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ID0819900200

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    Plenarprotokoll 8/199 Deutscher B Stenographischer Bericht 199. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag des Abg. Dr. Lauritzen 15819A Erweiterung der Tagesordnung . . . 15819A Abwicklung der Tagesordnung 15819 B Abweichung von den Richtlinien für die Fragestunde 15819 B Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung 15819 C Erste Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Verbesserung der Familienförderung — Drucksache 8/3143 — in Verbindung mit Erste Beratung des von der Fraktion der CDU/CSU eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Einführung eines Familiengeldes (Bundesfamiliengeldgesetz) — Drucksache 8/3443 — in Verbindung mit Erste Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über Familiengeld für Nichterwerbstätige (Familiengeldgesetz) — Drucksache 8/3577 — in Verbindung mit Beratung des Berichts der Sachverständigenkommission der Bundesregierung — Zusammenfassender Bericht — über die Lage der Familien in der Bundesrepublik Deutschland — Dritter Familienbericht — sowie Stellungnahme der Bundesregierung zu diesem Bericht — Drucksache 8/3120 — in Verbindung mit Beratung des Berichts der Sachverständigenkommission der Bundesregierung über die Lage der Familien in der Bundesrepublik Deutschland — Dritter Familienbericht - - Drucksache 8/3121 — Frau Huber, Bundesminister BMJFG . . 15822 B, 15908 B Frau Dr. Wex CDU/CSU 15825 C Fiebig SPD 15830 C Eimer (Fürth) FDP 15835 C Frau Männle CDU/CSU 15838 D Frau Dr. Czempiel SPD 15842 B Spitzmüller FDP 15844 C Dr. Schmude, Bundesminister BMBW . . 15849B Burger CDU/CSU 15853 A Kuhlwein SPD 15857 C II Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 Frau Geier CDU/CSU 15894 B Frau Dr. Balser SPD 15898 A Kroll-Schlüter CDU/CSU 15901 A Schmidt (Kempten) FDP 15905 B Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuß) zu dem Gesetz zur Änderung des Wohnungsbindungsgesetzes und des Zweiten Wohnungsbaugesetzes (Wohnungsbauänderungsgesetz 1980) — Drucksache 8/3596 — Vogel (Ennepetal) CDU/CSU 15880 C Henke SPD 15881 C Dr. Jahn (Münster) CDU/CSU 15883A Gattermann FDP 15884 C Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuß) zu dem Elften Gesetz zur Änderung des Viehseuchengesetzes — Drucksache 8/3597 — Schmidhuber, Staatsminister des Freistaates Bayern s 15885 C Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuß) zu dem Gesetz zur Änderung der Gewerbeordnung — Drucksache 8/3598 — Dürr SPD 15886 A Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuß) zu dem Gesetz über eine Volks-, Berufs- und Arbeitsstättenzählung (Volkszählungsgesetz 1981) — Drucksache 8/3601 — Dr. Schäfer (Tübingen) SPD 15886 C Broll CDU/CSU 15887 A Westphal SPD 15887 B Kleinert FDP 15888 B Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungsausschuß) zu dem Gesetz über die Statistik für Bundeszwecke (Bundesstatistikgesetz) — Drucksache 8/3602 — Dr. Schäfer (Tübingen) SPD 15888 D Beratung der Beschlußempfehlung des Ausschusses nach Artikel 77 des Grundgesetzes (Vermittlungssauschuß) zu dem Ersten Gesetz zur Änderung statistischer Rechtsvorschriften (1. Statistikbereinigungsgesetz) — Drucksache 8/3603 — Dr. Schäfer (Tübingen) SPD 15889 B Zweite Beratung des von der Fraktion der CDU/CSU eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Einkommensteuergesetzes — Drucksache 8/3104 — Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 8/3566 — Beschlußempfehlung und Bericht des Finanzausschusses — Drucksache 8/3502 - Frau Will-Feld CDU/CSU 15889 D Rapp (Göppingen) SPD . . . . . . . 15891 B Schleifenbaum FDP 15893A Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Dr. Hammans, Burger, Prinz zu Sayn-Wittenstein-Hohenstein, Braun, Frau Karwatzki, Dr. Reimers, Frau Geier, Frau Dr. Neumeister und Genossen und der Fraktion der CDU/CSU eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über den Beruf des Logopäden — Drucksache 8/741 — Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Jugend, Familie und Gesundheit — Drucksache 8/2185 — Jaunich SPD 15910 B Dr. Hammans CDU/CSU 15911 C Spitzmüller FDP 15913 C Engelhardt FDP 15914 D Zweite Beratung und Schlußabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 30. November 1978 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Nachlaß-und Erbschaftsteuern — Drucksache 8/3224 — Beschlußempfehlung und Bericht des Finanzausschusses — Drucksache 8/3578 — 15915 C Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Vertrag vom 4. April 1979 zwischen der Bundesrepublik Deuschland Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 III und der Föderativen Republik Brasilien über den Seeverkehr — Drucksache 8/3553 — 15915 D Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Übereinkommen Nr. 142 der Internationalen Arbeitsorganisation vom 23. Juni 1975 über die Berufsberatung und Berufsbildung im Rahmen der Erschließung des Arbeitskräftepotentials — Drucksache 8/3550 — 15915 D Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Europäischen Übereinkommen vom 24. April 1967 über die Adoption von Kindern — Drucksache 8/3529 — . . . . . . . 15915 D Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Arbeit und Sozialordnung zu dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Burger, Geisenhofer, Braun, Frau Hürland, Hasinger, Dr. Bekker (Frankfurt), Kroll-Schlüter, Frau Karwatzki, Dr. Hammans, Dr. Möller, Bühler (Bruchsal), Dr. Reimers, Höpfinger, Dr. George, Müller (Berlin), Picard, Dr. Hornhues, Weber (Heidelberg) und der Fraktion der CDU/CSU zur Beratung der Großen Anfrage der Abgeordneten Burger, Geisenhofer, Braun, Frau Hürland, Franke, Frau Dr. Neumeister, Müller (Remscheid), Frau Berger (Berlin), Vogel (Ennepetal), Dr. Reimers, Dr. George, Kroll-Schlüter, Hasinger, Dr. Hammans, Bühler (Bruchsal), Frau Geier, Frau Schleicher, Müller (Berlin), Dr. Becker (Frankfurt), Regenspurger, Biehle, Dr. Möller, Dr. Stark (Nürtingen), Wimmer (Mönchengladbach), Dr. Jenninger, Köster und der Fraktion der CDU/CSU Lage der Behinderten und Weiterentwicklung der Rehabilitation — Drucksachen 8/2560, 8/3404 — Frau Hürland CDU/CSU 15916B Glombig SPD 15918A Hölscher FDP 15919 C Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Wirtschaft zu der zustimmungsbedürftigen Verordnung der Bundesregierung zur Änderung des Deutschen Teil-Zolltarifs (Nr. 18/79 — Zollkontingent für Walzdraht — 2. Halbjahr 1979) — Drucksachen 8/3261, 8/3559 — . . . 15920A Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Innenausschusses zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vorschlag einer Richtlinie (Euratom) des Rates zur Abänderung der Richtlinien, mit denen die Grundnormen für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung und der Arbeitskräfte gegen die Gefahren ionisierender Strahlen festgelegt wurden — Drucksachen 8/2967, 8/3491 — . . . 15920B Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Innenausschusses zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vorschlag eines Beschlusses des Rates zur Festlegung eines Fünfjahresforschungs- und Ausbildungsprogramms (1980 bis 1984) der Europäischen Atomgemeinschaft auf dem Gebiet Biologie — Gesundheitsschutz (Strahlenschutzprogramm) — Drucksachen 8/2781 Nr. 30, 8/3492 — 15920 B Fragestunde — Drucksache 8/3573 vom 18.01. 1980 — Förderung der Gewinnung neuer Energien und Erforschung neuer Energietechniken durch Schaffung eines Nationalpreises MdlAnfr A61 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Voss CDU/CSU Antw PStSekr Stahl BMFT . . . 15862 A, B, C, D ZusFr Dr. Voss CDU/CSU 15862B, C ZusFr Kolb CDU/CSU 15862 C ZusFr Stockleben SPD 15862 D Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Regelungstechnik bei Hausheizungen MdlAnfr A62 18.01.80 Drs 08/3573 Kolb CDU/CSU MdlAnfr A63 18.01.80 Drs 08/3573 Kolb CDU/CSU Antw PStSekr Stahl BMFT . . . . 15863 A, B, D ZusFr Kolb CDU/CSU 15863 D ZusFr Dr. Voss CDU/CSU 15863 A Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Nutzung der Erdwärme MdlAnfr A64 18.01.80 Drs 08/3573 Stockleben SPD MdlAnfr A65 18.01.80 Drs 08/3573 Stockleben SPD Antw PStSekr Stahl BMFT . . . . 