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    Deutscher Bundestag 75. Sitzung Bonn, den 12. Juni 1959 Inhalt: Entwurf eines Gesetzes über die Feststellung des Bundeshaushaltsplans für das Rechnungsjahr 1959 (Haushaltsgesetz 1959) (Drucksachen 650, 1050 bis 1079); Zusammenstellung der Beschlüsse in zweiter Beratung (Drucksache 1150) — Fortsetzung der dritten Beratung — Einzelplan 06, Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern Dr. Schmid (Frankfurt) (SPD) . . . 4065 B Dr. Schröder, Bundesminister . . . 4076 C Dr. Dresbach (CDU/CSU) . . . . 4081 D Dr. Bechert (SPD) 4082 D Schmitt (Vockenhausen) (SPD) . 4084 C Frau Dr. Dr. h. c. Lüders (FDP) . 4085 C Dr. Stoltenberg (CDU/CSU) . . 4086 A Brand (CDU/CSU) 4087 D Frau Korspeter (SPD) . . . . . 4088 B Dr. Stammberger (FDP) . . . . 4089 A Dr. Schellenberg (SPD) . . . . 4091 A Einzelplan 09, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wirtschaft; in Verbindung mit Einzelplan 24, Geschäftsbereich des Bundesministers für wirtschaftlichen Besitz des Bundes, und Entwurf eines Gesetzes über eine Untersuchung der Erzeugungs- und Absatzbedingungen der deutschen Kohlewirtschaft (SPD) (Drucksache 19); Mündlicher Bericht des Wirtschaftsausschusses (Drucksache 1135) — Zweite Beratung — Dr. Deist (SPD) . . . . 4093 C, 4118 D Dr. Dr. h. c. Erhard, Bundesminister 4104 D, 4119 D Dr. Lindrath, Bundesminister . . . 4111 C, 4120 A Dr. Atzenroth (FDP) . . . . . . 4113 A Schmücker (CDU/CSU) . 4116 C, 4117 D Dr. Menzel (SPD) 4117 B Frau Dr. Dr. h. c. Lüders (FDP) . 4118 B Ritzel (SPD) . . . . . 4118 C, 4120 A Einzelplan 05, Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts Gewandt (CDU/CSU) 4120 C Majonica (CDU/CSU) . . . . . 4141 B Dr. von Merkatz, Bundesminister 4141 D, 4145 B Dr. Meyer (Fankfurt) (SPD) . . 4142 A Kühn (Köln) (SPD) 4146 A Frau Dr. Dr. h. c. Lüders (FDP) . 4146 B Einzelplan 14, Geschäftsbereich des Bundesministers für Verteidigung Schultz (FDP) 4121 C Merten (SPD) . . . . . 4123 B, 4135 C Strauß, Bundesminister . 4126 D, 4136 D Koenen (Lippstadt) (SPD) . . . . 4134 A Ritzel (SPD) . . . . . . . . . 4134 C Keuning (SPD) . . . . . . . . 4134 C Dr. Kliesing (CDU/CSU) 4138 C Schneider (Bremerhaven) (DP) . 4139 A Erler (SPD) 4140 A Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Seither (SPD) 4146 D Einzelplan 11, Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung Mischnick (FDP) . 4147 B, 4148 C, 4149 C Bading (SPD) . . . . 4147 B, 4148 B Etzel, Bundesminister 4147 D Horn (CDU/CSU) 4149 A Ritzel (SPD) 4149 B Geiger (Aalen) (SPD) 4151 A Storch (CDU/CSU) . . . . . . 4151 D Dr. Schellenberg (SPD) 4152 B Einzelplan 25, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wohnungsbau Dr. Brecht (SPD) . . . . . . 4153 A Brese (CDU/CSU) 4154 D Frau Berger-Heise (SPD) 4155 B, 4156 A Lücke, Bundesminister 4155 D Dr. Czaja (CDU/CSU) 4156 A Einzelplan 26, Geschäftsbereich des Bundesministers für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte . . . . . . 4156 D Einzelplan 33, Versorgung Kreitmeyer (FDP) . . . . . . 4157 A Einzelplan 36, Zivile Notstandsplanung Ritzel (SPD) 4122 C Dr. Vogel (CDU/CSU) 4123 A Schmitt (Vockenhausen) (SPD) . 4157 A Einzelplan 60, Allgemeine Finanzverwaltung Dr. Vogel (CDU/CSU) 4157 C Haushaltsgesetz 1959 Dr. Schäfer (SPD) . . . . . . 4157 D Niederalt (CDU/CSU) 4158 A Jahn (Marburg) (SPD) 4159 B Etzel, Bundesminister 4159 C Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung (FDP) (Drucksache 1152) — Fortsetzung der ersten Beratung — 4142 A Antrag der Fraktionen der DP, CDU/CSU betr. Angleichung des Haushaltsjahrs an das Kalenderjahr und Entschließungsantrag der Fraktion der FDP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1958; Mündlicher Bericht des Haushaltsausschusses (Drucksachen 1124, 237, Umdruck 153) 4162 B Nächste Sitzung 4162 D Anlagen 4163 Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 4065 75. Sitzung Bonn, den 12. Juni 1959 Stenographischer Bericht Beginn: 9.02 Uhr
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    *) Siehe Anlage 40. Anlagen zum Stenographischen Bericht Anlage 1 Liste der beurlaubten Abgeordneten Abgeordnete(r) beurlaubt bis einschließlich a) Beurlaubungen Dr. Arndt 12. 6. Bauknecht 13. 6. Bausch 29. 6. Berendsen 31. 7. Bergmann 12. 6. Blachstein 12. 6. Börner 12. 6. Dr. Burgbacher 12. 6. Dr. Dehler 12. 6. Deringer 12. 6. Eilers (Oldenburg) 12. 6. Even (Köln) 12. 6. Dr. Franz 12. 6. Dr. Frede 20. 6. Dr. Friedensburg 12. 6. Frau Friese-Korn 12. 6. Dr. Fritz (Ludwigshafen) 12. 6. Geiger (München) 12. 6. Glahn 12. 6. Dr. Gleissner (München) 6. 7. Gottesleben 20. 6. Dr. Gradl 12. 6. Dr. Greve 4. 7. Dr. Gülich 1. 8. Dr. Hesberg 8. 7. Heye 12. 6. Höcherl 12. 6. Illerhaus 12. 6. Jahn (Frankfurt) 11. 7. Jaksch 30. 6. Dr. Knorr 20. 6. Köhler 4. 7. Dr. Kreyssig 12. 6. Kühlthau 26. 6. Lenz (Brühl) 12. 6. Leukert 12. 6. Lücker (München) 15. 6. Dr. Maier (Stuttgart) 27. 6. Margulies 12. 6. Matthes 15. 6. Frau Dr. Maxsein 12. 6. Memmel 20. 6. Müller-Hermann 12. 6. Munzinger 12. 6. Neuburger 12. 6. Dr. Oesterle 13. 6. Pernoll 20. 6. Dr. Pferdmenges 13. 6. Dr. Preusker 12. 6. Pusch 20. 6. Dr. Ratzel 12. 6. Frau Renger 19. 6. Rohde 12. 6. Ruhnke 12. 6. Ruland 12. 6. Scharnowski 12. 6. Scheel 11. 7. Abgeordnete(r) beurlaubt bis einschließlich Schmidt (Hamburg) 13. 6. Dr. Schneider (Lollar) 20. 6. Siebel 12. 6. Stahl 15. 6. Stenger 12. 6. Theis 12. 6. Wacher 12. 6. Walpert 12. 6. Frau Dr. h. c. Weber (Essen) 19. 6. Wegener 20. 6. Wittmer-Eigenbrodt 12. 6. Dr. Zimmermann 12. 6. b) Urlaubsanträge Dr. Jordan 19. 6. Frau Dr. Steinbiß 19. 6. Anlage 2 Umdruck 269 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur zweiten Beratung des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 36 Zivile Notstandsplanung (Drucksachen 650 Anlage, 1076). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine unabhängige Studienkommission einzusetzen, die die Aufgabe hat, zu prüfen, welche Schutzmaßnahmen für den Schutz der Bevölkerung sinnvoll sind. Bonn, den 2. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 3 . Umdruck 279 Entschließungsantrag der Fraktion der FDP zur zweiten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 33, Versorgung (Drucksachen 650 Anlage, 1074). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, zu überprüfen, wieweit ehemalige Berufssoldaten, die Übergangsgehaltsempfänger sind, als Ergänzungsoffiziere oder -unteroffiziere bei dem weiteren Aufbau der NATO-Kontingente der Bundeswehr, der territorialen Landesverteidigung und des zivilen Bevölkerungsschutzes Verwendung finden können. Die Bundesregierung hat dem Bundestag über das Ergebnis der Überprüfung bis zum 30. September 1959 zu berichten. Bonn, den 2. Juni 1959. Kreitmeyer Lenz (Trossingen) und Fraktion 4164 Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 Anlage 4 Umdruck 280 Entschließungsantrag der Fraktion der FDP zur zweiten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 36 Zivile Notstandsplanung (Drucksachen 650 Anlage, 1076). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, bis zur Einbringung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1960 in einem Weißbuch der Öffentlichkeit Umfang und Erfordernisse des zivilen Bevölkerungsschutzes darzustellen. Bonn, den 2. Juni 1959 Kreitmeyer Lenz (Trossingen) und Fraktion Anlage 5 Umdruck 281 Entschließungsantrag der Fraktion der FDP zur zweiten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 14, Geschäftsbereich des Bundesministers für Verteidigung (Drucksachen 650 Anlage, 1063). Der Bundestag wolle beschließen: 1. Die Friedensstärken der NATO-Kontingente der Bundeswehr sind um 12 vom Hundert zu erhöhen. Das Fehl an Unteroffizierstellen darf durch Mannschaften aufgefüllt werden. 2. Offizieren und Unteroffizieren auf Zeit ist am Ende ihrer Dienstzeit neben den bestehenden Abfindungsmöglichkeiten die Übernahme in den öffentlichen Dienst zu gewährleisten, wenn sie die hierfür erforderlichen Prüfungen abgelegt haben. 3. Die Bundesregierung wird ersucht, mehr als bisher der Heimatverteidigung Aufmerksamkeit zu schenken und dem Deutschen Bundestag bis zum 30. September 1959 über die erforderlichen Maßnahmen zu berichten. Bonn, den 2. Juni 1959 Kreitmeyer Lenz (Trossingen) und Fraktion Anlage 6 Umdruck 282 Entschließungsantrag der Fraktion der FDP zur zweiten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 11, Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung (Drucksachen 650 Anlage, 1060). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 11 10 — Kriegsopferversorgung und gleichartige Leistungen — Die Bundesregierung wird ermächtigt: 1. in dem Entwurf des Haushaltsgesetzes 1960 das Kapitel — Kriegsopferversorgung und gleichartige Leistungen — in den Einzelplan 14, Geschäftsbereich des Bundesministers für Verteidigung, einzustellen; 2. die organisatorischen Vorbereitungen für die Übertragung der Kriegsopferversorgung und gleichartige Leistungen an das Bundesministerium für Verteidigung zum 1. April 1960 zu treffen und dem Deutschen Bundestag über das Ergebnis der Vorbereitungen bis zum 31. Dezember 1959 zu berichten. Bonn, den 2. Juni 1959 Dr. Rutschke Dr. Bucher und Fraktion Anlage 7 Umdruck 288 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur zweiten Beratung des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06 Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: Der Haushaltsausschuß wird beauftragt, die für das Stresemann-Ehrenmal vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel auf ihre zweckentsprechende Verwendung zu überprüfen, Bonn, den 3. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 8 Umdruck 289 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur zweiten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06 Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beischließen: Zu Kap. 06 02 — Allgemeine Bewilligungen — Die Bundesregierung wird ersucht, umgehend die Verhandlungen mit den Trägern des Instituts für Zeitgeschichte in München über eine Rechtsgrundlage für das Institut abzuschließen, damit das Institut eine tragfähige Rechtsgrundlage erhält. Bonn, den 3. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 9 Umdruck 303 Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Vogel, Schoettle, Lenz (Trossingen), Dr. Schild und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10 Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 4165 Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, dem Bundestag den Entwurf eines Gesetzes vorzulegen, das im Rahmen der geltenden Marktordnung die in der Gliederung und dem Aufbau der Einfuhr- und Vorratsstellen aufgetretenen Mängel beseitigt, ihre Unterstellung unter Berücksichtigung der politischen Verantwortung des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ähnlich wie es beim Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft geschehen ist, neu ordnet und zugleich die Einfuhr- und Vorratsstellen in zweckmäßiger Weise mit der Außenhandelsstelle zusammenfaßt. Bonn, den 3. Juni 1959 Dr. Vogel Dr. Conring Giencke Dr. Götz Leicht Niederalt Dr. Stecker Frau Rösch Schoettle Dr. Schäfer Lenz (Trossingen) Kreitmeyer Dr. Schild Anlage 10 Umdruck 304 Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/ CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 05, Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts (Drucksachen 650 Anlage, 1054). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, 1. bei Wirtschafts- und Kreditverhandlungen mit ausländischen Regierungen, auch bei Verhandlungen über die wirtschaftliche Erschließung von überseeischen Gebieten, sowie bei der Durchführung entsprechender Vereinbarungen ,die Belange der deutschen Seeschiffahrt in besonderem Maße zu berücksichtigen; 2. bei Gewährung von Finanzierungs- und Kredithilfen in der Form von Bundeskrediten und unmittelbaren Bundesgarantien durch entsprechende Vereinbarungen sicherzustellen, daß die Vertragspartner für die Beförderung von Gütern im zwischenstaatlichen Handel keine Maßnahmen treffen, welche die Beteiligung der deutschen Flagge ausschließen oder erschweren. Bonn, den 3. Juni 1959 Müller-Hermann Gewandt Krammig Scharnberg Dr. Krone und Fraktion Anlage 11 Umdruck 308 Entschließungsantrag der Fraktionen der CDU/ CSU, SPD, FDP, DP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Der Bundestag wolle beschließen: Der Bundestag begrüßt die in Einzelplan 06 zum Ausdruck kommende Vereinigung der Bundesanstalten für Landeskunde und Raumforschung. Er ist der Auffassung, daß diese Entwicklung der Rationalisierung und Koordinierung fortgeführt werden muß. So müßte die bisherige Bundesanstalt für Naturschutz und Landschaftspflege — selbstverständlich unter Wahrung der fachlichen Weisungsbefugnis des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten — ebenfalls in diese Bundesanstalt einbezogen werden. Der Bundestag ersucht die Bundesregierung, dies nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Sparsamkeit, sondern auch im Hinblick darauf zu prüfen, daß die so wichtigen Aufgaben des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit höherem praktischem Nutzen als bisher wahrgenommen werden können. Der Bundestag ersucht ferner die Bundesregierung, erneut zu prüfen, ob die geplante Eingliederung der Bundesanstalt für Vegetationskartierung in die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft richtig ist. Tatsächlich gehen die Aufgaben der Vegetationskartierung über den verhältnismäßig eng begrenzten Bereich der Forst- und Holzwirtschaft weit hinaus. Es sollte erwogen werden, ob nicht auch die Bundesanstalt für Vegetationskartierung der Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung angegliedert werden kann. Die Bundesregierung wird ersucht, dem Bundestag einen entsprechenden Bericht bis zum 30. September 1959 vorzulegen. Bonn, den 5. Juni 1959 Dr. Krone und Fraktion Ollenhauer und Fraktion Lenz (Trossingen) und Fraktion Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Anlage 12 Umdruck 309 Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/ CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06 Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: 1. Die Bundesregierung wird ersucht, dringende Bedürfnisse im Bereich der Wissenschaft, insbesondere Bauvorhaben an wissenschaftlichen Hochschulen, in den Rechnungsjahren 1960 und 1961 in weiter verstärktem Umfange finanziell zu fördern. 4166 Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 2. Die Bundesregierung wird ferner ersucht, die Verhandlungen mit den Ländern über die Abgrenzung der Zuständigkeiten des Bundes und der Länder im kulturellen Bereich baldmöglichst zum Abschluß zu bringen. 3. Um die finanzielle Grundlage für bedeutende Träger der überregionalen Forschung, insbesondere der Max-Planck-Gesellschaft und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dauernd zu sichern und die Zuständigkeiten des Bundes in diesem Bereich klarer abzugrenzen, wird die Bundesregierung ersucht, vom Rechnungsjahr 1960 ab überregionale Einrichtungen des Königsteiner Abkommens in die finanzielle Trägerschaft des Bundes zu übernehmen und dadurch die Länder finanziell zu entlasten. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit und die satzungsmäßige Selbstverwaltung dieser Forschungseinrichtungen soll durch die Finanzträgerschaft des Bundes nicht berührt werden. Eine angemessene Vertretung der Länder in den Organen dieser Forschungseinrichtungen ist vorzusehen. 4. In Verhandlungen mit den Ländern soll die Bundesregierung darauf hinwirken, daß die finanziellen Entlastungen, die als Folge dieser verstärkten Förderungsmaßnahmen des Bundes in den Länderhaushalten eintreten, zur zusätzlichen Förderung von kulturellen Aufgaben in den Ländern, insbesondere zur Förderung des Schulbaues in den Gemeinden, verwendet werden. Bonn, den 9. Juni 1959 Dr. Krone und Fraktion Anlage 13 Umdruck 312 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06, Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. A 06 02 — Allgemeine Bewilligungen —Folgendes neues Kap. A 06 02 Tit. 580 wird eingefügt: „Kapitel A 06 02 — Allgemeine Bewilligungen — Titel 580 Darlehen zur teilweisen Deckung des Nachholbedarfs der Krankenanstalten 25 000 000 DM Die Mittel sind gesperrt." Der Titel erhält folgende Erläuterung: „Zu Tit. 580 Bei den Krankenanstalten besteht ein großer Nachholbedarf. Hierbei handelt es sich um notwendige, bisher aus finanziellen Gründen unterbliebene Maßnahmen zur Verbesserung und Rationalisierung des Krankenhausbetriebes, insbesondere zur Entlastung des Krankenpflegepersonals. Diese Entlastung ist nicht zuletzt im Interesse der dringend notwendigen Verkürzung der Arbeitszeit und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals erforderlich. Der Bedarf für Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ist vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit im Jahre 1957 auf 575 000 000 DM geschätzt worden. Eine Aufbringung dieser Kosten durch die Pflegesätze ist nach der Pflegesatzverordnung nicht möglich. Die bisherigen Unterstützungen des Bundes und der Länder reichten nicht aus, um die notwendigen Maßnahmen durchzuführen. Die Darlehen werden für eine teilweise Deckung des Nachholbedarfs der Krankenanstalten gewährt und sind unter Verzicht auf besondere Sicherheiten mit 2 v. H. jährlich zu tilgen. Die Darlehen werden ohne Zinszahlung gewährt. Die Mittel sind bis zum Erlaß der Richtlinien für die Gewährung der Darlehen gesperrt." Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 14 Umdruck 313 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06, Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055) . Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 06 02 — Allgemeine Bewilligungen —1. In Tit. 614 — Förderung der Wissenschaft a) Allgemeine und langfristige Förderung — (Drucksache 650 Anlage S. 28) wird der Ansatz von 121 500 000 DM um 18 470 000 DM auf 139 970 000 DM erhöht und dementsprechend in Nr. 2 der Erläuterungen der Ansatz von 85 000 000 DM um 18 470 000 DM auf 103 470 000 DM erhöht. 5. Folgender neuer Tit. 974 wird eingefügt: „Titel 974 Zur Beseitigung der durch Krieg und Kriegsfolgen verursachten Schulraumnot in Ländern und Gemeinden 300 000 000 DM Die Mittel sind gesperrt." Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 15 Umdruck 314 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 11, Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung (Drucksachen 650 Anlage, 1060, 1150). Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 4167 Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 11 13 — Sozialversicherung — Es wird folgender neuer Tit. 700 eingefügt: „Titel 700 Zuschüsse an die landwirtschaftlichen Alterskassen 60 000 000 DM". Der Titel erhält folgende Erläuterungen: „Zu Tit. 700 Die auf Grund des Gesetzes über eine Altershilfe für Landwirte vom 27. Juli 1957 (BGBl. I S. 1063) zu gewährenden Leistungen werden durch die Beitragseinnahmen der landwirtschaftlichen Alterskassen nicht gedeckt. Der jährliche Fehlbetrag beläuft sich z. Z. auf 60 000 000 DM. Um eine nicht vertretbare Erhöhung der Beiträge zu den landwirtschaftlichen Alterskassen zu verhüten und die Weitergewährung der gesetzlich festgelegten Leistungen für die Altershilfe der Landwirte sicherzustellen wird die Differenz zwischen den Einnahmen und Ausgaben der landwirtschaftlichen Alterskassen durch Zuschüsse des Bundes gedeckt." Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 16 Umdruck 315 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 11 Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung (Drucksachen 650 Anlage, 1060, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Der Bundestag stellt fest, daß die Bundesregierung der Entschließung vom 4. Juli 1958, wonach unverzüglich die Höhe der finanziellen Verpflichtungen des Bundes gegenüber den Trägern der Rentenversicherung für die Zeit vor dem 1. Januar 1957 festgestellt und dem Bundestag über das Ergebnis der Feststellungen berichtet werden sollte, bisher nicht nachgekommen ist. Der Bundestag stellt ferner fest, daß die Bundesregierung der Aufforderung, im Entwurf des Haushaltsgesetzes 1959 einen angemessenen Teilbetrag zur Abdeckung dieser Verpflichtung zu veranschlagen, nicht entsprochen hat. Der Bundestag ersucht die Bundesregierung, bis zum 30. September 1959 zu berichten, in welcher Weise die finanziellen Verpflichtungen des Bundes gemäß Artikel 2 § 47 Abs. 2 des Arbeiterrentenversicherungs-Neuregelungsgesetzes und Artikel 2 § 45 Abs. 2 des Angestelltenversicherungs-Neuregelungsgesetzes erfüllt werden sollen. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 17 Umdruck 318 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 14, Geschäftsbereich des Bundesministers für Verteidigung (Drucksachen 650, 1063). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 14 02 — Allgemeine Bewilligungen —1. In Tit. 300 — Zur Neudeckung von Ausgaberesten aus Vorjahren, deren Deckungsmittel für andere Zwecke verwendet worden sind — (Drucksache 650 Anlage S. 25) wird der Ansatz von 3 700 000 000 DM um 900 000 000 DM auf 2 800 000 000 DM gekürzt. Zu Kap. A 14 02 — Allgemeine Bewilligungen —2. In Tit. 300 — Zur Neudeckung von Ausgaberesten aus Vorjahren, deren Deckungsmittel für andere Zwecke verwendet worden sind — (Drucksache 650 Anlage S. 257) wird der Ansatz von 300 000 000 DM um 900 000 000 DM auf 1 200 000 000 DM erhöht. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 18 Umdruck 319 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 24, Geschäftsbereich des Bundesministers für wirtschaftlichen Besitz des Bundes (Drucksachen 650 Anlage, 1066). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 24 02 — Allgemeine Bewilligungen — Der Tit. 81 — Erlöse aus der Veräußerung von Anteilsrechten und der Liquidation von Bundesunternehmen — (Drucksache 650 Anlage S. 16) mit einem Ansatz von 50 000 000 DM wird gestrichen. Zu Kap. A 24 02 — Allgemeine Bewilligungen Es wird folgender neuer Titel eingefügt: „Titel 81 Erlöse aus der Veräußerung von Anteilsrechten und der Liquidation von Bundesunternehmen 50 000 000 DM". Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 19 Umdruck 320 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 25 Geschäftsbereich des Bundesministers für Wohnungsbau (Drucksachen 650 Anlage, 1067, 1150). 4168 Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 Der Bundestag wolle beschließen: Der Bundesminister für Wohnungsbau wird aufgefordert, die durch die Bindungsermächtigungen bereitstehenden Darlehen zur Finanzierung des Wohnungsbaus für SBZ-Flüchtlinge im Jahre 1960 nach den bisher geltenden Bedingungen auf die Länder zu verteilen, um eine kontinuierliche Fortführung der Wohnungsbauprogramme für Flüchtlinge zu sichern. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 20 Umdruck 321 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 25, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wohnungsbau (Drucksachen 650 Anlage, 1067, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 25 01 — Bundesminister für Wohnungsbau —1. In Tit. 310 — Veröffentlichungen des Ministeriums - (Drucksache 1150 S. 4) wird der Ansatz von 940 000 DM um 850 000 DM auf 90 000 DM verringert und damit die Fassung der Regierungsvorlage wiederhergestellt. Zu Kap. 25 03 — Förderung des Wohnungsbaues —2. In Tit. 611 — Zuschüsse zur Baulandbeschaffung und -erschließung (Drucksache 1150 S. 5) wird der Ansatz von 3 000 000 DM um 850 000 DM auf 3 850 000 DM erhöht. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 21 Umdruck 322 Entschließungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Haushaltsgesetz 1959 (Drucksachen 650, 1079). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, bei der Aufstellung des Haushaltsplans 1960 folgende Grundsätze zu berücksichtigen: a) Verschiebung der vermögenswirksamen Ausgaben vom ordentlichen in den außerordentlichen Etat b) Überprüfung der Subventionen c) Übernahme der Ausgleichsforderungen auf den Bund d) Änderung des Länderanteils an den Wiedergutmachungsleistungen e) Anwendung des § 75 Reichshaushaltsordnung f) Übernahme der Ausfälle durch die Grundsteuerbefreiung von Neubauten auf den Bund. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 22 Umdruck 325 Änderungsantrag der Fraktion der FDP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 11, Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung (Drucksachen 650 Anlage, 1060, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 11 13 — Sozialversicherung — Es wird folgender neuer Tit. 700 eingefügt: „Titel 700 Zuschüsse an die landwirtschaftlichen Alterskassen 60 000 000 DM" Der Titel erhält folgende Erläuterung: „Zu Tit. 700 Die nach dem Gesetz über eine Altershilfe für die Landwirte vom 27. Juli 1957 (BGBl. I S. 1063) beschlossenen Leistungen werden durch die Beitragseinnahmen nicht gedeckt, obwohl die Beiträge der Alterskassen von 10 DM auf 12 DM monatlich erhöht worden sind. Durch die geplanten Strukturveränderungen wird die Zahl der beitragszahlenden Betriebe im Verhältnis zur Zahl der Empfänger von Leistungen aus den landwirtschaftlichen Alterskassen laufend absinken. Die bisherigen Inhaber der sich auflösenden Betriebe mit ihren arbeitsfähigen Abkömmlingen wandern in andere Berufszweige ab und erbringen ihre Leistungen zu den Sozialversicherungsträgern dieser Gruppen, während die alte Last bei den landwirtschaftlichen Alterskassen verbleibt. Der erforderliche laufende öffentliche Zuschuß an die landwirtschaftlichen Alterskassen fällt als sozialpolitische Maßnahme in den Geschäftsbereich des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung." Bonn, den 9. Juni 1959 Weber (Georgenau) Dr. Mende und Fraktion Anlage 23 Umdruck 326 Änderungsantrag der Fraktion der SPD zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 32, Bundesschuld (Drucksachen 650 Anlage, 1073, 1150). Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 4169 Der Bundestag wolle beschließen: Im Falle der Ablehnung des Antrags auf Umdruck 318: Zu Kap. 32 05 — Verzinsung und Tilgung —1. In Tit. 680 — Verzinsung der Anleihen des Bundes (einschließlich der laufenden jährlichen Tilgung) — (Drucksache 1073 S. 2) wird der Ansatz von 1 382 214 000 DM um 626 779 000 DM auf 755 435 000 DM gekürzt und dementsprechend wird in der Erläuterung unter k) der Ansatz für die Nachkriegswirtschaftshilfe USA gekürzt. 7. In Tit. 685 — Tilgung der durch das Londoner Schuldenabkommen und im Zusammenhang damit geregelten Verbindlichkeiten — (Drucksache 1073 S. 2) wird der Ansatz von 377 326 400 DM um 265 000 000 DM auf 112 326 400 DM gekürzt und dementsprechend wird in den Erläuterungen der Absatz „Mehr infolge vorzeitiger Tilgung der in den Rechnungsjahren 1962, 1963, 1964 fälligen Raten der Nachkriegswirtschaftshilfe Großbritannien" gestrichen und der Ansatz entsprechend verringert. 8. Folgendes neues Kapitel A 32 05 wird ausgebracht: „Kapitel A 32 05 — Verzinsung und Tilgung — Titel 680 Verzinsung der Anleihen des Bundes (einschließlich der laufenden jährTilgung) 626 779 000 DM. Zu Titel 680 Da die Tilgung der Nachkriegswirtschaftshilfe USA von 1961 bis 1965 bereits mit der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erfolgt ist, erfolgt eine Verrechnung nicht im ordentlichen Haushalt 1959, sondern im außerordentlichen Haushalt 1959 mit der Maßgabe, daß der ordentliche Haushalt der betreffenden Rechnungsjahre mit den auf sie entfallenden Beträgen zu belasten ist. Titel 685 Tilgung der durch das Londoner Schuldenabkommen und im Zusammenhang damit geregelten Verbindlichkeiten 265 000 000 DM Zu Titel 685 Da die Tilgung der Nachkriegswirtschaftshilfe England 1962 bis 1964 bereits mit Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erfolgt ist, erfolgt eine Verrechnung nicht im ordentlichen Haushalt 1959, sondern im außerordentlichen Haushalt 1959 mit der Maßgabe, daß der ordentliche Haushalt der betreffenden Rechnungsjahre mit den auf sie entfallenden Beträgen zu belasten ist. Bonn, den 9. Juni 1959 Ollenhauer und Fraktion Anlage 24 Umdruck 327 (neu) Entschließungsantrag der Fraktion der DP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 09, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wirtschaft (Drucksachen 650 Anlage, 1058, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, ihre Überlegungen in bezug auf eine Verbesserung der Wettbewerbslage der deutschen Seeschiffswerften im Exportgeschäft sobald wie möglich zu einem positiven Abschluß zu bringen. Es ist den deutschen Seeschiffswerften in zunehmendem Maße unmöglich, sich mit annähernd gleichen Bedingungen für die langfristige Finanzierung von Exportaufträgen mit den Werften der anderen großen Schiffbauländer im internationalen Wettbewerb zu messen. Die heutige Regelung der Risikoversicherung im Exportgeschäft durch die Hermes-Kreditversicherungs-AG wird den besonderen Verhältnissen des Exportschiffbaues nicht mehr gerecht. Dadurch gehen den deutschen Werften in steigendem Maße Anschlußaufträge verloren, und die Bundesrepublik läuft Gefahr, ihre Position als eines der führenden Schiffbauländer zu verlieren. Zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit und zur Erhaltung eines ausreichenden Auftragsbestandes müssen die deutschen Werften deshalb in die Lage versetzt werden, sich den Finanzierungsbedingungen im internationalen Schiffbau anpassen zu können. Bonn, den 10. Juni 1959 Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Anlage 25 Umdruck 328 (neu) Entschließungsantrag der Fraktion der DP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 05, Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts (Drucksachen 650 Anlage, 1054, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Der Bundestag gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Bundesregierung die Belange der deutschen Seeschiffahrt nicht nur bei allgemeinen Wirtschaftsverhandlungen, sondern auch bei Kreditverhandlungen und solchen über die wirtschaftliche Erschließung sowie bei der Durchführung der getroffenen Vereinbarungen in gleichem Maße wie die Interessen der übrigen Wirtschaftszweige berücksichtigt. Der Bundestag regt an, daß die Bundesregierung, insbesondere bei Gewährung von Finanz- und Kredithilfen in der Form von unmittelbaren Bundeskrediten und Bundesgarantien, sicherstellt, daß der Vertragspartner für die Beförderung von Gütern im zwischenstaatlichen Handel keine Maßnahmen trifft, welche die Beteiligung der deutschen Flagge ausschließen oder erschweren. Vielmehr sollte in 4170 Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 den Vereinbarungen eine Bestimmung darüber aufgenommen werden, welche die Diskriminierung einer Flagge im zwischenstaatlichen Handel ausschließt und die freie Flaggenwahl gewährleistet, um der deutschen Seeschiffahrt nach den Grundsätzen des freien und fairen Wettbewerbs eine Beteiligung an den Seetransporten zu ermöglichen. Der Bundestag drückt ferner den Wunsch aus, daß Vertreter des Bundesverkehrsministeriums bei solchen Verhandlungen von Beginn an, möglichst schon bei deren Vorbereitung, eingeschaltet werden, um die von ihm vertretenen Belange rechtzeitig zur Geltung bringen zu können. Bonn, den 9. Juni 1959 Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Anlage 26 Umdruck 330 Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/ CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Haushaltsgesetz 1959 (Drucksachen 650, 1079). Der Bundestag wolle beschließen: Die persönlichen und sächlichen Verwaltungsausgaben des Bundes sind bei der Beratung des Haushaltsgesetzes 1959 besonders gründlich geprüft worden, nachdem sie im Vorjahre in vereinfachten Formen bewilligt worden waren. Da der Bundeshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1960 nur 9 Monate umfassen soll, ist es gerechtfertigt und zweckmäßig, die persönlichen und sächlichen Verwaltungsausgaben für 1960 grundsätzlich mit den unveränderten Ansätzen des Vorjahres zu veranschlagen. Die Bundesregierung wird deshalb ersucht, bei der Aufstellung des Bundeshaushaltsplanentwurfs für das Rechnungsjahr 1960 keine Stellenvermehrungen und keine Stellenhebungen gegenüber dem Vorjahr zuzulassen. Ein etwaiger unabweisbarer Mehrbedarf für wesentlich vermehrte Aufgaben an einzelnen Stellen der Bundesverwaltung ist durch einen Stellenausgleich innerhalb eines Einzelplans oder zwischen den Einzelplänen zu decken. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz kann bei Stellenanforderungen für Verteidigungszwecke zugelassen werden, wenn dieser Mehrbedarf im Zuge des fortschreitenden Aufbaues der Bundeswehr unabweisbar ist. Stellenhebungen sind jedoch auch hier nicht zuzulassen. Bonn, den 9. Juni 1959 Dr. Krone und Fraktion Anlage 27 Umdruck 335 Änderungsantrag der Abgeordneten Brand, Dr. Vogel, Dr. Schmid (Frankfurt), Ritzel, Lenz (Trossingen), Dr. Schild und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06 Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 06 02 — Allgemeine Bewilligungen - In Tit. 614 b — Förderung von wissenschaftlichen Institutionen von überregionaler Bedeutung — (Drucksache 650 Anlage S. 28) ist der Ansatz von 35 394 500 DM um 3 000 000 DM auf 38 394 500 DM zu erhöhen; dementsprechend wird in den Erläuterungen zu Tit. 614 b 1. Zuschuß an die Max-PlanckGesellschaft in Göttingen der Ansatz von 8 315 000 DM um 3 000 000 DM auf 11 315 000 DM erhöht. Bonn, den 10. Juni 1959 Brand Dr. Vogel Aigner Dr. Conring Kunze Leicht Niederalt Pelster Dr. Stecker Dr. Stoltenberg Windelen Dr. Schmid (Frankfurt) Ritzel Lenz (Trossingen) Dr. Schild Anlage 28 Umdruck 337 Änderungsantrag der Abgeordneten Majonica, Merten, Lenz (Trossingen), Dr. Preiß und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 26, Geschäftsbereich des Bundesministers für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte (Drucksachen 650 Anlage, 1068) . Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 26 02 — Allgemeine Bewilligungen —1. In Tit. 307 — Entschädigungen an ehemalige Kriegsgefangene — (Drucksache 1068 S. 2) wird der Ansatz von 28 302 000 DM um 50 000 DM auf 28 252 000 DM gekürzt. 9. In Tit. 602 — Zuwendungen für die Erfüllung von Suchdienstaufgaben — (Drucksache 1068 S. 2) wird der Ansatz von 8 500 000 DM um 50 000 DM auf 8 550 000 DM erhöht. In den Erläuterungen zu Tit. 602 (Drucksache 650 Anlage S. 14) wird angefügt: „k) Zuschuß an den Verband der Heimkehrer für die Heimkehrer-Registrierung im Jahre 1958 50 000 DM". Bonn, den 9. Juni 1959 Majonica Benda Demmelmeier Dr. Görgen Krammig Müller-Hermann Ruland Wacher Dr. Zimmermann Merten Lohmar Dr. Mommer Lenz (Trossingen) Kühn (Bonn) Dr. Preiß Anlage 29 Umdruck 338 Entschließungsantrag der Fraktion der DP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, wie bereits im vergangenen Jahr für landwirtschaftliche Betriebe der Bundesrepublik, die in der EWG durch ungünstige Boden- und Klimaverhältnisse, Höhenlagen, Marktferne und andere Schwierigkeiten benachteiligt sind, Sondermaßnahmen im Rahmen des Einzelplans 10 einzuleiten und die für diese Gebiete geplanten Maßnahmen im Bundestag umgehend bekanntzugeben. Bonn, den 9. Juni 1959 Logemann Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Anlage 30 Umdruck 340 Entschließungsantrag der Abgeordneten Frau Dr. Steinbiß, Dr. Vogel, Dr. Stammberger, Frau Dr. Hubert, Dr. Bärsch und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06, Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, für das Rechnungsjahr 1960 im Einzelplan des Bundesministeriums des Innern einen Titel aufzunehmen, in dem ein Zuschuß für die Errichtung und zu den Kosten des Unterhalts einer Deutschen medizinischen Dokumentationsstelle bereitgestellt wird. Bonn, den 10. Juni 1959 Frau Dr. Steinbiß Dr. Vogel Frau Blohm Dr. Conring Dr. Dittrich Ehren Dr. Elbrächter Frau Engländer Dr. Reith Frau Dr. Rehling Dr. Rüdel (Kiel) Weimar Frau Dr. Hubert Dr. Bärsch Bals Herold Höhmann Pohle Priebe Ritzel Seidel (Fürth) Sträter Dr. Stammberger Frau Friese-Korn Dr. Hoven Mischnick Ramms Spitzmüller Anlage 31 Umdruck 342 Entschließungsantrag der Fraktionen der DP, CDU/CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, die großen Erzeugungsreserven der Geflügelwirtschaft den bäuerlichen Geflügelhaltern einzuräumen und dazu umgehend dem Bundestag a) das lange angekündigte Geflügelwirtschaftsgesetz vorzulegen, das die Auszahlung des Ausgleichsbetrages für Eier sichert und das Schlachtgeflügel an dem Ausgleichsbetrag beteiligt, b) zusätzliche Maßnahmen vorzuschlagen, die die Rentabilität der deutschen Geflügelwirtschaft erhalten. Bonn, den 10. Juni 1959 Logemann Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Struve und Fraktion Anlage 32 Umdruck 343 Entschließungsantrag der Fraktionen der DP, CDU/CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, ihre Absicht, durch ein neues Bewertungsgesetz auch die landwirtschaftlichen Einheitswerte zu verändern, so lange zurückzustellen, bis klar erkennbar ist, welche Veränderungen sich durch die Auswirkungen der EWG auf die Reinerträge der verschiedenen Bodenarten ergeben. Bonn, den 10. Juni 1959 Logemann Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Struve und Fraktion Anlage 33 Umdruck 344 Entschließungsantrag der Abgeordneten Majonica, Ruf, Dr. Eckhardt, Seidl (Dorfen) und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushalts- gesetzes 1959, hier: Einzelplan 05, Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts (Drucksachen 650 Anlage, 1054, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, bei der amerikanischen Regierung erneut vorstellig zu werden, um endlich in der Frage der Rückgabe deutschen Vermögens in den USA zu einer gerechten Regelung zu kommen. Bonn, den 10. Juni 1959 Majonica Ruf Dr. Eckhardt Seidl (Dorfen) Frau Brauksiepe Dr. Draeger Dr. Franz Huth Dr. Kliesing (Honnef) Kroll Dr. Martin Maucher Müller-Hermann Niederalt Dr. Reith Anlage 34 Umdruck 347 Änderungsantrag der Fraktion der FDP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 06, Geschäftsbereich des Bundesministers des Innern (Drucksachen 650 Anlage, 1055). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 06 02 — Allgemeine Bewilligungen — Folgender neuer Tit. 974 wird eingefügt: „Titel 974 Zur Beseitigung der durch Krieg und Kriegsfolgen verursachten Schulraumnot in finanzschwachen Gemeinden 50 000 000 DM Die Mittel sind gesperrt." Bonn, den 10. Juni 1959 Dr. Mende und Fraktion Anlage 35 Umdruck 349 Änderungsantrag der Abgeordneten Brese und Genossen zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 25, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wohnungsbau (Drucksachen 650 Anlage, 1067, 1150). Der Bundestag wolle beschließen: In Kap. A 25 03 wird „Tit. 833 Darlehen zur Schaffung von Wohnraum für Abgeordnete des Deutschen Bundestages, für Angestellte der Bundestagsfraktionen sowie für Angehörige der inländischen Presse — DM Ausgaben bis zur Höhe von 2 000 000 DM dürfen aus Minderausgaben bei Kap. A 25 03 Tit. 830 a) geleistet werden." gestrichen. Bonn, den 11. Juni 1959 Brese Hilbert Dr. Bergmeyer Gibbert Spies (Brücken) Nieberg Dr. Siemer Hesemann Lermer Koch Pelster Enk Gerns Storm Mensing Anlage 36 Umdruck 350 Entschließungsantrag der Fraktion der DP zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 10, Geschäftsbereich des Bundesministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Drucksachen 650 Anlage, 1059). Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, ihre konstruktive Fischwirtschaftspolitik mit erhöhten Anstrengungen fortzusetzen und dabei die Umstellung der deutschen Hochseefischereiflotte auf größere Schiffseinheiten mit Verarbeitungs- und Tiefgefrieranlagen besonders zu fördern. Insbesondere soll dafür die Höhe der vom Bund bereitgestellten Zinsverbilligungsmittel dem Bedarf der Reeder angepaßt werden. Bei Regierungsmaßnahmen zur Sicherung eines ausreichenden Auftragsbestandes bei den deutschen Werften sollen die Neubaupläne der deutschen Hochseefischerei entsprechend berücksichtigt werden. Die Erkundung neuer entfernter Fischfanggebiete soll von der Bundesregierung langfristig intensiviert werden, und es sollen Maßnahmen ergriffen werden, durch die eine ausreichende Zahl wissenschaftlicher Kräfte für diese Aufgabe bereitgestellt wird. Bonn, den 11. Juni 1959 Schneider (Bremerhaven) und Fraktion Anlage 37 Umdruck 351 Entschließungsantrag der Fraktion der CDU/ CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 25, Geschäftsbereich des Bundesministers für Wohnungsbau (Drucksachen 650 Anlage, 1067, 1150). Deutscher Bundestag — 3. Wahlperiode — 75. Sitzung. Bonn, Freitag, den 12. Juni 1959 4173 Der Bundestag wolle beschließen: Die Bundesregierung wird ersucht, die Verhandlungen mit den Ländern über die für das Jahr 1960 beabsichtigte Regelung zur Förderung der wohnungsmäßigen Unterbringung von Zuwanderern aus den sowjetisch besetzten Gebieten und von Aussiedlern baldmöglichst zum Abschluß zu bringen. Durch öffentliche Darlehen in Verbindung mit Kapitalmarktmitteln, die durch Zuschüsse der öffentlichen Hand zu verbilligen sind, ist die zügige Fortsetzung des Wohnungsbaues zugunsten dieses Personenkreises sicherzustellen; dabei sind die Länder mit einer ausreichenden Interessenquote zu beteiligen. Auf dieser Grundlage sollen die Flüchtlingswohnungsbaumittel, die für das Rechnungsjahr 1960 vorgesehen sind, den Ländern nach der in Tit. 532 des Haushaltsplans 1959 enthaltenen Bindungsermächtigung im benötigten Umfange rechtzeitig zugeteilt werden. Bonn, den 11. Juni 1959 Dr. Krone und Fraktion Anlage 38 Umdruck 352 Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU zur dritten Beratung des Entwurfs des Haushaltsgesetzes 1959, hier: Einzelplan 60, Allgemeine Finanzverwaltung (Drucksachen 650 Anlage, 1078). Der Bundestag wolle beschließen: Zu Kap. 60 02 — Allgemeine Bewilligungen — Zum Ausgleich des Haushalts infolge der Beschlüsse in zweiter und dritter Beratung wird der Ansatz bei Tit. 699 — Minderausgabe zufolge der 6 v. H.-Sperre der Bewilligungen für Sachausgaben sowie für Allgemeine Ausgaben und Einmalige Ausgaben — (Drucksache 1078 S. 4) von 315 692 700 DM um 30 583 300 DM auf 346 276 000 DM erhöht. Bonn, den 12. Juni 1959 Dr. Vogel Dr. Aigner Dr. Conring Gewandt Dr. Krone und Fraktion Anlage 39 Schriftliche Begründung des Abgeordneten Schneider (Bremerhaven) zum Entschließungsantrag der Fraktion der DP auf Umdruck 350. Meine Freunde und ich legen seit jeher allergrößten Wert darauf, daß der Bund unserer Fischwirtschaft sorgfältige Aufmerksamkeit und, wenn es not tut, wirksame Förderung zuteil werden läßt, Unsere ständigen Bemühungen um ausreichende Haushaltsansätze sind bei der Bundesregierung und bei den anderen Fraktionen dieses Hauses auf wachsendes Verständnis gestoßen, und ich will anerkennen, daß der Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten daran seinen Anteil hat. Eine Reihe von Wünschen bleibt dennoch offen, und ich erlaube mir, die Aufmerksamkeit des Hohen Hauses und der Bundesregierung mit Nachdruck darauf zu lenken. Die deutsche Fischwirtschaft und insbesondere die deutsche Hochseefischerei befindet sich gegenwärtig in einem großen Umstellungsprozeß, dessen Kosten hoch in die Millionen gehen. Es handelt sich dabei nicht nur um die Große Marktreform, an die die Hochseefischerei jetzt so entschlossen herangeht, sondern vor allem um die Umstellung der Fang- und Verarbeitungsmethoden. Die Forderungen, die an dieser Stelle erhoben worden sind, sehen am Ende der neuen Entwicklung praktisch eine neue Fischereiflotte vor — auch wenn sich dieser Umstellungsprozeß wahrscheinlich über Jahre und Jahrzehnte erstrecken wird. Die Regierung zeigt sich daran interessiert, daß dieser Umstellungsprozeß ziemlich rasch in Gang kommt, und die deutsche Hochseefischerei läßt auch hier erneut ihre Bereitschaft erkennen, auf die Vorstellungen der Regierung eingehen, d. h. noch leistungsfähigere Fischdampfer zu bauen, die mit ca. 1000 BRT zwar nicht die Größe der russischen Fangfabrikschiffe erreichen, aber mit ihren Filetiereinrichtungen und ihren Tiefgefrieranlagen allen vernünftigen Anforderungen vollauf entsprechen und es ermöglichen, die Fänge der ersten Tage an fernen Plätzen frisch zu verarbeiten und die Fänge der letzten Tage frisch an der Küste anzulanden. Es darf erwartet werden, daß diese Schiffe und diese Schiffsgröße rentabel arbeiten können, das ist ein Gesichtspunkt, der bei den größeren russischen Bauten nicht ausschlaggebend gewesen ist. Dieser Umstellungsprozeß im deutschen Fischdampferbau läuft jetzt erst an, und es darf angenommen werden, daß die im Haushalt eingesetzten ERP-Mittel und die Zinsverbilligungsmittel die Finanzierung dieses Bauprogramms wesentlich erleichtern werden. Sollte die deutsche Hochseefischerei sich finanziell in der Lage sehen, ihr Bauprogramm zu intensivieren, so werden wir die Bundesregierung bitten, die Zinsverbilligungsmittel entsprechend dem Auftragsbedarf zu erhöhen, und ich glaube, daß sich dafür bei den Zinsverbilligungsfonds der einzelnen Haushalte durchaus Austauschmöglichkeiten finden lassen werden. Wir möchten der Bundesregierung nahelegen, die Neubaupläne der Hochseefischerei zu berücksichtigen, wenn sie sich um die Beschäftigungslage bei den deutschen Werften Sorge machen sollte. Das wachsende Interesse der deutschen Hochseefischerei wie auch des Bundesernährungsministeriums an der Erkundung und Ausweitung neuer Fangplätze sollte stärker berücksichtigt werden. Wir sprechen uns für eine laufende Aufstockung der dafür bereitgestellten Bundesmittel aus; aber wir würden es auch sehr begrüßen, wenn der Bundesernährungsminister systematisch dafür sorgen wollte, daß für diese Aufgabe genügend wissenschaftliche Kräfte bereitgehal- ten oder herangezogen werden. Die Hochseefischerei steht vor so großen Entwicklungen, daß wir im Interesse der gesamten Volkswirtschaft und der Volksernährung nicht versäumen sollten, was ihrem Fortschritt dienlich ist. Anlage 40 Schriftliche Ausführungen des Bundesfinanzministers über die Grundsätze der Finanzpolitik. Aufmerksam und in vielen Punkten zustimmend bin ich den Ausführungen des Herrn Kollegen Carlo Schmid über die Kulturaufgaben des Bundes und ihre Finanzierung gefolgt. Wie er empfinden wohl alle Mitglieder dieses Hauses, daß in diesem Bereich noch vieles auch von Bundes wegen zu tun ist. Ich will hier nicht untersuchen, inwieweit gewisse Vorstellungen über die angebliche Unzuständigkeit des Bundes in kulturellen Nationalanliegen zu der bisherigen Zurückhaltung beigetragen haben. Heute sind wir alle wohl davon überzeugt, daß unser geistig-kulturelles Leben auf dem Grundsatz der Kulturfreiheit in privaten und staatlichen Einrichtungen ruht und daß es eine sogenannte Kulturhoheit in der ausschließlichen Verantwortung der Länder nicht gibt. Die Verfassung selbst weist in Art. 74 Nr. 13 des Grundgesetzes dem Bund die gesetzgeberische Befugnis und damit die Verantwortung für den Bereich der wissenschaftlichen Forschung zu. Diese Verantwortung beschränkt sich dabei keineswegs nur auf das Geldgebendürfen. In den letzten Jahren sind hier erfreulicherweise schon einige Fortschritte erzielt worden. Für den bedeutendsten halte ich die Bildung des Wissenschaftsrats vor zwei Jahren auf der Grundlage einer Zusammenarbeit von Bund und Ländern. Mit Herrn Kollegen Schmid möchte ich wünschen, daß solche kulturelle Gemeinschaftsarbeit von Bund und Ländern künftig weit intensiver und großzügiger als bisher verwirklicht wird. Beim Aufholen lebenswichtiger kultureller Nationalaufgaben sind kleinliche Zuständigkeitsstreitereien höchst unzeitgemäß. Die finanziellen Leistungen des Bundes für Wissenschaft und Kultur waren in den letzten Jahren schon keineswegs unbeachtlich und sollen in den kommenden Jahren weiter wachsen. Sie betrugen im Jahre 1953 rund 110 Millionen DM. Sie sind über rund 270 Millionen DM im Jahre 1956 auf rund 700 Millionen DM im Jahre 1959 gestiegen. Sie haben sich also in den letzten sieben Jahren versiebenfacht. Von diesen Haushaltsmitteln des Bundes entfällt nur rund ein Drittel auf eigene Bundeseinrichtungen, während zwei Drittel den Ländern und Gemeinden für deren Bildungseinrichtungen zugeführt werden. Die Haushaltsansätze zur Wissenschaftsförderung sollen auch in den kommenden Jahren weiter erhöht werden. Die bisherigen Ansätze lagen vor allem bei der Förderung von Bauten, Instituten und Laboratorien im Rahmen dessen, was technisch bewältigt werden konnte. Die Verfassung verwehrt dem Bunde grundsätzlich die unmittelbare finanzielle Förderung von Aufgaben, die der alleinigen Durchführungszuständigkeit der Länder und Gemeinden vorbehalten sind. Dazu gehört insbesondere das gesamte Schulwesen einschließlich der Hochschulen. Um dennoch diese Aufgaben der Länder und Gemeinden mittelbar zu fördern, habe ich vorgeschlagen, die gesamten überregionalen Kultureinrichtungen, insbesondere die Max-Planck-Gesellschaft und die Deutsche Forschungsgemeinschaft, in die alleinige Finanzträgerschaft des Bundes zu übernehmen. Bisher werden diese Einrichtungen hauptsächlich durch Beiträge der Länder finanziert, die auf der Grundlage des Königsteiner Abkommens jährlich festgelegt werden. Die Finanzträgerschaft des Bundes für die überregionalen Einrichtungen des Königsteiner Abkommens soll diesen Kulturstätten eine feste und dauerhafte Arbeitsgrundlage geben. Die wissenschaftliche Unabhängigkeit und die satzungsmäßige Selbstverwaltung dieser Forschungseinrichtungen soll dadurch selbstverständlich nicht berührt werden. Eine angemessene Vertretung der Länder in den Organen dieser Forschungseinrichtungen sollte beibehalten werden. Durch diese Maßnahme würde eine beachtliche finanzielle Entlastung der Länder eintreten, die ich mit jährlich etwa 50 Millionen DM und mehr beziffere. Die Länder sollten diese Entlastung möglichst ungeschmälert zur zusätzlichen Förderung ihrer eigenen Bildungseinrichtungen und vor allem des Schulbaues in den Gemeinden zuwenden. Auf diesem mittelbaren Wege, der die finanzwirtschaftliche Trennungslinie der Verfassung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden respektiert, hofft der Bundesfinanzminister zu der Lösung dieser dringenden Kulturaufgaben in den Ländern und Gemeinden beizutragen. Anlage 41 Erklärung zur Abstimmung gem. § 59 der Geschäftsordnung des Abgeordneten Kreitmeyer für die Fraktion der FDP. Ungeachtet der Tatsache, daß die Fraktion der FDP verschiedenen Einzelplänen zugestimmt hat, lehnen wir den Gesamthaushalt 1959 ab. Die Begründung wurde in der allgemeinen Aussprache zur 3. Lesung gegeben. Diese Ablehnung wird durch die Auswirkungen, die das eigenwillige Regiment des Bundeskanzlers verursacht hat, noch verstärkt. Kreitmeyer
  • insert_commentVorherige Rede als Kontext
    Rede von Dr. Franz Josef Strauß


