Rede:
ID0807202200

insert_comment

Metadaten
  • insert_drive_fileAus Protokoll: 8072

  • date_rangeDatum: 16. Februar 1978

  • access_timeStartuhrzeit der Sitzung: 09:00 Uhr

  • av_timerEnduhrzeit der Sitzung: 22:08 Uhr

  • fingerprintRedner ID: Nicht erkannt

  • perm_identityRednertyp: Präsident

  • short_textOriginal String: Präsident Carstens: info_outline

  • record_voice_overUnterbrechungen/Zurufe: 0

  • subjectLänge: 8 Wörter
  • sort_by_alphaVokabular
    Vokabeln: 8
    1. Das: 1
    2. Wort: 1
    3. hat: 1
    4. der: 1
    5. Herr: 1
    6. Abgeordnete: 1
    7. Dr.: 1
    8. Emmerlich.: 1
  • tocInhaltsverzeichnis
    Plenarprotokoll 8/72 Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 72. Sitzung Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag des Abg. Dr. Jaeger 5647 A Absetzung eines Punktes von der Tagesordnung 5647 A Begrüßung des Postministers der Republik Afghanistan, Abdul Karim Attale . . . 5702 C Eidesleistung neu ernannter Bundesminister Präsident Carstens 5647 A Dr. Haack, Bundesminister BMBau . . . 5647 D Dr. Hauff, Bundesminister BMFT . . . 5647 D Dr. Schmude, Bundesminister BMBW . . 5648 A Offergeld, Bundesminister BMZ 5648 A Zweite und dritte Beratung des Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung der Strafprozeßordnung — aus Drucksachen 8/322, 8/976, 8/996 — Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 8/1516 — Erste Beschlußempfehlung und Erster Bericht des Rechtsausschusses — Drucksache 8/1482 — in Verbindung mit Zweite Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Anderung der - Strafprozeßordnung und des Strafvollzugsgesetzes — Drucksache 8/1283 — Beschlußempfehlung und Bericht des Rechtsausschusses - Drucksache 8/1482 — Dr. Eyrich CDU/CSU 5649 A Dr. Emmerlich SPD . . . . . . . . 5655 C Engelhard FDP 5659 D Dr. Vogel, Bundesminister BMJ . . . 5662 B Dr. Wittmann (München) CDU/CSU . . 5666 C Dürr SPD 5670 B Hartmann CDU/CSU 5673 D Dr. Weber (Köln) SPD 5678 D II Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 72. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 Kleinert FDP 5702 C Sieglerschmidt SPD . . . . . . . . 5705 C Erhard (Bad Schwalbach) CDU/CSU . . 5707 D Frau Dr. Däubler-Gmelin SPD 5708 A Lattmann SPD 5712 A Conradi SPD 5714 A Dr. Schwencke (Nienburg) SPD . 5716 B, 5721 B Dr. Kohl CDU/CSU . . . . . 5717 B, 5721 C Wehner SPD 5721 D Dr. Hirsch, Minister des Landes Nordrhein-Westfalen . . . . . . . . 5724 B, 5726 A Dr. Biedenkopf CDU/CSU 5725 C Dr. Dregger CDU/CSU 5726 B Mischnick FDP 5728 D Schmidt, Bundeskanzler . . . . . . 5730 D Namentliche Abstimmungen . . 5705 D, 5707 C, 5735 D Zweite Beratung und Schlußabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu den Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und den Mitgliedstaaten dieser Gemeinschaft einerseits, der Tunesischen Republik, der Demokratischen Volksrepublik Algerien und dem Königreich Marokko andererseits sowie zu den Abkommen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und diesen Staaten — Drucksache 8/1036 — Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 8/1515 — Beschlußempfehlung und Bericht des Ausschusses für Wirtschaft — Drucksache 8/1432 — . . . . . . . 5737 B Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Zusatzprotokoll vom 15. Dezember 1975 zum Protokoll vom 13. April 1962 über die Gründung Europäischer Schulen — Drucksache 8/1399 — . . . . . 5737 C Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über den Vertrieb von Anteilen an Vermögensanlagen — Drucksache 8/1405 — . . . . . . . 5737 D Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Pflanzenschutzgesetzes — Drucksache 8/1440 — . . . . . . . 5737 D Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Dollinger, Dr. Schulte (Schwäbisch Gmünd), Dr. Jenninger und der Fraktion der CDU/CSU Femmeldesonderbauprogramm und früherer Beginn des „Mondscheintarifs" — Drucksache 8/1345 — Straßmeir CDU/CSU 5738 A Paterna SPD 5740 A Hoffie FDP 5741 D Gscheidle, Bundesminister BMV/BMP . . 5742 D Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Klein (Göttingen), Frau Dr. Walz, Benz, Blumenfeld, Eymer (Lübeck), Dr. von Geldern, Dr. Hupka, Klein (München), Kroll-Schlüter, Metz, Dr. Narjes, Dr. Probst, Dr. Schäuble, Schmidhuber, Dr. Schwarz-Schilling, Dr. Stercken, Weiskirch (Olpe), Frau Dr. Wilms, Wohlrabe und der Fraktion der CDU/CSU Informations- und Dokumentationsprogramm der Bundesregierung und Zeitschriften sowie Fachpresse — Drucksache 8/1339 — Dr. Klein (Göttingen) CDU/CSU . . . . 5743 D Stockleben SPD . . . . .. . . . . . 5745 A Beratung des Antrags der Fraktion der CDU/CSU Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Antarktis-Vertrag — Drucksache 8/1427 — Dr. von Geldern CDU/CSU 5746 A Grunenberg SPD 5747 C Jung FDP 5748 B Dr. von Dohnanyi, Staatsminister AA . 5748 D Beratung des Antrags des Bundesministers der Finanzen Entlastung der Bundesregierung wegen der Haushaltsrechnung und Vermögensrechnung des Bundes für das Haushaltsjahr 1976 (Jahresrechnung 1976) — Drucksache 8/1428 — 5750 B Beratung des Antrags des Bundesministers der Finanzen Veräußerung des „General-von-SteubenHotels" an die Stadt Wiesbaden — Drucksache 8/1442 — . . . . . . . 5750 B Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Verkehr und für das Post- und Fernmeldewesen zu dem Antrag der Abgeordneten Lemmrich, Dr. Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 72. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 III Abelein, Spranger, Dr. Schulte. (Schwäbisch Gmünd), Dr. Dollinger, Dr. Jenninger, Dr. Bötsch, Dr. Miltner, Ziegler, Kiechle, Biehle, Dr. Stark (Nürtingen), Stücklen, Susset, Dr. Rose, Höffkes, Feinendegen, Glos, Regenspurger, Dr. Voss, Kolb, Lintner und Genossen Autobahn Würzburg–Ulm — Drucksachen 8/1075, 8/1466 — Lemmrich CDU/CSU 5750 C Batz SPD 5752 B Hoffie FDP 5753 A Beratung des Berichts des Ausschusses für Wirtschaft zu den Verordnungen der Bundesregierung Aufhebbare Vierunddreißigste Verordnung zur Änderung der Ausfuhrliste — Anlage AL zur Außenwirtschaftsverordnung — Aufhebbare Achtunddreißigste Verordnung zur Änderung der Außlenwirtschaftsverordnung — Drucksachen 8/1071, 8/1225, 8/1433 — . . 5753 C Beratung des Berichts des Ausschusses für Wirtschaft zu den Verordnungen der Bundesregierung Aufhebbare Verordnung zur Anderung des Deutschen Teil-Zolltarifs (Nr. 12/77 — Erhöhung des Zollkontingents 1977 für Bananen) Aufhebbare Verordnung zur Anderung des Deutschen Teil-Zolltarifs (Nr. 13/77 — Zweite Erhöhung des Zollkontingents 1977 für Bananen) Aufhebbare Verordnung zur Änderung des Deutschen Teil-Zolltarifs (Nr. 2/78 — Zollkontingent 1978 für Bananen) — Drucksachen 8/1028, 8/1395, 8/1396, 8/1443 — 5753 D Beratung der Beschlußempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Wirtschaft zu der Unterrichtung durch die Bundesregierung Vorschlag einer Verordnung (EWG) des Rates über die Gewährung finanzieller Beihilfen für Demonstrationsvorhaben zur Energie-Einsparung Vorschlag einer Verordnung (EWG) des Rates über die Gewährung einer finanziellen Unterstützung für Vorhaben zur Nutzung alternativer Energiequellen — Drucksachen 8/637, 8/.1431 — . . . . 5753 D Fragestunde — Drucksache 8/1497 vom 10. 02. 1978 — Aufschieben der letzten Rate der an Polen zu zahlenden Rentenpauschale bis zur Erfüllung der im Aussiedlungsprotokoll vorgesehenen Zahlen von Ausreisenden MdlAnfr A35 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Czaja CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 5682 C, 5683 A, B ZusFr Dr. Czaja CDU/CSU . . 5682 D, 5683 A Folgerungen aus der Erklärung der amerikanischen Mission in Berlin über das Eindringen von DDR-Grenzsoldaten in den amerikanischen Sektor MdlAnfr A103 10.02.78 Drs 08/1497 Böhm (Melsungen) CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 5683 B, C ZusFr Böhm (Melsungen) CDU/CSU . . . 5683 C Besetzung der Stelle des Sozialreferenten bei der deutschen Botschaft in Delhi (Indien) MdlAnfr A132 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 5683 D, 5684 A, B ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . 5684 A ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU 5684 B Freilassung der in Mogadischu anläßlich der Stürmung der Lufthansamaschine Landshut verletzten Terroristin durch die somalische Regierung MdlAnfr A133 10.02.78 Drs 08/1497 Daweke CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 5684 C, D ZusFr Daweke CDU/CSU . . . . . . 5684 C ZusFr Ey CDU/CSU 5684 D Verbreitung des Kürzels „BRD" in Osterreich in den Massenmedien und im Sportgeschehen MdlAnfr A134 10.02.78 Drs 08/1497 Wohlrabe CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . 5684 D, 5685 A, B, C, D, 5686 A ZusFr Wohlrabe CDU/CSU 5685 A ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . 5685 B ZusFr Josten CDU/CSU 5685 C ZusFr Kunz (Berlin) CDU/CSU . . . . 5685 C ZusFr Becker (Nienberge) SPD . . . . 5685 D ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU 5685 D IV Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 72. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 Verletzung des Viermächteabkommens durch Kontrollen der DDR auf den Transitstrecken nach Berlin MdlAnfr A135 10.02.78 Drs 08/1497 Straßmeir CDU/CSU MdlAnfr A136 10.02.78 Drs 08/1497 Straßmeir CDU/CSU Antw StMin Dr. von Dohnanyi AA . . . 5686 A, B, C, D, 5687 A, B, C ZusFr Straßmeir CDU/CSU . 5686 B, C, 5687 A ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU 5686 C, 5687 B ZusFr Ey CDU/CSU 5687 C Indizierung von NS-Propagandamaterial durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdendes Schrifttum MdlAnfr A59 10.02.78 Drs 08/1497 Wehner SPD Antw StSekr Dr. Wolters BMJFG . . 5687 D, 5688 B, C, D, 5689 A, B, C, D, 5690 A ZusFr Wehner SPD 5688 B ZusFr Frau Berger (Berlin) CDU/CSU . 5688 C ZusFr Gerster (Mainz) CDU/CSU . . . 5688 D ZusFr Jahn (Marburg) SPD . . . . . 5689 A ZusFr Becker (Nienberge) SPD . . . 5689 A ZusFr Niegel CDU/CSU . . . . . . 5689 B ZusFr Fiebig SPD 5689 B ZusFr Dr. Hupka CDU/CSU . . . . . 5689 C ZusFr Dr. Hüsch CDU/CSU . . . . . 5689 D ZusFr Daweke CDU/CSU . . . . . . 5689 D Blei- und Cadmiumgehalt von Lebensmitteln und Nahrungsmitteln MdlAnfr A64 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Hammans CDU/CSU MdlAnfr A65 10.02.78 Drs 08/1497 Marschall SPD MdlAnfr A66 10.02.78 Drs 08/1497 Marschall SPD Antw StSekr Dr. Wolters BMJFG . 5690 B, C, D, 5691 A, B, C, D ZusFr Dr. Hammans CDU/CSU . 5690 D, 5691 D ZusFr Marschall SPD 5691 A ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU 5691 B, D ZusFr Ey CDU/CSU 5691 C Recht des Patienten auf Herausgabe der Aufzeichnungen über den Behandlungsverlauf bei einem Wechsel des Arztes MdlAnfr A70 10.02.78 Drs 08/1497 Jaunich SPD Antw StSekr Dr. Wolters BMJFG 5692 A, B, C, D ZusFr Jaunich SPD 5692 A, B ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . 5692 B ZusFr Fiebig SPD 5692 C ZusFr Frau Will-Feld CDU/CSU . . . 5692 D Überholverbot für Motorcaravane und Wohnmobile MdlAnfr A71 10.02.78 Drs 08/1497 Mahne SPD MdlAnfr A72 10.02.78 Drs 08/1497 Mahne SPD Antw PStSekr Haar BMV . . . . . 5693 A, B ZusFr Mahne SPD 5693 B Ausbau der Bundesbahnstrecken Köln—GroBGerau und Koblenz—Bonn MdlAnfr A73 10.02.78 Drs 08/1497 Josten CDU/CSU MdlAnfr A74 10.02.78 Drs 08/1497 Josten CDU/CSU Antw PStSekr Haar BMV 5693 B, C, D, 5694 A ZusFr Josten CDU/CSU . . 5693 C, D, 5694 A ZusFr Dr. Hoffacker CDU/CSU . . . . 5694 A Lärmmessungen auf dem Autobahnabschnitt Hohenlimburg—Iserlohn MdlAnfr A75 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Wulff CDU/CSU MdlAnfr A76 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Wulff CDU/CSU Antw PStSekr Haar BMV . . . . 5694 B, C, D ZusFr Dr. Wulff CDU/CSU 5694 C, D Hygiene und Zusammensetzung der Speisen in Autobahnraststätten MdlAnfr A77 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Hüsch CDU/CSU MdlAnfr A78 10.02.78 Drs 08/1497 Dr. Hüsch CDU/CSU Antw PStSekr Haar BMV 5694 D, 5695 A, B, C, D, 5696 A ZusFr Dr. Hüsch CDU/CSU 5695 A ZusFr Hoffacker CDU/CSU 5695 B ZusFr Frau Hoffmann (Hoya) CDU/CSU . 5695 B, 5696 A ZusFr Frau Will-Feld CDU/CSU . . . . 5695 C ZusFr Ey CDU/CSU . . . . . . . . . 5695 C ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . . 5696 A Besoldung der Bundesbahnbediensteten; Ursachen für das Defizit der Bundesbahn MdlAnfr A80 10.02.78 Drs 08/1497 Kirschner SPD Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 72. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 V MdlAnfr A81 10.02.78 Drs 08/1497 Kirschner SPD Antw PStSekr Haar BMV . . . . . 5696 B, C, D ZusFr Kirschner SPD 5696 D Unfälle von Kindern im Straßenverkehr MdlAnfr A82 10.02.78 Drs 08/1497 Hoffie FDP MdlAnfr A83 10.02.78 Drs 08/1497 Hoffie FDP Antw PStSekr Haar BMV 5697 A, C, D, 5698 A ZusFr Hoffie FDP . . . . . . . . 5697 B, C ZusFr Dr. Hoffacker CDU/CSU 5697 D ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . 5697 D ZusFr Dr. Becker (Frankfurt) CDU/CSU . 5698 A Ausbau der Autobahn Bregenz–Innsbruck und der A 7 auf der Strecke MemmingenLindau MdlAnfr A84 10.02.78 Drs 08/1497 Kolb CDU/CSU MdlAnfr A85 10.02.78 Drs 08/1497 Kolb CDU/CSU Antw PStSekr Haar BMV 5698 A, B, C, D, . 5699 A ZusFr Kolb CDU/CSU . . . . . 5698 B, C, D ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . . 5699 A Überprüfung der unter Billigflaggen die deutschen Hoheitsgewässer passierenden Schiffe MdlAnfr A87 10.02.78 Drs 08/1497 Grobecker SPD Antw PStSekr Haar BMV 5699 B, C ZusFr Grobecker SPD 5699 B, C Erlaubnis zur Benutzung von Spikesreifen für einen begrenzten Personenkreis zur Sicherung der Notversorgung bei außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen MdlAnfr A88 10.02.78 Drs 08/1497 Ey CDU/CSU Antw PStSekr Haar BMV . . 5699 D, 5700 A, B ZusFr Ey CDU/CSU 5699 D, 5700 A ZusFr Kolb CDU/CSU 5700 A ZusFr Dr. Hoffacker CDU/CSU . . . . 5700 B Zulassung des Namens früherer selbständiger Gemeinden in der amtlichen Postanschrift MdlAnfr A91 10.02.78 Drs 08/1497 Hartmann CDU/CSU Antw PStekr Haar BMP . . 5700 C, D, 5701 A ZusFr Hartmann CDU/CSU . . 5700 D, 5701 A ZusFr Jäger (Wangen) CDU/CSU . . . . 5701 A Gefährdung des Besitzstands der Industrie-und Gewerbebetriebe in Großstädten durch die Aufstellung von Flächennutzungsplänen nach dem neuen Bundesbaugesetz und der Baunutzungsverordnung MdlAnfr A93 10.02.78 Drs 08/1497 von der Heydt Freiherr von Massenbach CDU/CSU MdlAnfr A94 10.02.78 Drs 08/1497 von der Heydt Freiherr von Massenbach CDU/CSU Antw BMin Dr. Haack BMBau . 5701 C, 5702 A Nächste Sitzung . . . . . . . . . . 5754 C Anlage Liste der entschuldigten Abgeordneten . . 5755* A Deutscher Bundestag — 8. Wahlperiode — 72. Sitzung. Bonn, Donnerstag, den 16. Februar 1978 5647 72. Sitzung Bonn, den 16. Februar 1978 Beginn: 9.00 Uhr
  • folderAnlagen
    Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten Abgeordneter) entschuldigt bis einschließlich Adams * 17. 2. Dr. van Aerssen * 17. 2. Dr. Aigner * 17. 2. Alber * 17. 2. Angermeyer 16. 2. Dr. Bangemann * 17. 2. Dr. Barzel 17. 2. Dr. Bayerl * 17. 2. Blumenfeld * 17. 2. Dr. Geßner'** 17. 2. Fellermaier * 17. 2. Flämig * 17. 2. Dr. Früh* 17. 2. Dr. Fuchs * 17. 2. Gertzen 17. 2. Haase (Fürth) * 17. 2. Hoffmann (Saarbrücken) * 17. 2. Dr. Hupka *** 17. 2. Dr. Jahn (Braunschweig) * 17. 2. Dr. Jobst 17. 2. Jung* 17 2. Dr. h. c. Kiesinger 24. 2. Dr. Klepsch * 17. 2. Klinker *17 2. Dr. Kraske 24. 2. Lange * 17 2. Anlage zum Stenographischen Bericht Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich Lemp *172. Lücker 172. Luster* 172. Dr. Müller ** 172. Müller (Mülheim) * 172. Müller (Wadern) * 17. 2. Dr. Müller-Hermann *172. Ollesch 17. 2 Picard 17.2. Schmidt (München) * 17. 2. Schreiber * 17. 2. Dr. Schwörer * 17. 2. Seefeld * 17. 2. Sieglerschmidt * 17. 2. Dr. Starke (Franken) ' 17. 2. Dr. Todenhöfer 24. 2. Tönjes 24. 2. Frau Dr. Walz * 17. 2. Wawrzik * 17. 2. Würtz * 17. 2. Wuttke 17. 2. Zebisch 17. 2. Zeyer* 17. 2. Zywietz * 17. 2. * für die Teilnahme an Sitzungen des Europäischen Parlaments ** für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen Versammlung des Europarates *** für die Teilnahme an Sitzungen der Nordatlantischen Versammlung
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von: Unbekanntinfo_outline


