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    Plenarprotokoll 11/131 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 131. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 Inhalt: Wahl des Abg. Eich zum ordentlichen Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an Stelle des ausgeschiedenen Abg. Dr. Mechtersheimer 9585 A Erweiterung der Tagesordnung 9585 B Tagesordnungspunkt 3: Überweisungen im vereinfachten Verfahren a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Vertrag vom 14. April 1987 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Australien über die Auslieferung (Drucksache 11/3864) b) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 26. Januar 1988 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik über den Binnenschiffsverkehr (Drucksache 11/3957) c) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwufs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 15. Januar 1988 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Ungarischen Volksrepublik über die Binnenschiffahrt (Drucksache 11/3958) d) Beratung der Unterrichtung durch das Europäische Parlament Legislative Entschließung mit der Stellungnahme des Europäischen Parlaments zu dem Vorschlag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften an den Rat für eine Verordnung zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 über die Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr Legislative Entschließung mit der Stellungnahme des Europäischen Parlaments zu dem Vorschlag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften an den Rat für eine Richtlinie über einheitliche Kontrollverfahren zur Anwendung der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 über die Harmonisierung bestimmter Sozialvorschriften im Straßenverkehr und der Verordnung (EWG) Nr. 3821/85 über das Kontrollgerät im Straßenverkehr (Drucksache 11/3754) e) Beratung der Unterrichtung durch das Europäische Parlament Legislative Entschließung mit der Stellungnahme des Europäischen Parlaments zu dem Vorschlag der Kommission der Europäischen Gemeinschaften an den Rat für eine Verordnung über die Strukturbereinigung in der Binnenschiffahrt (Drucksache 11/3755) 9585 D Zusatztagesordnungspunkt 2: Erste Beratung des von den Abgeordneten Günther, Straßmeir, Fischer (Hamburg) und Genossen und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Heinrich, Richter, Funke, Dr. Thomae und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften der See-Unfallversicherung in der Reichsversicherungsordnung (Drucksache 11/4082) 9586 B Tagesordnungspunkt 4: Beratung der Ersten Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsi- II Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 cherheit zum Ersten Zwischenbericht der Enquete-Kommission: Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre (Drucksachen 11/3246, 11/4133) Schmidbauer CDU/CSU 9586 C Schäfer (Offenburg) SPD 9589 D Frau Dr. Segall FDP 9592 C Dr. Knabe GRÜNE 9594 B Dr. Töpfer, Bundesminister BMU . . . 9597 C Müller (Düsseldorf) SPD 9600 B Seesing CDU/CSU 9602 B Frau Ganseforth SPD 9603 B Fellner CDU/CSU 9605 A Tagesordnungspunkt 5: Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Umweltgutachten 1987 (Drucksache 11/1568) Dr. Friedrich CDU/CSU 9607 B Lennartz SPD 9609 B Baum FDP 9611D Frau Wollny GRÜNE 9614 C Dr. Töpfer, Bundesminister BMU . . . 9616 C Frau Blunck SPD 9620 A Fellner CDU/CSU 9622 A Kiehm SPD 9624 B Dr. von Wartenberg, Parl. Staatssekretär BMWi 9626 A Tagesordnungspunkt 6: Zweite und dritte Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über den Wegfall der Befristung einer Ausbildungsregelung bei den Berufen des Masseurs, des Masseurs und medizinischen Bademeisters und des Krankengymnasten (Drucksachen 11/3409, 11/4035) 9627 A Tagesordnungspunkt 7: Beratung der Beschlußempfehlung des Haushaltsausschusses zu dem Antrag des Präsidenten des Bundesrechnungshofes: Rechnung des Bundesrechnungshofes für das Haushaltsjahr 1987 — Einzelplan 20 — (Drucksachen 11/2593, 11/4014) 9627 B Zusatztagesordnungspunkt 3: Beratung der Beschlußempfehlung des Petitionsausschusses: — Sammelübersicht 100 zu Petitionen — mit Statistik über die beim Deutschen Bundestag in der Zeit vom 18. Februar 1987 bis 31. Dezember 1988 eingegangenen Petitionen — (Drucksache 11/4058) 9627 B Zusatztagesordnungspunkt 4: Aktuelle Stunde betr. Ausländer/innenFeindlichkeit im hessischen Wahlkampf und die Auswirkungen auf den Bund Kleinert (Marburg) GRÜNE 9627 C Dr. Langner CDU/CSU 9629 B Reuter SPD 9630 C Gries FDP 9631 D Frau Dr. Sonntag-Wolgast SPD 9633 A Dr. Blens CDU/CSU 9634 C Frau Trenz GRÜNE 9635 C Dr. Hirsch FDP 9636 A Frau Wieczorek-Zeul SPD 9637 B Weirich CDU/CSU 9638 C Lutz SPD 9639 C Dr. Kappes CDU/CSU 9640 B Dr. Lippold (Offenbach) CDU/CSU . . . 9641 C Vizepräsident Cronenberg . . . 9642B, 9647 C Tagesordnungspunkt 8: a) Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vierter Immissionsschutzbericht der Bundesregierung zu dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Knabe, Brauer und der Fraktion DIE GRÜNEN zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vierter Immissionsschutzbericht der Bundesregierung (Drucksachen 11/2714, 11/3179, 11/4126) b) Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zum Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur Großen Anfrage der Fraktion DIE GRÜNEN Maßnahmen gegen Luftverschmutzung zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Brauer und der Fraktion DIE GRÜNEN zur Großen Anfrage der Fraktion DIE GRÜNEN Maßnahmen gegen Luftverschmutzung (Drucksachen 11/559, 11/560, 11/3905) Schmidbauer CDU/CSU 9643 A Frau Dr. Hartenstein SPD 9645 B Baum FDP 9647 D Brauer GRÜNE 9649 C Dr. Lippold (Offenbach) CDU/CSU . . . . 9651 C Weiermann SPD 9653 D Dr. Töpfer, Bundesminister BMU . . . . 9655 D Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 III Tagesordnungspunkt 9: a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Errichtung eines Bundesamtes für Strahlenschutz (Drucksache 11/4086) b) Zweite Beratung und Schlußabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu den IAEO-Übereinkommen vom 26. September 1986 über die frühzeitige Benachrichtigung bei nuklearen Unfällen sowie über Hilfeleistung bei nuklearen Unfällen oder radiologischen Notfällen (Gesetz zu dem IAEO-Benachrichtigungsübereinkommen und zu dem IAEO-Hilfeleistungsübereinkommen) (Drucksachen 11/2391, 11/3937) Harries CDU/CSU 9658 D Schütz SPD 9659 D Wolfgramm (Göttingen) FDP 9661 D Frau Wollny GRÜNE 9662 C Wüppesahl fraktionslos 9663 B Dr. Töpfer, Bundesminister BMU . . . 9664 B Tagesordnungspunkt 10: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft (Drucksache 11/4087) Bayha CDU/CSU 9666 D Oostergetelo SPD 9668 C, 9674 C Paintner FDP 9670 D Frau Flinner GRÜNE 9671D Kiechle, Bundesminister BML 9673 A Kalb CDU/CSU 9676A Tagesordnungspunkt 11: a) Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung: Tierschutzbericht 1989 und Bericht über den Stand der Entwicklung des Tierschutzes (Drucksache 11/ 3846) b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Frau Adler, Frau Dr. Hartenstein, Kißlinger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Aktionsprogramm zur Bekämpfung des Mißbrauchs von Hormonen in der Tiermast (Drucksache 11/3102) c) Beratung des Antrags der Abgeordneten Frau Adler, Frau Dr. Hartenstein, Ibrügger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD: Artgerechte und umweltverträgliche Nutztierhaltung (Drucksache 11/3891) Kiechle, Bundesminister BML 9678 A Frau Adler SPD 9679D, 9695 A Michels CDU/CSU 9682 C Frau Garbe GRÜNE 9685 A Bredehorn FDP 9686 B Sielaff SPD 9688 D Kroll-Schlüter CDU/CSU 9690 D Frau Saibold GRÜNE 9692 C Carstensen (Nordstrand) CDU/CSU . . 