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CSU)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CSU)

    Herr Kollege Berkhan,

    (Abg. Berkhan: Hören Sie das Gelächter Ihrer Fraktion?)

    ich glaube diese Erklärung zu kennen. Um aber ganz sicher zu gehen, versichere ich Ihnen, daß ich sie gern noch einmal nachlesen werde. Ich gehe aber darauf nur sehr ungern ein, weil gerade die Persönlichkeit Carlo Schmids, Ihres Kandidaten für den Posten des Bundespräsidenten, hier nicht in besonderer Weise im Mittelpunkt der politischen Polemik stehen sollte.

    (Abg. Berkhan: Unterstellen Sie mir das?)

    — Nein, ich unterstelle Ihnen das nicht. Ich sage Ihnen das nur, damit das folgende nicht mißverstanden wird.
    Man kann die Grundsatzerklärung von Carlo Schmid, der sehr viele Erklärungen auf diesem Gebiete abgegeben hat, denen wir ohne jeden Vorbehalt zustimmen können, leider nicht sehen ohne manche andere Erklärungen wie etwa die: „Es ist besser", — entschuldigen Sie, wenn ich nicht genau wörtlich zitiere — „gesund in heilen Häusern, statt als Krüppel in Erdlöchern zu überleben". Diese Er-
    klärurig hat draußen im politischen Kampf gegen die Verteidigungsbereitschaft leider — wie wir auf Schritt und Tritt und in einem halben Dutzend Wahlkämpfe feststellen konnten — eine sehr unerfreuliche Rolle gespielt.

    (Abg. Berkhan: Denken Sie an die Wahlkampfreden des Bundeskanzlers?)

    — Ich rede ja nicht von den Wahlkämpfen des Kanzlers, sondern wir reden davon, wer zuerst von der Notwendigkeit einer demokratischen Wehrmacht gesprochen hat.

    (Abg. Erler: Wenn Sie an Ihre Sachen von 1948 denken und die danebenstellen!)

    — Ich habe keinen Grund, Herr Kollege Erler, jemals irgendeine Äußerung zurückzunehmen.

    (Oho-Rufe bei der SPD.)

    Ich benutze auch gern die Gelegenheit, Behauptungen aus einer diffamierenden Kampagne richtigzustellen; gut, daß Sie mir den Anlaß dazu geben. In einem deutschen Nachrichtenmagazin ist die Behauptung gestanden, ich hätte in einem gewissen Zusammenhang gesagt: „Wer noch einmal ein Gewehr in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfallen!" Das ist als meine Äußerung wiedergegeben. Ich habe den Redakteur angerufen und ihn gebeten, mir die Quelle zu sagen, weil mir keine solche Äußerung in diesem Zusammenhang erinnerlich sei. — Dabei unterläuft es sicherlich jedem, daß er bei einer Wahlversammlung Dinge sagt, die er nicht in allen Einzelheiten mehr in Erinnerung hat. — Der Redakteur sagte, er könne die Quelle nicht nennen, er sei im Nachbarort gewesen, dort habe im Jahre 1948 jemand zum Teil mitgeschrieben, der „Jemand" habe gebeten, seinen Namen zu verschweigen; er, der Redakteur, sei also in Erfüllung seiner journalistischen Diskretionspflicht nicht in der Lage, mir den Gewährsmann zu nennen.
    Nun, ich kann Ihnen den Zusammenhang sagen. Ich habe es hier im Hause schon oft gesagt und werde es immer wieder sagen, und ich hoffe, daß ich diese Meinung niemals ändern werde: Ich lehne Gewaltanwendung einschließlich militärischer Gewaltanwendung als Mittel zur Erreichung politi-tischer Ziele innerhalb eines Landes oder zwischen den Völkern bedingungslos ab.

    (Beifall bei der CDU/CSU und SPD.)

    Das ist ein Credo ohne Einschränkung. Und das ist nicht nur mein persönlicher Vorzug, sondern ich glaube, daß es niemand in diesem Hause und niemand in einer Fraktion gibt, der eine andere Einstellung zu diesem Problem hat, nicht nur angesichts der Massenvernichtungsmittel, denn das ist nur die Potenz in diesem Falle, sondern im Grundsatz.
    Ich habe ohne Zweifel in einer Reihe von Reden gesagt, und zwar sicherlich in einer in früheren Jahren noch kolorierteren Ausdrucksweise, als ich sie heute habe: Wer ein Gewehr für diesen Zweck in die Hand nimmt, wie es unter Hitler mit dem bekannten Erfolg geschehen ist, dem soll die Hand abfallen. Unter dieser Voraussetzung, unter diesen

    Bundesverteidigungsminister Strauß
    Umständen, daß jemand zum Gewehr greift, um damit anderen Völkern seinen Willen aufzuzwingen, wiederhole ich das Wort, daß dem, der für diesen Zweck ein Gewehr in die Hand nimmt, die Hand abfallen solle. „Wer das Schwert zieht, der soll durch das Schwert umkommen!" Das hat gar nichts damit zu tun, daß ich in meinem Leben — sicherlich in manchem Gewissenskonflikt wie Sie, Herr Kollege Erler, der Sie sieben Jahre in Nazizuchthäusern verbracht haben — immer für das Prinzip der Verteidigung — der Notwehr im Persönlichen und der Landesverteidigung — bei der Erhaltung der Unabhängigkeit unseres Landes und Volkes eingetreten bin. — Aber das nur zur Klärung einer Kampagne.

    (Abg. Berkhan: Würden Sie mit mir übereinstimmen, wenn ich sage: „Die gleiche Einstellung hat die deutsche Sozialdemokratie?" — Lachen in der Mitte.)

    — Erhebliche Teile der deutschen Sozialdemokratie, ja — erlauben Sie mir, daß ich diese Differenzierung mache —, unter ihnen prominente Sozialdemokraten, haben es manchmal sehr schwer, vor ihren Gremien die Meinung, die sie auf diesem Gebiet haben, unangefochten zu vertreten. Ich darf an dieser Stelle dem Kollegen Erler danken — hoffentlich schadet ihm der Dank nicht;

    (Zurufe)

    ich meine es nicht spöttisch — für das, was er auf einer Tagung mit Jungsozialisten laut einem Bericht der „Welt", der meine einzige Quelle in dieser Beziehung ist, gesagt hat. Die Zwischenrufe, die er einstecken mußte — er hat sich aber durchgesetzt —, der Spott, den er geerntet hat, die Gehässigkeiten, die dabei gegen ihn ausgeschüttet wurden, sind ein beredtes Zeugnis für die Wirkung einer gewissen Propaganda, deren Urheber zum Teil auch hier sitzen, zum Teil in gewissen Redaktionsstuben.
    Ich wollte nicht in diese vielleicht einmal sehr notwendige Grundsatzdebatte eintreten. Aber wenn die deutsche Sozialdemokratie die erste war, die eine deutsche demokratische Wehrmacht für notwendig gehalten hat

    (Zuruf von der Mitte: Stimmt ja gar nicht!)

    — ich sage nur: wenn —, dann verstehe ich nicht, warum der Kollege Heinemann im Protest gegen die Aufrüstungspolitik des Bundeskanzlers die CDU verlassen und sich der SPD angeschlossen hat.

    (Beifall in der Mitte. — Zurufe von der SPD.)

    Dann wäre für Sie, da wir nach der Meinung Ihrer eigenen Parteifreunde die zweiten in der Reihenfolge sind, jetzt die Zeit da, sich zu überlegen, ob Sie nicht den Weg zurück antreten.

    (Abg. Dr. Dr. Heinemann: Haben Sie vergessen, daß ich von Anfang an im Kabinett 1950 den Standpunkt vertreten habe, gegenüber der Volkspolizei sollte eine Bundespolizei, gleich stark und gleich bewaffnet, organisiert werden?)

    -- Herr Kollege Heinemann, ich habe damals, wie Sie wissen, dem Kabinett nicht angehört; das kann ich nicht wissen.

    (Abg. Dr. Dr. Heinemann: Das sollte sich aber herumgesprochen haben!)

    — Ich habe darüber zwei völlig widerspruchsvolle Stellungnahmen gehört. Wenn Sie genau wissen wollen, was ich gehört habe: daß Sie ursprünglich auch gegen die Aufstellung des Bundesgrenzschutzes gewesen seien; ursprünglich. Später, so habe ich gehört — ich war nicht dabei —, waren Sie gegen die Pläne, ein deutsches Militär, gleichgültig in welchem Rahmen, aufzustellen, und haben die Aufstellung einer Bundespolizei als Gegengewicht zu der sogenannten Volkspolizei für richtig gehalten.

    (Abg. Dr. Dr. Heinemann: Lassen Sie sich aus dem Bundeskanzleramt den Briefwechsel geben!)

    Auch hier, Herr Kollege Heinemann, führt die Konsequenz auf einen anderen Weg. Die Militarisierung — nicht die Polizeiverstaatlichung, sondern die Militarisierung — der Sowjetzone hatte, längst bevor der erste Soldat der Bundesrepublik überhaupt die Uniform anzog, eine solches Ausmaß angenommen, daß die Forderung nach Aufstellung einer Bundespolizei als Gegengewicht zur Volkspolizei, wie Sie es verlangen, in der politisch militärischen Wirklichkeit von uns mit der Aufstellung der Bundeswehr erfüllt worden ist, nicht mit der Aufstellung einer schwach bewaffneten Bundespolizei.

