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    Plenarprotokoll 10/235 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 235. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 Inhalt: Erweiterung der Tagesordnung 18140 C Begrüßung des Volksanwalts der Republik Österreich 18140 B Glückwünsche zu den Geburtstagen der Abg. Lemmrich, Zeitler und Mischnick . 18140 B Begrüßung des Präsidenten der Nationalversammlung der Ungarischen Volksrepublik und einer Delegation 18163 B Aktuelle Stunde betr. Tod von Johann Dick und Verletzung deutschen Hoheitsgebiets durch die CSSR Klein (München) CDU/CSU 18129 B Dr. Wernitz SPD 18130A Dr. Hirsch FDP 18130 D Fischer (Bad Hersfeld) GRÜNE 18131 B Möllemann, Staatsminister AA 18132 B Dr. Hupka CDU/CSU 18134C Stiegler SPD 18135C Dr. Kunz (Weiden) CDU/CSU 18136 B Sieler (Amberg) SPD 18137A Lowack CDU/CSU 18137 C Verheugen SPD 18138 C Frau Hoffmann (Soltau) CDU/CSU . . . 18139 B Ronneburger FDP 18139 D Zur Geschäftsordnung Wartenberg (Berlin) SPD 18140 C Seiters CDU/CSU 18141 B Wolfgramm (Göttingen) FDP 18142 B Ströbele GRÜNE 18142 C Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung Bericht über die Sonderkonferenz zur Reaktorsicherheit der Internationalen Atomenergie-Organisation in Wien in Verbindung mit Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum vorsorgenden Schutz der Bevölkerung gegen Strahlenbelastung (Strahlenschutzvorsorgegesetz) — Drucksache 10/6082 — in Verbindung mit Beratung der Unterrichtung durch die Bundesregierung Außerplanmäßige Ausgabe bei Kapitel 0615 apl. Titel 68106 — Erfüllung von Ausgleichsansprüchen nach § 38 Abs. 2 Atomgesetz infolge des Reaktorunfalls in Tschernobyl — im Haushaltsjahr 1986 — Drucksache 10/5585 — in Verbindung mit Beratung des Antrags des Abgeordneten Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN Notwendige Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Belastung — Drucksache 10/5904 — II Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 in Verbindung mit Beratung des Antrags des Abgeordneten Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN Schnellstmögliche exakte regionale Messung der radioaktiven Belastung im Rahmen landwirtschaftlicher und gärtnerischer Arbeiten und Verarbeitung — Drucksache 10/5905 — Dr. Wallmann, Bundesminister BMU . 18144A, 18158A Roth SPD 18149A Dr. Laufs CDU/CSU 18151 D Frau Hönes GRÜNE 18154 B Baum FDP 18156C Lennartz SPD 18159 B Dr. Blens CDU/CSU 18161C Bredehorn FDP 18163 B Catenhusen SPD 18164 D Reuter SPD 18165 D Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung zu den Ergebnissen der Stockholmer Konferenz für vertrauens- und sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa und ihre Bedeutung für die West-OstBeziehungen in Verbindung mit Beratung des Antrags der Fraktion der SPD Fortschritte bei der KVAE und Unterstützung der Beschlüsse des US-Repräsentantenhauses zur Abrüstung — Drucksache 10/6092 — Genscher, Bundesminister AA 18167 B Voigt (Frankfurt) SPD 18170 C Rühe CDU/CSU 18173 B Lange GRÜNE 18177A Dr. Feldmann FDP 18178 D Dr. Scheer SPD 18180C Berger CDU/CSU 18183A Dr. Schierholz GRÜNE 18194C Stobbe SPD 18195A Dr. Wörner, Bundesminister BMVg . . 18197A Vizepräsident Cronenberg 18199 D Vizepräsident Westphal 18173 B Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung Aufhebung der Immunität von Mitgliedern des Deutschen Bundestages — Drucksache 10/6078 — 18199 D Erste Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Verlängerung einer vorläufigen Ausbildungsregelung bei den Berufen des Masseurs, des Masseurs und medizinischen Bademeisters und des Krankengymnasten — Drucksache 10/5883 — 18200A Beratung des Antrags der Abgeordneten Frau Dr. Wisniewski, Frau Männle, Frau Pack, Daweke, Nelle, Rossmanith, Schemken, Schulze (Berlin), Graf von Waldburg-Zeil und der Fraktion der CDU/CSU sowie der Abgeordneten Neuhausen, Dr.-Ing. Laermann, Kohn, Eimer (Fürth), Frau Dr. Adam-Schwaetzer, Frau Dr. Segall und der Fraktion der FDP Programm zur Weiterqualifizierung von Wissenschaftlerinnen durch die Einrichtung von Forschungsstellen (Forschungsprofessuren) auf Zeit — Drucksache 10/5785 — 18200A Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vorschlag für einen Beschluß des Rates über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft zur Aus- und Weiterbildung im Technologiebereich — COMETT (1986 bis 1992) — Drucksachen 10/3909 Nr. 10, 10/4298 — 18200 B Beratung der Sammelübersicht 164 des Petitionsausschusses über Anträge zu Petitionen — Drucksache 10/6058 — in Verbindung mit Beratung der Sammelübersicht 165 des Petitionsausschusses über Anträge zu Petitionen — Drucksache 10/6059 — 18200 C Beratung des Antrags der Fraktion DIE GRÜNEN Stopp der Rüstungsexporte nach Peru — Drucksache 10/5416 — in Verbindung mit Beratung des Antrags der Fraktion der SPD Sicherung der Kriegswaffenkontrolle — Drucksache 10/691 — Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 III Volmer GRÜNE 18200 D Lattmann CDU/CSU 18201 C Bindig SPD 18202 D Beckmann FDP 18203 D Grüner, Parl. Staatssekretär BMWi . . 18205A Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zwölften Gesetzes zur Änderung des Wehrsoldgesetzes — Drucksache 10/5863 — Breuer CDU/CSU 18206 B Steiner SPD 18207 A Dr. Hirsch FDP 18208 B Rusche GRÜNE 18209 A Würzbach, Parl. Staatssekretär BMVg . 18209 D Erste Beratung des von der Fraktion der SPD eingebrachten Entwurfs eines Neunten Gesetzes zur Änderung des Soldatenversorgungsgesetzes — Drucksache 10/5958 — Heistermann SPD 18211 B Ganz (St. Wendel) CDU/CSU 18212 C Ronneburger FDP 18213 C Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU, SPD und FDP eingebrachten Entwurfs eines Sechsten Gesetzes zur Änderung des Abgeordnetengesetzes und eines Fünften Gesetzes zur Änderung des Europaabgeordnetengesetzes — Drucksache 10/5733 —Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung — Drucksache 10/6079 — Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 10/6105 — Dr. Lammert CDU/CSU 18214 C Becker (Nienberge) SPD 18215 B Rusche GRÜNE 18215 D Wolfgramm (Göttingen) FDP 18217 B Senfft GRÜNE (Erklärung nach § 31 GO) 18218C Erste Beratung des von der Fraktion der SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Dritten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes — Drucksache 10/5572 — in Verbindung mit Beratung des Antrags der Fraktion