15864A, B, C ZusFr Stockleben SPD 15864B, C Rückgang der Zahl der aus der UdSSR und Rumänien ausreisenden Deutschen MdlAnfr A18 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Hupka CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15864D, 15865 B ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU 15865A,B IV Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 Entlassung politischer Häftlinge vor Beginn des KSZE-Nachfolgetreffens in Madrid im Sinne der Resolution Nr. 89 der Nordatlantischen Versammlung MdlAnfr A66 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Hupka CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15865C, D, 15866 A, C, D, 15867A, B ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU 15865C, D ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 15866A ZusFr Breidbach CDU/CSU 15866B, C ZusFr Dr. Voss CDU/CSU 15866 D ZusFr Wissmann CDU/CSU 15867 A ZusFr Becker (Nienberge) SPD 15867 B Nichterteilung von Einreisevisen durch Schließung der deutschen Botschaft in Moskau in der Zeit vom 21. bis 27. Dezember 1979 sowie Nachteile für die Betroffenen MdlAnfr A67 18.01.80 Drs 08/3573 Walther SPD MdlAnfr A68 18.01.80 Drs 08/3573 Walther SPD Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15867C ZusFr Walther SPD 15867 D Formulierung der Berlin-Klausel in Abkommen und Verträgen mit anderen Staaten entsprechend der Fassung im Gegenentwurf der Sozialistischen Republik Vietnam zu einem Rahmenabkommen über technische Zusammenarbeit MdlAnfr A69 18.01.80 Drs 08/3573 Hoffmann (Saarbrücken) SPD MdlAnfr A70 18.01.80 Drs 08/3573 Hoffmann (Saarbrücken) SPD Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15867D, 15868A, B, C ZusFr Hoffmann (Saarbrücken) SPD . 15868A,B ZusFr Roth SPD 15868 B ZusFr Frau Erler SPD 15868 C Interessen der Bundesrepublik Deutschland auf der III. VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A71 18.01.80 Drs 08/3573 Kittelmann CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15868D, 15869D, 15870 A, B, C ZusFr Kittelmann CDU/CSU . 15869 C, D, 15870A ZusFr Dr. Wittmann (München) CDU/ CSU 15870A ZusFr Dr. von Geldern CDU/CSU . . 15870B ZusFr Grunenberg SPD 15870 C Stellungnahme der Bundesregierung zu dem vorliegenden Konventionsentwurf der III. VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A72 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Narjes CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15870D, 15871 A, B, C ZusFr Dr. Narjes CDU/CSU . . 15870D, 15871A ZusFr Grunenberg SPD 15871 B ZusFr Kittelmann CDU/CSU 15871 B Akzeptierung des der III. VN-Seerechtskonferenz gegenwärtig vorliegenden Konventionsentwurfs als einziger Diskussionsgrundlage MdlAnfr A73 18.01.80 Drs 08/3573 Kittelmann CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15871D, 15872 A, B, D, 15873A ZusFr Kittelmann CDU/CSU . . 15871D, 15872 B ZusFr Grunenberg SPD 15872 C ZusFr Ewen SPD 15872D ZusFr Dr. von Geldern CDU/CSU . . 15873A Einschränkung der Freiheit der Meere vor Abschluß der III. VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A74 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. von Geldern CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15833B, C ZusFr Dr. von Geldern CDU/CSU . . 15873B ZusFr Grunenberg SPD 15873B ZusFr Kittelmann CDU/CSU 15873 C Regelung des Meerengenregimes auch für die Ostseezugänge MdlAnfr A75 18.01.80 Drs 08/3573 Sick CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15873C, D ZusFr Sick CDU/CSU 15873D Grund für die Nichtbeteiligung der Bundesrepublik an der Arbeitsgruppe „Festlandsockelfragen" der VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A76 18.01.80 Drs 08/3573 Sick CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . 15834 A, B, C ZusFr Sick CDU/CSU 15874 B ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 15874C Verzicht auf Änderungsvorschläge auf der III. VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A77 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Köhler (Wolfsburg) CDU/CSU Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 V Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15874C,D 15875 A ZusFr Dr. Köhler (Wolfsburg) CDU/CSU 15874D, 15875A Zeitraum zwischen Unterzeichnung und Inkrafttreten einer Konvention MdlAnfr A79 18.01.80 Drs 08/3573 Kunz (Berlin) CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15875B ZusFr Kunz (Berlin) CDU/CSU 15875 B Konsequenzen aus der öffentlichen An-honing des Auswärtigen Ausschusses und des Ausschusses für Wirtschaft im Dezember 1977 MdlAnfr A80 18.01.80 Drs 08/3573 Kunz (Berlin) CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15875 C, D, 15876 A, B, D ZusFr Kunz (Berlin) CDU/CSU 15875 C ZusFr Grunenberg SPD 15875 D ZusFr Dr. von Geldern CDU/CSU . . 15875D ZusFr Dr. Narjes CDU/CSU 15876 B ZusFr Kittelmann CDU/CSU 15876 C Änderung der Verhandlungsziele auf dem Gebiet des Tiefseebergbaus MdlAnfr A81 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Hornhues CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15876D, 15877 A ZusFr Dr. Hornhues CDU/CSU . . . 15877A ZusFr Grunenberg SPD 15877 A Konsequenzen aus der Tatsache, daß seit Beginn der III. VN-Seerechtskonferenz große Kohlenwasserstoffvorkommen bekanntgeworden sind MdlAnfr A82 18.01.80 Drs 08/3573 Breidbach CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15877B ZusFr Breidbach CDU/CSU 15877 B Recht des Zugangs der Internationalen Meeresbodenbehörde und der Staaten zu den Ressourcen des Meeresbodens MdlAnfr A83 18.01.80 Drs 08/3573 Amrehn CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15877C ZusFr Amrehn CDU/CSU 15877 C Unterrichtung des zuständigen Ausschusses über die Beratungen zwischen Präsident Carter und Bundeskanzler Schmidt zum Thema III. VN-Seerechtskonferenz MdlAnfr A86 18.01.80 Drs 08/3573 Broll CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15877D, 15878A,B,C ZusFr Broll CDU/CSU . . . . 15877D, 15878A ZusFr Kittelmann CDU/CSU 15878A,B ZusFr Grunenberg SPD 15878C ZusFr Dr. von Geldern CDU/CSU . . 15878C Beschränkung der Produktionsmenge zur Aufrechterhaltung eines künstlichen Preisniveaus MdlAnfr A88 18.01.80 Drs 08/3573 Amrehn CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15878D Begünstigung der Landproduzenten mineralischer Rohstoffe gegenüber den Tiefseebergbaubetreibenden Staaten durch Rohstoffkontrollbefugnisse der Internationalen Meeresbodenbehörde MdlAnfr A89 18.01.80 Drs 08/3573 Breidbach CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15878D, 15879A ZusFr Breidbach CDU/CSU 15879A Daten- und Technologietransfer an die Internationale Meeresbodenbehörde und an die Entwicklungsländer als Bedingung für die Vergabe von Bergbauberechtigten MdlAnfr A90 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Hoffacker CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15879B Einführung eines Minderheitenschutzes bei den Entscheidungen der Internationalen Meeresbodenbehörde MdlAnfr A91 18.01.80 Drs 08/3573 Höffkes CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 15879B,C ZusFr Höffkes CDU/CSU 15879B ZusFr Breidbach CDU/CSU 15879C Gerichtliche Überprüfbarkeit der Entscheidungen der Internationalen Meeresbodenbehörde MdlAnfr A92 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Wittmann (München) CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15879C Bewerbung der Bundesrepublik Deutschland Um einen Sitz im Rat der Internationalen Meeresbodenbehörde MdlAnfr A93 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Hornhues CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15879D VI Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 Nationalisierung weiter Teile noch verbleibender Meeresressourcen MdlAnfr A94 18.01.80 Drs 08/3573 Dr. Narjes CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 15879D, 15880A, B ZusFr Dr. Narjes CDU/CSU 15879 D ZusFr Kittelmann CDU/CSU 15880 B ZusFr Frau Erler CDU/CSU 15880 B Nächste Sitzung 15920 D Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . 15921* A Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 199. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 24. Januar 1980 15819 199. Sitzung Bonn, den 24. Januar 1980 Beginn: 9.00 Uhr
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    Anlage zum Stenographischen Bericht Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Dr. Aigner * 25. 1. Alber *** 25. 1. Dr. Bangemann 25. 1. Dr. Barzel 25. 1. Dr. Bayerl 25. 1. Frau von Bothmer *** 25. 1. Erpenbeck 25. 1. Fellermaier * 25. 1. Frau Dr. Focke * 25. 1. Haberl 25. 1. Handlos 25. 1. Hansen 25. 1. von Hassel *** 25. 1. Dr. Jahn (Braunschweig) 25. 1. Katzer 24. 1. Dr. Klein (München) • 25. 1. Klinker 25. 1. Landré 25. 1. Lange * 25. 1. , Liedtke 25. 1. Dr. Pfennig * 25. 1. Schedl 24. 1. Frau Schleicher * 25 1. Dr. Schwencke (Nienburg) 25. 1. Dr. Steger 24. 1. Frau Tübler 25. 1. Wawrzik * 24. 1. Weber (Heidelberg) 25. 1. * für die Teilnahme an Sitzungen des Europäischen Parlaments ** für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung des Europarates *** für die Teilnahme an Sitzungen der Westeuropäischen Union
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    Rede von Antje Huber