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: ()
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: ()

    Einerseits gehe es darum, alles menschenmögliche zu tun, um das Leben des Antragstellers zu schützen. Auf der anderen Seite aber werde mit dem Eingehen auf die Forderung der Entführer das Leben weiterer Unbeteiligter in höchstem Maß gefährdet; denn die elf inhaftierten Terroristen seien besonders gefährlich.
    Sie, Herr Bundesjustizminister, haben vorgetragen:
    Nach ihrer Freilassung würden sie, wie die Erfahrungen nach dem Entführungsfall Lorenz gezeigt hätten, ihr verbrecherisches Tun fortsetzen. Mit diesen Forderungen
    — so haben Sie damals vorgetragen —
    solle die Grundlage der Rechtsstaatlichkeit getroffen werden. Ihre Erfüllung würde den Staat um ,die Fähigkeit bringen, Schutz zu gewähren. In dieser außerordentlichen Notsituation gebe es keine Entscheidung, die ... als die allein richtige bezeichnet werden könne. Vielmehr müssen den verantwortlichen staatlichen Organen ein Beurteilungs- und Entscheidungsspielraum verbleiben.
    Soweit das Zitat aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
    Meine Damen und Herren, was heißt das, übersetzt in die Sprache des Nichtjuristen? Nichts anderes, als daß die Bundesregierung von den Angehörigen von Hanns Martin Schleyer verlangte, daß sie das Opfer des Todes ihres Ehemannes und Vaters im Interesse des Rechtsstaates hinzunehmen habe. Noch nie und zu keiner Zeit hat man, .mit dem Rechtsstaat vereinbar,. ein größeres Opfer von jemandem verlangt. Man hat Unzumutbares im Interesse des Rechtsstaates unseren Mitbürgern zugemutet. Meine Damen und Herren, ich wende mich hier ganz besonders an die Kollegen Coppik, Hansen und andere, und ich wende mich nicht zuletzt an die Bundesregierung und an alle Kollegen der Koalition in diesem Hause. Vor diesem Hintergrund ist es nicht begreifbar, daß Sie dem Staat in der Verfolgung dieser Verbrechen so enge Grenzen setzen, wie Sie es mit Ihrem Vorschlag heute tun. Können Sie uns und den Bürgern dies begreiflich machen? Ist das die Antwort, die eine Koalition auf die größte Herausforderung unseres Rechtsstaates hat?

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Wir kläglich mutet es eigentlich an, wenn Sie mit uns gar noch unter Berufung auf den Rechtsstaat über die Vereinbarkeit unserer Vorschläge mit der Verfassung rechten wollen! Soll der Staat angesichts eines solchen Vorgangs nicht das Recht haben, dem Verteidiger die Überwachung des Gesprächs zuzumuten? Die Bundesregierung hat zutreffend die Gefährlichkeit der Terroristen in dem Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gekennzeichnet. Die Sicherungsverwahrung verurteilter Terroristen zum Schutz des Lebens vieler Bürger aber scheint Ihnen zu weit zu gehen. Wer wollte nicht, daß der Bürger vor Eingriffen des Staates möglichst verschont bleibe? Wir alle wollen das. Aber wer das Opfer des Lebens als zumutbar erachtet, sollte auch die Durchsuchung von Wohnkomplexen als zumutbar erachten. Die Bürger des Staates sind zu diesen Opfern bereit.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Das Gesetzgebungspaket, meine Damen und Herren, das Sie uns vorlegen, ist unzureichend, unvollkommen und in gar keiner Weise geeignet, auch nur im Ansatz zu einem Erfolg in der Verbrechensbekämpfung zu kommen. Meine Kollegen Dr. Wittmann und Hartmann werden im einzelnen zu Ihren Vorstellungen noch Stellung nehmen. Lassen Sie es mich bei einigen grundsätzlichen Bemerkungen bewenden.
    Kein einziger Vorschlag, den Sie von der Koalition vorlegen, betrifft das materielle Strafrecht. Natürlich kennen wir den immer wieder von Ihnen geäußerten Einwand, das Strafrecht sei nicht geeignet, mit dem Problem fertig zu werden. Dazu gehörten mehr, so sagen Sie, und auch andere Maßnahmen. Zugegeben: Wer mit strafrechtlichen Mitteln allein das Problem zu bewältigen versuchte, müßte scheitern.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Sehr richtig!)

    Wer es aber ohne das Strafrecht schaffen will, wird nicht weniger scheitern.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    So sicher die Erhöhung eines Strafrahmens, für sich allein gesehen, unzulänglich ist, so gewiß ist, daß ein Staat nicht darauf verzichten kann, mit der Strafdrohung auch sein Unwerturteil über eine Tat zu verbinden. Wir müssen doch deutlich machen, welches Maß an verbrecherischer Intensität terroristische Straftaten beinhalten. Es geht bei der Straf-



    Dr. Eyrich
    verschärfung um die sichtbare Achtung der Tat und um die Bedeutung des Rechtsguts, das wir schützen wollen. Wir haben von dieser Stelle aus oft gehört — Sie haben es in Ihrer Rede damals selbst angeführt, Herr Justizminister —, daß es unvermeidlich sei, höhere und härtere Strafen gegen Rechtsbrecher etwa auf dem Gebiet des Wuchers, der Wirtschaftskriminalität und auf anderen Gebieten zu verhängen. Warum sollte das denn nicht auch hier gelten?

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Kann mir einmal jemand erklären, warum man in unserer Systematik diesen Unterschied macht? Die Strafvorschriften haben eben neben anderen Zwekken auch den Sinn, abschreckend zu wirken. Nicht der zum Mord entschlossene Terrorist wird abgeschreckt werden; das wissen wir auch. Aber jeder, der zu diesen Banden stößt, soll die Schwellen erkennen, die zu überschreiten er sich anschickt. Mordende Terroristen, so ist schon oft gesagt worden, fielen nicht vom Himmel; das ist schon zutreffend. Aber eine Erkenntnis aus der Tagung unserer Partei über die Ursachen des Terrorismus ist, daß der Weg in den Terrorismus oft lang ist, ein Weg, der bei Häuserbesetzungen und anderen Dingen beginnt. Dem und nichts anderem wollen wir Rechnung tragen, wenn wir die Strafen verschärfen wollen.
    In Ihrem Entwurf findet sich nichts über die Notwendigkeit der Verhängung der Sicherungsverwahrung — trotz mehrmaliger Andeutungen des Bundeskanzlers. Eines aber muß vom Tisch, meine Damen und Herren: Lassen Sie endlich die Andeutungen beiseite, mit denen Sie die Sicherungsverwahrung immer wieder in die Nähe der Maßnahmen des Nazismus zu rücken versuchen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Das ist — das sage ich an die Adresse eines jeden, der diesen Versuch unternimmt — schlicht und einfach pure Infamie. Sind Sie denn von den tüchtigen Beamten des Justizministeriums so schlecht beraten, daß Sie nicht wüßten, daß die Sicherungsverwahrung schon lange geltendes Recht ist? Herr Justizminister Vogel, schaffen Sie hier doch endlich Klarheit! Sagen Sie den Bürgern doch, daß die Sicherungsverwahrung ein legitimes, verfassungskonformes Mittel ist, das nichts anderes will, als die Bürger vor gefährlichen Rechtsbrechern zu schützen! Sagen Sie, daß die Sicherungsverwahrung uns davor schützt, daß einmal gefaßten Terroristen in Zukunft erneut Gelegenheit gegeben wird, Menschen zu töten, sie zu entführen, Angst und Schrecken zu verbreiten und unsere Demokratie zu zerstören!

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Sagen Sie den Zweiflern auch, und ich sage es Ihnen — ich habe mich gewundert, daß es in keinem Beitrag, den Sie geleistet haben, in diesem Zusammenhang zum Ausdruck gekommen ist —, daß die Notwendigkeit der Sicherungsverwahrung in Zeitabständen überprüft und so erreicht wird, daß derjenige, der nach menschlichem Ermessen eine Gefahr nicht mehr darstellt, auch entlassen werden kann! Wer so wie Sie die Gefährlichkeit der Terroristen
    zutreffend gekennzeichnet hat, sollte daraus auch die Konsequenz ziehen. Nehmen Sie doch auch hier eine Güterabwägung vor, meine Damen und Herren! Denken Sie an die Opfer und die zukünftig Gefährdeten mindestens in gleichem Maße wie an die Verurteilten!

