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    Plenarprotokoll 9/132 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 132. Sitzung Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 Inhalt: Fragestunde — Drucksachen 9/2184 vom 26. November 1982 und 9/2190 vom 29. November 1982 — Pressemeldung über ein in Aussicht genommenes Gespräch des Bundeskanzlers Dr. Kohl mit dem französischen Staatspräsidenten Mitterrand über die Fusion der Firmen Grundig und Thomson-Brandt DringlAnfr 1 29.11.82 Drs 09/2190 Haase (Fürth) SPD Antw PStSekr Grüner BMWi . . . . 8181 B, C, D, 8182 A, B, C ZusFr Haase (Fürth) SPD 8181 B, C ZusFr Dr. Riedl (München) CDU/CSU . 8181 D ZusFr Dr. Jens SPD 8182 A ZusFr Stiegler SPD 8182 B ZusFr Frau Schmidt (Nürnberg) SPD . 8182 C Ministererlaubnis für die Fusion der Firmen Grundig und Thomson-Brandt DringlAnfr 2 29.11.82 Drs 09/2190 Haase (Fürth) SPD Antw PStSekr Grüner BMWi 8182 D, 8183 A, B, C, D, 8184 A, B, C ZusFr Haase (Fürth) SPD . . . . 8182D, 8183A ZusFr Dr. Jens SPD 8183 B ZusFr Frau, Schmidt (Nürnberg) SPD . 8183 B ZusFr Stiegler SPD 8183 C ZusFr Eimer (Fürth) FDP 8183 D ZusFr Peter (Kassel) SPD 8184A ZusFr Dr. Struck SPD 8184A ZusFr Dr. von Bülow SPD 8184 B Beeinflussung der Verkaufsverhandlungen zwischen Thomson-Brandt und den Grundig-Werken durch protektionistische Maßnahmen Frankreichs gegen den Import von Videorecordern MdlAnfr 141, 142 26.11.82 Drs 09/2184 Dr. Soell SPD Antw PStSekr Grüner BMWi 8184 D, 8185 A, B, C, D, 8186 A, B ,C ZusFr Dr. Soell SPD 8185 A, C, D ZusFr Dr. Jens SPD 8185A, 8186 A ZusFr Haase (Fürth) SPD . . . 8185 B,8186 B ZusFr Cronenberg FDP 8185D, 8186 B Hilfsmaßnahmen für Obstbauern bei Verwertung und Vermarktung der überreichen Obsternte MdlAnfr 6 26.11.82 Drs 09/2184 Jäger (Wangen) CDU/CSU Antw PStSekr Gallus BML . . . 8186D, 8187 A, B ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 8187 A ,B Auswirkungen der Reduzierung des Roggenanbaus auf das Brotangebot MdlAnfr 7 26.11.82 Drs 09/2184 Oostergetelo SPD Antw PStSekr Gallus BML 8187 B, C, D ZusFr Oostergetelo SPD 8187 C, D Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung und Entwicklung der Grundlohnsumme sowie Erhöhung der Beiträge in II Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 der Krankenversicherung von 1972 bis 1981 MdlAnfr 8, 9 26.11.82 Drs 09/2184 Lutz SPD Antw PStSekr Vogt BMA . . . . 8188 A, B, C, D, 8189 A, B, C, D, 8190 A, B, C ZusFr Lutz SPD 8188A, 8189B, C ZusFr Heyenn SPD 8188 B ZusFr Jaunich SPD 8188 C, 8189 D ZusFr Glombig SPD 8188 D ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU 8188D, 8190 C ZusFr Cronenberg FDP 8189A ZusFr Keller CDU/CSU 8189 C ZusFr Peter (Kassel) SPD 8190A ZusFr Dreßler SPD 8190 B Stabilisierung der Kostenentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung durch das Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz und das Kostendämpfungs- Ergänzungsgesetz MdlAnfr 10, 11 26.11.82 Drs 09/2184 Glombig SPD Antw PStSekr Vogt BMA 8190 C, D, 8191 A, B, D, 8192 A, B, D, 8193 A, B, C, D, 8194A, B, C, D, 8195 A, B ,C, D, 8196 A, B ,C ZusFr Glombig SPD 8191 A, B, 8196 B, C ZusFr Dreßler SPD 8191 C, D ZusFr Keller CDU/CSU 8192A, 8193 D ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . 8192 B ZusFr Egert SPD 8192 D ZusFr Kirschner SPD 8193 A, B ZusFr Frau Steinhauer SPD 8193 C, D ZusFr Peter (Kassel) SPD 8194A ZusFr Schreiner SPD 8194A ZusFr Lutz SPD 8194C ZusFr Heyenn SPD 8194C ZusFr Frau Dr. Neumeister CDU/CSU . 8194 D ZusFr Stahl (Kempen) SPD . . . 8194D, 8195 A ZusFr Dr. Sperling SPD 8195 B, C ZusFr Frau Dr. Lepsius SPD . . . 8195D, 8196 A ZusFr Mahne SPD 8196A Zur Geschäftsordnung Zeitler SPD 8196 C Aktuelle Stunde betr. Kostendämpfung im Gesundheitswesen Egert SPD 8197 A Dr. Faltlhauser CDU/CSU 8198A Eimer (Fürth) FDP 8199A Kirschner SPD 8199 C Frau Dr. Neumeister CDU/CSU 8200 C Dr. Blüm, Bundesminister BMA . 8201A, 8205 D Gattermann FDP 8203 A Schreiner SPD 8203 D Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . . . 8204 B von der Wiesche SPD 8205 A Müller (Wesseling) CDU/CSU 8206 D Jaunich SPD 8207 C Kroll-Schlüter CDU/CSU 8208 B Glombig SPD 8209 C Nächste Sitzung 8210C Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten 8211* A Anlage 2 Amtliche Mitteilungen 8211* B Anlage 3 Kosten der wegen Nichtermittlung des Fahrers eingestellten Verfahren in Verkehrssachen; gesetzliche Regelung zur Haftung des Kraftfahrzeughalters MdlAnfr 1, 2 26.11.82 Drs 09/2184 Dolata CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Schulte BMV . . 8211* D Anlage 4 Behindertengerechte Maßnahmen bei Bundesbahn und Bundespost in Schleswig-Holstein; Erfüllung des Pflichtplatzsolls für Schwerbehinderte bei Bundesbahn und Bundespost in Schleswig-Holstein MdlAnfr 3, 4 26.11.82 Drs 09/2184 Stutzer CDU/CSU SchrAntw PStSekr Rawe BMP 8212* B Anlage 5 Kosten der „Aktion Weihnachtsbutter" MdlAnfr 5 26.11.82 Drs 09/2184 Immer (Altenkirchen) SPD SchrAntw PStSekr Gallus BML . . . . 8213* A Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 8181 132. Sitzung Bonn, den 1. Dezember 1982 Beginn: 13.00 Uhr
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    Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. van Aerssen * 2. 12. Dr. Ahrens ** 3. 12. Dr. Althammer ** 3. 12. Bahner 3. 12. Böhm (Melsungen) ** 3. 12. Dr. Böhme (Freiburg) 3. 12. Büchner (Speyer) ** 3. 12. Egert 3. 12. Eickmeyer ** 3. 12. Dr. Enders ** 3. 12. Dr. Geßner ** 3. 12. Dr. Haussmann 3. 12. Dr. Holtz ** 3. 12. Horn ** 3. 12. Jansen 3. 12. Junghans 3. 12. Kittelmann ** 3. 12. Lemmrich ** 3. 12. Lenzer ** 3. 12. Mischnick 1. 12. Dr. Müller ** 3. 12. Müller (Bayreuth) 3. 12. Neuhaus 1. 12. Frau Pack ** 3. 12. Pensky ** 2. 12. Reddemann ** 3. 12. Rösch ** 3. 12. Frau Roitzsch 3. 12. Schäfer (Mainz) 1. 12. Schlaga 3. 12. Schmidt (München) ** 3. 12. Schmidt (Würgendorf) ** 3. 12. Dr. Freiherr Spies v. Büllesheim** 3. 12. Dr. Unland ** 3. 12. Dr. Vohrer ** 3. 12. Weiskirch 3. 12. Wischnewski 3. 12. * für die Teilnahme an Sitzungen des Europäischen Parlaments ** für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union Anlage 2 Amtliche Mitteilungen Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 26. November 1982 beschlossen, gegen das nachstehende Gesetz einen Einspruch gemäß Artikel 77 Abs. 3 des Grundgesetzes nicht einzulegen: Gesetz zur Erhöhung von Wertgrenzen in der Gerichtsbarkeit Den nachstehenden Gesetzen hat der Bundesrat in seiner Sitzung am 26. November 1982 zugestimmt bzw. einen Antrag auf Anrufung des Vermittlungsausschusses gemäß Artikel 77 Abs. 2 des Grundgesetzes nicht gestellt: Anlagen zum Stenographischen Bericht Gesetz zur Vereinfachung der Lohnsteuerpauschalierung für Teilzeitbeschäftigte Sechstes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes Gesetz zum Kooperationsabkommen vom 2. April 1980 zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien sowie zum Abkommen vom 2. April 1980 zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl einerseits und der Sozialistischen Republik Jugoslawien andererseits Der Bundeskanzler hat mit Schreiben vom 29. November 1982 die Stellungnahme des Bundesrates zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung eines Zweiten Nachtrags zum Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 1982 (Zweites Nachtragshaushaltsgesetz 1982) übersandt. Sein Schreiben wird als Drucksache 9/2138 verteilt. Der Bundeskanzler hat mit Schreiben vom 30. November 1982 die Stellungnahme des Bundesrates und die von der Bundesregierung beschlossene Gegenäußerung zu der Ergänzung zum Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 1983 übersandt. Sein Schreiben wird als Drucksache 9/2139 verteilt. Der Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat mit Schreiben vom 22. November 1982 mitgeteilt, daß der Ausschuß den Agrarbericht 1982 zur Kenntnis genommen hat. Anlage 3 Antwort des Parl. Staatssekretärs Dr. Schulte auf die Fragen des Abgeordneten Dolata (CDU/CSU) (Drucksache 9/2184 Fragen 1 und 2): Ist der Bundesregierung die Summe bekannt, die die Steuerzahler im gesamten Bundesgebiet einschließlich Berlin für den Ersatz der Anwaltskosten von Verkehrssündern aufbringen mußten, deren Ordnungswidrigkeitenverfahren nach einem Einspruch gegen die Anzeige eingestellt werden mußten, weil nur der Halter des Kraftfahrzeugs, nicht aber dessen Fahrer ermittelt werden konnte? Beabsichtigt die Bundesregierung, gesetzliche Regelungen zu erlassen, mit Hilfe derer der Halter eines Kraftfahrzeugs für die