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir haben heute in verbundener Debatte vier Punkte zu behandeln. Ich möchte zuerst zum Dritten Familienbericht Stellung nehmen, den die Bundesregierung heute morgen einbringt.
    Der Bericht hat 218 Seiten und stellt den Versuch einer erneuten Situationsanalyse mit entsprechenden Schlußfolgerungen dar. Um es vorweg zu sagen: Das Thema Familienpolitik ist zu wichtig, um es mit Spiegelfechtereien auszutragen. Ich wünsche mir, daß die Meinungen von Sachverständigen nicht erneut mit denen der Bundesregierung gleichgesetzt werden und daß wir nicht wieder darüber reden, ob die Regierung bzw. die Koalition grundsätzlich familienfeindlich sei. Es kann auch nicht darum gehen, Einzelmeinungen aus Wissenschaft und öffentlicher Diskussion so aufzuwerten, als stellten sie eine wirkliche Gefahr für die Wertschätzung der Familie dar, über die, so glaube ich, wir nicht streiten müssen.
    Der Ihnen vorliegende Dritte Familienbericht hat seine Berechtigung, und das nicht nur, weil er von unabhängigen Sachverständigen auf Wunsch des Parlaments erstellt worden ist. Wenn Politik immer und zu allen Zeiten zur Zielsetzung hat, Probleme zu lösen, so ist das Aufzeigen der derzeitigen Probleme legitim, nötig und hilfreich. Wie immer der Bericht auch aussehen mag, möchte keine Regierung, kein Parlament auf Überblick, Rat und Meinung verzichten, was ja noch nicht Deckungsgleichheit in allen Auffassungen bedeutet.
    Im Dritten Familienbericht haben sich die Sachverständigen sehr um Differenzierung bemüht. Um ihn zu beurteilen, muß man ihn gründlich lesen. Die Sachverständigen wollten den ihnen wichtig erscheinenden Problemen sorgfältig auf den Grund gehen. Sie wollten — das haben sie ausdrücklich auch öffentlich betont — mit ihrer Argumentation nicht parteipolitisch benutzt werden.
    Liest man sich in den Bericht ein, so finden sich beachtliche positive Aussagen, etwa auf Seite 45, wo von der Verbesserung der allgemeinen Wohnungssituation die Rede ist, und auf Seite 48 wird die sehr wesentliche Aussage gemacht, daß wirkliche Armut auch im Bereich der unterdurchschnittlichen Familieneinkommen sich nicht mehr als Massenerscheinung zeigt, sondern daß hier vielmehr ein Auseinanderfallen individueller Vorstellungen von einem angemessenen Lebensstandard und dem auf der Basis des eigenen Leistungsvermögens zu realisierenden Lebensniveau in den Vordergrund getreten ist.
    Die Sachverständigen teilen auf Seite 42 z. B. die Ansicht, der „Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung", die feststellt:
    Bei genereller Betrachtung kommt man damit zu dem Schluß, daß die privaten Haushalte in der Bundesrepublik inzwischen einen Lebensstandard erreicht haben, bei dem der Slogan „Wohlstand für alle" sicherlich noch nicht für jeden, aber doch für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Wirklichkeit geworden ist. Der Verbraucher des Jahres 1977 hat keinen ausgeprägten Konsumhunger mehr.
    Die vielseitigen Ausführungen zum Bildungsbereich, zu denen Herr Kollege Schmude noch sprechen wird, machen trotz mancher und sicherlich nicht überall unberechtigter Kritik an mangelnder Überschaubarkeit, Koordination und Familienbezogenheit der Bildung die Fülle des Angebots und auch der Chancen deutlich, die die Kinder früherer Generationen nicht hatten. Es wird besonders betont, daß Mädchen — zumindest zu Beginn der Schulkarriere — gleichgezogen haben. Außerdem



    Bundesminister Frau Huber
    weist der Bildungsteil hier eindeutig auf die Zuständigkeit der Länder hin.
    Daß gleichzeitig der Wohnungsmarkt für große, materiell nicht besonders bevorzugte Familien Probleme mit sich bringt, ist sicherlich ein zentrales Problemfeld für viele Familien. Das unterstreichen auch wir. Es ist auch unsere Erkenntnis, daß hier ein Aufgabenfeld liegt. Die neue Wohngeldnovelle will dem ja dienen.
    Auch wird nicht bestritten, daß der Lebensstandard einer Familie, deren Einverdienereinkommen für viele Köpfe reichen muß, vergleichsweise niedriger ist. Gerade deswegen wurde ja vor einem Jahr das Kindergeld für große Familien deutlich angehoben. Auch der geplante steuerliche Kindergrundfreibetrag wird sich hier nächstes Jahr günstig auswirken.

    (Broll [CDU/CSU]: Doppelverdiener!)

    Die Tabellen, die der Dritte Familienbericht umfaßt, sind allerdings meistens aus dem fahre 1973 und daher sehr überholt, gerade im Hinblick auf Kindergeld, Wohngeld, Ausbildungsförderung, nicht zu sprechen von dem noch nicht so lange verabschiedeten Mutterschaftsurlaub, den Unterhaltsvorschußkassen und mehreren Steueränderungsgesetzen. Heute ist die Aussage nicht mehr richtig, daß Familien im Vergleich zu kinderlosen Ehepaaren in ihrer ökonomischen Situation immer mehr absinken. Die Bundesregierung hat bereits in ihrer Stellungnahme zum Dritten Familienbericht betont, daß nach Berechnungen des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit auf der Grundlage des durchschnittlichen Arbeitnehmereinkommens das verfügbare Einkommen von Familien mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Ehepaaren zwischen 1973 und 1978 stärker angestiegen ist.
    Es ist aber natürlich legitim, wenn eine mit Familienfragen befaßte Kommission mehr und Besseres verlangt, als die Politik auf allen Gebieten gleichzeitig leisten kann: mehr Transferleistungen, mehr steuerliche Gerechtigkeit, bessere Lösungen beim Ehegattensplitting, auch Elternurlaub usw.
    Ich stimme mit der Kommission darin überein, daß die Rangordnung der Familienpolitik hoch veranschlagt werden muß. Es erscheint mir dagegen nicht Aufgabe der Regierung zu sein, Leitvorstellungen über die Bevölkerungsentwicklung zu erstellen.

    (Beifall bei der SPD — Broll [CDU/CSU]: Falsch!)

    Kinderwünsche sind Angelegenheit der Privatsphäre. Sie erwachsen aus rein persönlichen Wert- und Glücksvorstellungen, für die die eigene materielle Situation und sicher auch das gesellschaftliche Klima von Bedeutung sind, wenn auch nicht von ausschließlicher Bedeutung. Der Bericht hebt z. B. hervor, wie wichtig die Wirkung der Einstellung der Elterngeneration für Kinderentscheidungen ist. Er weist auf die vielschichtigen Zusammenhänge hin, die das generative Verhalten bestimmen, wie auch auf die Tatsache, daß bei solchen Entscheidungen gesellschaftliche Auswirkungen in aller Regel nicht
    mitbedacht werden, geschweige denn motivieren. Die positiven neuen Zahlen über die Geburtenentwicklung 1979, an die ich keineswegs neue Hochrechnungen knüpfen möchte, zeigen nur, wie unsicher Schätzungen auf diesem Gebiet sind. Gerade das haben wir hier früher immer gesagt.
    Einer der Sachverständigen, Professor Schubnell, hat in einer Pressekonferenz schon letzten Sommer gesagt, daß die Prognosen zur Bevölkerungspolitik nichts anderes seien als „wissenschaftlich begründete Spekulation". Er sieht in der Bevölkerungsentwicklung keinen Grund zur Sorge. Ein Bevölkerungsrückgang, so sagte er, werde Entspannung und Humanisierung unseres Alltags bewirken. Das wiederum könne zur Stabilisierung des Geburtentrends und auch zu wieder höheren Geburtenziffern führen.

    (Hasinger [CDU/CSU]: Identifizieren Sie sich damit?)