9693 C Tagesordnungspunkt 12: a) Beratung der Großen Anfrage betr. Menschenrechtsverletzungen an Frauen (Drucksachen 11/1801 [neu], 11/3250 [neu], 11/3623) b) Beratung der Großen Anfrage betr. Menschenhandel mit ausländischen Mädchen und Frauen, sogenannte Heiratsvermittlung und Prostitutionstourismus (Drucksachen 11/2210, 11/3580) Frau Dr. Hamm-Brücher FDP 9696 C Frau Luuk SPD 9698 D Frau Männle CDU/CSU 9701 A Frau Nickels GRÜNE 9702 A Frau Dr. Lehr, Bundesminister BMJFFG 9703 C Frau Dr. Sonntag-Wolgast SPD 9705 A Frau Rönsch (Wiesbaden) CDU/CSU . . 9706 C Frau Schmidt (Hamburg) GRÜNE . . . 9708 D Frau Pack CDU/CSU 9709 D Peter (Kassel) SPD 9711 B Dr. Köhler, Parl. Staatssekretär BMZ . . 9712D Frau Dr. Adam-Schwaetzer, Staatsminister AA 9713 C Tagesordnungspunkt 13: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Europäischen Übereinkommen vom 26. November 1987 zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (Drucksache 11/4028) Engelhard, Bundesminister BMJ 9715 A Dr. de With SPD 9715D Seesing CDU/CSU 9717 A Frau Hensel GRÜNE 9717 D Irmer FDP 9718 C Zusatztagesordnungspunkt 5: Beratung des Antrags der Fraktion DIE GRÜNEN: Konditionierung der Entwicklungshilfe für El Salvador (Drucksache 11/2405) in Verbindung mit IV Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 Zusatztagesordnungspunkt 6: Beratung des Antrags der Fraktion DIE GRÜNEN: Schutz von Bundesbürgern/ Bundesbürgerinnen in El Salvador (Drucksache 11/2844) Volmer GRÜNE 9720B Höffkes CDU/CSU 9721 B Frau Luuk SPD 9722 B Frau Folz-Steinacker FDP 9723 A Dr. Köhler, Parl. Staatssekretär BMZ . . 9724 B Nächste Sitzung 9725 C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten . . 9726* A Anlage 2 Vorlage eines Embryonen-Schutz-Gesetzes durch die Bundesregierung MdlAnfr 2 03.03.89 Drs 11/4119 Jäger CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Kinkel BMJ . . . . 9726* B Anlage 3 Arbeitsplatzverluste und Geschäftsaufgaben durch die Ansiedlung von Großunternehmen des Lebensmittelhandels, insbesondere von Co-op-Märkten; Arbeits- und Ausbildungsplätze im Lebensmittelhandel bezogen auf den Umsatz seit 1984 MdlAnfr 11, 12 03.03.89 Drs 11/4119 Hinsken CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Riedl BMWi . . . . 9726* C Anlage 4 Auswirkungen der Unsicherheit über die künftige Energiepolitik der Bundesregierung auf den Kohlebergbau; Vorgaben des Bundesministers für Wirtschaft für ein von Prognos und der Fraunhofer-Gesellschaft zu erstellendes Gutachten über die Kohle- und Energiepolitik bis zum Jahr 2010 MdlAnfr 17, 18 03.03.89 Drs 11/4119 Vosen SPD SchrAntw PStSekr Dr. Riedl BMWi . . . . 9727* B Anlage 5 Weigerung der Firma MBB, Zivildienstleistende zu beschäftigen MdlAnfr 23, 24 03.03.89 Drs 11/4119 Frau Terborg SPD SchrAntw PStSekr Höpfinger BMA . . . 9727* C Anlage 6 Weigerung der Firma MBB, Zivildienstleistende zu beschäftigen; Einstellung der Subventionen für die Firma MBB wegen Nichtachtung des Diskriminierungsverbots nach Art. 3 Abs. 3 GG bei der Anstellung von Zivildienstleistenden MdlAnfr 25, 26 03.03.89 Drs 11/4119 Conradi SPD SchrAntw PStSekr Höpfinger BMA . . . 9727* D Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 9585 131. Sitzung Bonn, den 9. März 1989 Beginn: 9.01 Uhr
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    Anlagen zum Stenographischen Bericht Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) Fraktion entschuldigt bis einschließlich Dr. Ahrens SPD 10. 03. 89 * Austermann CDU/CSU 10.03.89 Bohl CDU/CSU 10.03.89 Böhm (Melsungen) CDU/CSU 10. 03. 89 ** Brandt SPD 10.03.89 Dr. von Bülow SPD 10. 03. 89 Catenhusen SPD 10.03.89 Frau Dr. Däubler-Gmelin SPD 9. 03. 89 Egert SPD 10.03.89 Ehrbar CDU/CSU 10.03.89 Gattermann FDP 10.03.89 Dr. Gautier SPD 10. 03. 89 Genscher FDP 10.03.89 Dr. Götz CDU/CSU 10. 03. 89 Dr. Hauchler SPD 10. 03. 89 Dr. Hauff SPD 10. 03. 89 Frhr. Heereman von CDU/CSU 09. 03. 89 Zuydtwyck Huonker SPD 09.03.89 Ibrügger SPD 10.03.89 Jung (Limburg) CDU/CSU 9. 03. 89 Dr. Klejdzinski SPD 10. 03. 89 * Koltzsch SPD 10.03.89 Koschnick SPD 10.03.89 Frau Matthäus-Maier SPD 9. 03. 89 Meneses Vogl GRÜNE 10. 03. 89 Meyer SPD 10.03.89 Mischnick FDP 10.03.89 Möllemann FDP 09.03.89 Dr. Müller CDU/CSU 10. 03. 89 ** Müller (Schweinfurt) SPD 10. 03. 89 Niegel CDU/CSU 10. 03. 89 * Dr. Scheer SPD 10. 03. 89 * Schmidt (München) SPD 10. 03. 89 ** Frhr. von Schorlemer CDU/CSU 10. 03. 89 Frau Dr. Skarpelis-Sperk SPD 10. 03. 89 Frau Dr. Timm SPD 10. 03. 89 Dr. Vogel SPD 10. 03. 89 Dr. Vondran CDU/CSU 10. 03. 89 Dr. Waigel CDU/CSU 9. 03. 89 Wilz CDU/CSU 10.03.89 Wischnewski SPD 10.03.89 Würtz SPD 09.03.89 Zierer CDU/CSU 10. 03. 89 ** * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung des Europarates * * für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union Anlage 2 Antwort des Staatssekretärs Dr. Kinkel auf die Frage des Abgeordneten Jäger (CDU/CSU) (Drucksache 11/4119 Frage 2): Wann ist mit der Vorlage des Gesetzentwurfs für das geplante Embryonen-Schutz-Gesetz durch die Bundesregierung zu rechnen, und wird dies so rechtzeitig geschehen, daß der Entwurf im Deutschen Bundestag beraten und verabschiedet werden kann, ehe die Legislaturperiode zu Ende ist? Die Vorarbeiten für den Entwurf des Embryonenschutzgesetzes sind weitgehend abgeschlossen. Einer abschließenden Entscheidung bedarf lediglich noch der Fragenkreis der heterologen Insemination. Sobald die in diesem Zusammenhang noch offenen Fragen entschieden sind, wird der Entwurf vorgelegt werden. Ich bin sicher, daß das Gesetzgebungsverfahren noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden kann. Anlage 3 Antwort des Parl. Staatssekretärs Dr. Riedl auf die Fragen des Abgeordneten Hinsken (CDU/CSU) (Drucksache 11/4119 Fragen 11 und 12): Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, wie viele kleine und mittlere Geschäfte mit wie vielen Beschäftigten durch die Ansiedlung von Großunternehmen des Lebensmittelhandels, besonders von co-op-Märkten, ihr Geschäft aufgeben mußten? Gibt es Zahlen darüber, wie viele Mitarbeiter auf jeweils 1 Million DM Umsatz, bezogen in Lebensmittel-Unternehmen mit 1 Million, 10 Millionen, 100 Millionen, 500 Millionen, 1 Milliarde, 8,8 Milliarden und 12,45 Milliarden DM in den letzten fünf Jahren beschäftigt sind, und wie viele Ausbildungsplätze bei gleichen Umsatzergebnissen vorgehalten werden bzw. wurden? Zu Frage 11: Der Bundesregierung liegen keine entsprechenden Angaben vor, wie viele kleine und mittlere Geschäfte und wie viel Beschäftigte im Lebensmittelhandel durch die Ansiedlung von Großunternehmen aufgeben mußten. Zwar hat sich im Lebensmitteleinzelhandel ein starker Abschmelzungsprozeß sowohl in der Zahl der Unternehmen