der SPD Umweltschutz im Straßenbau — Drucksache 10/5926 — in Verbindung mit Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Verkehr zu dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Schulte (Menden), Senfft und der Fraktion DIE GRÜNEN zur dritten Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen — Drucksachen 10/4940, 10/5776 — Kretkowski SPD 18219 C Milz CDU/CSU 18221A Senfft GRÜNE 18222 D Kohn FDP 18223 C Zweite und dritte Beratung des von der Fraktion DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes — Drucksache 10/1528 (neu) — Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit — Drucksache 10/4659 — in Verbindung mit Beratung des Antrags der Abgeordneten Frau Hönes, Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN Berufung eines Ernährungsrates — Drucksache 10/4606 — Dolata CDU/CSU 18225 B Frau Blunck SPD 18226A Eimer (Fürth) FDP 18226 D Frau Hönes GRÜNE 18227 D Beratung des Berichts des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung gemäß § 62 Abs. 2 der Geschäftsordnung zu dem vom Abgeordneten Hoss und der Fraktion DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Arbeitszeitgesetzes - Drucksachen 10/2188, 10/6098 — Jagoda CDU/CSU 18229 A Lutz SPD 18230A Cronenberg (Arnsberg) FDP 18230 D Bueb GRÜNE 18231 B IV Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 Fragestunde — Drucksachen 10/6076 vom 26. September 1986 und 10/6103 vom 2. Oktober 1986 — Inkrafttreten der Technischen Regel für Gefahrstoffe DringlAnfr 02.10.86 Drs 10/6103 Frau Schmidt (Nürnberg) SPD Antw PStSekr Höpfinger BMA 18184 D ZusFr Frau Schmidt (Nürnberg) SPD . 18185A ZusFr Frau Fuchs (Köln) SPD 18185C ZusFr Reimann SPD 18185 D Abrundung von Pfennigbeträgen bei der Rentenauszahlung zu Lasten der Rentenempfänger MdlAnfr 31, 32 26.09.86 Drs 10/6076 Reimann SPD Antw PStSekr Höpfinger BMA 18186A ZusFr Reimann SPD 18186 B Entziehung des Vorschlagsrechts des Deutschen Gewerkschaftsbundes für die Berufung von Sozialreferenten an diplomatische Vertretungen im Ausland MdlAnfr 33 26.09.86 Drs 10/6076 Frau Fuchs (Köln) SPD Antw PStSekr Höpfinger BMA 18186 C ZusFr Frau Fuchs (Köln) SPD 18186 C ZusFr Stutzer CDU/CSU 18187 A ZusFr Gansel SPD 18187 B ZusFr Dreßler SPD 18187 C ZusFr Reimann SPD 18187 D ZusFr Scharrenbroich CDU/CSU . . . 18188A ZusFr Heyenn SPD 18188 B ZusFr Schreiner SPD 18188C ZusFr Stahl (Kempen) SPD 18188 D Früherkennung und Therapie bei der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose; Unterstützung von Selbsthilfegruppen MdlAnfr 41 26.09.86 Drs 10/6076 Gansel SPD Antw PStSekr Frau Karwatzki BMJFFG 18189A ZusFr Gansel SPD 18189 C ZusFr Frau Schmidt (Nürnberg) SPD . 18189 D ZusFr Frau Fuchs (Köln) SPD 18190A ZusFr Heyenn SPD 18190A Nichteinstellung die Durchführung von Abtreibungen ablehnender Ärzte in öffentliche Krankenanstalten MdlAnfr 42 26.09.86 Drs 10/6076 Werner (Ulm) CDU/CSU Antw PStSekr Frau Karwatzki BMJFFG 18190 B ZusFr Werner (Ulm) CDU/CSU 18190 C ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 18190 D ZusFr Vogel (München) GRÜNE . . . 18190 D ZusFr Dr. Czaja CDU/CSU 18191 A ZusFr Frau Schmidt (Nürnberg) SPD . 18191A Änderung der Praxis der Besetzung von Sozialreferentenstellen an diplomatischen Vertretungen im Ausland MdlAnfr 7 26.09.86 Drs 10/6076 Frau Fuchs (Köln) SPD Antw StMin Möllemann AA 18191C ZusFr Frau Fuchs (Köln) SPD 18191 C ZusFr Günther CDU/CSU 18191 D ZusFr Lutz SPD 18192A ZusFr Dreßler SPD 18192 B ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 18192 C ZusFr Gansel SPD 18192 D ZusFr Scharrenbroich CDU/CSU . . . 18193A Intervention gegen überhöhte Forderungen der griechischen Zollbehörden bei der Einfuhr geringwertiger Waren durch Touristen MdlAnfr 8, 9 26.09.86 Drs 10/6076 Stahl (Kempen) SPD Antw StMin Möllemann AA 18193 B ZusFr Stahl (Kempen) SPD 18193 C ZusFr Berger CDU/CSU 18194 B Nächste Sitzung 18232 D Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten 18233*A Anlage 2 Umbenennung des BMBW in „Die Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft" MdlAnfr 6 26.09.86 Drs 10/6076 Dr. Schierholz GRÜNE SchrAntw PStSekr Pfeifer BMBW . . 18233*C Anlage 3 Tod eines Bürgers der Bundesrepublik Deutschland an der tschechoslowakischen Grenze; Konsequenzen aus dem für die Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 V Funkverwaltungskonferenz in Genf erstellten Bericht über Störsendungen, insbesondere durch Ostblockstaaten MdlAnfr 10, 11 26.09.86 Drs 10/6076 Dr. Hupka CDU/CSU SchrAntw StMin Möllemann AA . . . 18233* C Anlage 4 Zahl der verheirateten Arbeitnehmer mit zwei und mehr Kindern und einem Jahresbruttoeinkommen bis zu 33 600 DM im Jahre 1985; Belastung der Arbeitnehmer durch Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge 1981 bis 1989 MdlAnfr 21, 22 26.09.86 Drs 10/6076 Frau Matthäus-Maier SPD SchrAntw PStSekr Dr. Voss BMF . . . 18234* B Anlage 5 Hopfenexport in die USA und Herstellungsverbot für Captanoide MdlAnfr 28 26.09.86 Drs 10/6076 Frau Schmidt (Nürnberg) SPD SchrAntw PStSekr Gallus BML . . . 18234* D Anlage 6 Liegenschaftsanforderungen der US- Streitkräfte für die Erweiterung der Wharton-Barracks in Heilbronn MdlAnfr 36, 37 26.09.86 Drs 10/6076 Dr. Spöri SPD SchrAntw PStSekr Würzbach BMVg . 18235*A Anlage 7 Änderung der Kosmetik-Verordnung betr. Verbot von Dioxan in Haarwaschmitteln MdlAnfr 40 26.09.86 Drs 10/6076 Dr. Jens SPD SchrAntw PStSekr Frau Karwatzki BMJFFG 18235* D Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 18129 235. Sitzung Bonn, den 2. Oktober 1986 Beginn: 8.01 Uhr