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Es ist doch unvorstellbar, daß wir alle hier in diesem Hause eines Tages Rechenschaft darüber ablegen müßten, warum wir so gefährliche Täter wieder in die Freiheit entlassen und ihnen die Möglichkeit gegeben haben, womöglich jemanden zu töten.
    Sie haben die Möglichkeit geschaffen — damit komme ich zu einem anderen Punkt —, eine Person, die einer strafbaren Handlung verdächtig ist, zur Feststellung ihrer Personalien festzuhalten. Nach Ablauf von zwölf Stunden — so ist es Ihr Wille — soll diese Person wieder freigelassen werden, auch dann, wenn die Identität nicht festgestellt werden konnte, auch dann, wenn nicht auszuschließen ist, daß es sich um einen gesuchten Straftäter handelt, eben halt auch, Herr Kollege Engelhard, um einen Terroristen.
    Schließlich ein Wort zu der von Ihnen gefundenen — ja, soll man so sagen? — „Lösung" der Razzien. Angesichts der Erscheinungsweise des terroristischen Verbrechens ist es geradezu lächerlich, was Sie hier an Lösungen anbieten. Wie immer Sie auch das „Gebäude" definieren wollen, ob es einen Zugang oder zwei Zugänge, ob es eine Klingel oder zwei Klingeln haben soll, ist in diesem Zusammenhang völlig unbedeutend. Was aber bedeutend ist und was mehr wiegt als alles andere, sind die Erfahrungen, die wir aus dem letzten Entführungsfall haben. Ich kann mich noch sehr lebhaft daran erinnern, Herr Kollege Maihofer, in wie sehr anschaulicher Weise Sie damals im Innenausschuß von „Wohnhalden" und „Gebäudekomplexen" gesprochen haben, die zu durchsuchen erforderlich gewesen sei.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Das hat er alles vergessen!)

    Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie nachdrücklich Sie, Herr Kollege Maihofer, gefordert haben, daß gerade solche Gebäudekomplexe, ganze Viertel sollen durchsucht werden können. Heute kommen Sie mit dem Vorschlag, daß mit einem Durchsuchungsbefehl nur ein einzelnes Gebäude untersucht bzw. durchsucht werden darf. Haben Sie schon einmal daran gedacht, meine Kollegen von der Koalition, daß eine Durchsuchung einer Wohnung niemandem verborgen bleibt, und wissen Sie denn nicht, daß dann gerade die Gefahr besteht, daß die im nächsten Häuserblock befindlichen Terroristen Zeit haben werden, sich abzusetzen?
    Das sind Fragen über Fragen, die Sie niemandem bisher beantwortet haben. Da hat mich doch ein bißchen die Feststellung des Vizekanzlers Genscher erschüttert — auf Ihre erneute Modifikation Ihrer einmal gebrachten Vorschläge —, man begrüße jede Art der weiteren Liberalisierung der Gesetze. Ja, was ist denn das für ein Verständnis von dem An-



    Dr. Eyrich
    spruch des Staates, das Leben der Bürger zu schützen?!

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Das hat nichts mehr mit der Liberalisierung zu tun, sondern das hat etwas damit zu tun, ob wir die uns übertragene Verantwortung ernst nehmen oder nicht.
    Einige Bemerkungen gestatten Sie mir bitte noch zur Verteidigerüberwachung. Von Anfang an bildete sie einen zentralen Punkt unserer Auseinandersetzungen. In keiner, aber auch in keiner anderen Frage — das muß ich Ihnen von der Regierung und auch von der Koalition sagen — offenbart sich deutlicher die Konzeptlosigkeit. Sie übertreffen sich hier in der Tat selbst. In keiner anderen Frage haben wir mehr zu spüren bekommen, daß — der Einsicht zum Trotz — Sie der Machterhaltung mehr Gewicht beimessen als dem Sie fordernden Handeln.
    Seit dem Jahre 1973, genau genommen seit Dezember 1973 läuft dieser spannende Film, wenn ich es einmal so nennen darf; denn nichts anderes ist es. Zunächst wird die Überwachung des mündlichen Verteidigerverkehrs kategorisch abgelehnt mit der Behauptung, dies sei nicht rechtsstaatlich. Dann beginnt das inzwischen altbekannte Verfahren, daß nach Terroranschlägen alle Maßnahmen versprochen werden. Daß hinterher dann alles wieder vergessen wird, sei am Rande erwähnt. Nach der Ermordung des Kammergerichtspräsidenten von Drenkmann erfolgt eine Vorlage des Bundesministers der Justiz zur Überwachung des mündlichen und schriftlichen Verkehrs. Ihm folgt ein Kabinettsbeschluß, mit dem die Überwachung des mündlichen Verteidigerverkehrs bestätigt wird. Ihr Kabinett hat dies damals bestätigt. Dazu kommt, daß Sie, Herr Kollege Schäfer, als stellvertretender Vorsitzender dieser SPD-Fraktion die Beschlüsse des Bundeskabinetts bezüglich der Verteidigerüberwachung als ausgewogen und dem Rechtsstaat angemessen bezeichnet haben. Dann folgt die Absage der Koalitionsfraktionen an diese Regelung.
    Im März 1975 erfolgt der Anschlag auf die Deutsche Botschaft in Stockholm. Es ist bekannt, daß wesentliche Teile dieses Anschlags im Gefängnis geplant worden sind. Bundeskanzler Schmidt empfiehlt unter dem Eindruck dieser Eskalation der Gewalt eine Überwachung des Verteidigerverkehrs. Er spricht sich wiederholt für die Überwachung des Gesprächs zwischen Verteidiger und Mandanten aus. Das gleiche tut der Vizekanzler.
    Auch die Justizministerkonferenz beschließt zum zweitenmal die Überwachung des mündlichen Verkehrs zwischen Verteidiger und Angeklagtem. Aber auch diesmal wird die Rechnung ohne den berühmten Wirt gemacht. Die Koalitionsfraktionen lehnen die von der Bundesregierung vorgeschlagene Regelung ab.
    Es ist natürlich verständlich, daß der Bundeskanzler und Sie alle versuchen, jetzt eine andere Begründung zu geben. Plötzlich ist nicht mehr davon die Rede, die Verteidigerüberwachung sei nicht rechtsstaatlich; nunmehr behauptet man, sie sei nicht praktikabel, obwohl der Bundesjustizminister in diesem Hause in Übereinstimmung auch mit unserer Meinung dargestellt hat, daß sie zwar keinen hundertprozentigen Schutz biete, aber immerhin so viel Erfolg verspreche, daß es sich lohne, die gesetzliche Regelung in Kraft zu setzen.
    Schließlich verfallen Sie dann auf den Ausweg, eine Regelung zu treffen, die den Ausschluß der Verteidiger ermöglicht, und ringen sich zu dem Entschluß durch, eine Trennscheibe als angemessene und ausreichende Maßnahme zu bezeichnen.
    Auch wir wissen, meine Damen und Herren, daß die Überwachung des mündlichen Verkehrs zwischen Verteidiger und inhaftierten Mandanten keinen hundertprozentigen Schutz darstellt. Das haben wir des öfteren gesagt.
    So sehr die Trennscheide ein wirksames Mittel sein kann, die Übergabe von Gegenständen zu verhindern — da stimmen wir alle mit dem Herrn Generalbundesanwalt nahtlos überein —, so sicher ist allerdings auch, daß sie eines nicht kann: Sie kann die Konspiration zwischen Verteidiger und Mandanten, wie wir sie vielfach erlebt haben und auch in Zukunft noch erleben werden, nicht verhindern.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Sagen Sie uns bitte nicht, daß die von Ihnen vorgeschlagene Regelung des Verteidigerausschlusses ein ausreichender Ersatz sei. Der ausgeschlossene Verteidiger kann — das wissen Sie so gut wie wir — am nächsten Tag durch einen anderen mühelos ersetzt werden. Mühelos wird er auch die gewonnene Erkenntnis des früheren Verteidigers auswerten können. Auch hier genügt ein Hinweis auf die gemachten Erfahrungen. Die Kanzleien, die mit konspirativen Anwälten besetzt sind, werden immer wieder jemanden finden, den sie an Stelle des ausgeschlossenen Verteidigers zu dem einsitzenden Terroristen schicken können.
    Nein, meine Damen und Herren, das ist keine Lösung, danz abgesehen davon, daß doch auch Sie selbst gesagt haben, die Trennscheibe bedürfe nicht einer gesetzlichen Grundlage, sie sei heute schon zulässig. Dann verkaufen Sie sie doch all diese Dinge nicht als Ihre Initiative! Dann verkaufen Sie sie doch nicht als das Neue, was Verbrechen verhindern soll, wenn wir es schon längst tun könnten, nur niemand bisher den Mut gefunden hat, es zu tun!