    (Abg. Erler: Das war ja 1950! Heinemanns Erklärung war 1950!)

    — Herr Kollege Erler, eis hat keinen Sinn, daß wir
    hier in eine Debatte über die Einzelheiten der
    Etappen der Aufstellung der Volkspolizei eintreten.
    Nun hat mir Kollege Merten vorgeworfen — ich muß es mir versagen, auf alle Einzelheiten aus der zweiten Lesung einzugehen —, daß ich wohl aus Mangel an Information und mit nicht genügender Wahrheitssorgfalt bestimmte Vorwürfe erhoben hätte. Ich darf, bevor ich einige konkrete Dinge sage,nur versuchen, eine einzige Feststellung zu treffen. Ich glaube, daß die Möglichkeit, objektiv, nüchtern und sachlich zu denken, noch allseits so weit vorhanden ist — oder jedenfalls sein sollte —, daß man gewisse Wahrheiten nicht bestreiten kann. — Es ist kein Zweifel, Kollege Merten, daß die von der Sozialdemokratie betriebene Politik der Ablehnung des Aufbaus der Bundeswehr — ich will jetzt nicht die zahlreichen Einzelheiten schildern, die man zum Teil in sehr dramatischen Farben malen könnte — eine Auswirkung draußen in den ihr nahestehenden Wählermassen, insbesondere in den ihr angehörenden Jugendorganisationen gefunden hat, die das Klima für den gemeinsamen Aufbau der Bundeswehr in unserem Lande auf lange Sicht gestört und teilweise vergiftet hat.

    (Abg. Schneider [Bremerhaven] : Sehr richtig!)




    Bundesverteidigungsminister Strauß
    Das kann doch nicht bestritten werden.

    (Abg. Erler: Aber feste wird das bestritten! Abg. Berkhan: Gehen Sie mal ins Haus Mehlem!)

    Aber in einem haben Sie ohne Zweifel recht. Man hat draußen bei gewissen militärischen Planungen
    — ich möchte in diesem Fall die positiven Beispiele lieber nicht nennen, weil man mich gebeten hat, man möchte sie nicht allzu laut nennen —, insbesondere bei der Durchführung der Wehrpflicht, bei der freien Aussprache mit Anhängern Ihrer Richtung eine tadellose Einstellung angetroffen, eine Einstellung, die jederzeit als vorbildlich bezeichnet werden kann. Wenn die Einstellung der breiten Schichten unseres Volkes, auch Ihrer Wählermassen, im Prinzip zum Problem der Verteidigung die der gesamten Führung der SPD wäre, dann wäre dieses Thema in diesem Hause kein Gegenstand der Auseinandersetzung mehr.
    Jetzt darf ich einmal zu Ihrem konkreten Beispiel kommen; darum bin ich überhaupt darauf zu sprechen gekommen, Herr Kollege Merten. Herr Kollege Schmidt hat gestern, was sein gutes Recht als Oppositionsredner ist — er soll ja nicht Weihrauch streuen und Lobreden verbreiten —, eine allgemeine Kritik geübt. Er hat die Organisationsarbeit des Verteidigungsministeriums praktisch als minderwertig und die Bundeswehr und die Gesamtorganisation als ein großes Durcheinander bezeichnet. Die Truppe schimpfe, die Truppe lache; Kantinen und Kasinos seien die Gesprächsforen gewesen, in denen man diese Dinge habe erfahren können.
    — Ich verhehle nicht schwerwiegende Mängel, die ich bei meiner Amtsübernahme vorgefunden habe, vorfinden mußte; das hat mit meinem Amtsvorgänger nichts zu tun, sondern lag an den Verhältnissen. Ich verhehle nicht, daß heute im einzelnen noch Mängel vorhanden sind.
    Ich glaube, niemand will mir bestreiten, daß ich mich ehrlich bemüht habe, diese Mängel in einer oft an Sisyphustätigkeit grenzenden Arbeit einzeln abzustellen, weil im Grundsätzlichen oft nichts zu ändern war — Verfassungsstruktur, Gesetzgebung und ähnliches. Ich könnte darüber ein langes Lied singen. Und nicht nur ich; wenn die Arbeit einen gewissen Erfolg hatte, trifft das die führenden zivilen und militärischen Mitarbeiter ebenfalls.
    Es ist aber auch ein Wort gerade eines hessischen Parteifreundes von Ihnen gewesen, unseres Kollegen Birkelbach, der seinerzeit sagte:
    Leider ist es uns nicht gelungen, den Aufbau der Bundeswehr zu sabotieren und unmöglich zu machen. Immerhin ist es uns gelungen, ihn für Jahre zu verzögern.

    (Hört! Hört! bei der CDU/CSU.) Das ist unbestreibar.


    (Abg. Dr. Kliesing: Das ist also das Ja zur Landesverteidigung!)

    Die gesamte Organisationsplanung im Lande Hessen — die jetzt ohne Zweifel ein etwas schnelleres Tempo angenommen hat — war in der Vergangenheit ausgesprochen langwierig. Insgesamt sollen in
    liessen 15 Kasernen gebaut werden. Teilweise dauerte es 12 biss 18 Monate bis zur endgültigen Stellungnahme der Landesregierung.

    (Abg. Merten: Ist doch überall das gleiche! — Abg. Dr. Schäfer: Ist nach Angabe Ihres Ministeriums überall der Fall!)

    Es haben sich zwei Schwerpunkte abgezeichnet. Schwierigkeiten gibt's überall. Herr Erler sagte mit Recht, ein CDU-Bauer trete genauso ungern Acker ab, wie vielleicht ein Heimgärtner der SPD sein Wochenendhäuschen hergebe.

    (Abg. Berkhan: Sie müßten mal selber ein Haus bauen, dann wüßten Sie, wie lange es dauert!)

    - Aber 12 bis 18 Monate! —
    Ich darf ein anderes Beispiel erwähnen. Das Eisenbahnausbesserungswerk Darmstadt ist von der Bundeswehr gekauft worden, weil man damit nicht nur eine Notwendigkeit der Bundeswehr erfüllen, sondern damit auch an einem Punkte eine .soziale Hilfe leisten wollte, da das Ausbesserungswerk jedenfalls von der Bundesbahn nicht mehr gebraucht wurde. Es sollte zum Gerätepark ausgebaut werden. Von der hessischen Seite ist beim Landesfinanzbauamt bei der Bauausführung Baustopp erwirkt worden, um besondere Auflagen durchzudrücken, z. B. keine Munitionslagerung und dergleichen. Und wenn das dann Punkt für Punkt geschieht, — —

    (Abg. Merten: Haben Sie das ausgebombte Darmstadt mal gesehen, Herr Minister? Haben Sie dann nicht Verständnis für derartige Wünsche?)

    — Herr Kollege Merten, ich bin selbst mit meiner Familie und meinen Angehörigen dreimal ausgebombt worden.

    (Abg. Merten: Dann müssen Sie doch Verständnis dafür haben!)

    — Ich stelle ja nur fest, daß es so ist. Sie reden jetzt von den Motiven. Ich stelle nur fest, worunter unsere Arbeit leidet. Die eine Seite bittet uns, das Eisenbahnausbesserungswerk zu übernehmen. Wir tun es. Wir haben es mit gewaltiger Belastung des Verteidigungshaushaltes übernommen. In dem Augenblick, in dem wir uns politisch festgelegt haben, kommen Auflagen, die auf Jahre hinaus die Schwierigkeiten des Einzugs der Bundeswehr dort schaffen. Und dann wird, wie Sie ja selbst wissen, ein Ihnen sicherlich nicht unbekannter Oberstleutnant oder Oberst in den Verteidigungsausschuß zitiert, um dort die Schwierigkeiten oder Mängel unserer Arbeit im einzelnen zu schildern.

    (Abg. Merten: Damit sie abgestellt werden können!)

    Dann ist, glaube ich, folgendes ein allgemeines Anliegen: Wenn man grundsätzlich zur Landesverteidigung ja sagt, und zwar ja sagt nicht nur im politisch-propagandistischen Raum, sondern auch ja sagt in den praktischen Konsequenzen, ist es nicht zu leugnen, daß es für die Landesverteidigung
    — die ja heute nicht mehr im nationalen Rahmen, sondern nur mehr im internationalen Rahmen, im



    Bundesverteidigungsminister Strauß europäisch-atlantischen Rahmen aufgebaut werden kann — bei dieser politischen und militärischen Konstellation notwendig ist, ein Luftabwehrsystem zu errichten.

    (Abg. Schneider [Bremerhaven]: Erzählen Sie bitte noch etwas über Gießen und Dortmund, Herr Minister!)

    — Sie kommen auf Ihre Rechnung!

    (Heiterkeit.)

    Wenn ich, Herr Kollege Merten, die Schwierigkeiten, die uns beim Aufbau des Luftabwehrriegels entgegengehalten werden, im einzelnen schildere - das ist für die Beamten und Soldaten, die damit zu tun hatten, wahrlich ein unangenehmer Weg, um einen ganz maßvollen Ausdruck zu gebrauchen, ein ganz unangenehmer Weg gewesen.
    Ich muß hier einmal die Landesregierung Rheinland-Pfalz lobend erwähnen, die oft mit Zähigkeit um ihre Landesinteressen gefochten hat, die uns aber doch grundsätzlich geholfen hat, die Vielzahl der amerikanischen Stellungen und die deutschen Stellungen dort aufzubauen, wenngleich oft lange Auseinandersetzungen vorhergegangen sind,
    Der Kabinettsbeschluß ist im Februar 1957 ergangen. Gegen die Nike-Stellung beim Griesheimer Sand ist ja ein Wirbel entfesselt worden, der uns die Durchführung des Beschlusses leider nur —leider! — ohne Einvernehmen mit der Landesregierung ermöglicht hat.
    Ich kann auch zu Niedersachsen einiges sagen. Ich bin ja im Februar in einer Kabinettssitzung in Niedersachsen gewesen. Ich habe dem Herrn Ministerpräsidenten — das war damals noch Herr Hellwege — und dem zuständigen Ressortminister, Herrn Hinrich Kopf — ein Mann, dem niemand die politische Ehre noch die persönliche Sympathie versagen wird —, sagen müssen, daß in seinem Hause — er sagte, er wisse es nicht — eine ganze Reihe von Projekten einfach nicht bearbeitet wird.

    (Hört! Hört! bei der CDU/CSU.)

    Dazu gehören die Flugplatzplanungen in Varelbusch und Ahlhorn, und dazu gehören die Marinemunitionslager in Schweinebrück und in Oxstedt. Ich habe jetzt nur ein paar Dinge herausgegriffen. All das in der Summierung ergibt dann die Schwierigkeiten, die der Kollege Schmidt zum Teil richtig dargestellt hat, — angeblich das Ergebnis der verworrenen, konfusen, größenwahnsinnigen oder sonst irgendwie irrealen Planung, die der Verteidigungsminister mit seinen der Wirklichkeit längst entschwebten Mitarbeitern vorgenommen hat, und dagegen wehre ich mich, daß man jemand die Treppe hinunterwirft und dann fragt, warum es ihm so pressiert.

    (Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU.) — Das ist nämlich die Methode!


    (Abg. Erler: Aber jener Papierkrieg! An dem sind doch die Landesregierungen nicht schuld!)

    — Nein, die sind nicht schuld. Aber bitte, provozieren Sie mich nicht! Mein Parteitag beginnt morgen früh. Ich muß gehen. Es ist auch ein Glück für Sie!

    (Heiterkeit bei der CDU/CSU. Zuruf: Fallen Sie nicht die Treppe herunter!)

    Hier sitzt noch jemand, mit dem ich auch eine eifrige Korrespondenz hatte. Kollege Ritzel sieht mich so interessiert an. Er fühlt sich mit Recht angesprochen, auch ohne daß sein Name gefallen ist.

    (Heiterkeit in der Mitte.)

    Welchen erbitterten Kampf hat der Kollege Ritzel mit mir um die Nike-Stellungen im Odenwald geführt, der dem Untergang nahe erschien. Er hat es fertiggebracht, diese Nike-Stellungen auf das bayerische Nachbargelände hinüber zu transferieren.

    (Erneute Heiterkeit in der Mitte. - Zurufe von der SPD.)

    — Ja, ich habe Ihnen dabei geholfen. Ich stand ja vor der Wahl. Sie sind der letzte, der mir das vorwerfen darf; denn meine Pflicht erfüllen mußte ich, nämlich die Stellungen bauen, und zwar entweder in Ihrem Wahlkreis oder, da Hessen schon mit Stellungen belastet war, im Nachbarwahlkreis in Miltenberg. Aber daß ich Sie mit dieser Nike-Stellung verschont habe, hat mir in keiner Weise genützt, in Miltenberg die örtlichen Proteste zu überwinden; die habe ich allein durchstehen müssen.