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    Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Bastian 3. 10. Dr. Blank 2. 10. Böhm (Melsungen) ** 3. 10. Frau Borgmann 3. 10. Broll 3. 10. Büchner (Speyer) * 3. 10. Dr. Bugl 3. 10. Frau Eid 3. 10. Frau Fischer *** 3. 10. Frau Fuchs (Verl) 3. 10. Frau Geiger *** 3. 10. Dr. Götz 3. 10. Haar 2. 10. Dr. Häfele 3. 10. Handlos 3. 10. Hanz (Dahlen) 3. 10. Hauff 2. 10. Dr. Haussmann 3. 10. Heimann 2. 10. Ibrügger 3. 10. Jaunich 3. 10. Jung (Düsseldorf) 2. 10. Jungmann 3. 10. Kastning 2. 10. Klose 2. 10. Dr. Köhler (Duisburg) 3. 10. Dr. Kreile 2. 10. Dr.-Ing. Laermann 3. 10. Frau Dr. Lepsius *** 3. 10. Lintner 2. 10. Dr. Mikat 2. 10. Mischnick 3. 10. Müller (Düsseldorf) 2. 10. Dr. Müller * 3. 10. Nagel 3. 10. Frau Pack 3. 10. Pfeifer 3. 10. Poß 3. 10. Rapp (Göppingen) 2. 10. Dr. Riedl 3. 10. Frau Roitzsch (Quickborn) 3. 10. Schäfer (Mainz) 3. 10. Schäfer (Offenburg) 3. 10. Schmidt (Hamburg) 3. 10. Schmidt (Hamburg-Neustadt) 2. 10. Schmidt (München) ** 3. 10. Schmidt (Wattenscheid) 3. 10. Schulte (Menden) 3. 10. Dr. Freiherr Spies von Büllesheim*** 3. 10. Dr. Stercken 3. 10. Dr. Stoltenberg 2. 10. Tietjen 3. 10. Dr. Voigt (Northeim) 3. 10. Vogt (Düren) 3. 10. Dr. von Wartenberg 2. 10. Weiß 3. 10. Werner (Dierstorf) 3. 10. Dr. Wulff *** 3. 10. Anlagen zum Stenographischen Bericht Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Frau Zeitler 3. 10. Dr. Zimmermann 3. 10. * für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung des Europarats ** für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union *** für die Teilnahme an der 76. Jahreskonferenz der Interparlamentarischen Union Anlage 2 Antwort des Parl. Staatssekretärs Pfeifer auf die Frage des Abgeordneten Dr. Schierholz (GRÜNE) (Drucksache 10/6076) Frage 6): Wann gedenkt „Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft" sich auf Briefpapier und in Publikationen in „Die Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft" umzubenennen? Eine solche Umbenennung ist nicht beabsichtigt. Anlage 3 Antwort des Staatsministers Möllemann auf die Frage des Abgeordneten Dr. Hupka (CDU/CSU) (Drucksache 10/6076 Fragen 10 und 11): Welche Schritte hat die Bundesregierung wegen des Zwischenfalles unternommen, für den die Tschechoslowakei die Verantwortung trägt und der den Tod eines Bürgers der Bundesrepublik Deutschland zur Folge hatte? Welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung aus dem Bericht, der für die zweite Phase der Funkverwaltungskonferenz in Genf über die Störsendungen erstellt ist und in dem vor allem die Sowjetunion, Polen und die Tschechoslowakei genannt werden? Zu Frage 10: Nachdem der Grenzzwischenfall bei Mähring (Lkr. Tirschenreuth) vom 18. September 1986, bei dem von tschechoslowakischen Grenzorganen ein deutscher Staatsangehöriger auf Bundesgebiet tödlich getroffen und deutsches Hoheitsgebiet verletzt wurde, der Bundesregierung am Abend des 19. September 1986 offiziell zur Kenntnis gelangte, hat die Bundesregierung in der Zeit vom 20. bis 30. September 1986 durch insgesamt 11 Demarchen auf verschiedenen Ebenen in Bonn und Prag, beim Treffen der Grenzbevollbemächtigten in Waidhaus sowie insbesondere während des Gesprächs des Bundesministers des Auswärtigen mit dem tschechoslowakischen Außenminister Chnoupek in New York gegen den rücksichtslosen Schußwaffengebrauch an der deutschtschechoslowakischen Grenze und den völkerrechtswidrigen Übergriff auf deutsches Hoheitsgebiet protestiert. Sie hat eine rasche und rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls, Bestrafung der Schuldigen, volle Unterrichtung der Bundesregierung sowie eine Überprüfung der tschechoslowakischen Vorschriften über Schußwaffengebrauch an der Grenze gefordert mit dem Ziel, eine Wiederholung derartiger Vorfälle zuverlässig 18234* Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 auszuschließen. Schadenersatzforderungen wurden unsererseits vorbehalten. Die tschechoslowakische Seite hat mehrfach ihr Bedauern über den Vorfall ausgedrückt und sich entschuldigt. Sie hat ihre Bereitschaft Schadenersatz zu leisten, ausgesprochen. Zu Frage 11: Der aufgrund der Resolution COM 5 in der ersten Phase der Funkverwaltungskonferenz angeforderte Bericht über gezielte Rundfunkstörungen liegt noch nicht vor. Der internationale Frequenzregistrierungsausschuß der internationalen Fernmeldeunion kann auch noch nicht sagen, wann der Bericht erscheinen wird. Wir sind an diesem Bericht sehr interessiert, zumal er sich auch auf Störungen der Deutschen Welle beziehen wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat uns jedoch dieser Tage das Ergebnis eine von ihr beim internationalen Frequenzregistrierungsausschuß beantragten gesonderten Untersuchung übermittelt, die sich auf die Störung von Sendungen von Radio Free Europe und Radio Liberty durch die Sowjetunion, Polen und die Tschechoslowakei bezieht. Dieser Bericht wird gegenwärtig von den Experten geprüft. Die Bundesregierung nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, daß darin gezielte Rundfunkstörungen des Ostens förmlich zur Kenntnis genommen werden und die betroffenen Staaten zur Unterlassung der Störungen aufgefordert werden. Die Bundesregierung hat stets nachdrücklich und insbesondere unter Hinweis auf Artikel 19 der Allgemeinen Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und des Internationalen Paktes über Bürgerliche und Politische Rechte sowie auf die Schlußakte von Helsinki bei jeder sich bietenden Gelegenheit bei der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Bulgarien gegen die Störung von Sendungen der Deutschen Welle protestiert. Auch im Rahmen der Internationalen Fernmeldeunion hat sich die Bundesregierung unter Berufung auf den Internationalen Fernmeldevertrag gegen gezielte Rundfunkstörungen gewandt. Sie hat während der Funkverwaltungskonferenz von 1984 am Zustandekommen der Resolution COM 5 mitgewirkt, die die Grundlage der Untersuchungstätigkeit des Frequenzregistrierungsausschusses bildet. Die auf der bevorstehenden Funkverwaltungskonferenz vorgesehene Neuverteilung der Kurzwellenfrequenzen wird durch gezielte Rundfunkstörungen, die bis zu einem Drittel der knappen Frequenzen unbrauchbar machen, erheblich erschwert. Anlage 4 Antwort des Parl. Staatssekretärs Dr. Voss auf die Fragen der Abgeordneten Frau Matthäus-Maier (SPD) (Drucksache 10/6076 Fragen 21 und 22): Wie viele verheiratete Arbeitnehmer mit zwei und mehr Kindern und einem Jahresbruttoeinkommen bis zu 33 600 DM gab es im Jahre 1985, bzw. wie hoch schätzt die Bundesregierung diese Anzahl? Kann die Bundesregierung die Berechnung des Bundes der Steuerzahler widerlegen, wonach die Durchschnittsbelastung je beschäftigten Arbeitnehmer mit Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen von 29,7 v. H. in 1981 auf 33,0 v. H. in 1985 angstiegen ist und bis 1989 auf 34,1 v. H. ansteigen wird (Stellungnahme des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler Nr. 21 „Auf Sparkurs bleiben" vom Oktober 1985)? Zu Frage 21: Nach Ergebnissen der Lohnsteuerstatistik 1983 sind folgende Angaben möglich: Jahresbruttolohn Anzahl der 1983 bis zu verheirateten