    Diese Aussage paßt allerdings nicht zu der Schlußfolgerung, die der Bericht im Kapitel „Soziale Sicherung und Altersstruktur" zieht. Trotz Einbeziehung von Faktoren wie Lohnhöhe, Beschäftigungsquote usw. wird hier die Besorgnis ausgedrückt, daß eine ähnlich gute Altersversorgung wie heute möglicherweise später nicht mehr gewährleistet sei. Im gleich anschließenden Kapitel über die Wirtschaftsentwicklung wird dagegen wegen der Arbeitsproduktivität, d. h. unserer technischen Entwicklung, auch bei Geburtenrückgang kein Pessimismus ausgedrückt. Der Zusammenhang dieses Punktes mit dem vorherigen Punkt ist, so scheint mir, wohl ein bißchen zu kurz gekommen.
    Auch bei kleinerer Wachstumsrate, so sagen die Sachverständigen, könne nichts Negatives über die Wohlstandsentwicklung gesagt werden, sofern das Pro-Kopf-Einkommen nicht weniger stark wachse. Das sei bei schrumpfender Bevölkerung keineswegs ohne weiteres der Fall.
    Bei den gesellschaftlichen Auswirkungen, so sagen die Sachverständigen, könne bei wachsendem Anteil der Älteren ein Trend zu mehr konservativer Haltung entstehen, doch sei der Einfluß der Alten auch hier nicht zu überschätzen. Dem ist sicher zuzustimmen.
    Daß die veränderte Lebensweise die Zahl der Geburten beeinflußt hat, ist unter uns allen unbestritten, dennoch ist die Feststellung interessant, daß in der Bundesrepublik relativ noch nie so viel verheiratete Menschen lebten wie heute. In den mittleren Altersgruppen sind 90 % aller Männer und Frauen verheiratet. Gerade heute morgen konnte man in der Zeitung überdies eine Notiz lesen über den Heiratsboom 1979.

    (Dr. Becker [Frankfurt] [CDU/CSU]: Das liegt an den geburtstarken Jahrgängen!)

    Soweit die Zahlen für 1979 vorliegen, d. h. für elf Monate, sind 38 000 Eheschließungen erfolgt. Das sind 6,3 % mehr als im Vergleichszeitraum 1978. Auch wenn man die Jahrgangsstärken berücksichtigt, ergibt sich doch eine relative Steigerung. Dies alles



    Bundesminister Frau Huber
    sollte vielleicht ein wichtiger Hinweis für jene sein, die überall Abkehr von der Familie vermuten.
    Ein wichtiges Thema — auch für die Altersgruppen, von denen ich gerade gesprochen habe — ist die verstärkte Teilnahme der Frau am Berufsleben. Der Bericht widmet dieser Frage etliche Passagen. Er bestätigt den auch von uns konstatierten Trend zu mehr Berufstätigkeit von Frauen und Müttern trotz nach wie vor noch unpopulärer Rolle des „Hausmannes". Der Mann, so stellen die Sachverständigen fest, wird nicht nach der Aufteilung seiner Zeit für Erwerbstätigkeit und Haushaltsführung gefragt, bestenfalls nach der Verwendung seiner Freizeit. „Niemand fragt den Ehemann nach Motiven für seine Erwerbsarbeit." 'Das sind Feststellungen, über die Frauen heute nachdenken.
    Die Sachverständigen sagen auf Seite 33, daß der zeitweilige oder dauerhafte Verzicht eines Ehepartners — meist der Frau — auf Erwerbstätigkeit zwar hoffen lasse, daß Kinder gut versorgt würden, eine Garantie dafür gebe es aber nicht. Solche Entscheidungen könnten — hier zitiert der Bericht einer Untersuchung —, wenn sie vor allem von der Frau nicht voll mitgetragen würden, eine erhebliche Belastung des Familienlebens darstellen:
    Mit ihrer Rolle unzufriedene Familienhausfrauen tun sich am schwersten bei der Erziehung ihrer Kinder, und auch die Partnerbeziehung läßt sich in diesen Familien nicht von vornherein leichter entfalten.
    Die Sachverständigen setzen, genau wie auch ich es das letzte Mal hier betont habe, Emanzipation nicht mit Erwerbstätigkeit gleich, aber sie sagen, daß der Sozialisationsweg der nachwachsenden Frauengeneration kaum noch auf das Lebenskonzept der Familienhausfrau mit seinen Verzichtsleistungen und Unsicherheiten ausgerichtet ist. Sie sagen in einem späteren Kapitel auch, daß den Wünschen der Frau bei der Familienplanung jetzt größeres Gewicht zukommt und daß den Ehepaaren durch die öffentliche Diskussion jetzt viel deutlicher wird, welche Alternativen ihre Lebensplanung bieten kann. Solche Aussagen bekräftigen meiner Meinung nach die These, daß die Politik hier nicht nach einfachen althergebrachten Konzepten verfahren kann, sondern trotz unterschiedlichen gruppenspezifischen Verhaltens, das im Bericht auch dargelegt ist, neue Wege suchen muß.
    Der Bericht widmet einen Abschnitt auf Seite 64 einem Thema, das in den letzten Jahren vielleicht zu wenig Beachtung gefunden hat. Haushalten, sagt er, müsse gelernt werden, und dies sei in der Wohlstandsgesellschaft keineswegs bedeutungsloser geworden. Es sei uns keineswegs angeboren, Lebensqualitäten abzuschätzen, Handlungsspielräume einzuschätzen, Alternativen auf Wirkungen und Kosten vergleichend zu untersuchen und mit den verfügbaren Ressourcen ökonomisch umzugehen. Dem ist zuzustimmen, und zuzustimmen ist auch der Feststellung, daß heute mehr Information und Rat für die Daseinsvorsorge nötig ist. Das ist gemeint, wenn wir hier so oft z. B. von mehr Elternbildung reden. Fehlentwicklungen sind hier aber nicht allein dem Staat anzulasten, denn Informationsangebote
    müssen auch genutzt werden. Ich stimme auch der an anderer Stelle erhobenen Forderung des Berichts zu, daß mehr Forschung für den Familienbereich nötig ist.
    In Kapitel 7 beschäftigt sich der Bericht mit den ausländischen Familien, die keine „Gastarbeiterfamilien" mehr sind. Ihre besonderen Probleme — geringe berufliche Qualifikation, Wohnungssorgen, Anpassungsprobleme der Familien und der Kinder, Schul- und Arbeitsplatzsorgen besonders der nachwachsenden Generation — sind lösungsbedürftig. Gleichzeitig soll die nationale Eigenständigkeit erhalten bleiben, was zu erreichen bisher nur in wenigen Modellen versucht wird. Die Bundesregierung wird sich im März mit diesem wichtigen Thema befassen, das natürlich auch Länder und Gemeinden angeht.
    Zuzustimmen ist dem Satz im Schlußkapitel des Berichts, daß der Familie keine Belastungen zugemutet werden sollen, die sie nicht tragen kann. Wir haben hier in mancherlei Zusammenhängen über ökonomische und über nicht-materielle Hilfen — ich erinnere z. B. an das Thema „Jugendhilfe" — lange gesprochen. Öffentliche Hilfen sollen und dürfen andererseits nicht zu einer Entmündigung der Familie bei der Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Aufgaben führen. Auch das ist unsere Meinung.
    Ich begrüße es, daß im Schlußkapitel auch ein deutlichesWort zu der Notwendigkeit gesagt wird, besonders Konfliktsituationen von Müttern zu mindern, und zwar nicht durch Zurückdrängen von Wohlstandsmotiven und durch Ausschaltung des Wunsches nach beruflicher Integration dergestalt, daß nur die Mutterschaft gesellschaftlich aufgewertet wird, aber, so der Bericht, auch nicht auf dem umgekehrten Wege der einseitigen Stärkung von Berufswünschen und Wohlstandswünschen auf Kosten der Kinder. Auch dem stimme ich zu.
    Ich kann in der hier gebotenen Kürze nicht auf alle Punkte des Berichts eingehen. Viele kritische Anmerkungen wären eine lange Diskussion wert. Unbeschadet aller Kritik möchte ich jedoch den Sachverständigen für ihre eingehende Arbeit und für ihr Engagement, das man darin spüren kann, herzlich danken.
    Zu den anderen Vorlagen ist zu sagen, daß der Bundesratsentwurf auf Drucksache 500/79 und der Oppositionsentwurf zur Einführung eines Familiengeldes deckungsgleich sind. Es handelt sich hier um jene 500 DM, die sechs Monate lang an Mütter gezahlt werden sollen, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Ich habe viel Verständnisfür die finanzielle Belastung insbesondere junger Familien, die sich auf ein oder mehrere Kinder einstellen müssen. Jedoch sollten staatliche Hilfen nicht mit der Auflage verbunden sein, für diese Summe einen Arbeitsplatz aufzugeben — mit all der Unsicherheit, ohne Kündigungsschutz nachher wieder Anschluß suchen zu müssen. Auf diese Weise wird die Wahlfreiheit, um die es uns ja geht, sicherlich nicht hergestellt; das ist vielmehr eher ein Versuch, den Frauen die Berufstätigkeit abzukaufen. Wir stimmen nur einer Leistung zu, wir könnten nur einer Leistung zu-