wie der Geschäfte seit Anfang der 60er Jahre ergeben. Eine exakte oder eine einigermaßen verläßliche Zurechnung auf einzelne Ursachen läßt sich allerdings nicht vornehmen. Zu dem Rückgang der Unternehmen bzw. der Geschäfte hat eine Vielzahl von Faktoren beigetragen. Neben Gründen, die im normalen Strukturwandlungsprozeß liegen, wie die Änderungen im Verbraucherverhalten, der verstärkte Trend zur Selbstbedienung und zu größeren Verkaufseinheiten usw., persönlichen Gründen wie Alter, Krankheit, Nachfolgeproblemen hat sicher auch der intensive Wettbewerb in dieser Branche zum Ausscheiden geführt, ohne daß sich diese Gründe im einzelnen isolieren und quantifizieren lassen. Zu Frage 12: Der Bundesregierung liegt kein entsprechendes Zahlenmaterial vor, wie viele Mitarbeiter jeweils auf eine bestimmte Umsatzgröße (z. B. bei 1 Million DM, 8,8 Milliarden DM, 12,45 Milliarden DM usw.) entfal- Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 9727 len. Eine amtliche Ausweisung allein nach konkreten Umsatzergebnissen wird nicht praktiziert. Die amtliche Statistik unterscheidet die erfaßten Unternehmen nach Umsatzgrößenklassen (z. B. Umsatzgrößenklasse bis unter 1 Million DM, 1 Million bis 5 Millionen DM, 5 Millionen bis 10 Millionen DM usw.). Eine solche Tabelle könnte dem Fragesteller zur Verfügung gestellt werden. Zur Situation der Ausbildungsplätze läßt sich allgemein sagen, daß die Zahl der den Arbeitsämtern insgesamt gemeldeten Ausbildungsplätze für eine Reihe von Ausbildungsberufen die u. a. auch von Lebensmittel-Unternehmen angeboten werden, in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat (z. B. Einzelhandelskaufleute; Verkäuferin; Verkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk) . Gleichzeitig handelt es sich dabei um Ausbildungsberufe, in denen eine überproportional hohe und wachsende Zahl von Ausbildungsplätzen in den letzten Jahren nicht besetzt werden konnte. So waren zum 30. September 1988 für die beispielhaft genannten Ausbildungsberufe in Arbeitsämtern insgesamt rd. 69 000 Ausbildungsplätze gemeldet, von denen knapp 10 000 (ca. 14 %) bis dahin noch nicht besetzt waren (durchschnittlicher Anteil der unbesetzten Ausbildungsplätze am gemeldeten Angebot ca 11 %). Detailliertere statistische Daten über angebotene bzw. vorgehaltene Ausbildungsplätze nach einzelnen Unternehmensbereichen sowie Umsatzgrößenklassen liegen der Bundesregierung nicht vor. Anlage 4 Antwort des Parl. Staatssekretärs Dr. Riedl auf die Fragen des Abgeordneten Vosen (SPD) (Drucksache 11/4119 Fragen 17 und 18) : Ist der Bundesregierung bekannt, daß die derzeitige Unsicherheit über den Standpunkt der künftigen Energiepolitik den Kohlebergbau, der auf Grund geologischer Verhältnisse langfristige Planungs- und Rahmenbedingungen in den Gruben benötigt, durch ihr Nichthandeln, trotz freundlicher Aussagen, in arge Bedrängnis bringt, und wann ist damit zu rechnen, daß der Schwebezustand aufhört? Welche Eckwerte bzw. Vorgaben bezüglich der künftigen Kohle- und Energiepolitik bis zum Jahr 2010 hat der Bundesminister für Wirtschaft als Grundaussage für die Erarbeitung des Gutachtens an Prognos und Fraunhofer-Gesellschaft, das im September 1989 vorliegen soll und das im bekannten Sprechzettel des Bundesministers für Wirtschaft sowie der Presse die Runde machte, vorgegeben? Zu Frage 17: Die Bundesregierung hat ihre Position zur Energiepolitik zuletzt im Jahreswirtschaftsbericht eingehend dargelegt. Sie verhandelt derzeit intensiv mit den Beteiligten des Jahrhundertvertrages über die Stabilisierung des Verstromungsfonds für die kommenden Jahre. Zu Frage 18: Das Gutachten „Die energiewirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2010" wird von der Prognos AG (Unterauftragnehmer Fraunhofer-Gesellschaft) in voller wissenschaftlicher Unabhängigkeit durchgeführt. Das Auftragsschreiben vom 16. August 1988 enthält entsprechend weder Eckwerte noch Vorgaben bezüglich der langfristigen Kohle- und Energiepolitik. Anlage 5 Antwort des Parl. Staatssekretärs Höpfinger auf die Fragen der Abgeordneten Frau Terborg (SPD) (Drucksache 11/4119 Fragen 23 und 24): Hält die Bundesregierung die vom SPIEGEL vom 27. Februar 1989 gemeldete Diskriminierung von Bewerbern, die einen Antrag auf Anerkennung als Zivildienstleistende gestellt haben, durch den Raumfahrtkonzern MBB für gerechtfertigt, oder sieht sie nicht auch die Möglichkeit, diese Bewerber in ausschließlich zivilen Bereichen des Konzerns zu beschäftigen? Auf welche arbeitsrechtlichen Vorschriften stützt sich der obengenannte Konzern bei seiner Diskriminierungsentscheidung, und wird die Bundesregierung, sofern diese fehlen, auf das Unternehmen einwirken? Die Bundesregierung wird die Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) schriftlich um Auskunft zu der Frage bitten, ob es zutrifft, daß anerkannte Wehrdienstverweigerer bzw. Zivildienstleistende auch im zivilen Bereich dieser Firma nicht eingestellt werden, und wenn diese Frage bejaht wird, aus welchen Gründen dies geschieht. Versuche, auf telefonischem Wege von der Firma MBB darüber Auskünfte zu erhalten, waren leider erfolglos. Die mit diesem Komplex vertrauten Personen waren telefonisch nicht erreichbar. Unter der Voraussetzung, daß die Schilderung der Verfahrensweise bei der Firma MBB in der Zeitschrift „Der Spiegel" zutrifft, halte ich aus arbeits- und sozialpolitischer Sicht die Nichteinstellung von anerkannten Wehrdienstverweigerern bzw. Zivildienstleistenden für den Bereich der Produktion von Rüstungsgütern im allgemeinen wohl für vertretbar. Dies kommt ja auch in Ihrer Fragestellung zum Ausdruck. Rechtlich läßt sich der Sachverhalt noch nicht beurteilen, solange die Stellungnahme der Firma MBB noch nicht vorliegt. Sobald mir die Antwort der Firma MBB vorliegt, werde ich Ihnen eine schriftliche Stellungnahme zukommen lassen. Anlage 6 Antwort des Parl. Staatssekretärs Höpfinger auf die Fragen des Abgeordneten Conradi (SPD) (Drucksache 11/4119 Fragen 25 und 26) : Was unternimmt die Bundesregierung gegen die Praxis der Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB), in ihrem zivilen Bereich keine anerkannten Wehrdienstverweigerer bzw. Zivildienstleistende einzustellen? Ist die Bundesregierung bereit, ihre Subventionen für die Firma MBB einzustellen bis gewährleistet ist, daß MBB das Grundrecht des Artikels 3 Abs. 3 GG einhält, „niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, 9728' Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode — 131. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 9. März 1989 seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden"? Die Bundesregierung wird die Firma Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) schriftlich um Auskunft zu der Frage bitten, ob es zutrifft, daß anerkannte Wehrdienstverweigerer bzw. Zivildienstleistende auch im zivilen Bereich dieser Firma nicht eingestellt werden, und wenn diese Frage bejaht wird, aus welchen Gründen dies geschieht. Von der Antwort der Firma Messerschmitt-BölkowBlohm (MBB) wird abhängig sein, ob ggf. Konsequenzen im Hinblick auf Subventionen für die Firma MBB zu ziehen sind.
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    Rede von Ignaz Kiechle