Lohnsteuerpflichtigen mit zwei und mehr Kindern 30 000 DM 576 608 36 000 DM 1 041 828 (kumuliert) Zu Frage 22: Die Bundesregierung hat die Abgabenbelastung im Sozialbericht 1986 für die Jahre 1950-1990 dargestellt. Die Steuer- und Abgabenquote erhöhte sich insbesondere durch die gestiegenen Einkommen unserer Bürger, die in immer größerer Zahl in die Progressionszone des Einkommensteuertarifs hineinwachsen. Mit dem Steuersenkungsgesetz 1986/88 wird dieser Entwicklung der Abgabenbelastung entgegengewirkt. Im Jahre 1986 sinkt z. B. die Lohnsteuerbelastung für einen Durchschnittsverdiener von 18,2 v.H. (1985) auf 17,7 v.H. Für die nächste Legislaturperiode plant die Bundesregierung eine weitere spürbare Steuersenkung durch Einführung eines linear-progressiven Tarifverlaufs sowie Anhebung des Grundfreibetrages und des Kinderfreibetrages. Anlage 5 Antwort des Parl. Staatssekretärs Gallus auf die Frage der Abgeordneten Frau Schmidt (Nürnberg) (SPD) (Drucksache 10/6076 Frage 28): Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die Absatzmöglichkeiten von in der Bundesrepublik Deutschland produziertem Hopfen in den USA wiederherzustellen, und aus welchem Grunde wurde sowohl von der biologischen Bundesanstalt als auch dem Bundesgesundheitsamt am 1. März d. J. neben dem generellen Herstellungsverbot für Captanoide nicht auch ein Anwendungsverbot erlassen? Hinsichtlich der Schwierigkeiten beim deutschen Hopfenexport in die USA zeichnet sich auf Grund der Verhandlungen, die eine deutsche Delegation vom 24. bis 26. September 1986 in Washington auf hoher politischer und fachlicher Ebene führte, eine Lösung ab. Hierzu bedarf es noch weiterer intensiver Fachgespräche und der Beibringung von Unterlagen, die beschleunigt betrieben werden müssen. Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode — 235. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 2. Oktober 1986 18235' Ein Anwendungsverbot für Captanoide kann nur durch Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung erfolgen. Der Bundesregierung ist weder vom Bundesgesundheitsamt noch von der Biologischen Bundesanstalt ein solches Anwendungsverbot empfohlen worden. Auch die Länder haben bei der Beratung des Entwurfs der Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung im Bundesrat ein Anwendungsverbot der Wirkstoffe Captan, Captafol und Folpet nicht vorgeschlagen. Im übrigen verweise ich auf die Antwort der Bundesregierung vom 22. September 1986 zu der Kleinen Anfrage der Abgeordneten Hönes und des Abgeordneten Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN: Nichtverlängerung der Zulassung von 36 Pflanzenschutzmitteln mit den Wirkstoffen Captan, Captafol und Folpet (Drucksache 10/5953). Anlage 6 Antwort des Parl. Staatssekretärs Würzbach auf die Fragen des Abgeordneten Dr. Spöri (SPD) (Drucksache 10/6076 Fragen 36 und 37): Sind der Bundesregierung die Pläne der US-Streitkräfte bekannt, nach denen in Heilbronn die Wharton-Barracks um 11,6 Hektar am Südrand der Stadt in Richtung Flein und Sontheim-Ost erweitert werden sollen, und liegt in diesem Zusammenhang bereits eine Liegenschaftsanforderung der US-Streitkräfte vor? Wird die Bundesregierung eine derartige Liegenschaftsanforderung der US-Streitkräfte zur Erweiterung der WhartonBarracks in Heilbronn entsprechend der Aussage von Bundesminister der Verteidigung, Dr. Wörner, ablehnen, der am 25. April 1986 in Heilbronn auf einer Informationsveranstaltung für Gemeinderäte und Bürgermeister zugesagt hatte, künftig Heilbronn mit weiteren militärischen Einrichtungen zu verschonen? Zu Frage 36: Pläne der Streitkräfte der Vereinigten Staaten für eine solche Erweiterung der „Wharton-Barracks" sind der Bundesregierung bekannt. Eine entsprechende Liegenschaftsanforderung liegt vor. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Zu Frage 37: Bei der Informationsveranstaltung am 25. April 1985 in Heilbronn hat Bundesminister Dr. Wörner keine Feststellungen über weitere militärische Einrichtungen in Heilbronn getroffen. Die in der Fragestellung gegebene Zusage kann ausweislich eines 63seitigen Wortprotokolls nicht bestätigt werden. Es gibt hinsichtlich der Liegenschaftsanforderung der US-Streitkräfte zur Erweiterung der Wharton-Barracks keinen Widerspruch zu Aussagen des Bundesministers Dr. Wörner. Die Liegenschaftsanforderung durch die US-Streitkräfte kam Ende Juli 1985 — also nach der Veranstaltung in Heilbronn. In der Sache selbst ist eine Entscheidung der Bundesregierung über die Bereitstellung des angeforderten Geländes an die Streitkräfte der Vereinigten Staaten noch nicht möglich. Sie kann erst nach Abschluß des am 30. Juli 1986 eingeleiteten Anhörungsverfahrens nach dem Landbeschaffungsgesetz, für das die Landesregierung Baden-Württemberg zuständig ist, getroffen werden. Bei diesen Anhörungsverfahren werden die Belange der betroffenen Bürger, des Naturschutzes, der Naherholung, der Raumordnung und Stadtentwicklung in die Überlegungen einbezogen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Erweiterung einer bereits bestehenden militärischen Einrichtung. Im Zuge dieser Erweiterung ist auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für 500 deutsche Arbeitnehmer beabsichtigt. Anlage 7 Antwort des Parl. Staatssekretärs Frau Karwatzki auf die Frage des Abgeordneten Dr. Jens (SPD) (Drucksache 10/6076 Frage 40): Wird die Bundesregierung die Kosmetika-Verordnung so verändern, daß der nachgewiesenermaßen krebserregende Stoff 1.4-Dioxan in Zukunft in Haarwaschmitteln auch in kleinsten Mengen nicht mehr vorkommen kann? Der Stoff 1.4-Dioxan darf nach den Vorschriften der Kosmetik-Verordnung nicht zur Herstellung kosmetischer Mittel verwendet werden. Das Bundesgesundheitsamt prüft bereits, ob für bestimmte waschaktive Stoffe Reinheitskriterien festzulegen sind, da mit diesen das bei der Rohstoffherstellung als Nebenprodukt entstandene 1.4-Dioxan unabsichtlich in Spuren in Haarwaschmittel und Badezusätze gelangen kann. Sollte es zum vorbeugenden Gesundheitsschutz erforderlich sein, derartige Reinheitskriterien durch Änderung der KosmetikVerordnung festzulegen, so wird die Bundesregierung die EG-Kommission zuvor unverzüglich bitten, hierzu die gemeinschaftsrechtlichen Bestimmungen für kosmetische Mittel in dieser Weise zu ergänzen.
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Olaf Feldmann