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Aber jetzt, nachdem auch das versagt, Herr Kollege Engelhard, suchen Sie einen anderen Ausweg. Sie finden ihn immer wieder einmal. Aber dieser Versuch ist nun in der Tat untauglich. Sie versuchen, den Bürger draußen zu suggerieren, wir hätten keine anderen Möglichkeiten als die der Änderung des Strafrechts und des Strafprozeßrechts zur Bekämpfung des Terrorismus angeboten.
    Meine Damen und Herren, lassen Sie mich mit aller Deutlichkeit sagen: Keine, andere Fraktion und bisher auch kein Ministerium hat ein auch nur annähernd so wirksames Gesamtkonzept, wie wir es



    Dr. Eyrich
    seit Oktober 1977 dem Hohen Hause zugeleitet haben, jemals hier vorgelegt.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Noch in der Haushaltsdebatte haben Sie, Herr Kollege Maihofer, zu erklären versucht, daß im Bereich der präventiven Maßnahmen, der Gefahrenabwehr, in Legislative und Exekutive der Schwerpunkt der Politik der Koalition liege. Sie haben aber vergessen, zu sagen, daß von Ihnen diesem Hause noch nicht ein einziger nennenswerter Vorschlag zugeleitet worden ist.
    Auch hier nur einige Beispiele. Ende November hat die Innenministerkonferenz die abschließende Entscheidung zum einheitlichen Polizeirecht getroffen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt, Herr Innenminister, hätte die Bundesregierung doch ihren Gesetzentwurf einbringen können. Er ist weit und breit nicht in Sicht, und er ist u. a. deswegen nicht in Sicht, weil unterdessen der SPD-Parteitag stattgefunden hat, bei dem man klar und deutlich zum Ausdruck gebracht hat, man wolle das so nicht, wie Sie selbst doch noch bei den gemeinsamen Gesprächen gesagt haben, daß wir es vorlegen müßten, weil es notwendig sei, wenn wir den Terrorismus auch nur annähernd wirksam bekämpfen wollten. Im Gegenteil, nach den Beschlüssen der Koalition zur Änderung der Strafprozeßordnung — mein Kollege Hartmann wird darauf noch zurückkommen — ist doch dieser Entwurf, wenn ich so sagen darf, schon vorgeburtlich erheblich geschädigt.
    Wenn es nach Ihren Vorstellungen, meine Damen und Herren von der Koalition, geht, wird die Polizei künftig weniger Rechte haben, als sie heute hat.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Sehr richtig!)

    Sie wird weiterhin gezwungen sein, auf peinliche Ausreden auszuweichen, nach Warndreiecken zu fragen, wenn nach terroristischer Ausrüstung gesucht wird. Die Unehrlichkeit, der Sie huldigen, zwingen Sie auch noch der Polizei auf. Nach außen wird auf sogenannte rechtsstaatliche Bedenken abgehoben, aber verdeckt muten Sie dem Beamten zu, auf eigenes Risiko zu tun, was .dringend nötig ist.

    (Schwarz [CDU/CSU]: Sehr sozial!)

    Wir haben Anfang Oktober das Polizeigesetz vorgelegt und haben dabei die Beschlüsse der Innenminister zum Teil vorweggenommen. Im übrigen warten wir bis heute auf die Vorschläge der Bundesregierung. Wenn es Ihnen um die Sache ginge — und nicht darum, auf jeden Fall die Priorität der Regierung zu sichern —, hätte dieses Polizeigesetz noch vor der Osterpause des Jahres 1978, noch in den nächsten vier bis sechs Wochen von diesem Hause verabschiedet werden können, und dann hätte man wenigstens in etwa davon sprechen können, daß dieses Parlament nachweist, daß es gewillt ist, das zu tun, was ihm aufgegeben ist.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Herr Innenminister, Sie haben dann hier in der Haushaltsdebatte groß zum besten gegeben, Sie
    hätten ein Melderecht vorgelegt. Dieses Melderecht liegt bis zum heutigen Tage niemandem vor!

    (Schwarz [CDU/CSU]: Sehr richtig!)

    Es liegt ein Entwurf vor; dieser Entwurf ging ins Bundeskabinett. Ich frage einmal den die Richtlinien bestimmenden Kanzler, wo er nun eigentlich geblieben ist.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Das Bundeskabinett hat nicht die Kraft gehabt, ein Meldegesetz zu verabschieden, das dem einzelnen zumutet, sich irgendwo einzutragen. Ich meine immer, das wäre doch bei Gott zumutbar! Und dann, Herr Kollege Maihofer, stellen Sie sich doch bitte nicht hierher und tun Sie nicht so, als ob das alles längst bereinigt wäre. Es ist eben leider nichts bereinigt. Nur muß man das draußen endlich wissen, damit nicht eines Tages jemand kommt und sagt: Ihr alle seid daran schuld. Wir können für uns in Anspruch nehmen, daß etwas geschehen wäre, wenn Sie uns gefolgt wären, auch wenn Sie Ihre Bedenken geltend gemacht hätten; Sie können glauben, daß wir in dem einen oder dem anderen Punkte doch in der Tat mit uns hätten reden lassen. Aber Sie können uns nicht zumuten, daß wir schweigen, wenn Sie von dieser Stelle aus den Bürgern erklären wollen, wir hätten kein Konzept, obwohl es seit Oktober 1977 vorliegt, und Sie hätten die Lösung des Problems, obwohl Sie noch nicht einmal den kleinsten Paragraphen im Meldegesetz zustande bringen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Herr Kollege Maihofer, Sie berühmen sich ständig des Bundeskriminalamtes und seines Informations systems. Um jeden Verdacht auszuschließen: Daß das Bundeskriminalamt einen Zuwachs an Personal und einen Zuwachs an Mitteln bekommt, ist richtig; dazu stehen wir, und ich meine, das sei zwischen uns unstreitig. Aber haben Sie, Herr Kollege Maihofer, nicht auch ein bißchen den Eindruck, daß an die Stelle solider, kontinuierlicher Arbeit auf stabiler Grundlage doch eine, ich möchte fast sagen, systematisch geförderte Unruhe, Hektik und auch Betriebsamkeit in ständig wechselnder Richtung getreten ist? Haben nicht auch Sie den Eindruck, daß die Kompetenzerweiterungen im Jahre 1973 und die Absprachen mit den Ländern über die Aufgabenverteilung bei der Terroristenbekämpfung in den Jahren 1974 und 1975 Unruhe gebracht haben? Haben Sie nicht auch den Eindruck, daß schließlich im Ernstfall 1977, bei der Entführung von Hanns Martin Schleyer, ein Kabinettsbeschluß über eine sogenannte zentrale Einsatzleitung alles wieder ganz anders organisiert, die Ministerialinstanz ausgeschaltet, Hierarchien auf den Kopf gestellt hat und schließlich auch noch die Länder irritieren mußte?
    Schließlich noch ein Wort zum vielgepriesenen Informationssystem. Herr Maihofer, Sie müssen einmal mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts ein sehr ernstes Wort sprechen. Ich muß Ihnen den Vorwurf machen: Er und Sie sind die Konzeption für die Zukunft schuldig geblieben.

    (Beifall bei der CDU/CSU)




    Dr. Eyrich
    Da veranstaltet, wenn ich das jetzt einmal, zugegeben, ein bißchen flapsig, sagen darf, der Herr Herold alle paar Monate eine neue Aufführung seiner Computer-Festspiele vor Abgeordneten und Journalisten. Er hat uns aber noch keine Antwort darauf gegeben, wie das nun alles weitergehen soll. Vor einem Jahr haben es ihm seine Länderkollegen abverlangt, die seine Hinhaltetaktik mit endlosen Diskussionen auf unterster Ebene _durchschaut hatten. Vor einem halben Jahr, Herr Innenminister Maihofer, haben die Länderminister von Ihnen ein klares Konzept gefordert. Sie haben die Frist angenommen, aber Sie haben sie längst überschritten.
    Ich muß noch einmal die Frage stellen: Haben Sie nun ein Konzept? Haben Sie die Zustimmung des Finanzministers? Wann legen Sie es vor? Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie alle Fragen mit Nein beantworten. Statt dessen bringen Sie immer wieder neue, immer wieder andere, immer wieder in eine andere Richtung gehende Entwürfe zur Änderung des Gesetzes über das Bundeskriminalamt. Lassen Sie sich sagen: Was wir brauchen, was Sie nicht bieten können, das ist ein Konzept, das angetan ist, wieder Ruhe in die Reihen der Polizei zu bringen

    (Beifall bei der CDU CSU)

    das der Polizei die Gewißheit gibt, wo sie zuständig ist, wofür sie zuständig ist, welche Aufgaben sie hat und worauf sie sich verlassen kann, wenn sie Anfragen an das zentrale Informationssystem stellt. Das sind doch die Fragen, die uns interessieren. Dann hört auch die Diskussion über die viel gerühmte Bundespolizei auf, wenn Sie ein Konzept vorlegen.

    (Beifall bei der CDU/CSU)

    Dann können Sie nach draußen glaubhaft machen, daß es nicht darum geht.
    Meine Damen und Herren, um zum Abschluß zu kommen: Die Bilanz auf diesem Gebiete der inneren Sicherheit und der Bekämpfung des Terrorismus ist bis zur Stunde eindeutig negativ. Es ist eine zu lange Zeit verstrichen, in der das Erforderliche hätte getan werden müssen. Und nicht nur das: Die Tagung unserer Partei über die geistigen Ursachen des Terrorismus hat deutlich gemacht, daß wir uns weiterhin der geistigen Auseinandersetzung stellen werden, weil wir überzeugt sind, daß der Terrorismus keine Chance hat, wenn wir sie ihm selbst nicht geben. Unser freiheitlicher Rechtsstaat wird Bestand haben, wenn die Bürger zu ihm stehen, ihn schätzen und an seiner Entwicklung mitwirken. Dieser freiheitliche Rechtsstaat verdient unseren Einsatz, verdient unser Vertrauen und unsere Wertschätzung, weil er wie kein anderer die Möglichkeit der Freiheit in menschlicher Würde bietet. Wir alle sind aufgerufen, diese Einsicht zu fördern. Meine Damen und Herren, Grundlage unseres Zusammenlebens sind Toleranz und Achtung der Würde des Nächsten. Tragen wir Sorge dafür, daß die junge Generation diese Grundwerte unserer Verfassung vermittelt erhält, nicht Konfliktdenken und Gewalt, sondern Streben nach Frieden und Freiheit und sozialer Gerechtigkeit. Wer gelernt hat, Achtung vor dem Recht des Nächsten zu haben, wird den Weg in die Gewalt nicht gehen, und dem sollte unser ganzes Bemühen gelten.