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

    Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! In der Bundesrepublik Deutschland hat das Interesse an Tierschutzfragen stetig zugenommen. Das ist sicherlich auf eine höhere Sensibilität, aber auch auf den zunehmenden Wohlstand zurückzuführen. Er erlaubt es uns nämlich, unser bisheriges Verhältnis zum Tier zu überdenken und sicherlich von manchen Seiten auch sehr kritisch zu überdenken.
    Unsere Beziehungen zur Tierwelt sind ja sehr vielfältig.

    (Frau Saibold [GRÜNE]: Und sehr gestört!)

    Tiere dienen uns als Nahrung, zur Ausübung bestimmter Sportarten, zur Unterhaltung; sie leisten uns Gesellschaft; sie sind häufig Ersatz für fehlende zwischenmenschliche Beziehungen.

    (Frau Saibold [GRÜNE]: Und sie werden rechtlich als Sache behandelt!)

    Sie sind sogar unsere Stellvertreter, wenn es darum geht, die Wirkung von Arzneimitteln zu erproben oder das Risiko umweltproblematischer Substanzen einzuschätzen. Um so wichtiger ist die Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf in der Natur.
    Entsprechend dem 1986 vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Tierschutzgesetz ist alle zwei Jahre dem Parlament ein Tierschutzbericht vorzulegen. Das Bundeskabinett hat am 10. Januar dieses Jahres den ersten Tierschutzbericht gebilligt. An seiner Vorbereitung waren fast alle Ressorts der Bundesregierung beteiligt.
    Inhaltlicher Schwerpunkt des ersten Tierschutzberichts ist eine Darstellung der nationalen sowie der internationalen und supranationalen Rechtsetzungsvorhaben, an denen die Bundesregierung beteiligt war.
    Die vergangenen Jahre sind — das weist der Bericht aus — durch umfangreiche Prüfungs- und intensive Rechtsetzungsarbeit gekennzeichnet gewesen. Neben einer umfangreichen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes und Verordnungen zu Tierversuchen sind insbesondere die schon seit 15 Jahren überfälligen Verordnungen zum Schutz von Legehennen und Schweinen ergangen. Auch der Verordnung zum Schutz von Kälbern hat der Bundesrat inzwischen zugestimmt. Trotz heftiger Kontroversen und auch gravierender Meinungsunterschiede ist es gelungen, für diese Vorhaben politische Mehrheiten zu gewinnen. Manche halten die getroffenen Regelungen für unzureichend. Ich möchte aber daran erinnern, daß die Bundesregierung bei den genannten Tierschutzverordnungen über das hinausgeht, was in anderen Ländern der Europäischen Gemeinschaft, sei es nun mit oder ohne EG-Regelung, als Mindestanforderung gilt.
    Unser Dilemma ist: Wir befinden uns in einem ständigen Prozeß der Auseinandersetzung zwischen ethischen Anforderungen und praktischen Sachzwängen.

