreform: In seiner Regierungserklä-

    rung hat der Bundeskanzler auf die schwache Eigenka-
    pitalbasis der Unternehmen in den neuen Bundeslän-
    dern hingewiesen. Er hat – zu Recht – festgestellt, daß
    die Eigenkapitalbasis gestärkt werden muß. Glauben
    Sie, daß Ihnen das mit Ihrer Steuerreform gelingt? Un-
    ternehmen brauchen zur Eigenkapitalbildung Gewinne.
    Wenn Sie die Gewinne aber durch Steuern deutlich
    schmälern, dann kann niemand Eigenkapital bilden. Sie
    brauchen dieses Geld für die vielen Experimente, die Sie
    vorhaben; ich weiß das. Doch was bedeutet das für die
    eigenkapitalschwachen Unternehmen in den neuen Bun-
    desländern? Sie werden diese Unternehmen in ganz be-
    sonderer Weise treffen.

    Zum Thema Ökosteuer: Einerseits – das ist allen klar
    – ist das Einkommensniveau der Arbeitnehmer und der
    Rentner in den neuen Bundesländern besonders niedrig;
    andererseits müssen, dem starken wirtschaftlichen Wan-
    del geschuldet, die Arbeitnehmer in den neuen Bundes-
    ländern viel flexibler sein und viel mehr pendeln als die
    Menschen in den alten Bundesländern. Deshalb wird die
    ökologische Steuerreform die Bürger in den neuen
    Bundesländern in besonderem Maße treffen. Bei niedri-
    gerem Einkommen nutzt auch niemandem eine Steuerre-
    form, durch die er weniger Steuern bezahlt. Aber höhere
    Energie- und Benzinsteuern werden die neuen Bundes-
    länder treffen, und zwar die einfachen Menschen mit
    kleinem Einkommen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    Dr. Michael Luther






    (A) (C)



    (B) (D)


    Diese Politik schadet den Menschen, sie schadet der
    Kaufkraft, und was der Kaufkraft schadet, das schadet
    natürlich auch dem Mittelstand in den neuen Bundeslän-
    dern.

    Zum Thema Strompreis: In den neuen Bundesländern
    ist er besonders hoch, weil die Stromversorgungsbasis in
    den vergangenen Jahren grundlegend modernisiert wer-
    den mußte. Diese Tatsache ist schon heute für die Un-
    ternehmen in den neuen Bundesländern schwerwiegend.
    Wir haben das immer festgestellt. Wenn Sie diesen Un-
    ternehmen mit der Ökosteuer nun noch eine zusätzliche
    Energiesteuer aufdrücken wollen, dann wird es für sie
    gefährlich, dann werden sie in ihrem Bestand gefährdet,
    und dann wird so mancher auch auf Neuinvestitionen
    verzichten müssen. Lassen Sie mich hier aus der
    „Volksstimme“ vom 3. November 1998 zitieren:

    Der Wernigerröder Zylinderkopfhersteller Rauten-
    bach hat ein Investitionspaket von 40 Mio. DM für
    die Produktion eines Motorblocks aus Aluminium
    gestoppt.
    „Insbesondere die von der rot-grünen Bundesregie-
    rung angekündigte Energiepreiserhöhung bedeutet
    für unser Unternehmen eine dramatisch nicht hin-
    nehmbare Verschlechterung im internationalen
    Wettbewerb“, so der Geschäftsführer.


    (Dr.-Ing. Paul Krüger [CDU/CSU]: Hört! Hört!)


    Das ist keine Folge der Politik der alten Regierung,
    sondern eine Folge des Hickhacks, der Diskussionen, die
    in den letzten 14 Tagen in Deutschland durch die heuti-
    ge Regierungskoalition geführt wurden. Ergebnis ist
    Verunsicherung bei Investoren, Verunsicherung an einer
    Stelle, an der es uns gelungen ist, langsam das Vertrauen
    in die Solidität des wirtschaftlichen Aufbaus in den
    neuen Bundesländern zu wecken.


    (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Ludwig Stiegler [SPD]: Das ist Folge Ihrer Volksverdummung! – Ernst Schwanhold [SPD]: Es ist unverantwortlich, was Sie zu dieser Verunsicherung beitragen!)


    Sie zerstören diese Vertrauensbasis.
    Ich fordere Sie deshalb auf: Verzichten Sie auf die

    Ökosteuer für die neuen Bundesländer gänzlich!

    (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abge ordneten der F.D.P.)

    Meine Damen und Herren, eine letzte Bemerkung.

    Ich zitiere aus Ihrer Regierungserklärung, Herr Bundes-
    kanzler – er ist leider nicht anwesend –:

    Die ehemaligen Bürgerrechtsgruppen aus der
    DDR, die gemeinsam mit den ostdeutschen Sozial-
    demokraten die friedliche Revolution mitgestaltet
    haben, . . .

    Ich halte das für einen dreisten Versuch, die Geschichte
    zu fälschen.


    (Beifall bei der CDU/CSU)


    In unserer Fraktion sitzen Vera Lengsfeld, Arnold Vaatz
    und Günter Nooke. Sie haben 1989 bei der friedlichen
    Revolution in der DDR ihren Kopf hingehalten.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P. – Ludwig Stiegler [SPD]: Was ist mit den Blockflöten, die da sitzen?)


    Sie haben für die deutsche Einheit gestritten, die wir
    1990 erreicht haben. Im Gegenzug hat der damalige Mi-
    nisterpräsident und heutige Bundeskanzler Gerhard
    Schröder gemeinsam mit seinem heutigen Finanzmi-
    nister, Herrn Lafontaine, im Bundesrat gegen die deut-
    sche Einigung gestimmt. Das ist geschichtliche Wahr-
    heit.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P. – Ludwig Stiegler [SPD]: Einen seltsamen Wahrheitsbegriff haben Sie!)


    Ich bin mir sicher: Wenn damals die SPD Regie-
    rungsverantwortung getragen hätte, hätten wir heute
    keine deutsche Einheit.


    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Dann wäre heute die Staatsbürgerschaft der DDR aner-
    kannt, und dann könnten wir nur noch auf die doppelte
    Staatsbürgerschaft hoffen.


    (Beifall bei der CDU/CSU und der F.D.P.)