    (Lebhafter Beifall bei der CDU/CSU)



Rede von: Unbekanntinfo_outline
Das Wort hat der Herr Abgeordnete Dr. Emmerlich.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Dr. Alfred Emmerlich


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der vorliegende Gesetzentwurf ist in den vergangenen Wochen als „Antiterrorgesetz" bezeichnet worden, und die Ausführungen des Herrn Kollegen Eyrich haben nichts dazu beigetragen, diesen Eindruck zu korrigieren. Diese Bezeichnung „Antiterrorgesetz" ist aus zwei Gründen unpräzise.
    Dieses Gesetz richtet sich nicht nur gegen den Terrorismus. Es will für Aufgaben, die die Polizei im Rahmen der Strafverfolgung hat, eine Rechtsgrundlage schaffen, die im Strafverfahrensrecht selbst angesiedelt ist und auf die besonderen Bedingungen der Strafverfolgung abgestellt ist, die einerseits darin bestehen, daß eine umfassende Aufklärung von Straftaten und die Durchsetzung des staatlichen Strafanspruchs sichergestellt sein müssen, während andererseits dafür gesorgt sein muß, daß die Grundsätze und Prinzipien einer freiheitlichen und rechtsstaatlichen Grundordnung eingehalten werden.
    Die Bezeichnung „Antiterrorgesetz" ist auch deshalb unpräzise, weil der Eindruck entstehen könnte, als ob mit diesem Gesetz alles das getan werden könnte, was zur Bekämpfung des Terrorismus erforderlich ist. Ein solcher Eindruck ist in mehrfacher Hinsicht falsch.
    Der Terrorismus kann durch gesetzgeberische Maßnahmen allein nicht erfolgreich bekämpft werden, im Gegenteil, das Schwergewicht der Terrorismusbekämpfung liegt auf exekutivem polizeilichem Gebiet und ebensosehr — wenn nicht mehr — in dem, was angesprochen ist, wenn von geistiger Auseinandersetzung und von Erforschung der Ursachen gesprochen wird.
    Soweit gesetzgeberische Akte notwendig sind, können sie nicht mit Schwerpunkt im Strafrecht oder im Strafverfahrensrecht erfolgen, sondern vielmehr im Polizeirecht und in der polizeilichen Organisation. Aber vor allem müssen sie im Bereich der gesamten Gesellschaftspolitik überhaupt erfolgen,

    (Beifall bei der SPD)

    z. B. in der Bildungspolitik, in der Jugendpolitik, in
    der Arbeitsmarktpolitik und in der Familienpolitik.
    Dieses Gesetz ist auch nicht das erste oder das bedeutendste Gesetz, das der Terrorismusbekämpfung dient, im Gegenteil: Wichtige Gesetz sind bereits in der 7. Legislaturperiode verabschiedet worden,

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Vor allen Dingen für den Bildungssektor!)

    andere werden auf Grund der neuesten Entwicklungen und Erfahrungen vom Bundesminister des Innern bald vorgelegt werden.
    Gestatten Sie mir, meine sehr geehrten Damen und Herren, einige zusätzliche Bemerkungen zu diesen allgemeinen Aspekten der Terrorismusbekämpfung.
    Ich hoffe, wir alle sind uns einig im Ziel. Wir müssen Terroranschläge verhindern, jedenfalls, soweit das geht, erschweren. Sofern es doch zu terroristi-



    Dr. Emmerlich
    schen Anschlägen kommt, müssen die dafür strafrechtlich Verantwortlichen ermittelt, ergriffen und bestraft werden.
    Was ist zu tun, um dieses Ziel zu erreichen, ihm jedenfalls so nahe wie möglich zu kommen? Welche sind die Bedingungen, von denen die Aktionsfähigkeit der Terroristen und terroristischer Organisationen in einer Industriegesellschaft wie der unseren abhängt? Die Terroristen benötigen, um handlungsfähig zu sein, Waffen, Munition und Sprengstoff. Sie benötigen vielerlei Stützpunkte, insbesondere Wohnungen in anonymen Wohngebieten. Um ihre unbedingt erforderliche Mobilität herzustellen, benötigen sie Kraftfahrzeuge. Sie haben Identitätspapiere aller Art nötig, um ihre Identität zu verwischen oder zu verfälschen. Sie benötigen ein funktionierendes Kommunikationssystem, und sie müssen über große Finanzmittel verfügen können. Vor allem aber benötigen die Terroristen ein Umfeld von Helfern, Helfershelfern und solchen Personen, die ihr Vorgehen billigen.
    Wir müssen diese objektiven Bedingungen für die Aktionsfähigkeit terroristischer Organisationen erschweren, müssen ihnen den Zugang zu diesen Hilfsmitteln so schwer machen, wie das möglich ist. Deshalb z. B. die Verschärfung des Waffenrechts 1972, 1976 und in dem dem Bundestag zur Zeit vorliegenden Gesetzentwurf.
    Gestatten Sie mir hier einen Einschub. Die Tatsache, daß die Waffenbeschaffung auch im Ausland möglich ist, daß deutsche Terroristen ins Ausland ausweichen, um dort Ruhe- und Bereitstellungsräume zu beziehen, sowie die Entführung der Lufthansa „Landshut" durch ein internationales Terrorkommando machen die internationale Dimension einer erfolgreichen Terroristenbekämpfung deutlich und zeigen, wie wichtig es war — und nach wie vor ist —, daß die Bundesregierung die internationale Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung mit Energie gefördert und die Kooperationsbereitschaft ausländischer Staaten mit uns sichergestellt hat. An die Übereinkunft zur Verbesserung der internationalen Luftsicherheit zum Schutz vor Flugzeugentführungen — Den Haag 1970, Montreal 1971 — sei erinnert, ebenso an die Diplomatenschutzkonvention von 1973, vor allem aber an das jüngst vom Bundestag verabschiedete europäische Übereinkommen zur Bekämpfung des Terrorismus und an die deutsche Initiative für eine UNO-Konvention gegen Geiselnahme. Diese Bemühungen der Bundesregierung für eine bessere internationale Zusammenarbeit waren z. B. Voraussetzung dafür, daß die Sondereinheit des Bundesgrenzschutzes die Passagiere und die Besatzung der „Landshut" in Mogadischu befreien konnte.
    Zur Reduzierung der Aktionsfähigkeit der Terroristen sind die Bundesländer und die Gemeinden immer wieder angehalten worden, für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen im Meldewesen, bei Kraftfahrzeugzulassungen, bei der Aufbewahrung von Personalausweisen und Pässen zu sorgen. Hier hat sich gezeigt, was allgemein gilt, nämlich ein großer Gewinn an innerer Sicherheit beim Kampf gegen den Terrorismus ist zu erzielen, wenn die bestehenden Gesetze angewandt und voll ausgeschöpft werden.

    (Beifall bei der SPD)

    Soweit es zu einem zusätzlichen Sicherheitsgewinn weiterer gesetzgeberischer Maßnahmen bedarf, insbesondere im Bereich des Meldewesens, der fälschungssicheren Kraftfahrzeugkennzeichen, der Identitätspapiere, der Bankensicherung, des Kraftfahrzeugverleihs, sind diese so weit gefördert, daß sie dem Bundestag in absehbarer Zeit zur Entscheidung vorliegen werden.
    Die Isolierung der Terroristen ist zu einem guten Teil gelungen. Von nichts sind die Terroristen weiter entfernt als von ihrem kardinalen Ziel, eine Basis in der deutschen Bevölkerung zu finden.

    (Beifall bei der SPD und der FDP)

    Nicht geleugnet werden kann jedoch, daß nach den Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden noch immer ein Umfeld von vermutlich weit mehr als 1 000 Personen vorhanden ist, das den Terrorismus unterstützt. Das ist eine der Hauptursachen dafür, daß die Terroristen in der Lage waren, die verbrecherischen Anschläge des letzten Jahres durchzuführen. Dieses vorhandene Umfeld abzuschmelzen und zu verhindern, das es Nachschub erhält, ist mittel- und langfristig die wichtigste Aufgabe, die wir bei der Bekämpfung des Terrorismus zu bewältigen haben.
    Zur Lösung dieser Aufgabe gibt es keine Patentrezepte. Gestatten Sir mir deshalb nur einige allgemeine Bemerkungen. Was die Rechtfertigungstheorien der Terroristen und für den Terrorismus in unserem Lande anlangt: Niemand kann leugnen, daß Staaten zum Unrechtsstaat entarten können und daß im Unrechtsstaat das Recht zum gewaltsamen Widerstand besteht. Niemand aber kann den leisesten Hinweis dafür liefern, daß unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, als ein solcher Unrechtsstaat angesehen werden kann, gleichgültig, welche Kriterien man dabei für richtig hält.

    (Zustimmung bei der SPD)

    Es gibt in unserem Lande kein Recht zum gewaltsamen Widerstand und zum bewaffneten Kampf oder Aufstand.

