Rede von
Ernst
Mayer
- Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede:
(FDP)
- Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (FDP)
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich habe dem Herrn Bundeskanzler zunächst zu danken für die Entschiedenheit und die Klarheit, mit der er eine Auffassung hier vertreten hat, die der Auffassung meiner Freunde und, wie ich glaube, der Auffassung dieses Hauses und des deutschen Volkes entspricht
und mehr entspricht, auch Ihrer Auffassung mehr entspricht, als die Rede des Herrn Kollegen Eichler vermuten ließ.
Wir teilen mit dem Herrn Bundeskanzler die Enttäuschung darüber, daß das Verharren Frankreichs in einer sehr uneuropäischen Denkweise eine endgültige Regelung der Saarfrage zwischen den beiden Völkern noch nicht gestattet hat. Diese Übereinstimmung gestattet mir, mich kurz zu fassen.
Etwas anderes, was mich zur Kürze und zu einiger Zurückhaltung veranlaßt, ist das Wissen darum, das, glaube ich, auf allen Seiten des Hauses vorhanden ist, daß die Schicksalsfragen der Nation nicht durch Redeschlachten hier im Parlament entschieden werden,
das Wissen darum, daß durch solche Redeschlachten draußen in unserem Volk nur der Eindruck erweckt wird, als ob Außenpolitik für viele Mitglieder dieses Hauses so etwas wie ein Restaurationsbetrieb sei, in dem man von Zeit zu Zeit ramponiertes Parteiprestige wieder aufmöbele.
— Herr Kollege Mellies, trotz Ihrer Zurufe und
trotz der Pannen, die wir bisher erlebt haben, — —
— Das festzustellen sind Sie doch wohl nicht be-
rufen, Herr Kollege! — Trotz aller Pannen — —