    (Sielaff [SPD]: Das kann man wohl sagen!)

    Dieser Konflikt ist nicht endgültig lösbar, Herr Kollege. Er zwingt uns vielmehr zu immer wieder neuen Entscheidungen.
    Die Bundesregierung stellt sich dieser Herausforderung. Mit der Novellierung des Tierschutzgesetzes ist ein bedeutsamer Schritt zu einer weiteren Verbesserung des Tierschutzes getan worden. Wir haben uns bemüht, dem Schutz der Tiere auch bei den noch unerläßlichen Tierversuchen besser gerecht zu werden, ohne wichtige Belange des Menschen zu vernachlässigen. Immerhin geht nach unserer Grundauffassung der Schutz des Menschen noch vor dem Schutz des Tieres.
    Die gesetzlichen Bestimmungen über Tierversuche wurden wesentlich verschärft. Nach meinen Informationen haben sich die Bestimmungen des novellierten Tierschutzgesetzes durchaus bewährt. Zwar gibt es hier und da Beschwerden im Bereich der Tierversuche, etwa über zu lange Bearbeitungszeiten, über mangelndes Fingerspitzengefühl der zuständigen Behörden oder über zu seltene Erfolgserlebnisse der Kommissionsmitglieder, die bei der Genehmigung von Tierversuchen beratend tätig sind. Ich hoffe, niemand war so optimistisch, zu erwarten, daß schon nach zwei Jahren alle Probleme gelöst seien. Dieser erste Tierschutzbericht enthält noch keine umf assen-den Angaben über den Vollzug des novellierten Tierschutzgesetzes, insbesondere noch wenig offizielle Zahlen über die verwendeten Versuchstiere.
    Aus verschiedenen Gründen war es nicht möglich, die hierfür erforderliche Rechtsverordnung zeitgleich mit dem novellierten Tierschutzgesetz, d. h. schon zum 1. Januar 1987, in Kraft zu setzen. Der nächste Tierschutzbericht wird jedoch die entsprechenden Zahlen für das Jahr 1989 enthalten.
    Schon jetzt zeichnet sich aber ab, daß die Zahl der Anträge und der in Versuchsvorhaben verwendeten Tiere inzwischen niedriger ist als vor Inkrafttreten des novellierten Tierschutzgesetzes, und dies trotz höhe-



    Bundesminister Kiechle
    rer gesetzlicher Prüfungsanforderungen beim Einsatz von Chemikalien und im Umweltschutz; auch daran muß man nämlich denken.
    Meine Mitarbeiter und auch die beteiligten Ressorts haben sich größte Mühe gegeben, um der Aufforderung des Deutschen Bundestages zu entsprechen, einen Gesetzentwurf über die Errichtung einer zentralen Datenbank für die Sammlung von Daten über Tierversuche vorzulegen.

    (Zuruf von der SPD: Aber?)

    Von einer Tierversuchsdatenbank erhofften wir uns, die Daten über Tierversuche, die den zuständigen Behörden aus Genehmigungs- und Anzeigeverfahren nach dem Tierschutzgesetz bekannt werden, sowie die Ergebnisse dieser Versuche zu speichern. Damit sollte zur Vermeidung unnötiger Doppel- und Wiederholungsversuche beigetragen werden. Außerdem versprachen wir uns von einer Datenbank, auch die Zahl der eingesetzten Versuchstiere nochmals erheblich verringern zu können.
    Nach intensiven Gesprächen mit den beteiligten Bundesressorts und den Bundesländern müssen wir derzeit jedoch feststellen:
    Erstens. Durch eine gesetzliche Regelung zur Erfassung und Weitergabe bisher unveröffentlichter Versuchsdaten dürften, gemessen an der Gesamtzahl von Tierversuchen, nur noch in äußerst geringem Umfang weitere Tierversuche eingespart werden. Auch sozialdemokratisch regierte Länder sehen das so.
    Zweitens. Die für den Identitätsvergleich erforderliche, bis ins einzelne gehende Beschreibung von Versuchsvorhaben und Versuchsergebnissen würde die Forschung nach Auffassung vieler erheblich zusätzlich belasten. Sie wäre außerdem mit dem Grundrecht der Forschungsfreiheit kaum oder nur sehr schwer zu vereinbaren.
    Drittens. Die Speicherung und Weitergabe von Tierversuchsdaten vor deren Veröffentlichung würde einen schwerwiegenden und angesichts der zu erwartenden geringen Zahl zusätzlich vermeidbarer Tierversuche einen unverhältnismäßigen Eingriff in Betriebsgeheimnisse bedeuten.
    Viertens. Gegen eine Tierversuchsdatenbank spricht nach — ich sage das ausdrücklich — bisherigen Erkenntnissen auch der unverhältnismäßig hohe Verwaltungsaufwand.
    Eine nationale Tierversuchsdatenbank brächte auch deshalb wenig, weil sie angesichts der internationalen Dimension wissenschaftlicher Arbeiten nur einen sehr schmalen Ausschnitt regeln könnte.
    Wie wir trotzdem zu einer befriedigenden Regelung des Anliegens des Deutschen Bundestages kommen können, darüber möchten wir mit Ihnen, meine Damen und Herren Abgeordneten, in nächster Zeit sprechen. Eine entsprechende Bitte habe ich auch bereits an die Frau Präsidentin gerichtet.
    Auch in Zukunft werde ich nichts unversucht lassen, mit Geduld und Beharrlichkeit, auch mit der nötigen Ruhe sowohl beim Europarat als auch EG-weit eine Verbesserung des Tierschutzes bei der Haltung und beim Transport landwirtschaftlicher Nutztiere
    durchzusetzen. Im Hinblick auf den EG-Binnenmarkt hat die Bundesregierung größtes Interesse daran, daß Tierschutzvorschriften EG-weit beschlossen und EG-einheitlich vollzogen werden.
    Auf der anderen Seite ist es eine Tatsache, daß dem Tierschutz in den einzelnen Mitgliedstaaten eine sehr unterschiedliche Bedeutung beigemessen wird. Das spiegelt sich in national unterschiedlichen Tierschutzgesetzen, aber auch in entsprechend unterschiedlicher Haltung am Ratstisch wider.
    Der im EG-Ministerrat erzielbare Kompromiß bei der Festlegung von Tierschutzmindestanforderungen wird möglicherweise nicht immer unseren Vorstellungen über eine tiergerechte Haltung entsprechen. Es ist daher nicht auszuschließen, daß es auch nach 1992 EG-weit noch unterschiedliche Anforderungen an die Nutztierhaltung geben kann. Liegen die EG-Mindestanforderungen unter dem deutschen Standard, müssen wir versuchen, höhere Produktionskosten für unsere Betriebe durch die einzelbetriebliche Förderung von Tierschutzinvestitionen aufzufangen. Eine in diesem Sinn wichtige Erweiterung der Förderungsgrundsätze für die einzelbetriebliche Förderung und das Agrarkreditprogramm wurde im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" bereits beschlossen.
    Die Bundesregierung ist bemüht, durch den Erlaß von Rechtsverordnungen auf der Grundlage des Tierschutzgesetzes die Haltung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere weiter zu verbessern. Gesetze und Verordnungen allein reichen dafür jedoch nicht aus. Auch der Verbraucher sollte sich mehr als bisher für die Herkunft der von ihm erworbenen tierischen Erzeugnisse interessieren und sein Kaufverhalten entsprechend einrichten, denn letztlich bestimmt der Verbraucher durch sein Kaufverhalten sehr weitgehend mit, was sich am Markt nachhaltig durchsetzen kann.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP — Zuruf von den GRÜNEN: Dann werden Sie meinem Antrag also zustimmen?)