    (Beifall bei der SPD und der FDP)

    Es gibt vor allem nicht den geringsten Anlaß für den menschenverachtenden Zynismus und die menschenvernichtende Brutalität, mit der die Terroristen bei uns vorgegangen sind. Kein billig und gerecht Denkender wird das in Frage stellen können.
    Nur: Diese Einsicht genügt nicht. Das muß allen, die es angeht, auch deutlich gemacht werden — nicht nur von den Verfassungsorganen, nicht nur von den demokratischen Parteien und den großen gesellschaftlichen Organisationen, sondern auf breiter Front und vor allem dann, wenn dieser Tatbestand angezweifelt oder geleugnet wird.
    Eine weitere Bemerkung. Auch die Klage vom Abbau der Werte in unserer pluralistischen Gesellschaft, von der Wertneutralität unserer Ordnung und davon, daß der Jugend keine Ideale mehr gegeben würden, wird durch ihre ständige Wiederholung nicht richtiger. Richtig dagegen ist — und das darf durch den Blick auf eine Wirtschaftsordnung, die insbesondere von vielen jungen Men-



    Dr. Emmerlich
    schen als materialistisch, als zu sehr am persönlichen Egoismus und als zu wenig am Gemeinwohl orientiert und damit ungerecht bewertet wird, nicht verschüttet werden —, daß die vom Grundgesetz vorgegebene Grundordnung unseres Staates und unserer Gesellschaft keineswegs wertfrei ist, sondern sie ist in einem Maße von Grundwerten für das Leben des einzelnen Bürgers und für das gesellschaftliche Leben bestimmt, daß es sich lohnt, ja, daß jedermann sich aufgerufen fühlen muß, für die Verwirklichung und den Ausbau dieser Grundordnung eifizutreten.

    (Beifall bei der SPD — Zuruf des Abg. Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU])

    Ich bestreite nicht, daß die Wirklichkeit in unserem Lande in mancherlei Hinsicht den Ansprüchen und Postulaten unserer freiheitlichen, demokratischen und sozialstaatlichen Grundordnung nicht entspricht. Freiheit und Menschenwürde sind auch bei uns nicht ungefährdet. Sie müssen im Alltag immer wieder errungen werden. Allzu häufig wird dieses Ziel nicht voll, manchmal auch überhaupt nicht erreicht.
    Ich denke dabei z. B. an die vielerorts geübte Praxis bei der Einstellung in den öffentlichen Dienst. Vor allem aber weise ich darauf hin, daß z. B. vielen Arbeitern auch heute noch die Forderung nach einem humanen Arbeitsplatz als eine Fata Morgana erscheinen muß.
    Wer wollte leugnen, daß die sozialen Grundrechte des Menschen — das Recht auf Arbeit, das Recht auf Ausbildung, das Recht auf Bildung — in unserem Lande Not leiden? Wer sieht nicht, wie schwer es für den einzelnen in einer Massengesellschaft ist, zu erleben, daß er nicht Objekt der politischen Entscheidungen anderer ist, sondern die Möglichkeit zur politischen Mitwirkung und Mitgestaltung hat?

    (Zustimmung bei der SPD)

    Wer von uns Politikern, meine Damen und Herren, will in Abrede stellen, daß auch bei uns selbst zu oft eine zu große Distanz zwischen unseren Worten und unseren Taten besteht?

    (Zuruf von der CDU/CSU: Da sagen Sie etwas Wahres!)

    Wir müssen zur Kenntnis nehmen, daß sich insbesondere bei unserer Jugend Enttäuschung über den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit unserer Verfassung verbreitet. Das ist eine Gefahr, der wir ins Auge sehen müssen und der wir nicht mit schönen Worten begegnen können. Wir müssen uns mehr als bisher anstrengen, um diese Lücke zwischen Sein und Sollen zu beseitigen, zumindest um deutlich zu machen, warum diese Lücke häufig so groß, zu groß ist und trotz aller Anstrengungen noch nicht geschlossen werden konnte.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU]: Meinen Sie, daß das der Herr Coppik auch so sieht?)

    — Ich bin voll davon überzeugt; ich weiß es sogar.
    So berechtigt also die Kritik vieler, vor allem junger Menschen an uns und an manchem ist, was
    auch zum Bild unseres Landes gehört, richtig ist und bleibt: nur bei Bewahrung unserer freiheitlichdemokratischen und sozialen Grundordnung bestehen die Chance, die Situation in unserem Lande zu verbessern, und die Gewähr, daß ein Rückfall in Unfreiheit und Knechtschaft verhindert werden kann.
    Es sind nicht wenige, die glauben, den Terroristen und ihrem Umfeld müsse mit mehr Härte begegnet werden. Max Güde, der frühere Generalbundesanwalt und frühere Vorsitzende des Strafrechtssonderausschusses des Deutschen Bundestages, hat unmittelbar nach der Ermordung des Generalbundesanwalts Buback, seines Fahrers und seines Begleiters zu diesem Problem wie folgt Stellung genommen — ich zitiere —:
    Härte allein ohne menschliches Maß ist kein wirksames Heilmittel gegen Verbrechen. Im Übermaß ist sie schädliches Gift. Nicht die Härte allein verbürgt den Frieden im Staat, sondern die wohlüberlegte gleichmäßige Gerechtigkeit, die sich in ihrem Maß auf das Notwendige beschränkt, so daß sie in ihrer Vernunft auch dem Schuldigen glaubwürdig sein kann.

    (Beifall bei der SPD und der FDP) Die politische Kriminalität

    — so fährt Güde fort —
    unserer Tage hat einen unverkennbaren Zug von geistiger Verwirrung und Besessenheit. Die Gefahr, daß dieses pathologische Element auf die Terroristenverfahren und diejenigen, die sie führen, übergreift, ist unverkennbar und in dem Schrei nach nur mehr Härte und steter Verschärfung offenkundig. Dabei ist es eine uralte Weisheit, daß die größte Härte nicht etwa die wirksamste Gerechtigkeit verbürgt. Gerechtigkeit hängt entscheidend vom rechten Maß ab.

    (Zustimmung bei der SPD)

    Ich möchte, meine sehr geehrten Damen und Herren, hinzufügen: Härte ohne Maß, Hysterie statt Nüchternheit und Besonnenheit, Rache statt Gerechtigkeit, das wäre genau das, was den Kampf gegen den Terrorismus aussichtslos machen, das Umfeld des Terrorismus stärken und nicht zu seiner weiteren Verringerung führen würde.
    Die Beseitigung, jedenfalls die Einengung des Handlungsspielraums der Terroristen in diesem von mir soeben dargestellten Sinn ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist diese: die Erhöhung der Aktionsfähigkeit der Sicherheitsorgane. Dazu gehört eine der Aufgabenstellung entsprechende personelle Stärke und sachliche Ausstattung sowie eine dieser Aufgabenstellung entsprechende Organisation. Die Bundesregierung und die Koalition haben das von Anfang an erkannt und gemeinsam mit den Innenministern der Länder das Erforderliche möglich gemacht. Ich erinnere an das Programm zur inneren Sicherheit, das bereits 1970 konzipiert, seitdem mehrfach fortgeschrieben und Schritt für Schritt realisiert worden ist und wird.
    Ich erinnere auch an die Schaffung des polizeilichen Informationssystems Inpol schon im Jahre 1972.



    Dr. Emmerlich
    Die Bemühungen um seine Verbesserung unter Berücksichtigung der jüngsten Erkenntnisse, insbesondere was den Informationsverbund, den Ausbau eines polizeieigenen Fernsprechfunks und den Aufbau eines Langwellenrundfunk-Sendenetzes anbelangt, werden von uns begrüßt und nachhaltig unterstützt.
    Ich darf in diesem Zusammenhang auch den Ausbau des Bundeskriminalamts zu einer der modernsten zentralen Polizeibehörden der Welt in Erinnerung rufen. Das ist vor allem durch das Zweite Gesetz zur Änderung des Gesetzes über das Bundeskriminalamt bereits im Jahr 1973 geschehen, aber auch und nicht zuletzt durch den personellen und materiellen Ausbau, den das Bundeskriminalamt in den Jahren 1969 bis 1977 erfahren hat. Die Zahl der Stellen beim Bundeskriminalamt betrug im Jahr 1969 933, im Jahr 1977 — man höre und staune — 2 545. Das Haushaltsvolumen des Bundeskriminalamts betrug im Jahr 1969 22,4 Millionen DM, im Jahr 1977 sage und schreibe 172,4 Millionen DM. Zu erwähnen ist schließlich auch die Schaffung der Abteilung Terrorismusbekämpfung im Jahr 1975.
    Ohne dieses moderne Bundeskriminalamt wären die bisherigen Erfolge bei der Terrorismusbekämpfung undenkbar. Allein in der Zeit vom 1. Oktober 1974 bis zum 24. Oktober 1977 sind 239 des Terrorismus verdächtige Personen festgenommen worden. Von 1972 bis Oktober 1974 wurden 140 Terroristen rechtskräftig verurteilt. 74 weitere Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Außerdem laufen 109 Anklagen und 550 weitere Ermittlungsverfahren. Zusätzlich sind 41 Personen ermittelt, die dringend verdächtigt sind, die strafrechtliche Verantwortung insbesondere für die schweren Terroranschläge des letzten Jahres zu tragen. So schmerzlich und gefährlich es ist, daß ihre Ergreifung noch nicht gelungen ist, so besteht doch kein Zweifel daran, daß sie ihrer Verhaftung und Bestrafung nicht entgehen werden.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Ha! „Kein Zweifel" !)