    (Abg. Ritzel: Ich war u. a. der Willensvollstrecker der CDU im Odenwald!)

    — Wenn Sie diese Aufgabe noch in anderen Fällen auf sich nehmen wollten, Herr Kollege Ritzel, wäre das Gesprächsthema zwischen uns noch weiter.

    (Abg. Ritzel: Ich stehe gern zur Verfügung. Ich habe einen breiten Buckel!)

    Nur in Stichworten ein weiteres Beispiel dafür, wie zum Teil künstlich eine Protestwelle auch von Bundestagsabgeordneten der SPD, der Kollegin Strobel und dem Kollegen Seidel, entfacht worden ist, als in Nürnberg bekannt wurde, daß in diesem Raum eine amerikanische Einheit stationiert wird, die über Mehrzweckewaffen verfügt und verfügen muß, wenn wir das erfüllen wollen, was man mit Recht von unserem Verteidigungssystem erwartet. Denn wir wollen uns doch nicht glorreich schlagen, sondern wir wollen in der Gesamtstärke unseres Verteidigungssystems mit dem deutschen Beitrag einen Zustand erreichen, der die Anwendung von Gewalt für jeden, der keine moralischen Hemmungen hat, zumindest zum unerträglichen Risiko macht.

    (Beifall bei den Regierungsparteien.) Etwas anderes können wir nicht.

    Ich darf dann an den Protest der Kollegen Ollenhauer und — in der Doppelfunktion als Oberbürgermeister und MdB — des Kollegen Keuning im Fall Dortmund erinnern. Wir haben uns darüber ausgesprochen. Ich möchte auch nicht über das Gespräch einiger Herren bei dem NATO-Oberbefehlshaber und über das von diesen Herren unterschrie-



    Bundesverteidigungsminister Strauß
    bene Fernschreiben hier im einzelnen berichten, weil ich die Grenze einer sachlichen Polemik oder Auseinandersetzung wahrlich nicht überschreiten will. Aber hat man nicht in Dortmund, ohne ein eigentliches Echo bei der Bevölkerung zu erzielen, die Dinge künstlich auf die Höhe getrieben, um damit den Eindruck einer Volkskrise oder einer Volksbeunruhigung zu erzeugen?

    (Beifall bei der CDU/CSU.)

    Wenn an jenem Samstagnachmittag in Dortmund verschiedene Stellen zum Protest aufgerufen haben — die SPD, der Gewerkschaftsbund — und wenn der Oberstadtdirektor, der meines Wissens Parteimitglied der SPD ist — sein gutes Recht — den Hauptsprecher gemacht hat, wenn er von der vor Angst geschüttelten Bevölkerung des Ruhrgebiets, vielen Millionen, aus einer Stadt mit über 500 000 Einwohnern 500 an einem Platz zusammengebracht hat und von den 500 die Hälfte nicht aus Dortmund war, dann soll man mir nicht sagen, daß hier nicht mehr bewußt agitiert worden ist.

    (Beifall bei den Regierungsparteien.)

    Nicht der Höhepunkt, sondern ein nicht sehr erfreulicher oder jedenfalls für Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, nichtgerade rühmlicher Abgesang der ganzen Aktion war das Kapitel Gießen. Beim Kapitel Gießen meinte der Kollege Merten, es sei meiner christ-demokratischen Unchristlichkeit zu verdanken gewesen, daß die Honest-JohnEinheit ausgerechnet nach Gießen gekommen ist, mitten in den SPD-Wahlkreis hinein. Die Vorstellung, Herr Kollege Merten, daß bei uns die Stationierung von Einheiten je nach der Parteizugehörigkeit der Bundestagsabgeordneten erfolge, gehört in das Trompeter-von-Säckingen-Zeitalter der Kontingentierung einer deutschen Bundeswehr hinein.

    (Heiterkeit und Beifall bei der CDU/CSU.)

    Sie können mir sogar Unkenntnis vorwerfen, und ich nehme diesen Vorwurf gern in Kauf: Ich habe bis zu Ihrem Protest gar nicht gewußt, daß die Honest-John-Einheit nach Gießen kommt. Ich habe es nicht gewußt — die Versicherung gebe ich hier feierlich ab —, weil ich mich bei der Dislozierung der einzelnen Einheiten nach den militärischen, taktischen und auch operativen Notwendigkeiten als Zivilist, wie mir mehrmals von verschiedenen Seiten nahegelegt worden ist, nicht als pseudomilitärischer Fachmann dort gerieren will, wo das Sachurteil der militärischen Experten einfach über meine politischen Möglichkeiten hinausgeht und von mir eben respektiert werden muß.
    Was ist denn in Gießen gewesen? Darf ich an die Protestversammlung erinnern, Herr Kollege Merten? Ich denke nicht an Ihre Aktion, die nicht sehr rühmlich verlaufen ist, da Sie die Amerikaner wegen der Störung durch eine kaum besuchte Kundgebung um Entschuldigung gebeten haben,

    (Heiterkeit bei der CDU/CSU)

    sondern an die Äußerungen des Herrn Maraun,
    der meines Wissens von den Jungsozialisten kommt
    und als Kreisrat der Hauptsprecher auf der Protestkundgebung gewesen ist. Herr Maraun hat u. a. erklärt — immerhin ist er meines Wissens Beamter —, ihm sei per Zufall eine Karte in die Hand gekommen, aus der hervorgehe, daß die Bundeswehr im Raum Gießen soundso viele Geländeteile aufkaufen wollte, daß diese Geländestücke offensichtlich für Abschußrampen für Raketen verwendet werden sollten und daß es gelte, dagegen rechtzeitig öffentlich zu protestieren. So lautet der Bericht des Standortkommandanten; ich habe ihn hier bei mir. Er ist zum Teil auch durch die Pressemeldungen, die etwas kürzer gehalten sind, bestätigt worden. Wohin sind wir mit unserer Einstellung zur Landesverteidigung gekommen, wenn solche wesentlichen Projekte bei uns in öffentlichen Protestkundgebungen der anderen Seite gewissermaßen noch als Objekt angeboten werden, während wir uns darum bemühen, die minimalen Nachrichten von drüben zu bekommen, um etwas über den Aufmarsch und den Ausbau des Angriffssystems der Roten Armee und ihrer Satelliten in Erfahrung zu bringen?
    Wenn dann noch — ich sage das, um Ihnen die Stimmung zu zeigen — ein Versammlungsteilnehmer, angeregt und aufgehetzt durch diese Worte, sagte, es sei jetzt an der Zeit, daß man als Partisan gegen die Bundeswehr losgehe

    (Hört! Hört! bei der CDU/CSU)

    — ich sage nicht, daß dieser Versammlungsteilnehmer Sozialdemokrat war, weil ich das nicht weiß; er kann auch etwas anderes gewesen sein; ich sage nicht, daß es Herr Maraun gewesen ist , und wenn so etwas bei einer, allerdings schlecht besuchten Versammlung unwidersprochen hingenommen wird, dann werden Sie doch dem für Landesverteidigung, allerdings eingeschränkt im Rahmen des Grundgesetzes, Gott sei Dank zuständigen Bundesminister nicht übelnehmen, daß er mit Sorge und manchmal auch, weil er kein temperamentloses Amphibiengerät ist, mit Erbitterung auf solche Erscheinungen hinweist.

    (Beifall bei der CDU/CSU. — Zurufe von der SPD. — Abg. Dr. Schäfer: Aber Sie zerstören die gemeinsame Basis! — Weitere Zurufe von der SPD.)

    — Ja, darf ich denn keine Wahrheiten mehr sagen, Herr Kollege Schäfer? Wenn Sie das Thema gemeinsame Basis im Sinne eines Vorwurfs oder im Sinne zum Teil sehr heftiger Attacken hier mir gegenüber erwähnen, dann muß ich sagen, ich habe leider nicht die Zeit, das so ausführlich zu behandeln, wie es angebracht wäre. Wo ist denn die gemeinsame Basis, wenn einer Ihrer maßgebenden Parteiführer sagt: In der Abwehr gegen den Kommunismus keine Gemeinsamkeit mit der CDU!? Wo ist die gemeinsame Basis für eine Landesverteidigung, wenn die militärpolitische und damit auch ethische Aufgabenstellung der Bundeswehr von Ihnen nicht bejaht wird, wenn der besorgte Sprecher für die materiellen Interessen der Bundeswehr, der Kollege Helmut Schmidt, die Bundeswehr als Produkt einer verfehlten Regierungspolitik bezeichnet?



    Bundesverteidigungsminister Strauß
    Ich bin nicht Ihrer Meinung, daß der Verteidigungshaushalt in demselben Maße zu behandeln und ebenso anzusehen ist wie ein anderer Haushalt, etwa für Finanzen, für Wirtschaft oder für Inneres. Das hat mit meiner Person wahrlich nichts zu tun. Gerade beim Verteidigungshaushalt wäre mir jede positive Kritik willkommen. Ich könnte Ihnen eine Fülle von Beispielen nennen, in denen ich den Kollegen Schmidt konkret widerlegen kann. Wenn Sie es haben wollen, wenn Sie mir die Zeit dazu geben, tue ich es gern.

    (Abg. Schneider [Bremerhaven] : Mal zu, Herr Minister! Tun Sie es doch!)

    — Ich habe die Unterlagen darüber jetzt ziemlich geschlossen beisammen. Aber wenn Sie die militärpolitische Aufgabenstellung, die ethische Rechtfertigung der Bundeswehr verneinen, wenn von Ihnen die Bundeswehr als Produkt einer verfehlten Regierungspolitik bezeichnet wird und wenn Sie zum Haushalt wegen der Politik nein sagen, dann muß ich allerdings sagen, daß der längere Weg, auf dem man zu einer gemeinsamen Basis kommen könnte, um die Lücke zwischen uns zu schließen, von Ihnen und nicht von uns zurückgelegt werden muß.

    (Beifall bei der CDU/CSU.)

    Ich beschränke mich auf diese Bemerkungen.
    Herr Kollege Lohmar hat von den Wehrmotiven, von der Tradition gesprochen. Ja, wie kann die Bundeswehr mehr Tradition und mehr Geschichtsbewußtsein haben, als es heute das politische Leben in der Öffentlichkeit aufweist? Wie kann man von den Soldaten mehr verlangen, als das ganze Forum des Volkes zu bieten vermag? Wenn in Ihrer Partei zwischen 1948 und heute ein wesentlicher Knick nicht im Grundsatz der Verteidigung der Freiheit, aber in den Prinzipien, wie sie zu verteidigen ist, eingetreten ist, wie soll man dann von der Bundeswehr verlangen, daß sie ein homogenes Traditionsbewußtsein hat? Sie wissen ganz genau, wie schwer es Herr Lohmar selbst hatte, zu einem Traditionsbewußtsein zu kommen. Wenn er vor einigen Jahren, noch führend im SDS tätig, Vorwürfe gegen den Bundestag erhoben hat, die auch von Ihnen niemals gedeckt worden sind, nie gedeckt werden konnten und heute nicht gedeckt werden können, dann wird es doch manchen Bundeswehroffizier geben, der diese Äußerungen kennt und sagt: Von d e r Seite lassen wir uns diese Vorwürfe nicht machen.
    Die Gemeinsamkeit in der Abwehr des Kommunismus ist zwischen uns, wenn ich das feststellen darf, theoretisch Gott sei Dank vorhanden. In der politischen Praxis, in dem, was man tun muß, um ihm entgegenzutreten, und zwar sowohl im Innern wie im Äußern, stehen wir, glaube ich, mit den Füßen auf dem Boden, während Sie sich einem sehr illusionären Doktrinarismus hingeben.

    (Beifall bei der CDU/CSU.)

    Der Herr Kollege Merten hat mir eine Sache vorgeworfen. Er hat es, was den Inhalt meines Schreibens betrifft, richtig wiedergegeben. Ich habe meine Kollegen gefragt, Kollege Merten. Wir haben im
    Ausschuß über den Traditionserlaß gesprochen. Im Ausschuß ist zwei Stunden über die Tradition gesprochen worden. Ich habe den Traditionserlaß angekündigt und unsere Bereitschaft angedeutet, ihn bevor er veröffentlicht wird, den einzelnen Obmännern der Fraktionen im Ausschuß zur Verfügung zu stellen. So hat ihn bekommen Herr Dr. Jaeger; Sie, Herr Kollege Merten, haben ihn bekommen; so hat ihn jemand von der FDP, ich glaube, Kollege Kreitmeyer oder Kollege Schultz, bekommen, und Herr Probst hat ihn ebenfalls bekommen. Außerdem haben ihn von der CDU/CSU, glaube ich, noch der Kollege Dr. Zimmermann und der Kollege Kliesing erhalten. In dem Anschreiben heißt es: „Die von der Unterabteilung Innere Führung erarbeiteten Richtlinien zur Kenntnisnahme im Anschluß an diese Ausschußsitzung".