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)

    Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich freue mich, Herr Kollege Lange, daß Sie wenigstens den Versuch unternommen haben, den Erfolg von Stockholm zu



    Dr. Feldmann
    würdigen. Stockholm hat noch keine Abrüstung gebracht, aber in Stockholm sind wesentliche Voraussetzungen für Abrüstung erarbeitet worden. Das muß man doch sehen.

    (Zustimmung bei der FDP — Dr. Schierholz [GRÜNE]: Na, na, na!)

    Wir sind in den 80er Jahren noch nicht zu dem Erfolg, zu der erhofften Abrüstung, gekommen. Das ist richtig. Aber denken Sie daran, woher wir kommen. Dieses Jahrzehnt wurde durch eine massive sowjetische Aufrüstung durch SS-20 eingeleitet, gefolgt vom Scheitern der Genfer Konferenz, dem Beginn der Nachrüstung des Westens und der Stationierung neuer sowjetischer Kurzstreckenraketen in Ländern des Warschauer Pakts. Das war der Anfang. Nach dem Rückzug der Sowjetunion von den Verhandlungstischen gab es keinen Grund zu abrüstungspolitischem Optimismus.
    Um so mehr können wir uns heute doch freuen, daß wir über den erfolgreichen Abschluß einer Konferenz sprechen können, auf der sich Ost und West auf konkrete vertrauensbildende Maßnahmen geeinigt haben, um unser waffenstarrendes Europa einer wirklichen Abrüstung näherzubringen.

    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

    Das Ergebnis der Stockholmer Konferenz ist ein Etappensieg der Vernunft. Es ist ein wichtiger Durchbruch erzielt worden. Erstmals seit der nicht ratifizierten, aber respektierten SALT-II-Vereinbarung haben Ost und West wieder ein Abkommen im Bereich der Sicherheitspolitik geschlossen. Erstmals überhaupt hat die Sowjetunion den westlichen Verifikationsforderungen nachgegeben. Dadurch ist die Ausgangsposition für die Abrüstungsverhandlungen wesentlich verbessert worden.

    (Dr. Schierholz [GRÜNE]: Teststopp!)

    Die Sowjetunion hat sich zu einer historischen Entscheidung durchgerungen. Das anerkennen wir. Sie hat endlich ihr übersteigertes Sicherheitsbedürfnis und ihre übertriebene Angst vor militärischer Spionage zurückgestellt. Wir wollen und brauchen Transparenz, weil Transparenz Mißtrauen abbauen und Vertrauen schaffen kann. Transparenz heißt Einblick in die militärischen Fähigkeiten der Gegenseite, heißt Abbau von übertriebenen Bedrohungsängsten. Transparenz dient damit den Sicherheitsinteressen beider Seiten, auch denen der Sowjetunion.
    Das westliche Verhandlungskonzept, an dem die Bundesregierung maßgeblich mitgearbeitet hat, ist erfolgreich. Die westliche Transparenzvorstellung hat sich in Stockholm durchgesetzt. Die Wahrscheinlichkeit von Überraschungsangriffen wird verringert, und durch einen verbesserten Einblick in die militärische Praxis des Warschauer Pakts ist eine realistischere Bedrohungsanalyse möglich. Natürlich hängt der Wert der Stockholmer Vereinbarung entscheidend von ihrer Durchführung ab. Hier appellieren wir an die Sowjetunion, nicht in alte Positionen zurückzufallen.
    Für die FDP ist der erfolgreiche Abschluß der KVAE auch ein Anlaß zu Genugtuung und Stolz. Es war richtig, daß die FDP beharrlich für die Weiterführung des Dialogs mit den osteuropäischen Staaten und für Abrüstung und Rüstungskontrolle eingetreten ist — allen Widerständen und allen Schwierigkeiten der internationalen Lage zum Trotz. Die Festigkeit und Geradlinigkeit der Liberalen hat sich ausgezahlt. Es zeigt sich wieder einmal, daß auch eine kleine Partei viel bewegen kann.

    (Beifall bei der FDP — Zuruf des Abg. Rühe [CDU/CSU])

    — Die KVAE war bereits Bestandteil unseres Wahlprogrammes von 1980, Herr Kollege Rühe. Und natürlich sind wir stolz auf unseren Außenminister.

    (Beifall bei der FDP — Dr. Schierholz [GRÜNE]: Wo ist er denn?)

    Zumindest zur Zufriedenheit sollten auch Sie Anlaß haben, wenn Sie unseren Stolz schon nicht teilen; denn ohne den unermüdlichen Einsatz von Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wäre das Mandat von Stockholm — denken Sie an die damalige schwierige Situation wegen der Krise um Polen — wohl kaum erteilt worden.

    (Beifall des Abg. Kohn [FDP])

    Die KVAE war eine Zeitlang das einzige Forum, an dem die beiden Supermächte miteinander im Gespräch blieben. Das darf nicht unterschätzt werden. Auch die mäkelnde und unsachliche Kritik aus München kann nichts daran ändern,

    (Dr. Bötsch [CDU/CSU]: Na, na!)

    daß sowohl das Zustandekommen wie auch der erfolgreiche Abschluß der KVAE ganz wesentlich das Verdienst unseres Außenministers ist.
    Ich möchte auch der Verhandlungsdelegation unter Leitung von Botschafter Citron für die Arbeit in Stockholm recht herzlich danken.