    Bundesminister Frau Huber
    stimmen, die nicht an solche Auflagen geknüpft ist.
    Der Bundesrat hat mit seinem Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Familienförderung ferner ein Bündel anderer Vorschläge unterbreitet. Die Ausweitung des Anspruchs auf Haushaltshilfe für Haushalte, in denen ein Kind unter zwölf Jahren lebt, würde allein die gesetzliche Krankenversicherung ungefähr 50 Millionen DM kosten. Dazu kämen die Aufwendungen der Rentenversicherung für Rehabilitation. Die Ausdehnung des Arbeitsfreistellungs- und Krankengeldanspruchs von fünf auf zehn Tage bei Erkrankung eines Kindes würde ebenfalls zu einer Mehrbelastung der gesetzlichen Krankenkassen führen, zumal auch hier die Altersgrenze auf zwölf Jahre angehoben werden soll. So verständlich diese Wünsche sind, meine Damen und Herren — ich verkenne nicht, daß das sehr verständliche Wünsche sind —: Die Bundesregierung sieht die Schwerpunkte der Weiterentwicklung des Leistungsrechts der gesetzlichen Krankenkassen jetzt nicht in diesen Änderungen, sondern z. B. in der Verbesserung der häuslichen Krankenpflege. Es ist beabsichtigt, Haushaltshilfen durch Satzungsregelung der Krankenkassen in den Fällen zu gewähren, in denen Krankenhauspflege nicht in Anspruch genommen wird.
    Was den dritten Punkt dieses Entwurfs angeht, nämlich Wohnflächengrenzen im öffentlich geförderten oder steuerbegünstigten Wohnungsbau den familienpolitischen Bedürfnissen anzupassen, so ist sich die Bundesregierung in der Zielsetzung mit dem Bundesrat einig. Da die durchschnittlichen Wohnflächen trotz Zunahme bei den einzelnen Wohnungsarten aber noch deutlich unter den gesetzlichen Förderungsgrenzen liegen, ist hier ein generelles Bedürfnis zur Zeit nicht zu erkennen. Die Einzelregelungen nach § 39 Abs. 2 des Wohnungsbaugesetzes lassen im übrigen auch schon jetzt eine flexiblere Handhabung zu. Im Eigenheimbau hat sich die Situation durch Nichtanrechnung von Hobbyräumen, ausgebauten Kellerräumen usw. verbessert. Bei Familienheimen mit zwei Wohnungen dagegen hält die Bundesregierung eine Erhöhung der Wohnflächengrenze von 180 auf 200 Quadratmeter für geboten, damit die zweite, zum Vermieten bestimmte Wohnung mindestens 70 Quadratmeter groß werden kann. Ausnahmeregelungen zur Überschreitung der Wohnflächengrenzen nach § 82 sind in manchen Fällen sicher erwünscht, kommen aber wegen der hohen Grundstücks- und Baupreise wohl nur in seltenen Fällen wirklich in Frage.
    Zu § 7 b schließlich hat die Bundesregierung einen Bericht vorgelegt. Hier sollen bei Umstellung auf ein neues Fördersystem Familien stärker berücksichtigt werden; auch dies ist geboten. Die Diskussion über die Umstellung sollte jedoch abgewartet werden.
    Zusammenfassend möchte ich zu den von der Opposition bzw. dem Bundesrat eingebrachten Gesetzesvorlagen sagen: Es lassen sich natürlich noch viele Verbesserungen für Familien denken, mehr, als man auf einmal finanzieren kann. Die Bundesregierung hat die materielle Situation der Familien
    seit 1970 Schritt für Schritt verbessert. Die Leistungen für die Familien stiegen — in absoluten Zahlen — von 1970 bis 1978 von 32,3 auf 60,5 Milliarden DM.

    (Beifall bei der SPD)

    Diese Zahlen können sich sehen lassen. Sie sind auch nicht das Ende der familienbezogenen und familienentlastenden Politik, wie Sie aus den Ankündigungen der für nächstes Jahr vorgesehenen Verbesserungen wissen.

    (Beifall bei der SPD)



Rede von Richard Wurbs
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (FDP)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)
Das Wort hat Frau Abgeordnete Dr. Wex.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Helga Wex


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)

    Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben hier heute den Dritten Familienbericht zu diskutieren. Er beweist die schwierige Lage der Familien in unserer Zeit und zeigt, wie gering der Stellenwert ist, den die Familienpolitik in der Bundesrepublik hat.

    (Hasinger [CDU/CSU]: Leider wahr!)

    Es hat, glaube ich — es möge mir jemand widersprechen, der länger in diesem Parlament ist —, noch niemals einen von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Bericht gegeben, der die Politik der Opposition so umfassend bestätigt wie dieser Familienbericht.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Ich denke, es wäre gut gewesen, wenn etwas von der Betroffenheit, die aus diesem Familienbericht — auch in der Kritik an der Bundesregierung — spricht, au ch in der Rede der Ministerin zum Ausdruck gekommen wäre. Nichts von dieser Betroffenheit, nichts von dem Hintergrund, auf dem sich diese Familienpolitik und diese Debatte heute bewegen, ist durchgeschlagen. Was muß denn im Jahre 1980 eigentlich noch passieren angesichts einer Situation, in der wir so viele Drogentote haben, in der wir so viele Kinderselbstmorde haben? Ist es denn nicht möglich, daß die Bundesregierung die Chance eines freien Parlaments und eines freien Staates dazu nutzt, auch einmal einen Irrtum zuzugeben, den Irrtum einer ganzen Richtung in der Familienpolitik?

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Natürlich hat Frau Huber das Recht, sich in dieser Auseinandersetzung etwas zu wünschen. Aber wir sind hier nicht dazu da, Wünsche zu erfüllen, sondern vor allem dazu, Politik zu machen. Das Fehlen einer Politik ist auch eine Aussage; denn darin, was Sie, Frau Huber, zum Familienbericht aufgezählt haben, zeigt sich, daß unser seit langem gehegter Verdacht und Vorwurf, es sei kein abgestimmtes Konzept vorhanden, bestätigt wird.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Nicht zu Unrecht ist der Zustand der Familie in einer Gesellschaft als Seismograph für die Lage der Gesamtgesellschaft bezeichnet worden. Da es sich bei der Familie um eine vorstaatliche, für den Zustand der Gesellschaft und des Staates elementar notwendige Gemeinschaft handelt, ist Politik für die Familie Politik für die Gesellschaft und für die Ge-



    Frau Dr. Wex
    samtgesellschaft. Familienfeindliche Politik ist nicht nur kinderfeindliche Politik im engeren Sinne, sondern gesellschaftsfeindliche und antihumane Politik. Wer Humanität wirklich will — das wollen wir doch alle —, muß Ehe und Familie als diejenigen Stätten fördern, in denen der Mensch gesellschaftliches Leben als humanes Leben erfährt.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Den Sachverständigen ist zu danken, daß sie die Gesamtsituation der Familie in bemerkenswerter Unabhängigkeit ohne politischen Opportunismus analysiert und damit schwerwiegende gesellschaftspolitische Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte aufgedeckt haben. Damit kann der Dritte Familienbericht zu einer wesentlichen Neubelebung der familienpolitischen Diskussion beitragen, indem er aus den aufgeführten Tatsachen Konsequenzen zieht. Es muß sich endlich einmal die Einsicht durchsetzen, was es bedeutet, Familienpolitik im gesellschaftlichen Mittelpunkt zu haben und sich da, Frau Huber, einschalten zu können, wo wirklich die Entscheidung für zukunftsorientierte Politik in dieser Regierung getroffen wird.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir erwarten von den Koalitionsparteien und der Bundesregierung, daß sie angesichts der steigenden Unsicherheit in den Familien von ihrem doch auch im Bericht unbestreitbar als falsch dokumentierten gesellschaftspolitischen Weg der Fraktionierung der Familie in Kinder, Mutter und Vater nun endlich ablassen und den angeblichen Funktionsverlust der Familie nicht mehr als Alibi mißbrauchen, indem sie mit diesem angeblichen Verlust die Verlagerung der Familienaufgaben auf andere gesellschaftliche Institutionen begründen.
    Die wirkliche Begründung würde nämlich die Ideologie offenlegen, die hinter allem steht: zunächst wird die Familie als Institution durch überkritische Einstellung zu ihr schwach gemacht und dann diese Tatsache als Alibi für die Eingriffsmöglichkeiten des Staates benutzt.