    (Zurufe von der SPD.)

    Ich muß bitten, daß Sie die Ausschußsitzung mit einschließen, Kollege Merten. Im Ausschuß habe ich gesagt: Der Erlaß ist fertiggestellt; wollen Sie ihn diskutieren? — Da wurde uns gesagt: Dann müssen wir ihn vorher kennenlernen. — Daraufhin habe ich den Erlaß zugestellt. Er ist bis heute von uns — und zwar optima fide — nicht veröffentlicht, nicht herausgegeben worden, weil er erst ein Referentenentwurf ist, der im Ausschuß in aller Offenheit behandelt werden sollte und erst nach der Behandlung im Ausschuß, und zwar dann nicht durch die Unterabteilung Innere Führung, sondern wenn, dann auch mit dem politischen Verantwortungsbewußtsein des Verteidigungsministers erlassen werden muß. Eine andere Methode erschiene mir als eine Abwälzung der wirklichen Verantwortlichkeiten.
    Da Sie mir zu bestreiten scheinen, daß ich in der Lage sei, einzelne gegen mich erhobene Vorwürfe zu widerlegen — ich habe in dem Zusammenhang vom schlechten Stil gesprochen —: ich bin nicht der Meinung, daß Erfahrungen, wirkliche Erfahrungen, die ein Abgeordneter in Reserveübungen sammelt, hier nicht gebracht werden sollen. Aber über Verteidigungspolitik ist kein Wort gesprochen worden. Über die Richtigkeit der Umgliederung unserer Heeresverbände ist kein Wort gesagt worden. Über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit unserer Dispositionen auf dem Gebiete der Luftwaffe und der Fernlenkwaffen ist kein Wort gesagt worden. Über die Notwendigkeiten einer technischen Neuerung bei der Marine und konstruktive Vorschläge dazu ist kein Wort gesagt worden. Kasinos und Kantinen sind das Forum, auf dem sicherlich auch manche Unzufriedenheit laut wird; das ist nicht das Niveau dieses Hauses.
    Wenn z. B. behauptet wird, die Inspekteure führten nicht regelmäßig Konferenzen mit den Kommandeuren durch, bringe ich folgende konkrete Zahlen: Der Inspekteur des Heeres, General Röttiger, hat bisher 68 Kommandeurbesprechungen durchgeführt. Er verbringt im Monat 10 Tage bei der Truppe und ist ein alter Praktiker; der Inspekteur der Luftwaffe hat bisher 8 Inspekteurbesprechungen durchgeführt, ist in jedem Monat eine Woche bei der Truppe; der Inspekteur der Marine



    Bundesverteidigungsminister Strauß
    hat 7 Kommandeurbesprechungen durchgeführt, jedes Jahr besucht er jeden Standort der Marine; der Befehlhaber der Territorialverteidigung verbringt zwei Drittel seiner Dienstzeit bei der Truppe, zwei Drittel seiner Dienstzeit! Ich selbst halte im Jahre zweimal ein- bis zweitägige Dienstbesprechungen ab; ich selbst besuche im Jahre mindestens 20 Standorte, und nicht nur, um mit Generälen über große militärpolitische Themen zu konferieren.
    Kollege Schmidt behauptet, daß zur Ausbildung einer Einheit — er sagte leider wieder nicht, welcher — im Pistolenschießen für 1000 Soldaten nur zwei Pistolen zur Verfügung gestanden hätten. Für die 202 000 Soldaten der Bundeswehr sind zur Zeit 74 000 Dienstpistolen ausgegeben, also kommt auf je drei Mann eine Dienstpistole, zuzüglich Maschinenpistolen und anderen Waffen.

    (Zuruf des Abg. Erler.)

    Ich kann dem doch nur nachgehen, Herr Kollege Erler, wenn gesagt wird, bei welcher Einheit das geschieht. Ich will gar nicht wissen, welcher Oberfeldwebel ihm das gesagt hat.

    (Abg. Erler: Wenn wir so weit sind, sind wir schon ein Stück weiter!)

    Wenn er sagt, es gebe Tausende von Soldaten, die noch nie eine scharfe Handgranate gesehen hätten, so stimmt das für eine gewisse Periode der Vergangenheit. Bei der Flak sind die Handgranaten nicht das wesentliche, weil sich auf diesem Wege das Problem schwer lösen läßt.

    (Heiterkeit.)

    Aber zur Zeit verfügt die Bundeswehr über 500 000 Handgranaten; der monatliche Zulauf beträgt 100 000 Stück, ab Juli 200 000. Für Übungszwecke stehen der Bundeswehr im Jahre eine halbe Million Handgranaten zur Verfügung.
    Es ist nicht richtig, was Kollege Schmidt über die Methoden des MAD gesagt hat. Er hat den Ordonnanzoffizier des Luftwaffeninspekteurs eben als Fehlleistung erwähnt. Gerade daß dieser Mann entlarvt werden konnte, ist ein Ergebnis der Arbeit des MAD. Am Anfang waren die Karteien noch nicht vollständig, die Methoden waren noch nicht durchdacht und die Zusammenarbeit mit den Alliierten war noch nicht vollkommen. Erst als von mir eine zweite Überprüfungswelle angeordnet worden war, haben wir einen dieser Vögel nach dem anderen herausbekommen.
    Wenn er sagt, ausgewachsene Kommandeure würden noch einmal überprüft, so ist das richtig. Dem muß sich auch jeder Kommandeur unterziehen. Es gibt bestimmte Geheimhaltungsstufen, z. B. die Geheimhaltungsstufe „Kosmik", die einem nur verliehen werden darf — Sie wissen ja über diese Dinge genauso Bescheid wie ich —, wenn er einer besonders scharfen Prüfung unterzogen worden ist. Die Prüfung erstreckt sich auf viele Einzelheiten. Leider ist manchmal die Beobachtung der persönlichen Lebensgewohnheiten — ich sage: leider, weil ich weiß, wie sehr hier ein Mißbrauch möglich ist — nicht zu vermeiden. Aber ein großer Teil der Ostagenten, die von uns aufgespürt und entlarvt wurden, ist dadurch aufgefallen, daß er in seinem privaten Lebenswandel, in seinen Anschaffungen weit über seine Dienstbezüge hinaus Ausgaben leisten konnte.
    Das ist eine unangenehme Methode. Wenn man aber erlebt, daß heute Tausende von Agenten an die Bundeswehr angesetzt werden, Dutzende von ihnen in der Bundeswehr angeworben werden, ein ganzes Heer von Zersetzungspartisanen gegen Westdeutschland, gegen die Bundesrepublik engagiert wird, wenn man die Schwerpunkte sieht: Schleswig-Holstein oder Rheinland-Pfalz oder ein Agentenzentrum in München, dann kann man nicht in dieser Weise den MAD hier herabsetzen, vor allem nicht, wenn man die Schwierigkeit seiner Arbeit angesichts der auch ihm auferlegten rechtsstaatlichen Grenzen kennt.
    Ich habe Schleswig-Holstein genannt, ich will in Ihrem eigenen Interesse keine weiteren Beispiele bringen, aber glauben Sie mir, ich hätte noch einen ganzen Rucksack voll dabei. Wie gesagt, ich will keine weiteren Beispiele bringen. Ich habe Schleswig-Holstein genannt, und da darf ich Sie einmal auf etwas hinweisen, was ich Sie bitte, ohne Erbitterung über meine Ausführungen nüchtern und ruhig einmal zu überlegen.
    In einer der letzten Nummern des SPD-Pressedienstes, der von uns sehr sorgfältig verfolgt und gelesen wird, ist wieder ein Artikel enthalten, der hart an die Grenze dessen geht, was überhaupt möglich ist. Außerdem steht er im PPP. Ich weiß nicht, wo die originäre Leistung liegt. Der Text der Überschrift lautet: „Schleswig-Holstein Atomraketenfestung Nummer eins". Es ist der dritte Artikel dieser Art, der nunmehr in einer dieser Korrespondenzen über dasselbe Thema erschien. Der erste Artikel war meines Wissens vom Februar 1957, dann kam einer im Sommer 1958. Nach dem Tenor all dieser Artikel muß es sich immer um denselben Verfasser handeln, der den Namen der SPD mißbraucht, um in dieser Korrespondenz zu schreiben. Der Verfasser behandelt immer dasselbe Thema —„Gewaltige Aufrüstung der Bundesmarine", „Schleswig-Holstein Atomraketenfestung Nummer eins" —, um damit darzutun, wie er es einmal wörtlich schrieb, daß der Aufbau der Bundesmarine das Gleichgewicht der Marinestreitkräfte in der Ostsee zuungunsten der Sowjetunion verschiebe

    (Lachen bei der CDU/CSU)

    und deshalb zu einem neuen Wettrüsten führe. Hier sehen Sie es wieder: „Schleswig-Holstein Atomraketenfestung Nummer eins". Merken Sie denn nicht, daß das die Sprache Moskaus ist?!

    (Beifall bei den Regierungsparteien.)

    Ich behaupte doch damit nicht, meine Herren, daß Sie Anhänger oder bewußte Förderer des Kommunismus sind, ich behaupte damit doch nicht, daß ich SPD und KPD in einen Topf werfe. Ich habe das hier schon hundertmal gesagt, und ich distanziere mich von einer so simplifizierenden Darstellung. Wenn wir hier an einem der kritischsten Punkte der europäischen Verteidigung ein Minimum an Widerstandskraft aufbauen, dann wird, wie in sol-



    Bundesverteidigungsminister Strauß
    chen Artikeln, im Sowjetjargon von der „Atomraketenfestung Nummer eins" gesprochen, „die der Verteidigungsminister in Schleswig-Holstein aufbaut, womit von neuem die Richtigkeit der These der SPD erhärtet wird", wie Sie ebenfalls hier lesen können.
    Ich weiß, daß manches harte Wort und manches verletzende Wort von unserer Seite gesagt worden ist. Aber in der Sache stehen wir in allen Problemen der Landesverteidigung, in der Erkennung der Gefahr des Kommunismus, sowohl in seiner innenpolitischen Infiltration wie in seinen außenpolitischen Methoden, der Wirklichkeit viel näher als Sie. Wenn Sie dasselbe Maß an Realismus gegenüber dem Kommunismus und seinen Methoden aufbringen wie wir, wird der Verteidigungshaushalt nur im Kampf um die beste Lösung, aber nicht mehr im Kampf um die Richtigkeit der Prinzipien behandelt werden.

    (Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien.)



Rede von Dr. Eugen Gerstenmaier
  • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (CDU)
  • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (CDU)
Das Wort hat der Abgeordnete Koenen.

  • insert_commentNächste Rede als Kontext
    Rede von Jakob Koenen


    • Parteizugehörigkeit zum Zeitpunkt der Rede: (SPD)
    • Letzte offizielle eingetragene Parteizugehörigkeit: (SPD)

    Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Herr Minister hat soeben mit der bekannten Beredsamkeit die Dinge so dargestellt, als wären wir Sozialdemokraten von der kommunalen Ebene her ihm dauernd in den Rücken gefallen.

    (Zurufe von der Mitte.)

    Dabei, Herr Minister, verweise ich Sie auf Vorgänge, die sich in den Wahlkreisen Lippstadt, Paderborn usw. zugetragen haben. Dazu muß ich die Meinung vertreten, daß sich die Schwierigkeiten aus Fehlern ergeben, die in Ihrem Hause gemacht wurden.
    Um ein einziges Projekt durchzuführen, nimmt Ihr Haus vier oder fünf verschiedene Orte in Aussicht und schafft an vier oder fünf verschiedenen Orten Unruhe. Es ist immer so, daß sich der besitzende Bauer beschwert, nicht aber die in der Kommunalpolitik tätigen Sozialdemokraten sich beschweren. Ich bin mit einem Kollegen Ihrer Fraktion in eine Amtsvertretung hineingerufen worden, die sich zusammen mit den Bauern in der größten Sorge befand, da Riesenflächen für ein Projekt in Anspruch genommen werden sollten. In dieser Amtsvertretung hat die SPD fast nichts zu sagen. In ihrer Not wurden der Kollege Balkenhol und ich von den Amtsvertretern in die Amtsvertretung gebeten. Ich sage Ihnen, wir haben uns in jeder Weise korrekt verhalten. Ich verwahre mich dagegen, daß Sie es so hinstellen, wir fielen Ihnen in jedem Fall in den Rücken.

    (Beifall bei der SPD. — Zurufe von der Mitte.)

    Herr Minister, warum gehen Sie den Dingen nicht einmal nach? Warum nehmen Sie vier oder fünf Projekte in Aussicht, stiften in vier oder fünf Orten Unruhe, wenn Sie nur ein Projekt wollen?

    (Beifall bei der SPD.)