    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)

    Stockholm zeigt, daß es auch in den 80er Jahren möglich ist, zu kooperativen Sicherheitsvereinbarungen zwischen Ost und West zu kommen. Beide Seiten haben dokumentiert, daß sie grundsätzlich bereit sind, ihre Sicherheit miteinander statt gegeneinander zu organisieren. Die zweite Phase der Entspannungspolitik ist machbar. Das hat Stockholm gezeigt.

    (Beifall bei der FDP und bei Abgeordneten der SPD)

    Unser Erfolgsrezept lautet: Beweglichkeit und Kompromißbereitschaft einerseits, aber Festigkeit und Ausdauer bei unseren vitalen Sicherheitsinteressen.
    In der Sowjetunion hat unter dem neuen Generalsekretär offensichtlich ein Prozeß des Umdenkens eingesetzt.

    (Kohn [FDP]: Die SPD hat das noch vor sich!)

    Gorbatschow scheint entschlossen, soweit es ihm innen- und außenpolitisch möglich ist, die ökonomischen und intellektuellen Ressourcen seines Landes in die Entwicklung und Modernisierung der so-



    Dr. Feldmann
    wjetischen Wirtschaft zu lenken und die für diese neue Prioritätensetzung notwendigen abrüstungspolitischen Konsequenzen zu ziehen. Dies macht die vielfältigen Abrüstungsvorschläge der Sowjetunion plausibel. Der Westen hat die Möglichkeit, diese Entwicklung durch ein breit gefächertes Angebot von Kooperation zu unterstützen.

    (Dr. Schierholz [GRÜNE]: Das sagen Sie mal Herrn Weinberger!)

    Es liegt an uns und unseren Verbündeten, der Sowjetunion durch solche Angebote zu verdeutlichen, daß Kooperation mit dem Westen ihren eigenen Interessen weit mehr dient als eine Fortsetzung der rüstungspolitischen Konfrontation.
    Die Sprache der Sowjetunion ist auf Kooperation angelegt. Das anerkennen wir und sehen wir. Bei den Taten hapert es allerdings, vor allem wenn wir an die MBFR-Verhandlungen in Wien denken. Ich hoffe, daß die Sowjetunion jetzt an allen Verhandlungstischen auf Kooperation umschaltet. Wir können dazu beitragen, indem wir nicht leichtfertig alle sowjetischen Angebote als Propaganda abtun. Es ist Aufgabe der Europäer, vor allem aber von uns Deutschen, immer wieder an einer Koalition der Vernunft zu arbeiten.

    (Lange [GRÜNE]: Das ist eine Oppositionsrede!)

    Die FDP hat sich bereits 1975 zum Ziel gesetzt, die Konfrontation der Blöcke durch eine gesamteuropäische Friedensordnung zu überwinden. Dieses visionäre Ziel hat auch heute noch Geltung für uns Liberale.

    (Beifall bei der FDP)

    Wir wissen aber, daß wir dieses weit gesteckte Ziel nur durch eine realistische Politik der kleinen Schritte erreichen können. Hierzu brauchen wir den KSZE-Prozeß. Er soll uns helfen, Spannungen und Gegensätze in Europa zu überwinden und Gemeinsamkeiten über die Systemgrenzen hinweg weiterzuentwickeln, um die Abrüstung auch zu europäisieren.

    (Duve [SPD]: Das ist Sicherheitspartnerschaft!)

    Diese Bundesregierung hat nicht nur maßgeblich am Erfolg der KVAE mitgearbeitet, sie ist auch intensiv an der Ausarbeitung der westlichen Position für die laufenden Verhandlungen über Mittelstreckenwaffen beteiligt. Die deutschen Sicherheitsinteressen finden im amerikanischen Verhandlungskonzept volle Berücksichtigung.

    (Dr. Schierholz [GRÜNE]: Na?)

    Unsere Politik der kleinen Schritte scheint auch hier Früchte zu tragen. Auch wenn noch einige Fragen offen sind, so erscheint doch ein Zwischenergebnis greifbar.
    Selbstverständlich wollen auch wir einen Abbau der Mittelstreckenwaffen kurzer Reichweite. Eine entsprechende Weiterverhandlungsverpflichtung muß im Zwischenergebnis erzielt werden.

    (Beifall bei der FDP — Dr. Dregger [CDU/ CSU]: Ausgezeichnet!)

    Zum Schluß noch ein Wort zur sogenannten Grauzone: Dieser Begriff lenkt von dem eigentlichen Ziel ab. Unser Ziel als Europäer muß doch sein, Rüstungskontrolle endlich auch auf unserem Kontinent zu praktizieren. Es geht um den Einstieg in europäische Rüstungskontrolle und nicht um eine Strategie des Alles oder Nichts.
    Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

    (Beifall bei der FDP und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)



Rede von Heinz Westphal
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)
Das Wort hat der Abgeordnete Dr. Scheer.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Hermann Scheer


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Die Probleme sind zu ernst, als daß sie durch haltlose Unterstellungen in wahlpolitischer Absicht zusätzlich belastet werden sollten. Dies gilt für einen meiner Vorredner

    (Berger [CDU/CSU]: Distanzieren Sie sich von Herrn Voigt?)

    aus der CDU/CSU-Fraktion, der leider den durchsichtigen Versuch gemacht hat, Positionen der GRÜNEN, die diese für uns koalitionsunfähig machen,

    (Dr. Schierholz [GRÜNE]: Ha, ha, ha!)

    als SPD-Positionen hinzustellen. Es tut mir leid; hier war ein Falschmünzer am Werk.

    (Rühe [CDU/CSU]: Haben Sie in Nürnberg getagt oder die GRÜNEN? Widerlegen Sie das mal!)

    Das KVAE-Ergebnis bringt uns eine Entspannung in der Sache. Eine Entlastung von den schwerwiegendsten Rüstungsgefahren bringt es uns leider nicht. Dies sollten wir bei aller Zufriedenheit nicht vergessen. Denn die technologische Rüstungsdynamik ist bisher nicht unterbrochen.
    Wenn das KVAE-Ergebnis in Kraft tritt, verlängern sich die Vorwarnzeiten bei den konventionellen Truppenverbänden. Wir brauchen künftig — wenn das wirksam geworden ist — nicht mehr die Fähigkeit, innerhalb von 48 Stunden alarmbereit zu sein. Aber trotz der KVAE-Vereinbarung dürfen wir nicht übersehen, daß die gefährlichsten Vorwarnprobleme nicht bei den konventionellen Truppen liegen. Sie liegen bei den modernen Waffensystemen, besonders bei den ballistischen Raketen und vor allem, wenn diese mit Atomwaffen geladen sind. NATO und Warschauer Pakt verfügen über die Fähigkeit, die Länder Mitteleuropas in wenigen Minuten dem Erdboden gleichzumachen. Der Schriftsteller Arno Schmidt schrieb einmal den Satz auf:
    Deutschland wird in der Weltgeschichte einmal den Ruhm eines Steines haben, über den Menschen mehrfach gestolpert sind.
    Wenn dieser furchtbare Satz nicht wahr werden
    soll, dann müssen wir unsere politischen Anstren-