Rede von Dieter-Julius Cronenberg
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)
Das Wort hat die Abgeordnete Frau Adler.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Brigitte Adler


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Bundesregierung tut sich schwer mit ihrem ersten Tierschutzbericht.

    (Carstensen [Nordstrand] [CDU/CSU]: Das kann man nicht sagen!)

    Auf der einen Seite möchte sie sich loben, auf der anderen Seite aber steht die traurige Wirklichkeit für die Tiere. Herr Minister, es ist eine Fleißarbeit entstanden, die ein Stichwort nach dem anderen auflistet. Nur, unter dem Strich bleibt ein schales Gefühl zurück.
    Die Novellierung des Tierschutzgesetzes wird von seiten der Bundesregierung als Erfolg verkauft. So heißt es in der Einleitung des Berichts:
    Durch die Novellierung wurde die Grundkonzeption eines ethisch ausgerichteten Tierschutzes im
    Sinne einer Mitverantwortung des Menschen für



    Frau Adler
    die seiner Obhut anheimgegebenen Lebewesen noch mehr in den Vordergrund gerückt.... Davon ausgehend, daß auf Tierversuche generell, insbesondere zum Schutz der menschlichen Gesundheit, auf absehbare Zeit nicht verzichtet werden kann, ist es die Zielvorstellung des Gesetzgebers, Tierversuche so weit wie möglich einzuschränken sowie Schmerzen und Leiden der Versuchstiere, wo immer es geht, zu vermindern.
    „Zu vermindern" , mehr nicht? Wo bleiben — nach so viel Ethik — die Konsequenzen? So sind z. B. überflüssige Versuche weiterhin möglich. Was hat die Bundesregierung von dem in die Tat umgesetzt, was sie sich selbst vorgenommen hat? Nichts. Bis heute ist alles Stückwerk. Ihre angeblichen Erfolge bei der von Ihnen nicht nachgewiesenen Verringerung der Zahl der Tierversuche sind durch Kostendruck bei der Industrie und nicht durch zielgerichtete Politik entstanden.
    Mühsam quält man sich durch den Bericht, der ein Offenbarungseid untätiger Politik ist.

    (Carstensen [Nordstrand] [CDU/CSU]: Das ist doch Unsinn!)

    Mit der Definition des Tierschutzes zur Abgrenzung zum Artenschutz geht es los. Dort heißt es, der Artenschutz als Teilbereich des Naturschutzes umfasse den Schutz der Entwicklungsformen, der Lebensstätten, der Lebensräume und Lebensgemeinschaften. Aber es heißt dort auch: „Der Artenschutz ist nicht Gegenstand dieses Berichts. " — So heißt es dort lapidar.
    Der historische Exkurs ist sehr unterhaltsam. Er zeigt, daß Generationen vor uns mehr Einfühlungsvermögen hatten als Sie heute.
    Und wie sieht es mit der Stellung des Tierschutzes in der Wertordnung des Grundgesetzes aus? Dort wird ausgeführt, das Bundesverfassungsgericht habe das Verhältnismäßigkeitsprinzip proklamiert. Tieren dürfe nicht „ohne vernünftigen Grund" Schaden zugefügt werden. Also mit „vernünftigen Gründen" darf gehandelt werden? Wer entscheidet, was „vernünftig" ist?
    Es heißt dort weiter:
    Nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches unterliegt das Tier als körperlicher Gegenstand dem Sachbegriff. Dies entbindet jedoch nicht von der Beachtung des Tierschutzgesetzes. Die Einordnung von Tieren als Sache nach bürgerlichem Recht dient der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit bei Verfügungen des Menschen über das Tier.
    So Originalton Bundesregierung.
    In einer Pressemitteilung des Justizministeriums vom 23. September 1987 hat der Justizminister Engelhard erklärt, daß unsere Rechtsordnung sicherstellen muß, daß Tiere als schmerzempfindliche Wesen und Mitgeschöpfe des Menschen nicht wie leblose Sachen behandelt werden dürfen. Dabei wurden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes im Zivilrecht angekündigt. Ein weiterer Ankündigungsminister im Kabinett?
    Da nichts passiert, muß man sich langatmig über die geschichtliche Entstehung der Tierschutznovelle von 1986 auslassen, bevor man sich Verordnungen und allgemeinen Verwaltungsvorschriften und dem schwierigen Weg ihrer Erarbeitung zuwendet.
    Mager, sehr mager wird es dann bei der Strafverfolgungsstatistik. Ihre Statistik weist aus, daß 1985 307 männliche und 30 weibliche Straftäter verurteilt wurden; 1986 seien es 301 männliche und 40 weibliche Straftäter gewesen. Aber was wissen Sie über die Dunkelziffern? Warum verschweigen Sie, daß eine kriminalwissenschaftliche Untersuchung ergab, daß man bei einem bekannten von 5 000 unbekannten Fällen ausgehen muß?
    Nun, meine Damen und Herren, die Bundesregierung muß sich mit der Elle messen lassen, die sie selbst vorgibt. Leider ist das Ergebnis nicht erfreulich. Kein Wunder, daß die Tierschutzverbände mit harter Kritik aufwarten und ihre Enttäuschung nicht verbergen können, waren doch Hoffnungen und Erwartungen geweckt worden, die nie eingelöst wurden!
    Mit hehren Worten war man stets zur Hand, wenn es um die ökonomischen Interessen ging; da wird die Regierung still und sehr zurückhaltend. Dabei können die Hinweise auf internationale Vereinbarungen auch nicht darüber hinwegtäuschen, postuliert der Bericht, daß Haltungssysteme gelten, die als tiergerecht angesehen werden, wenn das Tier erhält, was es zum Gelingen von Selbstaufbau und Selbsterhaltung benötigt und ihm die Bedarfsdeckung und die Vermeidung von Schäden durch die Möglichkeit adäquaten Verhaltens gelingt. Also: Bedarfsdeckungs- und Schadenvermeidungskonzept. Nur: Was besagen Ihre Verordnungen, die nun im einzelnen konkret die artgerechte Tierhaltung ausgestalten sollten?
    In unserem Antrag zur artgerechten und umweltverträglichen Nutztierhaltung haben wir Sozialdemokraten klar aufgezeigt, was in Ihrer Verordnung hätte stehen müssen, z. B. bei der Legehennenhaltung: abgedunkelte Legenester mit Einstreu und weicher Unterlage sowie Sitzstangen oder geeignete Lattenroste für Legehennen und für anderes Geflügel. Ihr Vermerk über eine Entscheidung des Zweiten Strafsenats des Bundesgerichtshofs hat Alibifunktion. Nach bestehender Rechtslage konnte im Einzelfall nicht anders entschieden werden. Mut hätte dazugehört, hier politische Vorgaben in den Verordnungen durchzusetzen und nicht auf dem Rechtsweg ökonomische Interessen sich bestätigen zu lassen.
    Die Preisbildung auf dem Eiersektor charakterisiert Ihr Vorgehen auf das deutlichste: Wettbewerbsverzerrungen werden als Begründung herangezogen. Aber wer hat bei Ihnen schon Mut?
    Was die Schweinehalteverordnung angeht, stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. So konnte ich mich erst vor ungefähr einer Woche bei einem Besuch bei einem Schweinemäster überzeugen, daß die Beratungstätigkeit von oben nach unten — sprich von Bonn in den Schweinestall vor Ort — funktioniert. Die jeweiligen herrschenden Auffassungen der Bonner Bürokratie fanden ihren Niederschlag in den verschiedenen Bauabschnitten des Stalles und