    (Hasinger [CDU/CSU]: Das ist der Punkt!) Das ist der Hintergrund.

    Nach dem Familienbericht stehen die Familien heute vor außerordentlichen Schwierigkeiten. Es ist Aufgabe von Staat und Gesellschaft, also unsere Aufgabe, für die Lösung dieser Schwierigkeiten ideelle und materielle Hilfen anzubieten. Die vielgeschworenen Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit müssen ihre Anwendung vornehmlich auch im Hinblick auf Ehe und Familie finden.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Es geht nicht nur darum, neue sozialpolitische Maßnahmen zu fordern, nicht nur darum, Ungerechtigkeiten und unzumutbare Belastungen der Familie zu beseitigen, sondern auch darum, das Maß staatlicher Vormundschaft und Eingriffsrechte in die Familie so weit wie möglich zurückzudrängen,

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    den freien Spielraum zu erhalten und die Eigenverantwortlichkeit zu fördern.
    Wir verkennen natürlich nicht, daß sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Familie auf Grund der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung unserer Zeit geändert haben. Weitgehend sind Altersversorgung und Sorge für die Ausbildung der Kinder heute nicht mehr nur Familienaufgaben, sondern Aufgaben der Gesamtgesellschaft, die sich insofern als Solidargemeinschaft versteht.
    Daraus darf jedoch kein Recht abgeleitet werden, die Autonomie der Familien als solche in Frage zu stellen. Wohl aber gilt: Weil Familien den Bestand der Gesamtgesellschaft auf Zukunft hin sichern, ist es notwendig, um der Zukunft der Gesamtgesellschaft willen die Familie nicht im Stich zu lassen. Materielle Hilfen für die Familien sind keine mehr oder weniger huldvoll gewährten Subventionen, sondern gesamtgesellschaftliche Investitionen zur Sicherung unserer Zukunft, für das menschliche Zusammenleben und die innere Struktur unserer Gesellschaft. In der elementaren Bedeutung von Ehe und Familie liegt die Priorität solcher materieller Hilfen begründet.
    Kein Zweifel: Entscheidende Bedeutung für die Situation unserer Familien hat die Rolle der Frau. Nach Ansicht der Sachverständigen kollidieren in „Familien mit Kindern" die Sozialisationschancen der Frau mit den Ansprüchen des Kindes. Der Bericht stellt fest, daß, „sobald ein Kind in eine Familie geboren wird, sich das Lebensniveau der Familie verschlechtert, die Ansprüche an die Versorgungsleistungen des Haushalts steigen und die Belastungen und Beanspruchungen der Ehepartner zunehmen, da ein Kind einer ständigen Pflegebereitschaft bedarf. Dies führt insgesamt neben der zeitlichen Beanspruchung zu finanziellen Engpässen. Bleiben in dieser Phase Mann und Frau berufstätig, entstehen Belastungen, die vornehmlich von den Frauen getragen werden." So weit der Sachverständigenbericht. Ich werde mich mit diesem Zitat noch besonders auseinandersetzen. In dem Sachverständigenbericht, aber auch in der gesamten Diskussion über die Lage der Familien und Kinder fehlt eines. Immer wieder hört man, daß die Kinder Belastungen sind, daß sie Verpflichtungen auferlegen. Es sollte auch einmal gesagt werden, daß es Freude macht, Kinder zu haben und sie zu erziehen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir sollten in diesem Zusammenhang nicht übersehen, daß wir es hier nicht nur mit einem familienpolitischen, sondern auch mit einem frauenpolitischen Thema zu tun haben. Wir sollten nicht die Augen davor verschließen, daß es für die Frauen zu Rollenkonflikten kommen kann, die nicht nur etwa in materiellen Erwägungen wurzeln, sondern auch in ideellen, da ja der Verzicht auf einen mit Freude und innerem Engagement ausgeübten Beruf vielfach schwerwiegt. Aus diesem Rollenkonflikt ergeben sich Spannungen. Es ist Aufgabe der Familienpolitik, das Spannungspotential zu vermindern. Insofern geht es nicht nur, wie der Sachverständigenbericht meint, um den Abbau der Überbelastung erwerbstätiger Mütter, sondern um die Schaffung von Möglichkeiten, nach gewissen Zeiten der Freistel-



    Frau Dr. Wex
    I lung ausschließlich für die Familie auch wieder in die Berufstätigkeit eintreten zu können. Frauenpolitik ist eben nicht mit Familienpolitik erschöpfend beschrieben.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Heute wird oft von der Krisensituation der Familie gesprochen. Wir sollten hier vornehmlich von der Krise — und das ist noch gelinde gesagt — der Familienpolitik der Bundesregierung sprechen. In den letzten Jahren wurde die Familienpolitik allenfalls zögernd fortgeschrieben. Keiner wird behaupten wollen, für die Bundesregierung und für die Koalitionsparteien SPD und FDP sei die Familie Mittelpunkt einer zukunftsorientierten, ressortübergreifenden Gesellschaftspolitik gewesen. Wäre sie es gewesen, so hätte der Dritte Familienbericht ganz anders ausgesehen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Die Versäumnisse, die zu einer Bedrohung nicht nur der Familie, sondern auch der Gesellschaft überhaupt geführt haben, zeigen sich an fünf für die Familie entscheidenden Bereichen, die auch von den Sachverständigen mit Nachdruck herausgehoben wurden. Ich möchte die Position der CDU/CSU hieran verdeutlichen.
    1. Die CDU/CSU lehnt in . ihren familienpolitischen Vorstellungen einseitige Leitbilder jeglicher Art ab.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Mann und Frau soll es ermöglicht werden, ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten, sei es, indem beide außerhäuslich tätig sind, sei es, daß ein Ehepartner familiäre Aufgaben übernimmt Beides sind gleichwertige Tätigkeiten, auch im Dienste der Gesellschaft. Das müssen wir anerkennen.
    Deshalb haben wir erneut den Gesetzentwurf zur Einführung des Familiengeldes im Bundestag eingebracht und werden in unseren Bemühungen nicht nachlassen, das von 72 % der Bevölkerung befürwortete Erziehungsgeld politisch durchzusetzen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Kinder benötigen ein Höchstmaß an Zeit und Ausgeglichenheit in der Zuwendung. Diese Zuwendung ist für ihre gesamte weitere Entwicklung entscheidend. Deshalb ist es nach Auffassung der CDU/ CSU besonders auch mit zunehmender Kinderzahl fast unumgänglich, daß sich ein Elternteil ganz dieser Aufgabe widmet. Die Entscheidung, ob Vater oder Mutter diese Aufgabe übernehmen, muß den Eltern selbst überlassen bleiben. Familienpolitisch jedoch haben wir zu gewährleisten, daß diese Zuwendung nicht zu gesellschaftlichen und sozialen Benachteiligungen für 'denjenigen führt, der diese Aufgabe übernimmt.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Die von uns erstrebte Wahlfreiheit bedeutet die Wahl zwischen sozial und gesellschaftlich Gleichwertigem. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Akzente aus vielerlei Gründen zugunsten der Erwerbstätigkeit beider Elternteile verschoben. Die Möglichkeit, zwischen Gleichwertigem zu wählen,
    wird durch die einseitige Bevorzugung der Erwerbstätigkeit der Frau in der Familien- und Sozialpolitik verhindert. So begünstigt z. B. das von den Koalitionsparteien durchgesetzte Mutterschaftsurlaubsgesetz einseitig die erwerbstätige Frau.

    (Zuruf von der CDU/CSU: So ist es!)

    Die CDU/CSU will mit ihrem Familiengeldgesetzentwurf diese Einseitigkeit beseitigen und auch nichterwerbstätige Mütter mit einbeziehen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    2. Familie und Bildungssystem. Die Sachverständigen setzen sich ausführlich mit dem Verhältnis von Familie und Bildungssystem auseinander. Allgemein wird die Feststellung getroffen, daß „der Einfluß der häuslichen Erziehungsumwelt nicht hoch genug veranschlagt werden kann und ungleich höher ist als der der schulischen Umwelt".

    (Hört! Hört! bei der CDU/CSU)

    Ich finde, daß diese Aussage sehr dramatisch ist, auch auf dem Hintergrund unserer bildungspolitischen Diskussion. Kein Wort davon, Frau Huber, in Ihrer Rede! Diese Aussage weist auf den engen inneren Zusammenhang von Familienpolitik und Bildungspolitik hin. Tatsächlich aber hat sich die Familienpolitik weitgehend unabhängig von der Bildungspolitik entwickelt, wahrlich ein verhängnisvoller Weg, zum Schaden unserer Kinder.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Nicht nur hat die Bildungspolitik heute weitgehend die Familienpolitik ausgeklammert, sondern ebenso hat die Familienpolitik Bildungs- und Schulfragen bisher weitgehend ausgeklammert

    (Hasinger [CDU/CSU]: Leider wahr!)

    und kaum Einfluß auf die bildungspolitischen Maßnahmen ausgeübt.
    Durch die autonome Entwicklung der Bildungspolitik — ohne Rücksicht auf die Familien — sind vom Schul- und Ausbildungswesen her starke zusätzliche Belastungen auf die. Familie zugekommen. Der Familienbericht weist aus, daß die Erwartungen der Familie an die Schule nicht erfüllt wurden und daß die Familien Leistungen erbringen müssen, die von den Schulen zu erbringen wären.