Kosten eines Ermittlungsverfahrens bei Verkehrszuwiderhandlungen haftbar gemacht werden kann, wenn der Fahrer nicht festzustellen ist? Die Gesamtsumme der Auslagenerstattungen bei Einstellungen oder Freisprüchen in sogenannten Kennzeichenanzeigenverfahren ist der Bundesregierung nicht bekannt. Angaben einzelner Länder zeigen aber, daß es sich im gesamten Bundesgebiet um erhebliche Erstattungsbeträge handeln muß. So hat z. B. der Senator für Inneres des Landes Berlin mitgeteilt, daß im Jahre 1981 1,8 Millionen DM für die Auslagenerstattung an Rechtsanwälte in Ordnungswidrigkeitsverfahren aufgewendet werden mußten. In Bayern wurden 1981 nach Einstellung von Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren durch die Zentrale Bußgeldstelle rd. 550 000 DM an Auslagen erstattet. Dabei bezogen sich die zugrunde liegenden Verfahren sowohl in Bayern als auch in Berlin nahezu ausschließlich auf sogenannte Kennzeichenanzeigen. 8212* Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 Auch die übrigen Länder halten es für dringend erforderlich, eine Möglichkeit zu schaffen, von der Erstattung der dem Betroffenen entstandenen Auslagen (insbesondere seiner Anwaltskosten) absehen zu können, wenn in Verfahren auf Grund von Kennzeichenanzeigen wegen Nichtermittlung des Kraftfahrzeugführers Einstellungen bzw. Freisprüche erforderlich werden. Die frühere Bundesregierung hat im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten, des Straßenverkehrsgesetzes und anderer Gesetze u. a. die Einführung einer Kostentragungspflicht des Halters (§ 25 a StVG) vorgesehen. Danach werden dem Halter in einem Verfahren wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit die Kosten des Verfahrens dann auferlegt, wenn der Führer des Kraftfahrzeuges, der die Zuwiderhandlung begangen hat, nicht, nicht rechtzeitig oder nur unter unangemessenem Aufwand ermittelt werden kann. Die Kostentragungspflicht tritt nicht ein, wenn es unbillig wäre, den Halter des Kraftfahrzeugs mit den Kosten zu belasten. Der Bundesrat hat den Gesetzentwurf (Drucksache 371/82) bereits beraten und dabei der vorgesehenen Regelung zugestimmt. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das Gesetzgebungsverfahren noch in dieser Legislaturperiode abgeschlossen werden kann. Anlage 4 Antwort des Parl. Staatssekretärs Rawe auf die Fragen des Abgeordneten Stutzer (CDU/CSU) (Drucksache 9/2184 Fragen 3 und 4): Sind Investitionen in den nächsten drei Jahren bei Bundespost und Bundesbahn in Schleswig-Holstein mit dem Ziel geplant, Behinderten die Inanspruchnahme zu erleichtern, und gegebenenfalls in welchen Orten? Wie wollen Bundespost und Bundesbahn in Schleswig-Holstein ihr Ziel erreichen, das Pflichtplatzsoll nach dem Schwerbehindertengesetz zu erfüllen, und wie hoch ist die Ausgleichsabgabe, die hier für unbesetzte Pflichtplätze gezahlt werden muß? 1. Alle Neubau-, Umbau- und Erweiterungsbauvorhaben bei der Deutschen Bundespost werden generell behindertengerecht gestaltet. Die zugehörigen Investitionen betragen je nach Bauvorhaben ca. 1 bis 2 v. H. der Bausumme. Zur Zeit wird z. B. das Postamt Rendsburg entsprechend der DIN-Vorschriften für behindertengerechtes Bauen gestaltet. Von den in den nächsten drei Jahren größeren Bauvorhaben im Bezirk Kiel sind u. a. zu nennen: Oberpostdirektionsneubau Kiel, die Postämter Kiel, Oldenburg/Holstein, Rendsburg 3, Glücksburg Itzehoe 1, Bad Oldesloe, Lübeck, die Fernmeldeämter Heide, Flensburg, die Vermittlungsstellen Rendsburg, Neumünster, Kiel, Lübeck und die Kfz-Werkstatt Lübeck mit einem Bauvolumen von insgesamt 430 Mio. DM. Hinsichtlich der Investitionen der Deutschen Bundesbahn (DB) in Schleswig-Holstein, die den Belangen der Behinderten dienen sollen, wird auf die schriftlich an MdB Stutzer erteilte Antwort im Rahmen der parlamentarischen Fragestunde im Februar 1981 (vgl. BT-Drucksache 9/159, Frage 62) bezug genommen. Die Deutsche Bundesbahn ist in den nächsten Jahren auch weiterhin in Schleswig-Holstein bemüht, bei ihren laufenden und neuen Baumaßnahmen innerhalb der zur Verfügung stehenden Wirtschaftsmittel Verbesserungen für Behinderte zu erreichen. In dem für die Wirtschaftsplanung der Deutschen Bundesbahn ausgewiesenen Langfristprogramm für kundenfreundliche