    Frau Adler
    den jeweiligen Haltungsvorschriften. Die Bauern haben diese Fremdbestimmung langsam satt.

    (Carstensen [Nordstrand] [CDU/CSU]: Da hat sie recht!)

    — Das tut Ihnen weh, ich weiß.
    Klare, gesicherte Erkenntnisse, die der gesunde Menschenverstand nachvollziehen kann, sind gefragt und nicht verklemmte, an wirtschaftlichen Interessen einiger weniger ausgerichtete Verordnungen. Vorschläge zur Verbesserung liegen seit langem auch von wissenschaftlicher Seite vor. Nur in die Amtsstuben sind diese Berichte noch nicht gelangt.
    Gleiches gilt für die Kälberverordnung. Auf Grund des Hormonskandals war hierbei eine tierfreundlichere Einstellung berücksichtigt worden. Der Minister hat immerhin das Rohfaserangebot durchgesetzt. Welch ein Erfolg.
    Wo aber bleibt die gesetzliche Regelung gegen Tierarzneimittel als Prophylaxe und als Masthilfe? Der bäuerliche Familienbetrieb hat nur eine Chance, wenn absolute Bestandsobergrenzen, maximal eineinhalb Dungeinheiten auf einen Hektar und ungiftige Stoffe, als Pflanzenbehandlungsmittel zugelassen werden. Mit Ihnen — ich weiß — ist dieser Weg für die Landwirtschaft nicht zu gehen. Ihr Agrarstrukturgesetz, das gerade vorhin diskutiert wurde, wird die Veränderung rasant und unumkehrbar herbeiführen, zum Schaden von uns allen.
    Mit Aufmerksamkeit verfolgen die Bauern die von Ihnen verfolgte Politik. Die Bauern sind bereit, umweltschonend zu produzieren, wenn man sie aus dem Teufelskreis der Mehrproduktion herausläßt. Hier läge eine Chance. Nutzen wir sie!
    Ein besonderes Problem stellt dabei die Pelztierhaltung dar. Die Bundesregierung verweist auf ein Gutachten und den ständigen Ausschuß, der die entsprechenden Verordnungen erarbeiten sollte. Interessant ist, daß die Tierschutzkommission beim Bundesminister für Ernährung zu einem ablehnenden Urteil gekommen ist.
    Es müßten hier wie im Bericht nun auch die anderen Nutztierhaltungsformen erwähnt werden. Ich will es mir aus Zeitgründen schenken, da es sehr wichtig ist, hier einige Punkte noch kritisch zu beleuchten, z. B. den Tiertransport, der besser rechtlich geregelt werden muß. Auch hier verweise ich auf den SPD-Antrag in dieser Legislaturperiode, der Vorschläge dazu unterbreitet.
    Auch dem Betäuben und Schlachten von Tieren muß unsere Aufmerksamkeit gehören. Erkenntnisse über das Erleben und Erfahren bei Tieren können nicht außen vor bleiben, wenn es dabei um die Verhaltensvorschrift geht. In unserem Antrag zur artgerechten Tierhaltung führen wir dazu aus, daß tierquälerische Tötungen unterbunden werden müssen. Grundsätzlich müssen die Tiere betäubt werden; das Schächten darf nur in eng begrenzten Fällen, z. B. aus religiösen Gründen, erlaubt werden.
    Der schwierigste und zugleich problematischste Bereich in diesem Bericht ist aber noch immer die Frage der Tierversuche. Wir Sozialdemokraten haben dazu eine klare Meinung. Tierversuche sind nur zuzulassen, wenn der Nachweis der Unabänderlichkeit geführt ist. Hatte man in den 70er Jahren geglaubt, man könne mit Hilfe des Tierversuchs Stoffe auf ihre giftige Wirkung hin testen, muß man heute erkennen, daß das so nicht stimmt. So hatte man zwar in das Abwasserabgabengesetz, das Wasserhaushaltsgesetz, das Arzneimittelgesetz, das Bundes-Seuchengesetz, das Chemikaliengesetz, das Futtermittelgesetz, das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz, das Pflanzenschutzgesetz, das Tierseuchengesetz sowie das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz den Tierversuch hineingeschrieben, weil man hoffte, damit den Menschen zu schützen. Nach neueren Erkenntnissen muß aber bezweifelt werden, ob die Übertragbarkeit wirklich möglich ist.
    Nach Aussagen der forschenden Industrie gäbe es durch Versuche an verschiedenen Tieren eine Aussagekraft. Dennoch muß nach alternativen Untersuchungsmethoden gesucht werden. Dazu braucht man Geld. ZEBET braucht Geld, wenn es seine Aufgabe überhaupt wahrnehmen soll. Die Behandlung im Haushaltsausschuß 1988 zeigt, daß keine Seite dieses Hauses wirklich begriffen hat, was da notwendig getan werden muß. Zwei ganze Stellen sind es bisher, die die Aufbauarbeit einer zentralen Erfassungsstelle leisten sollen. Welch ein Armutszeugnis für die Verantwortlichen!
    Nicht besser steht es bei den Bundesforschungsmitteln. Es ist eine stattliche Zahl: 43,3 Millionen DM. Nur, wenn man den Zeitraum für die Ausgabe dieser Mittel betrachtet, nämlich fünf Jahre, begreift man, wie schäbig dieser Haushaltstitel behandelt wird. Nur zirka 8,7 Millionen DM für ein Forschungsjahr hat diese Bundesregierung für die Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden übrig.
    Kann die Bundesregierung denn wenigstens hier Erfolge melden? Wäre durch weniger Tierversuche nicht ein Stück Glaubwürdigkeit für den hohen ethischen Ansatz des Gesetzes zu erhaschen? 10 % weniger Tiere bei der Industrie — ist das nichts?
    Auch der Bundesverteidigungsminister hat Gutes zu vermelden: Von 6 429 Versuchstieren im Jahr 1984 konnte ein Rückgang auf 755 Tiere im Jahr 1986 verzeichnet werden. Wunderbar! Dafür will ich auch gerne loben; denn die Zahlen sind eindeutig.
    Hat das Gesetz dies alles bewirkt? — Wer im Ministerium möchte das nicht glauben machen?
    An dieser Stelle sei einmal allen denjenigen gedankt, die sich engagiert und uneigennützig für die Tiere einsetzen. Ihren Erklärungen ist es zu verdanken, daß der Druck auf die Industrie die universitären Forschungslabors und die Militärs zum Handeln gezwungen hat.
    Es gab noch einen Grund: das Geld. Wenn der alternative Test billiger ist, weicht man auf ihn aus. In der Praxis sieht das heute so aus, daß in den verschiedenen Forschungsstadien unterschiedliche Testverfahren angewandt werden. Der Tierversuch steht dann in einer Kette von Versuchen an letzter Stelle. Verständlich ist, daß z. B. ein Medikament, das an einer Zellkultur getestet wird, in der es dann später auch wirksam werden soll, die Reaktionen ausprobiert werden. Aber die Reaktion auf den Gesamtorganismus kann