    Ähnlich positive Entwicklungen gibt es beim Bundesamt für Verfassungsschutz und beim Bundesgrenzschutz. Dabei ist vor allem auf die Bildung der Spezialeinheit zur Bekämpfung von Gewaltkriminalität aufmerksam zu machen, ohne die die Befreiung der Besatzung und der Passagiere der „Landshut" nicht möglich gewesen wäre. Wir unterstützen den Bundesminister des Innern bei seinen weiteren Vorhaben zur Stärkung der inneren Sicherheit insbesondere durch Schaffung 5 000 weiterer Stellen im Bereich der inneren Sicherheit und durch eine Ausweitung der Kompetenzen des Bundeskriminalamts zur besseren Bekämpfung des Terrorismus.
    Was den Justizbereich angeht, so bestand und besteht die Aufgabe darin, das formelle und das materielle Strafrecht so auszugestalten, daß auch die Staatsanwaltschaften und die Gerichte das Ihre dazu beitragen können, damit die Herausforderung, die der Terrorismus ist, bestanden wird, d. h. konkret: ergriffene Terroristen einer gerechten Strafe zugeführt werden und der freiheitliche Rechtsstaat gewahrt bleibt.
    Zu diesem Zweck sind bereits 1971 ein neuer Straftatbestand „Entführung von und Attentat auf Luftfahrzeuge" geschaffen und die Strafvorschriften gegen Entführung und Geiselnahme modernisiert worden. 1976 ist der § 129 a in das Strafgesetzbuch eingefügt worden, die zentrale Strafvorschrift für die Strafverfolgung der Terroristen und ihrer Helfer. Ferner sind im gleichen Jahr neben anderem die verfassungsfeindliche Befürwortung schwerster Gewalttaten und die Anleitung zu Gewalttaten unter Strafe gestellt und die Anzeigepflicht, verbunden mit einer Strafsanktion, bei Kenntnis bevorstehender Straftaten terroristischer Vereinigungen eingeführt worden.
    Im Strafverfahrensrecht ist unter anderem das Haftrecht bei dringendem Verdacht terroristischer Straftaten verschärft worden. Es ist dafür gesorgt worden, daß Beschuldigte sich dem Strafverfahren nicht durch schuldhafte Herbeiführung der Verhandlungsunfähigkeit entziehen können. Es ist dem Mißbrauch der Erklärungsrechte im Strafverfahren entgegengewirkt und die Möglichkeit zur Konzentration der Strafverfahren auf die gravierenden Straftaten verbessert worden. Ein weiterer Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Strafverfahren wird zur Zeit im Rechtsausschuß behandelt.
    Ein besonderes Problem für die Bekämpfung des Terrorismus entstand daraus, daß es den Terroristen in unserem Lande gelang, in bis dahin nicht bekannter Weise Verteidiger zu ihren Komplizen zu machen und Rechtsanwälte, die ohnehin Komplizen waren, zum Verteidiger zu bestellen. Das führte zu einer schwerwiegenden Erschwerung des Kampfes gegen den Terrorismus und damit zu einer unerträglichen zusätzlichen Gefährdung der inneren Sicherheit. Das führte aber auch zu einer Beeinträchtigung der Durchführung der Strafverfahren sowie zu einer Minderung. der Effektivität der Verteidigung. Auch dieses konnte nicht verantwortet und hingenommen werden. Deshalb war 1976 die Einführung der richterlichen Überwachung des schriftlichen Verkehrs in Verfahren gegen inhaftierte Terroristen erforderlich, deshalb vor allem haben wir den Ausschluß von Verteidigern ermöglicht, wenn der dringende Verdacht der Komplizenschaft besteht.
    Diese Bilanz der Aktivitäten der Bundesregierung und der Koalition sowohl im polizeilichen als auch im justiziellen Bereich widerlegt den Vorwurf der Opposition, es sei zur Bekämpfung des Terrorismus nichts geschehen oder nicht genug unternommen worden.

    (Zustimmung bei der SPD)

    Zwar ist es richtig, daß weitere Vorschläge von der Opposition vorgelegt sind; zum Teil hatten diese Vorschläge jedoch mit der Terrorismusbekämpfung überhaupt nichts zu tun.

    (Dr. Schäfer [Tübingen] [SPD] : Sehr richtig!)

    Zum anderen Teil waren sie entweder ungeeignet oder — häufig sogar noch zusätzlich — ihrer Annahme standen verfassungsrechtliche bzw. unüberwindliche rechtsstaatliche Bedenken entgegen.



    Dr. Emmerlich

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU]: Macht euch doch nicht lächerlich! Euer linker Haufen will das verhindern! Ein bißchen konkreter! — Weitere Zurufe von der CDU/ CSU)

    Meine Kollegen Dürr und Weber werden das bei der Würdigung der Anträge der Opposition, die wir heute ablehnen werden, belegen.
    Bei dem Ihnen heute zur Entscheidung vorliegenden Gesetzentwurf geht es zunächst einmal um eine Verbesserung der Vorschriften über den Verteidigerausschluß und um eine Erweiterung der Durchsuchungsmöglichkeiten bei der Verfolgung von Beschuldigten, die einer Straftat nach § 129 a des Strafgesetzbuches dringend verdächtigt sind. Es geht aber auch darum, festzulegen, wann, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Konsequenzen für den Betroffenen zum Zwecke der Strafverfolgung Kontrollstellen eingerichtet und Identitätsprüfungen durchgeführt werden dürfen.
    Art. 5 des Gesetzentwurfs können Sie entnehmen, daß dabei das Grundrecht der Wohnung und das der Freiheit der Person eingeschränkt werden. Betroffen sind auch die freie Verteidigerwahl und die Freiheit der Berufsausübung bei Rechtsanwälten. Es handelt sich nicht nur um Eingriffe, die über den Charakter bloßer Belästigungen nicht hinausgehen. Die Durchsuchung einer Vielzahl von Wohnungen, obwohl der Verdächtige nur in einer von ihnen sein kann, ist ein durchaus gravierender Sachverhalt. An einer Kontrollstelle können Hunderte, vielleicht Tausende, angehalten, durchsucht und auf ihre Identität überprüft werden, obwohl von vornherein feststeht, daß allenfalls ein Verdächtiger oder wenige Verdächtige unter ihnen sein können.

    (Dr. Stark [Nürtingen] [CDU/CSU] : Auf den kommt es an!)

    Die Identitätsprüfung kann dazu führen, daß der Betroffene bis zu 12 Stunden festgehalten wird, unter besonderen Umständen auch dann, wenn er einer Straftat nicht einmal verdächtigt ist.
    Wer derartig die Rechte der Bürger in ernst zu nehmender Weise tangierende Maßnahmen beschließt, darf das nicht bedenkenlos tun.

    (Beifall bei der SPD und der FDP)

    Wer in Anspruch nimmt, verantwortungsbewußt zu handeln, muß Bedenken haben. Eine Fraktion, die diesem Bedenken Raum gibt, die mit diesem Bedenken ringt und die sich mit ihrem Bedenken quält, verdient keinen Tadel.

    (Erhard [Bad Schwalbach] [CDU/CSU] : Für das Quälen nicht, nur für das, was herauskommt!)

    Eine Fraktion dagegen, in der sich dieses Bedenken nicht artikuliert, muß sich fragen und muß gefragt werden, ob ihr nicht etwas Wichtiges verlorengegangen ist.

    (Beifall bei der SPD und der FDP — Dr. Eyrich [CDU/CSU] : Aber sie muß nicht mit jedem Bedenken gleich auf den Markt!)

    Ich bin froh darüber, einer Fraktion angehören zu dürfen, die sich ihre Bedenklichkeit vor solchen Eingriffen in Bürgerrechte bewahrt hat.

    (Beifall bei der SPD)

    Die SPD-Fraktion ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Überzeugung gekommen, daß der Schutz unserer Bürger vor Kriminalität, vor allem vor terroristischen Gewalttaten, daß die Bewahrung unserer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung und die Erhaltung der Fähigkeit dieses unseres Staates, den inneren Frieden zu gewährleisten und das Gewaltverbot jedermann gegenüber durchzusetzen, dieses Gesetz notwendig machen, ja, daß es unerläßlich ist.

    (Beifall bei der SPD und FDP)

    Wir haben, meine Damen und Herren, keine Veranlassung zu verschweigen, daß einige unserer Kollegen eine andere Bewertung für richtig halten. Wir respektieren ihre Auffassung in der Sache, weil wir aus den gemeinsamen Beratungen wissen, daß sie es sich genauso schwer gemacht haben wie wir, die große Mehrheit der Fraktion, und weil bei niemandem von ihnen der leiseste Zweifel daran erlaubt ist, daß sie wie wir zu einer entschlossenen, energischen und wirksamen Bekämpfung des Terrorismus bereit sind.

    (Dr. Eyrich [CDU/CSU]: Den Zweifel haben wir nach wie vor!)

    Den Bürgern in unserem Lande, denen, die eine wirksame Bekämpfung des Terrorismus wünschen, und denen, die sich um die Bewahrung der freiheitlichen, demokratischen, rechtsstaatlichen Ordnung sorgen, ihnen, denen wir gleichermaßen verpflichtet sind, sagen wir: Die Bundesregierung und die sozialliberale Koalition handeln so, daß dem Terrorismus erfolgreich begegnet wird und Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat gleichwohl nicht beschädigt werden.

    (Beifall bei der SPD und der FDP — Zurufe von der CDU/CSU)