    (Burger [CDU/CSU]: So ist das!)

    Gerade im Bereich der bildungspolitischen Entwicklung zeigt sich der Widerspruch, mit dem sich die Familien heute auseinandersetzen müssen, mit aller Deutlichkeit. Einerseits wird von bestimmter Seite familienpolitisch behauptet, daß die vollzeitliche Betreuung unserer Kinder, wenn überhaupt, dann nur in den ersten drei Lebenjahren notwendig sei. Gleichzeitig aber wird die zeitliche Beanspruchung der Eltern durch den ständigen Wechsel schulischer Anforderungen und die dadurch entstehenden Unsicherheiten der Eltern immer höher.
    Die CDU/CSU ist der Auffassung, daß die Familienpolitik die Aufgabe hat, dafür zu sorgen, daß die Bildungseinrichtungen den Erziehungsauftrag des Elternhauses unterstützen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)




    Frau Dr. Wex
    Konkret gesagt: Elternhaus und Schule müssen eng zusammenarbeiten.
    3. Familie und Wohnung.
    Der Sachverständigenbericht stellt fest, daß die flächenmäßige Unterversorgung der Bevölkerung — vor allem der Familien mit mehreren Kindern — noch recht erheblich ist. So waren 1973 26% aller Familien — gemessen an den Kölner Empfehlungen, die aber nicht etwa als Maßstab für eine optimale Wohnraumversorgung angesehen werden können und dringend der Überarbeitung bedürfen — unterversorgt. Für 26% der Familien bedeutet dies, daß eine vierköpfige Familie nicht einmal über 69,5 qm verfügt. Der Bericht stellt fest, daß 36% aller Kinder wohnungsmäßig unterversorgt sind und daß Familien mit Kindern gezwungen sind, schlechter ausgestattete Wohnungen zu wählen. Die staatliche Wohnungsbaupolitik hat den familiären Bedürfnissen nicht Rechnung getragen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Eine Neukonzeption der Wohnungsbauförderung ist überfällig. Die Union fordert deshalb nachdrücklich eine solche Neukonzeption. Das kann nur dadurch geschehen, daß die Wohnungswirtschaft unter sozialer Absicherung der einkommensschwächeren Bevölkerungskreise schrittweise in die Soziale Marktwirtschaft eingebunden wird:

    (Zuruf von der SPD: Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben?)

    Hier wird der Zusammenhang mit einem entsprechend ausgestalteten Familienlastenausgleich deutlich. Die knappen Mittel der staatlichen Wohnungsbauförderung müssen gezielt — vor allem auch zur Deckung einer hinreichenden Wohnversorgung für kinderreiche Familien — eingesetzt werden.
    Den Vorschlägen der Sachverständigenkommission, das Verhältnis von Subjekt- zu Objektförderung zugunsten der Subjektförderung zu verändern, das Wohngeld zugunsten von Familien mit Kindern zu verbessern, die Förderung der Erlangung von Wohneigentum unter Beibehaltung des Förderungsvolumens familiengerechter auszugestalten, verstärkt seitens Gesetzgeber und Exekutive darauf hinzuwirken, daß Mietern die von ihnen bewohnte Wohnung zum Kauf angeboten wird, und die Benachteiligung von Familien mit mehreren Kindern gegenüber kinderlosen Ehepaaren bei der Wohnungssuche zu beseitigen, ist zuzustimmen. Diese Vorschläge entsprechen den seit Jahren von uns erhobenen Forderungen.
    4. Familienlastenausgleich.
    In der Bundesrepublik besteht ein erhebliches Einkommensgefälle zwischen Ehepaaren ohne Kinder und Familien mit Kindern. Durch den bestehenden staatlichen Familienlastenausgleich wird dieser Einkommensunterschied nur unzureichend ausgeglichen. Geht man von den Geldausgaben der Familien für Kinder aus, so haben die Familien nach Feststellung der Sachverständigen fast zwei Drittel der Kosten selbst zu tragen. Das 1975 von der Bundesregierung mit der Reform des Kindergeldes gesteckte Ziel, die Familien von etwa der Hälfte der
    Kinderkosten zu entlasten, ist also bei weitem nicht erreicht worden.
    Einschließlich der kollektiven Leistung der öffentlichen Hand im Bildungswesen werden zirka 54% der Aufwendungen für Kinder durch öffentliche Mittel finanziert. Bezieht man in solche Berechnungen jedoch die entscheidende Größe, nämlich den Zeitaufwand der Familien, mit ein, der besonders in kinderreichen Familien dadurch zum Ausdruck kommt, daß einer der Ehepartner auf eine außerhäusliche Erwerbstätigkeit verzichtet, so stehen den Belastungen der Familie in Höhe von zirka 235 Milliarden DM öffentliche Leistungen in Höhe von 84 Milliarden DM gegenüber.

    (Hört! Hört! bei der CDU/CSU)

    Nach Aussagen der Sachverständigen ist die Zuwendung an Zeit der größte Faktor, dies vor allem dann, wenn einer der Ehepartner auf eine außer-häusliche Erwerbstätigkeit verzichtet. Wir sind der Ansicht, daß es durch eine entsprechende Ausgestaltung des Familienlastenausgleichs und des Systems der sozialen Sicherung im Rahmen der 84er-Reform gelingen muß, in Familien mit Kindern einen Elternteil für die Bedürfnisse der Familie ohne zu große ökonomische Benachteiligung freizustellen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Um dies zu erreichen, sind langfristig drei Maßnahmebündel zu fordern und durchzusetzen.
    Erstens. Das Kindergeld wird regelmäßig vom Gesetzgeber überprüft und an die Einkommens- und Kaufkraftentwicklung angepaßt,

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    um die direkten Kosten der Pflege und Erziehung der Kinder wenigstens teilweise zu ersetzen. Hierbei sind die unterschiedlichen Formen von Kinder- geld, Kinderzuschlägen, Wohngeld, Ausbildungsförderung und Steuerfreibeträgen zu einem einheitlichen System aufeinander abzustimmen.
    Zweitens. Eine gesellschaftliche und materielle Anerkennung der familiären Arbeitsleistung der Mutter - oder des Vaters, wenn er zu Hause bleibt — muß erfolgen. Die CDU/CSU-Fraktion begrüßt in diesem Zusammenhang die Forderung der Sachverständigen nach Einführung eines Erziehungsgeldes. Mit dem Erziehungsgeld wird nach unserer Auffassung — dies haben wir bereits 1975 gefordert — ein Instrument geschaffen, das die gesellschaftliche und materielle Anerkennung der Familienleistung gewährleistet.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Drittens und letztens. Die Anerkennung von Erziehungszeiten im Rentenrecht muß in der Weise erfolgen, daß ein eigenständiger Rentenanspruch auch demjenigen ermöglicht wird, der sich ausschließlich mit der Kindererziehung befaßt.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Nur so kann der vielfach bestehende Zwang zur Berufstätigkeit von Mann und Frau im Hinblick auf die Altersversorgung aufgehoben werden.