    Frau Adler
    auf diese Weise nicht abgeschätzt werden. Dafür müssen in begründeten Fällen vernetzte Untersuchungen gemacht werden. Das reduziert die Zahl der Tiere, das reduziert aber auch Kosten.
    Als sehr problematisch hat sich die Sache mit den Ethik-Kommissionen angelassen; beratend sollen sie tätig werden. Die Zusammensetzung mit Tierversuchsbefürwortern und Tierschutzverbänden war von vornherein ein heikles Unterfangen, vor allem deshalb, weil die Befürworter überall zahlenmäßig in der Mehrheit sind. Die Länder, die Kontrollaufgaben bei der Umsetzung des Tierschutzgesetzes haben, haben diese Aufgaben auf die Regierungspräsidien übertragen.
    Zu einigen eklatanten Vorfällen ist es gekommen, da Tierschützer die Vorgehensweise der Genehmigungsbehörden kritisierten. Es muß nachdenklich stimmen was da berichtet wird. Es zeigt auf, daß das Ganze eine ethische Alibifunktion hat. Die Genehmigungsbehörde kann sich über das Votum der Kommission hinwegsetzen. Die Schweigepflicht ermöglicht es nicht, daß Vorfälle öffentlich gemacht werden. Die Arroganz der Wissenden, sprich: Befürworter, ist manches Mal schon groß. Der gesunde Menschenverstand begreift viel, auch gut begründete Anträge.
    Den Mitgliedern der Ethik-Kommissionen gilt mein Dank für ihre unermüdliche und hartnäckige Arbeit, da sie begreifen, daß das Spannungsverhältnis nicht ganz aufzulösen ist, weder in die eine noch in die andere Richtung. Ständiges Ringen um die richtige Entscheidung steht an.
    Wir Sozialdemokraten haben von Anbeginn an gefordert, daß paritätische Besetzung und Mitbestimmungsrechte hier am Platz gewesen wären. Die Drohung, dann gehe man ins Ausland, ist Bluff, da man im Ausland zum Teil weiter ist als bei uns, so z. B. in den USA. Datenbank- und Alternativmethoden werden dort nicht so stiefmütterlich behandelt wie hier.
    Der Bericht führt einige Testmethoden an, die in absehbarer Zeit validiert Tierversuche ersetzen werden. Das ist erfreulich. Die gegenseitige Anerkennung soll durch die EG, die OECD und die Weltgesundheitsorganisation vorangebracht werden. Dennoch hinkt die Bundesregierung hinterher.
    Ein Tierversuchsdatengesetz soll im Benehmen mit dem Bundestag vom Tisch genommen werden, da bei Umfragen unter den in Frage kommenden Industriebereichen wegen des Daten- und des Patentschutzes Daten offenzulegen wären, um Doppelversuche zu vermeiden. Eingriffe in die Forschungsfreiheit werden befürchtet. Aber hier ist Güterabwägung zu betreiben, wenn nicht wieder nur die ökonomischen Interessen die Oberhand behalten sollen.
    Wir Sozialdemokraten fordern, daß offengelegt wird, welche Vor- und Nachteile ein solches Gesetz mit sich bringt. Weltweit stehen heute bereits Datenbanken der Industrie und anderer Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Diese Forderung nach einer Datenbank beim Bundeslandwirtschaftsministerium mit entsprechender gesetzlicher Regelung ist also nichts umwerfend Neues.
    In einem Entschließungsantrag haben wir Sozialdemokraten unsere Position zum Tierschutzgesetz dargelegt. Der Bericht der Bundesregierung zeigt, daß die regierenden Konservativen ihre ethischen Vorstellungen wegen ökonomischer Interessen hintanstellen.

    (Zuruf von der SPD: Leider!)

    Auf 102 Seiten hat man fleißig Stichworte notiert. Insgesamt aber ist keine Verbesserung eingetreten. Man ist einseitig interessenorientiert, wie immer zu Lasten der Tiere. Mut zum Handeln für ein ethisch gerechtfertigtes Gesetz und seine Verordnungen fehlt weiterhin. Herr Minister, die Bundesregierung hat ihr Vertrauenskapital aufgebraucht.

    (Beifall bei der SPD und bei Abgeordneten der GRÜNEN)