Gestaltung der Bahnhofsanlagen sind u. a. behindertengerechte Maßnahmen enthalten (z. B. Toilettenanlagen, Zugangsrampen, Piktogramme, Bahnsteiganhebungen). Derartige Maßnahmen werden auch bei dem in Kürze anstehenden Ausbau des Hauptbahnhofs Kiel berücksichtigt. Im Fahrzeugbereich der Deutschen Bundesbahn werden neben dem Einsatz eisenbahngerechter Rollstühle bei der Neukonstruktion von Reisezugwagen Verbesserungen an den Einstiegen vorgesehen. Außerdem werden derzeit im Rahmen einer vom Bundesverkehrsminister veranlaßten Pilotstudie die Voraussetzungen für eine Teilnahme Schwerbehinderter am Schienenpersonenfernverkehr der Deutschen Bundesbahn vertieft untersucht. 2. Im Bezirk der Oberpostdirektion Kiel sind von 13 580 zu zählenden Arbeitsplätzen 784, d. s. 5,8 % mit Schwerbehinderten besetzt. Die Oberpostdirektion Hamburg, deren Bezirk einen kleineren Teil des Landes Schleswig-Holstein umfaßt, hat das Pflichtsoll bei der Beschäftigung Schwerbehinderter auch in dem zu Schleswig-Holstein gehörenden Teil ihres Bezirks mit der Beschäftigungsquote 6,9% bereits erfüllt. Damit ist die gesetzliche Pflichtquote von 6 % in Schleswig-Holstein nahezu erfüllt. Die Oberpostdirektion Kiel ist bemüht, weiterhin jede sich bietende Möglichkeit zur Einstellung Schwerbehinderter zu nutzen. Es ist daher zu erwarten, daß die Deutsche Bundespost in absehbarer Zeit auch in dem gesamten Land Schleswig-Holstein die Pflichtquote nach dem Schwerbehindertengesetz voll erfüllen wird. Zusammenfassende statistische Unterlagen über die ordnungsgemäß besetzten Pflichtplätze werden bei der Deutschen Bundesbahn nur insgesamt und getrennt für die einzelnen Bundesbahndirektionen und zentralen Stellen geführt; es gibt also keine Zusammenfassungen bezogen auf die Bundesländer. Das gilt auch hinsichtlich der Ausgleichsabgabe, die nach dem Schwerbehindertengesetz vom Bund insgesamt zu zahlen ist. Es wird versichert, daß die Deutsche Bundesbahn, wie das bereits in der Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Schulte vom 10. 11. 1982 (lfd. Nr. 78 der Bundestagsdrucksache 9/2105) zum Ausdruck kam, bemüht ist, in ihrem gesamten Bereich die sich aus § 4 Schwerbehindertengesetz er- Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 8213* gebende Verpflichtung im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten zu erfüllen. Da der Bund einschließlich Bundesbahn und Bundespost mit einer Beschäftigungsquote von rd. 7 % die gesetzliche Pflichtquote bereits übererfüllt (Beschäftigungsquote der Bundespost 6,9 % ), ist z. Z. von keiner Bundesbehörde eine Ausgleichsabgabe für unbesetzte Pflichtplätze zu entrichten. Anlage 5 Antwort des Parl. Staatssekretärs Gallus auf die Frage des Abgeordneten Immer (Altenkirchen) (SPD) (Drucksache 9/2184 Frage 5): Womit begründet die Bundesregierung ihre positive Einstellung zur „Aktion Weihnachtsbutter", obwohl eine Minderung des Absatzes von Normalpreisbutter in Kauf genommen werden muß und durch den Verzicht auf einen Export höhere Verbilligungskosten anfallen? Die Bundesregierung hat sich immer für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Absatzförderungsmaßnahmen für Butter auf dem Binnenmarkt und auf Drittlandsmärkten eingesetzt. So ist die Bundesregierung mit Erfolg auch für eine Butterverbilligung im Winter 1982/83 auf dem EG-Binnenmarkt eingetreten. Nach den Erfahrungen bei früheren Verbilligungsaktionen kann in der Bundesrepublik Deutschland mit einem Mehrabsatz von 1/3 und mehr der verbilligten Buttermenge gerechnet werden. Es ist einzuräumen, daß dabei die EG-Haushaltsausgaben je kg Mehrabsatz über den Ausgaben beim Export liegen. Von einem Verzicht auf die Wahrnehmung von Exportchancen kann jedoch keine Rede sein. Vielmehr konnte die EG von Januar bis August 1982 nur rd. 273 000 t Butter ausführen; das waren rd. 110 000 t = ca. 30 % weniger als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Diese Tendenz hält an. Der rückläufige Butterexport aus der Gemeinschaft ist vorrangig durch den Devisenmangel wichtiger potentieller Importländer bedingt, obwohl Bedarf vorhanden ist. Eine Belebung der Weltmarktnachf rage zum derzeitigen Weltmarktpreisniveau ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Hanna Neumeister