    Dr. Scheer
    gungen vor allem darauf richten, von unserem Land und unserem Kontinent die Gefahren atomarer Blitze zu nehmen.
    Ich weise darauf hin, weil neben den positiven Entwicklungen der wechselseitigen Früherkennung der Bewegungen konventioneller Truppen durch die Stockholmer Vereinbarungen zahlreiche negative Entwicklungen der letzten Jahre stehen, Waffenentwicklungen, die eine Früherkennung und damit eine Abwehrmöglichkeit unmöglich machen, und zwar mitten unter uns im Territorium. Die Geschwindigkeit und Durchsetzungsfähigkeit der Raketen hat sich beschleunigt. Die Zielgenauigkeiten haben sich erhöht. Es ist immer schwerer zu unterscheiden, ob sie atomar oder konventionell bestückt sind. Wer sich in einem Ernstfall vor der Bedrohung solcher Waffen schützen und wer verhindern will, daß sein eigenes Raketenpotential ausgeschaltet wird, der müßte dem anderen zuvorkommen. Er dürfte dann nicht mehr warten, bis der Gegner seine Rakete gestartet hätte. Denn dann wäre es bereits zu spät.
    Die beiderseitige Entwicklung solcher Waffen schafft Instabilität und Nervosität. Sie produziert Mißtrauen und heizt den immer kostspieliger werdenden technologischen Rüstungswettlauf an. Das ist das zentrale sicherheitspolitische Problem in Europa, wenn es um naheliegende, kurzfristig anzustrebende Maßnahmen geht.
    Ich gestatte mir bei aller Genugtuung über das KVAE-Ergebnis den Hinweis, daß bei diesen Fragen politische Lösungen dringender sind als die Fähigkeit, konventionelle militärische Aktivitäten frühzeitiger zu registrieren. Bei konventionellen Truppen geht es um Tage, bei der Raketentechnik und den Massenvernichtungsmitteln um Minuten. Der einzige Weg, diese Gefahren zu mindern, besteht in der Beseitigung solcher Waffen. Aber genau darüber wurde bisher im KVAE-Prozeß nicht gesprochen.

    (Berger [CDU/CSU]: Das war ja nicht das Mandat!)

    — Ich spreche vom Problem.

    (Berger [CDU/CSU]: Sie lenken ab!)

    Solange das nicht der Fall ist, besonders bei den Raketen, die von einem Teil Deutschlands in den anderen Teil zielen, können wir nicht wirklich zufrieden sein.
    Deshalb sagen wir auch an die Adresse der Bundesregierung: Gerade diese hat keinen besonderen Grund zur Selbstzufriedenheit. Denn neben dem aktiven Beitrag für das Zustandekommen der KVAE stehen andere Beiträge, etwa im Zusammenhang mit der Befürwortung neuer weiterreichender Raketen im Rahmen der sogenannten FOFA-Überlegungen oder mit der Modernisierung sogenannter taktischer Atomwaffen. Dies alles steigert die Frühgefahren. Das war zwar nicht die Absicht, aber das ist die Wirkung. Gleiches gilt für den Warschauer Pakt. Statt an Abrüstungsinitiativen in diesem Problembereich hat sich die Bundesregierung an Rüstungsinitiativen neuer Art beteiligt. Statt sich um den beiderseitigen Abbau dieser Potentiale zu bemühen, hat sie ihre politischen Energien damit verschwendet, sich auf den Irrweg der Entwicklung von Techniken zur Abwehr solcher blitzartig einsetzbarer Raketen zu begeben. Die Fortschritte in der Rüstungskontrolle vollziehen sich im Schnekkentempo, aber nach wie vor läuft die qualitative Rüstungsentwicklung in Höchstgeschwindigkeit.

    (Zustimmung bei der SPD)

    Diejenigen, die mitverantwortlich dafür sind, daß in der ersten Hälfte der 80er Jahre die Rüstungskosten weltweit um 70 % gesteigert worden sind, sollten in ihrer abrüstungspolitischen Selbstdarstellung etwas bescheidener sein.

    (Beifall bei der SPD)

    Es ist doch nicht die Politik der Stärke, die jetzt zur Möglichkeit eines Zwischenergebnisses geführt hat, sondern es ist der weltweit anhaltende Protest gegen die Hochrüstung der 80er Jahre, der dafür gesorgt hat, daß den Verantwortlichen die Füße nicht einschlafen. Das ist doch der Punkt.

    (Beifall bei der SPD — Zurufe von der CDU/CSU)

    Es ist nicht der Hochrüstungsdruck, der zu Ergebnissen geführt hat, sondern es ist im Grunde genommen die neue Chance durch eine neue sowjetische Führung, die endlich die Ignoranz der vorherigen in den 70er Jahren in dieser Frage — hoffentlich endgültig — überwunden hat. Die Null-Null-Lösung, die jetzt angeblich auch auf seiten der Bundesregierung angestrebt werden soll, zu der das Zwischenergebnis ein Schritt sein soll, wurde erbittert bekämpft bzw. vom Grundsatz her bestritten, als sie Willy Brandt im Sommer 1981 erstmals der internationalen Öffentlichkeit als Vorschlag servierte. Daran erinnern wir in dem Zusammenhang.

    (Beifall bei der SPD)

    Die Bundesregierung hat also bisher leider nicht den Mut zu Initiativen aufgebracht, nicht einmal zu solchen, die für die Mehrheit des amerikanischen Repräsentantenhauses selbstverständlich sind.
    In dem Entschließungsantrag, der heute von der SPD dem Bundestag vorgelegt worden ist, fordern wir neben der Begrüßung des KVAE-Ergebnisses und darauf aufbauenden Vorschlägen für die nächsten Schritte eine Unterstützung der Beschlüsse des Repräsentantenhauses vom August dieses Jahres durch den Bundestag. Wir haben leider erst heute Gelegenheit dazu; sonst hätten wir das schon unmittelbar nach der Sommerpause gemacht. Wir sind gespannt darauf, wie sich die Koalitionsparteien, insbesondere die Partei des Bundesaußenministers, zu den Beschlüssen stellen. Das Repräsentantenhaus sprach sich z. B. am 8. August mit 235 zu 155 Stimmen für einen weitreichenden Atomteststopp für die Dauer eines Jahres aus, solange die Sowjetunion ebenfalls an ihrem Moratorium festhält und einer Verifikation zustimmt.
    Was aber tut die Bundesregierung? Sie hat bisher keine sichtbare Initiative unternommen, obwohl der Teststopp noch nie so nahe war, um trotz des mehrfach verlängerten sowjetischen Testmoratori-



    Dr. Scheer
    ums die amerikanische Regierung zu einer umfassenden Teststoppbereitschaft zu drängen. Noch im Januar sprach sich der Bundeskanzler für einen umfassenden Teststopp aus, falls dieser ausreichend verifiziert werden könne. Nachdem die sowjetische Führung ihre Bereitschaft für diese Verifikation wenig später verkündete, waren alle Bedingungen der Bundesregierung bzw. des Westens, wie sie seit zwei Jahrzehnten gelten, erfüllt. Weil aber die amerikanische Regierung im Moment nicht willens ist, einen umfassenden Teststopp einzuführen, steckte die Bundesregierung sofort zurück. Jeder Sachverständige weiß, daß die amerikanische Regierung an einem Teststopp auf längere Sicht nicht interessiert ist, weil sie für die Entwicklung des SDI-Systems noch etwa 200 Atomversuche braucht. Solange die Bundesregierung aber die SDI-Forschung und -Entwicklung unterstützt, kann sie einen umfassenden Teststopp in Wahrheit praktisch nicht mehr unterstützen.