    Frau Dr. Wex
    5. Die Bevölkerungsentwicklung ist ein wichtiges Kapitel im Familienbericht. Die CDU/CSU kann sich nicht mit allen Wertsetzungen und Schlußfolgerungen der Sachverständigen im Dritten Familienbericht einverstanden erklären. Das gilt z. B. für die Aussage, daß sie Familienpolitik im Interesse der Familien als Anwalt der Frauen zu verstehen habe, und für die Aussagen zur Bevölkerungspolitik und Bevölkerungsentwicklung. Leben in einer Familie erfordert nach unserer Auffassung Partnerschaft von Mann und Frau. Zwar ist eine Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau auch in der Familie sinnvoll und notwendig. Diese Arbeitssteilung darf aber nicht einseitig zu Lasten der Frauen gehen, wie das heute in den meisten Fällen immer noch geschieht. Sie darf aber auch nicht einseitig zu Lasten des Mannes oder sogar der Kinder gehen. Die Arbeitsteilung sollte vielmehr zwischen den Partnern einvernehmlich geregelt werden. Es kann nicht Aufgabe der Familienpolitik sein, hier bestimmte Leitbilder quasi amtlich vorzugeben.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Leider beschreiten die Bundesregierung und die Koalitionsparteien aber gerade diesen einseitigen Weg. Frau Fuchs sagte in ihrer Rede vor der SPD-Bundestagsfraktion am 4. September 1979:
    Wir sollten nur ganz deutlich sagen: Wir können uns nicht vorstellen, daß wir es in den nächsten Jahren schaffen, die Frau durch gleichwertige Erwerbstätigkeit dazu zu bringen, daß sie durchgängig berufstätig ist.
    So sieht die Bundesregierung die Wahlfreiheit der Frau; sie will vorrangig die durchgängige Erwerbstätigkeit. Dagegen muß es nach unserer Auffassung auch in Zukunft möglich sein, daß in Familien mit Kindern ein Partner die familiäre Aufgabe übernimmt.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Die Familienpolitik sollte die Antwort auf diese Frage den Partnern selber überlassen.
    In bezug auf die Bevölkerungspolitik sind wir mit den Sachverständigen insofern einer Meinung, daß die freie Entscheidung eines Paares, Kinder zu haben, ein Grundrecht menschlicher Existenz ist. Wir sagen aber auch, daß das Ergebnis dieser freien Entscheidung seitens der Gesellschaft zu respektieren ist. Aus unserer Sicht verbietet sich eine Familien-und Bevölkerungspolitik, die mit Geburtenprämien versucht, das Geburtendefizit abzubauen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Ohne Zweifel soll ein Staat einer Entwicklung, die seinen Bestand unter vielfältigen Gesichtspunkten gefährdet, entgegenwirken. Der Aussage der Sachverständigen: „Könnte man nachweisen, daß die verstärkte Erwerbstätigkeit verheirateter Frauen zu einem Geburtenrückgang führt, wäre der Staat legitimiert, einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken" ist aber entgegenzuhalten: Für die Probleme der Bevölkerungsentwicklung können nicht allein die Frauen verantwortlich gemacht werden.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Vielmehr ist es eine Frage, die die Gesamtgesellschaft betrifft.
    Für die CDU/CSU ist aktive Familienpolitik, die wir bei der Regierung vermissen, eine entscheidende Grundlage einer freien und humanen Gesellschaft. Bevölkerungspolitik dagegen muß sich auf die politische Gestaltung von Rahmenbedingungen begrenzen, unter denen Ehepartner eine freie Entscheidung über ihren Wunsch nach Kindern treffen können.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Staat und Politik können nicht aus der Pflicht entlassen werden, materiell, psychologisch, moralisch und rechtlich für Rahmenbedingungen zu sorgen, die in unserer Gesellschaft ein familien- und kinderfreundliches Klima entwickeln.
    Lassen Sie mich abschließen. Die Familienpolitik hat eine Wendung genommen, der wir entgegenwirken müssen. Natürlich behaupten wir nicht, daß allein die Regierung und die Koalitionsparteien diese Entwicklung ausgelöst haben. Aber wir behaupten, daß die Regierung und die Koalitionsparteien in den letzten Jahren zu wenig getan haben, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Auf die fehlerhafte Entwicklung im neuen Ehescheidungsrecht kann ich hier nicht im einzelnen eingehen. Wir alle aber wissen, wie stark die Öffentlichkeit die auf diesem Gebiet aufgetretenen Ungerechtigkeiten inzwischen registriert. Ich will mich darauf beschränken, anzumerken, daß gerade die gravierenden Mißbrauchstatbestände im Rahmen des jetzigen Scheidungsrechts, die dadurch möglich geworden sind, daß der Einzelfallgerechtigkeit zuwenig Raum geblieben ist, auch familienfeindliche Tendenzen stärken.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Um so wichtiger ist eine Familien- und Ehepädagogik. Was das angeht, haben die Koalitionsparteien und die sozialliberale Koalition bisher nur Fehlanzeige zu vermelden.
    Wir bekennen uns zu der Institution Ehe und Familie. Nach unserer Auffassung muß aktive Familienpolitik auch bedeuten, eine humanere Gesellschaft schaffen zu wollen. Ihre Aufgabe kann es nicht sein, ein idealistisches Bild einer heilen Welt der Familie zu zeichnen und zu realisieren. Auch wenn wir es wollten, könnten wir es nicht schaffen. Wir verkennen nicht, daß es schlechte Familien gibt. Aber wir sollten bei der prinzipiellen Beurteilung nicht von Mitbrauchstatbeständen, sondern von der objektiven Zielsetzung von Ehe und Familie ausgehen

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    und dafür sorgen, daß Mißbrauchstatbestände abgebaut werden und die Funktionskraft von Ehe und Familie gestärkt wird.
    Nach unserer Auffassung ist die Familie der Ort der Gesellschaft, an dem auch heilende Kräfte hervorgebracht werden können. In der Familie macht der heranwachsende Mensch seine entscheidenden



    Frau Dr. Wex
    Grunderfahrungen, indem er auch in die Schwierigkeiten unseres komplizierten Lebens eingeführt wird. Daraus resultiert, daß dann, wenn die Familie diese Funktion nicht mehr erfüllen kann, die Gesellschaft insgesamt schwächer und instabiler wird.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Nicht die Ausgliederung von Aufgaben aus der Familie kann ihre Probleme lösen, auch nicht die Institutionalisierung immer neuer Beratungsgremien, sondern die Stärkung der Familie selbst.
    Das gilt sogar für die Tatsache, daß die Zahl der Drogenabhängigen steigt. Wir sind alle doch wohl der Meinung, daß bei Drogenabhängigkeit die Familie in bezug auf Hilfen nicht sofort ausgeschaltet werden kann oder sollte, sondern daß auch die Chance der Hilfe durch eine Familie genutzt werden kann, wobei wir die große Aufgabe und die großen Leistungen der freien Träger aller Beratungsgremien nicht verkennen.
    Die Auffassung der Sachverständigen, daß die Aufgaben, die von den Familien erfüllt werden, „von keiner anderen Institution der Gesellschaft übernommen werden können" und daß „die Familie ein entscheidender Faktor für das Glück der Menschen ist", wird nach jüngsten Umfragen von der breiten Bevölkerung geteilt. Immerhin halten 84 % der Frauen und 75 % der Männer die Ehe für die ideale Form der Partnerschaft. Hierbei spielt auch das Kind eine wesentliche Rolle. Kinderlose Ehepaare sind demnach zu 33 % ungefährdet und glücklich, Ehepaare mit einem Kind zu 58 % und Ehepaare mit zwei Kindern zu 60 %. Diese Tatsachen gilt es zur Kenntnis zu nehmen. Bedenklich muß erscheinen, daß in kinderreichen Familien dieser Prozentsatz auf 39 % abfällt. Als Grund hierfür werden die finanziellen Probleme und Sorgen der kinderreichen Familien angesehen. Dies müssen wir ändern.
    Die Einstellung der Mehrheit unserer Bürger zur Familie ist positiv. Wir haben nicht. das Recht, das ändern zu wollen, auch dann nicht, wenn vielleicht jene, die in der verfaßten öffentlichen Meinung die Familienpolitik darstellen, von anderen Vorstellungen ausgehen und Änderungen herbeiführen möchten. Sie tragen damit Schuld an dem familienkritischen Klima, das von der breiten Bevölkerungsmehrheit nicht getragen wird.
    Die CDU/CSU wird sich dafür einsetzen, daß die Familienpolitik wieder in das Zentrum unserer Gesellschaftspolitik gerückt wird. Das Vertrauen, das die Familien zu sich selbst haben und auch haben sollten, muß gleichermaßen von Staat und Gesellschaft den Familien entgegengebracht werden. Die Bereitschaft, Familien zu gründen und Kinder zu haben, muß gestärkt werden. Sie ist durchaus vorhanden und ist ein Zeichen der Hoffnung für unser aller Zukunft.
    Und lassen Sie mich auch das noch sagen: Sicherlich kann Liebe nicht verordnet werden, aber die Liebe, die heute in den Familien den Kindern entgegengebracht wird, kann durch staatlichen Dirigismus gefährdet, ja sogar ausgehöhlt werden. Sie kann, nicht zuletzt durch eine familienfeindliche Pädagogik, zum Schaden für uns alle gefährlich reduziert werden.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Dem gilt es zu wehren. Denn eine Gesellschaft, in der ein Verlust an Liebe und Humanität in Kauf genommen wird, wird zur antihumanen und unfreien Gesellschaft.
    Lassen Sie mich zum Schluß noch sagen: Wir haben am heutigen Tage über Familienpolitik zu sprechen, an einem Tage, an dem es in der Welt große Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten gibt. Gerade darum aber gilt: Innere und äußere Stabilität, Verteidigungsmöglichkeit und Sicherheit unserer freien Gesellschaft bedingen einander.

    (Beifall bei der CDU/CSU)