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU/CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Egert hat vorhin sehr laut und massiv verkündet, daß die Kostendämpfungsmaßnahmen der bisherigen Regierung durch die Gesetzgebung der verschiedenen Sozialminister gegriffen hätten. Ich habe das sichere Gefühl, daß diese Gesetze Eingriffe in die gesamte Struktur unseres Gesundheitswesens bedeutet haben, aber in bezug auf Ordnungspolitik und auch Finanzpolitik sehr umstritten gewesen sind. Ordnungspolitisch haben sie jedenfalls Eingriffe gebracht, die wir nicht mittragen konnten; finanzpolitisch haben sie nichts gebracht.

    (Widerspruch bei der SPD)

    Die Einsparungen im Gesundheitswesen kamen sicherlich vor allen Dingen durch die Maßnahmen der Konzertierten Aktion. Die Ergebnisse wären noch besser gewesen, wenn die Konzertierte Aktion so aufgestellt worden wäre, wie die CDU/CSU sie ursprünglich gewollt hatte, nämlich als Ersatz für dirigistische gesetzliche Maßnahmen.

    (Beifall bei der CDU/CSU — Zuruf von der SPD: Jetzt kommt die sozialistische Folterkammer!)

    Immerhin haben Sie es fertiggebracht, die Konzertierte Aktion in das Kostendämpfungsgesetz hineinzupacken. Daß sie da trotzdem noch gezogen hat, ist ein Verdienst derjenigen in der Selbstverwaltung, die ihre Verantwortung erkannt haben und sich entsprechend verhalten haben.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Die CDU hat eine völlig andere Einstellung zu der Konzertierten Aktion als Sie, meine Damen und Herren von der SPD.

    (Zurufe von der SPD: Das ist wahr!)