    (Zurufe von der SPD: Tut sie auch nicht mehr!)

    — Das tut sie deswegen auch nicht. Wenn die Koalitionsparteien diesen Vorwurf der SPD widerlegen wollen, haben sie heute die Gelegenheit dazu. Dazu müßten sie sich allerdings, um glaubwürdig zu bleiben, unserem Antrag anschließen, der die Unterstützung des Beschlusses des amerikanischen Repräsentantenhauses zum atomaren Teststopp durch den Deutschen Bundestag zum Inhalt hat.
    Wir stellen die Koalitionsfraktionen also vor die Wahl, ob sie mit der SPD und der Mehrheit des amerikanischen Repräsentantenhauses — in diesem Fall, in der Teststoppfrage, nicht nur des Repräsentantenhauses, sondern auch des Senats — für einen sofortigen Teststopp eintreten oder weiterhin wegen der Rücksichtnahme auf die SDI- Pläne des amerikanischen Präsidenten den Teststopp mit verschleppen helfen wollen.

    (Dr. Rumpf [FDP]: Bleiben Sie doch einmal beim Thema!)

    Wir sind auch gespannt darauf, wie Sie es begründen wollen, unsere Forderung nach Unterstützung eines solchen Beschlusses immerhin des amerikanischen Parlaments als „antiamerikanisch" hinzustellen.

    (Beifall bei der SPD)

    Gleiches gilt für die Unterstützung des Beschlusses des Repräsentantenhauses betreffend die Aufrechterhaltung des Verbots der Produktion neuer chemischer Kampfsstoffe. Gerade weil es darum geht, jetzt die Chance für ein umfassendes Verbot chemischer Waffen zu nutzen, sollte diese Chance nicht durch einen Beginn der Produktion neuer chemischer Waffen gestört werden. Zwar hat sich in dieser Frage der Senat mit 51 : 50 Stimmen für den Produktionsbeginn ausgesprochen, und im Vermittlungsausschuß wird noch zwischen den Positionen der beiden Häuser verhandelt; jedoch wurde diese Entscheidung des Senats nur durch die vor allem von der Bundesregierung innerhalb der NATO-Entscheidungsgremien betriebene Zustimmung zu einer erstmaligen Aufnahme chemischer Waffen in die Streitkräfteziele des Bündnisses möglich. Es war also die Bundesregierung, die im Mai dieses Jahres an maßgeblicher Stelle die Zurückhaltung der amerikanischen Volksvertretung gegenüber einer Produktion neuer chemischer Waffen unterlaufen hat.

    (Dr. Dregger [CDU/CSU]: Wir wollten die alten loswerden! — Berger [CDU/CSU]: Wir werden sie auch los! Ihr habt sie liegengelassen!)

    Die Bundesregierung hat die Chance nicht genutzt,
    zusammen mit dem amerikanischen Kongreß — —

    (Dr. Rumpf [FDP]: Na hören Sie mal, das können Sie doch nicht ehrlich sagen! Bleiben Sie doch bei der Wahrheit!)

    — Es tut mir leid, ich treffe nur Tatsachenfeststellungen. Daß Sie das nicht gerne hören wollen, ist eine andere Sache.

    (Dr. Dregger [CDU/CSU]: Nein, wir wollen die alten loswerden! — Dr. Rumpf [FDP]: Die Wahrheit hören wir immer gern!)

    Die Bundesregierung hat nicht die Chance genutzt, vor einem solchen Produktionsbeginn zumindest alle Möglichkeiten einer Ächtung der Chemiewaffen konsequent und zügig auszuloten. Sollte sich nämlich die Hoffnung des Außenministers, in Jahresfrist sei ein Chemiewaffenverbot möglich, nicht bestätigen, wofür j a einiges spricht, wird nach dem Beginn der Produktion neuer binärer Waffen ein kontrolliertes Chemiewaffenverbot schwerer, nicht leichter.
    Wenn die Koalitionsparteien diese Chance wahrnehmen wollen, haben sie durch eine Zustimmung zu unserem Antrag heute die Gelegenheit, sich dem Beschluß des Repräsentantenhauses anzuschließen, der den Spielraum für ein C-Waffen-Verbot vergrößert.
    Das Repräsentantenhaus sprach sich am 13. August mit 222 gegen 197 Stimmen auch dafür aus, das Testmoratorium bei Antisatellitenwaffen um ein Jahr zu verlängern. Die SPD hat wiederholt dringend vor der Entwicklung von Antisatellitenwaffen gewarnt. Ist die Entwicklung solcher Waffen erst einmal abgeschlossen, läßt sich ein künftiges Verbot dieser Waffen nicht mehr kontrollieren. Solange sie noch getestet werden müssen, läßt sich ein Entwicklungs- und damit ja wohl auch ein Einführungsverbot mit den vorhandenen Aufklärungsmitteln, also durch Satelliten, leicht kontrollieren. Wenn die Entwicklung solcher Waffen beendet ist, besteht die Fähigkeit, die Gegenseite durch Vernichtung ihrer Auflösungsmittel blind zu machen. Dies muß zu extremer Instabilität führen und dazu, daß Chancen für Rüstungskontrolle in umfassender Hinsicht kaputtgemacht werden.
    Der Fortschritt des KVAE-Prozesses hängt davon ab, daß die Satelliten aller Beteiligten wechselseitig unverwundbar bleiben. Die Bundesregierung hat hierzu trotz der Dringlichkeit dieses Problems bisher keine Initiative ergriffen. Wir fordern auch hier die Koalitionsparteien auf, mit uns eine solche Initiative durch eine Unterstützung des entsprechen-



    Dr. Scheer
    den Beschlusses des Repräsentantenhauses vorantreiben zu helfen.

    (Dr. Rumpf [FDP]: Bei uns geht das alles schneller!)

    Denn es geht darum, daß wir in der Rüstungskontrolle nicht länger mit hängender Zunge hinter ständig neu geschaffenen Rüstungsfakten herlaufen.
    Vielen Dank.

    (Beifall bei der SPD)