    Wir sehen in der Konzertierten Aktion ein Gremium, das die Bereitschaft aller im Gesundheitswesen Verantwortlichen und aller an ihm Beteiligten zum Zusammenwirken fördert, indem es ihnen nämlich die Möglichkeit eröffnet, ihr Handeln untereinander abzustimmen. Pluralistischer Aufbau und Zusammensetzung der Konzertierten Aktion ermöglichen prinzipiell die Bewältigung der anstehenden Probleme auf breiter Basis, und zwar nicht durch Eingriffe in bewährte Systeme.
    Für die CDU baut die Konzertierte Aktion darüber hinaus auf dem Prinzip demokratisch und fachlich begründeter Selbstverwaltungskompetenz der Beteiligten auf. Ihr Sachverstand soll zu einem funktionsfähigen Gesundheitswesen beitragen, ihm zugute kommen. Deswegen ist es wichtig, daß Empfehlungen in der Konzertierten Aktion nicht allein die Wünsche und die Forderungen der Bundesregierung widerspiegeln, sondern daß sie auf dem Konsens der an der Konzertierten Aktion Beteiligten aufbauen.
    Mit dieser Grundkonzeption bietet nämlich eine Konzertierte Aktion nach Auffassung der CDU/ CSU wesentliche Voraussetzungen für eine ausgewogene Verteilung der Belastung in einem gegliederten Gesundheitswesen. Durch eine Versachlichung der Diskussion, durch Kommunikation unter
    Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 8201
    Frau Dr. Neumeister
    den Beteiligten und durch konzertiertes Handeln werden die Interessen der Beteiligten, vor allen Dingen aber auch die Interessen der Patienten in einen Gesamtzusammenhang gestellt. Damit wird die Mitverantwortung für das Funktionieren des Gesamtsystems gestärkt. Meine Damen und Herren, genau das ist wichtig. Wir haben ja jetzt auch erlebt, daß diese Mitverantwortung nur durch die von mir zuvor erwähnten Maßnahmen gestärkt und herausgefordert wird. Ich denke dabei an die Bereitschaft der Ärzte und Zahnärzte, einem Stillhalteappell zu folgen, der sich jetzt auch schon in den Verträgen mit den Krankenkassen ausgewirkt hat.
    Wir sollten den Weg der Konzertierten Aktion, d. h. der Einbeziehung aller am Gesundheitswesen Beteiligten, weitergehen. Das ist der Weg der Vernunft. Dieser Weg ist aber auch der Appell an das wirtschaftlich, sozial und gesundheitspolitisch Mögliche. Diesen Weg werden wir in der neuen Koalition gehen.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)



Rede von Heinrich Windelen
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)
Das Wort hat der Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Norbert Blüm


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (None)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zunächst möchte ich mich dafür bedanken, daß trotz allen Streits auch in dieser Diskussion die Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Dienste der Kostendämpfung signalisiert wurde.

    (Egert [SPD]: Das ist doch selbstverständlich!)

    Ich will es festhalten: Dieses Ziel eint uns; wir streiten uns über die Wege. — Nur, meine Damen und Herren, verehrte Kollegen, eines wundert mich immer: Alles, was gut war, hat die SPD in zwölf Jahren gemacht; alles, was schlecht war, haben wir in sechs Wochen gemacht. Mit dieser Arbeitsteilung tragen Sie sicher nicht zur Kooperation bei.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)

    Lassen Sie mich noch ein Wort zur Begründung der Aktuellen Stunde sagen. Ich begrüße die Aktuelle Stunde; sie gibt mir Gelegenheit, zur Gesundheitspolitik aktuell Stellung zu nehmen. Aber die Begründung, mein Kollege habe nur mangelhaft geantwortet

    (Zuruf von der SPD: Sie waren nicht da!)

    — Sie haben recht: Ich war nicht da —, kann allein deshalb nicht stimmen, weil Sie die Aktuelle Stunde schon heute morgen angekündigt haben.

    (Zuruf von der CDU/CSU: So ist es!)

    Sie müssen ja hellseherische Fähigkeiten haben, wenn Sie heute morgen schon wußten, daß die mangelhafte Auskunft die Gelegenheit für die Aktuelle Stunde ist.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wenn der Parlamentarische Staatssekretär von 18
    gestellten Fragen nur vier Fragen beantworten
    kann, dann würde ich auch vorsichtig sein mit der Qualifikation „mangelhafte Beantwortung".

    (Egert [SPD]: Sie waren nicht da, Herr Bundesarbeitsminister! Sie müssen das Protokoll lesen!)

    — Verehrter Kollege Egert, allein die Logik befähigt mich zu sagen, daß Sie heute morgen nicht wissen konnten, was mein Kollege Vogt heute nachmittag sagt. Das ist allein Logik.

    (Beifall bei der CDU/CSU — Egert [SPD]: Das ist die Hellseherei, die dem Arbeitsminister nicht eigen ist!)

    — Herr Kollege Egert, gestatten Sie doch, daß ich meine Gedanken hier zusammenhängend vortragen kann. Sie haben j a Gelegenheit, wieder hierhin zu kommen, und vielleicht antworte ich wieder.
    Zum Thema Selbstbeteiligung: Vielleicht lassen wir die Drapierung dieses Wortes mit Schrecken; denn, meine Damen und Herren, Selbstbeteiligung ist doch keine Erfindung der CDU/CSU. Die Elemente der Selbstbeteiligung sind doch in Ihrer Regierungszeit sukzessiv ausgebaut worden. Das gilt sowohl für die Beteiligung an den Medikamenten — das war 1977 und 1982 — als auch für die Beteiligung beim Zahnersatz, 20 % zum 1. Juli 1977 — auch das war in Ihrer Regierungszeit — und für die Selbstbeteiligung bei kieferorthopädischen Maßnahmen

    (Dreßler [SPD]: Eine falsche Darstellung, Herr Minister!)

    — haben Sie die eingeführt, oder haben Sie sie nicht eingeführt? —,

    (Dreßler [SPD]: Eine falsche Darstellung!)

    20%ige Beteiligung bei kieferorthopädischen Maßnahmen! 1977 haben leider Gottes nicht wir regiert, sondern Sie.

    (Dreßler [SPD]: Diese Darstellung war falsch!)

    Nun zum Thema Krankenhaus. Meine Damen und Herren, lassen Sie uns doch auch da in aller Nüchternheit feststellen, daß hier sicherlich Handlungsbedarf besteht, damit die Kosten in Schach und Proportionen gehalten werden können. Nur, meine Damen und Herren, ich verstehe nicht ganz Ihre Hektik. Die Novelle, die Sie beschlossen haben, ist am 1. Juli dieses Jahres in Kraft getreten. Die Tinte ist noch nicht richtig trocken, da verlangen Sie schon die nächste Novelle. Diese Hektik wird die neue Bundesregierung nicht mitmachen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir machen Gesetze, wir novellieren, aber nur dann, wenn jeder Schritt solide abgesichert ist. Wir sind Handwerker, die keine Bruchbude bauen, sondern den nächsten Schritt auf ein Fundament solider Zusammenarbeit gründen.

    (Beifall bei der CDU/CSU — Zurufe von der SPD)

    Was die Finanzierungsfragen anbelangt: Auch in der Regierungserklärung kommt unsere Absicht zum Ausdruck, die Finanzierungsfrage neu zu re-
    8202 Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982
    Bundesminister Dr. Blüm
    gein, und vor allen Dingen unser Zweifel, ob das Mischsystem nicht auch Verantwortungen verwischt, unsere Absicht, diese Frage, natürlich nach guter Vorbereitung durch Gespräche mit den Ländern und allen Beteiligten, einer Neuordnung zuzuführen. Denn das, was wir machen, machen wir nicht wie ein Dieb in der Nacht, sondern vorbereitet durch Gespräche mit den Betroffenen. Überrumpelung gibt es bei einem Arbeitsminister Norbert Blüm nicht.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Im übrigen kann ich Ihren Ehrgeiz, Betten abzubauen, nur unterstützen. Das ist Ländersache. Vielleicht versuchen Sie es einmal in Nordrhein-Westfalen. Da gibt es noch viele Betten abzubauen, gibt es auf Ihrer Seite noch einen weiteren Beitrag zum Bettenabbau zu leisten.

    (Zuruf von der CDU/CSU: In Aachen!)

    Ich sehe schon, daß hier bereits einiges geleistet wurde.
    Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Krankenhaus sagen: Trotz knapper Finanzmittel, leerer Kassen — die wir im übrigen nicht zu verantworten haben — haben wir für 1983 zusätzlich 50 Millionen DM insbesondere für Krankenhausinvestitionen in unseren Haushaltsplanungen vorgesehen, weil wir wissen, daß es hier einen Bedarf gibt für Rationalisierung, auch für Energieeinsparung.
    Nur, lassen Sie uns auch die Frage des Krankenhauses nicht nur auf die Frage des Geldes reduzieren. Es geht auch darum, über die Strukturen des Krankenhauses überhaupt nachzudenken. Muß denn jeder Kranke, der im Krankenhaus landet, dort landen? Sollten wir nicht den Versuch unternehmen, auch der häuslichen Pflege wieder neue Chancen zu geben,

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    und zwar nicht allein aus Kostengründen, sondern auch aus Gründen der Humanität? Wir müssen nicht alles den großen Apparaten ausliefern, den großen Gesundheitsfabriken. Wir müssen die Familie stärken. Ich weiß, daß das mit Appellen allein nicht zu tun ist, daß wir die Familie unterstützen müssen durch Sozialstationen, in denen auch die häusliche Pflege nicht nur eine neue Wertschätzung, sondern auch finanzielle Unterstützung findet. Ich glaube, das kommt uns zu guter Letzt billiger, als wenn wir davon ausgehen, daß das Krankenhaus die bevorzugte Stelle ist, die Gesundheitsprobleme zu lösen. Diese Hoffnung sollten wir etwas relativieren.

    (Zuruf von der SPD: Selbstbeteiligung für 14 Tage!)

    Meine Damen und Herren, vielleicht sollten wir die Aktuelle Stunde auch benutzen, ein paar grundsätzliche Fragen zu klären. Ich glaube, wir müssen uns über die Frage unterhalten: Brauchen wir speziell auch in der Krankenversicherung mehr Staat
    oder weniger Staat? Vor diese Alternative gestellt, spreche ich mich für weniger Staat aus.

    (Zuruf von der SPD: Mit Selbstbeteiligung?)

    Das heißt nicht Privatisierung. Das ist ein Mißverständnis. Es heißt, daß die Kräfte der solidarischen Selbsthilfe gestärkt werden müssen.

    (Zuruf von der SPD: Mit Selbstbeteiligung!)

    Um die Position in der knappen Zeit hier zu beschreiben: Zwei Vorfahrtsregeln gelten für die Sozialpolitik dieser Bundesregierung. Die erste Vorfahrtsregel: Selbstverwaltung hat Vorfahrt vor Gesetzgebung. Und die zweite Vorfahrtsregel: freiwillig geht vor Zwang. Ich erkläre das zur Vorfahrtsregel. Das heißt nicht, daß der Staat und die Gesetzgebung Fahrverbot hätten, sondern daß der Staat zunächst der Selbstverwaltung die Chance geben will, aus eigener Kraft Probleme zu lösen. Dazu gehört Vertrauen.

    (Zuruf von der SPD: Zwangsabgabe!)

    Ich sehe auch in der Konzertierten Aktion ein Mittel, die Kooperation zwischen Staat und Selbstverwaltung auszubauen, ohne daß der Staat in die Rolle des Lehrmeisters kommt. Der Staat ist Partner der Selbstverwaltung und nicht der Befehlsgeber der Selbstverwaltung.

    (Sehr gut! bei der SPD)

    Wir haben nicht das altliberale Verständnis, daß er nur der Nachtwächter sei; nein, er ist der Ersatzmann. Dann, wenn die Kräfte der Selbstverwaltung überfordert sind, entspricht es auch dem Subsidiaritätsprinzip, daß der Staat als Hüter des Gemeinwohls der Gesamtverantwortung verpflichtet ist. Im übrigen glaube ich, meine Damen und Herren, daß alle Zwangsmaßnahmen in der großen Gefahr stehen, von den Betroffenen unterlaufen zu werden, und daß man versucht, sie zu umgehen. Deshalb setzt unsere Gesundheitspolitik auf die Vernunft, setzt auf die Selbständigkeit der Bürger. Wir haben mehr Vertrauen zu den Versicherten, zu den Bürgern als Sie, die Sie sie ständig mit Sanktionen belästigen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Ich betrachte es durchaus als Erfolg, daß sich die Ärzte zu einer halbjährigen Honorarpause bereit erklärt haben.

    (Zurufe von der SPD)

    Meine Damen und Herren, Sie führen Klage über das hohe Einkommensniveau der Ärzte. Also, wir übernehmen das hohe Einkommensniveau. Wir bauen darauf unsere Sozialpolitik auf. Wir beginnen nicht mit einem hohen Einkommensniveau. Zum zweiten muß ich sagen, wir wollen auch die Frage der Arzthonorare nicht mit Neidkomplexen irrationalisieren. Wir wollen auch in dieser Frage rational diskutieren.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Im übrigen gibt es hier keine Gefälligkeitspolitik.
    Die Regierung hat ihren Kurs, auch durch die Ge-
    Deutscher Bundestag — 9. Wahlperiode — 132. Sitzung. Bonn, Mittwoch, den 1. Dezember 1982 8203
    Bundesminister Dr. Blüm
    bührenordnung ärztliche Einkommen in Schach und Proportion zu halten, gegen alle Proteste durchgehalten. Wir sind keine Regierung, die Schlagseite hat. Wir ziehen unseren Kurs unbeeindruckt. Uns kann man nur mit Argumenten Eindruck machen. — Ich bedanke mich.

    (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)